Inspirierende Landschaften der Jungfrau Region

Inspirierende Landschaften der Jungfrau Region

Die prächtigen Landschaften der Jungfrau Region begeistern nicht erst seit neuster Zeit Touristen aus aller Welt, sondern zogen schon früher Künstler, Schriftsteller, Industrielle und Bergsteiger in ihren Bann. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich Geschichten und Legenden wie ein roter Faden durch die verschiedenen Täler und Gipfel ziehen. Auch uns haben diese Geschichten während der dreitägigen Entdeckungsreise durch die Jungfrau Region begleitet.

Ich bin Bond, James Bond

Hoch über dem Lauterbrunnental, dessen Landschaft Tolkien zur Hobbit-Heimat Rivendell inspirierte, liegt das idyllische Mürren. Wäre da 1968 nicht plötzlich 007 himself im Dienste seiner Majestät aufgetaucht und hätte mit seiner Mission dem kaum fertiggestellten Drehrestaurant auf dem Schilthorn zu Weltruhm verholfen, würden heute wohl kaum jemand dieses Bergdorf kennen. Uns empfängt Mürren mit dicken Regentropfen und wolkenverhangenen Bergflanken. Wie schade! Es gibt nämlich kaum einen schöneren Fotospot für das Dreigestirn der Berner Alpen, als die Plattform auf dem Piz Gloria auf knapp unter 3‘000 m ü. M. Wer mir das nicht glaubt, der findet den Beweis bei Inka, die hat nämlich nicht nur James Bond geküsst, sondern auch die Bergpracht bildlich festgehalten.

Selbst bei schlechtem Wetter ist ein Ausflug auf das Schilthorn nicht für die Katz. Auf dem Gipfel befindet sich auch die sogenannte Bond World 007, die ein interaktives Erlebnis rund um die Missionen von James Bond bietet. Nebst Hintergrundinformationen rund um den vor Ort gedrehten James Bond Film, gibt es auch viele Dinge zum Anfassen und Ausprobieren. Highlight ist dabei der Helikopter, wo man mit dem Steuerknüppel in der Hand von Lauterbrunnen aus zu den verschiedenen Drehorten „fliegen“ kann.

Nach dem Rundgang durch die Ausstellung stärken wir uns im Restaurant mit dem 007 Burger und fahren dann wieder zurück nach Mürren. Gegen den Abend wagt sich dann plötzlich die Sonne doch noch hervor und zeigt zumindest ansatzweise, mit welch schöner Aussicht die Gäste in Mürren verwöhnt werden.

Mürren-Kirche Mürren-Nebel Regen-Schilthornbahn Schilthorn-Regen Schilthorn-Piz-Gloria Schilthorn-James-Bond Schilthorn-JamesBond-World Schilthorn-James-Bond-Burger Lauterbrunnental Mürren-Lauterbrunnen Mürre-Aussicht

Weitere Tipps rund um Mürren

Eine Einzelfahrt Mürren-Schilthorn retour kostet für Erwachsene 77 CHF mit GA/SwissPass sind es 38.50 CHF.

Die neuste Attraktion auf dem Schilthorn befindet sich bei der Mittelstation Birg. Am 16. August hat hier der Skyline Walk eröffnet, der über eine steile Felswand auskragt und das Herz nicht nur wegen dem tollen Panorama höher schlagen lässt.

Ein weiteres Highlight sind die Movie Nights auf der Winteregg. In der ersten Juli-Hälfte wird hier eine Kinoleinwand aufgebaut und während etwas mehr als einer Woche kommen die Gäste in den Openair-Kino-Genuss. Wir haben uns hier trotz Regen und kalten Temperaturen den absolut sehenswerten Film „Berge im Kopf“ angeschaut – für die perfekte Kulisse war mit Eiger Mönch und Jungfrau im Hintergrund gesorgt (Kosten 49 CHF).

Auf Goethes Spuren

Als Goethe 1779 das Rosenlauital auf seiner Wanderung von der Grossen Scheidegg nach Meiringen durchschritten hat, war er bestimmt fasziniert ab der wildromantischen Landschaft. Noch heute bietet das Tal trotz seiner Beliebtheit bei Velofahrer und Wanderer ein Naturerlebnis fern ab vom Massentourismus.

Wir haben uns für die gemütliche Variante entschieden und sind ab Grindelwald mit dem Postauto über die Grosse Scheidegg gefahren. Wer sich für diese Verbindung entscheidet, der muss bei der Schwarzwaldalp aus fahrplantechnischen Gründen 40 Minuten auf das Anschlusspostauto nach Meiringen warten. Um die Wartezeit zu überbrücken, gönnten wir uns im Chalet-Hotel Schwarzwaldalp ein Stück Apfelkuchen und besichtigten die historische Säge daneben. Wichtig zu beachten: auf der Postautostrecke müssen GA-Besitzer Zusatzbillette lösen (Oberer Gletscher-Schwarzwaldalp 10.40 CHF, Schwarwaldalp-Meiringen 9 CHF) Auf meine Nachfrage, wieso man für den ersten Abschnitt ein Zusatzticket lösen muss, antwortete der Chauffeur in typischer Grindelwald-Manier mürrisch „wir sind nicht subventioniert“.

Nichtsdestotrotz, das Tal hat mich durch das Postauto-Fenster bezaubert und für nächsten Sommer habe ich mir bereits einen erneuten Abstecher hierher vorgemerkt. Dann werden wir etwas mehr Zeit mitbringen und die berühmte Gletscherschlucht Rosenlaui besuchen.

Schwarzwaldalp-Restaurant Schwarzwaldalp-Mühle

Das letzte Problem von Sherlock Holmes

Sherlock Holmes Museum, Sherlock Holmes Hotel, Sherlock Homes Weg, Sherlock Holmes Statue… in Meiringen führt definitiv kein Weg an Sherlock Holmes vorbei. Hier wurden nicht nur die Meringues erfunden, sondern hier fand auch Sherlock Holmes seinen Tod – zumindest auf den ersten Blick. Wie das so ist bei Helden, stellte sich später heraus, dass er überlebt hat.

Dank Arthur Conan Doyles Roman „Das letzte Problem“ wurde der Reichenbachfall bei Meiringen international bekannt. Über den mächtigen Wasserfall berichtete aber bereits Jeremias Gotthelf in „Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz“. Wenn es wie bei unserem Besuch aus allen Kübeln schüttet, dann bietet das Sherlock Holmes Museum (Eintritt 4 CHF Erwachsene) ein unterhaltsames Schlechtwetterprogramm. Ansonsten auf jeden Fall einen Abstecher zur Plattform oberhalb des Wasserfalls, wo das letzte Duell zwischen Sherlock Holmes und seinem Erzfeind Prof. Moriarty stattfand, einplanen.

Sherlock-Holmes-Meiringen

„Vor dir wälzt sich die graugrüne Aar“

Etwas ausserhalb von Meiringen (ca. 20 Minuten zu Fuss) befindet sich die imposante Aareschlucht. Auf knapp 1.5 Kilometer hat sich die Aare tief in die Felswände eingegraben und schlängelt sich im rasanten Tempo talwärts. An ihrer engsten Stelle misst die Schlucht gerade einmal einen Meter. Schriftsteller J. Rudolf Wyss war ab der Schlucht wahnsinnig beeindruckt und beschreibt den Moment, wo er die Schlucht betritt facettenreich.

„Was sind alle Ruinen menschlicher Bauwerke, gegen diese Überbleibsel einer uralten Gestaltung aus den Händen der gewaltigen Natur!“

Seit 1888 ist die Schlucht für die Öffentlichkeit zugänglich und ist bei jedem Wetter ein lohnenswertes Ausflugsziel. Bei Einbruch der Dämmerung lässt ein raffiniertes Lichtkonzept die Felswände in verschiedenen Farben erstrahlen.

Der Spaziergang durch die Schlucht endet in Innertkirchen, wo man mit dem Zug zurück nach Meiringen fahren kann. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 8.50 CHF (Kinder 4 CHF).

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Hinweis: Meine Reise wurde von der Jungfrau Region unterstützt. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

 

Anita Brechbühl

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • inka inka September 02, at 11:42

    Aah, so sieht sie also bei Tag aus, die Aareschlucht! Durch mein kleines Emma-Desaster *hüstl* bin ich ja erst spät am Abend dagewesen, wobei die Lichtershow am Abend absolut genial war, nur die kleine Ersatzcam konnte das Spektakel leider nicht vernünftig festhalten. ;) Und ja, ich habe ein klitzekleines Deja-Vú, immerhin habe ich auf der anderen Seite genauso im Nebel gestanden wie Du jetzt auf dem Schilthorn. ;) Lieben Dank für die Erwähnung und: Wunderbare Zusammenfassung, ich finde es ja der Hamer, was es da alles zu sehen gibt! Liebe Grüße /inka

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl September 02, at 13:30

      Gerne :) ist wirklich eine schampar vielfältige Landschaft, die mich immer wieder aufs Neue überrascht.

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