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3-Tages-Wanderung in Graubünden: Von Sufers über die Cufercalhütte nach Vals

Diese abwechslungsreiche 3-Tages-Wanderung führt von Sufers über die Cufercalhütte und das Turrahaus bis nach Vals. Abseits der bekannten Hüttentouren in Graubünden erwarten dich im Naturpark Beverin einsame Berglandschaften, versteckte Bergseen, aussichtsreiche Passübergänge und zwei ganz unterschiedliche Übernachtungsorte. Ein weiterer Pluspunkt: Da der zweite Etappenstopp in Turra mit dem Postauto erreichbar ist, lässt sich die Tour bei Bedarf auch auf zwei Tage verkürzen oder individuell anpassen.

1. Wandertag: Von Sufers zur Cufercalhütte

Eigentlich wollten wir dem Alpepässeweg von Splügen über den Safierberg ins Safiental folgen. Wegen der hochsommerlichen Temperaturen hielten wir jedoch nach einer etwas höher gelegenen 3-Tages-Variante in der Region Ausschau und stiessen dabei auf die Cufercalhütte. Sie ist die einzige SAC-Hütte mitten im Naturpark Beverin und erwies sich für uns als echter Glücksgriff. Zur Hütte führen verschiedene Zustiegsrouten, unter anderem ab Wergenstein, Andeer oder Sufers. Unsere Wahl fällt auf Sufers, das nördlichste Dorf im Rheinwald kurz vor dem Splügenpass. Von hier aus ist der Zustieg am kürzesten.

Das Postauto hält direkt an der A13 unterhalb des Dorfes. Von der Haltestelle führt ein Teersträsschen hinauf in den Dorfkern. Dort weist der Wegweiser eine Aufstiegszeit von drei Stunden zur Cufercalhütte aus. Wir folgen an der nächsten Gabelung jedoch zunächst dem Wegweiser Richtung Lai da Vons. Die erste gute Stunde führt der Weg durch einen lichten Bergwald hinauf zur Ebene Seebärga, wo sich auch der Lai da Vons befindet. Dort öffnet sich erstmals der Blick auf die umliegende Bergwelt. Der See selbst liegt nicht direkt an unserer Route und wir verzichten auf die Zusatzschlaufe. Etwas weiter oben gibt es dafür einen schönen Blick über den Lai da Vons und das dahinterliegende Bergpanorama. Technisch ist der Weg, abgesehen von einigen steileren Abschnitten, wenig anspruchsvoll. Einzig die stetigen Höhenmeter machen sich langsam in den Oberschenkeln bemerkbar.

Blick auf Sufers und den Sufnersee
Aufstieg Sufers La da Vons durch den Wald
Panorama Rheinwald
Wanderweg Lai da Vons

Nach knapp 2,5 Stunden entdecken wir vor uns eine im Wind wehende Schweizerfahne. Jetzt kann das Ziel nicht mehr weit sein. Tatsächlich erscheint die Hütte bereits wenige Minuten später hinter einer Geländekuppe. Mit ihren 20 Schlafplätzen, verteilt auf zwei Schlafräume, ist sie klein, aber ausgesprochen gemütlich. Die Cufercalhütte punktet zudem mit liebevollen Details. So wird der Kaffee klassisch in der Bialetti zubereitet und zur Erfrischung gibt es eine grosse Auswahl an hausgemachten Sirupen. Trotz des herrlichen Bergwetters sind wir überrascht, wie ruhig es auf der Hütte ist. Insgesamt haben sich gerade einmal sechs Personen, inklusive uns, als Übernachtungsgäste angemeldet. So haben wir einen der beiden Schlafräume ganz für uns allein und geniessen nach dem heissen Wandertag eine wunderbar ruhige und angenehm kühle Nacht.

Weg zur Cufercalhüte
Cufercalhütte

Eckdaten der Wanderung Sufers – Lai da Vons – Cufercalhütte

Die folgende Wanderkarte zeigt den Routenverlauf von Sufers über den Lai da Vons zur Cufercalhütte. Die Tour ist durchgehend als weiss-rot-weiss markierter Bergwanderweg (T2) ausgeschildert und weist keine ausgesetzten oder technisch anspruchsvollen Abschnitte auf. Zwischen Foppa und Seebergä verläuft die Route während rund eines Kilometers auf einem Teersträsschen.

Tipp: Von Ende Juni bis Mitte Oktober verkehrt zudem jeweils samstags und sonntags zweimal täglich der Bus Alpin von Sufers zum Lai da Vons (Reservation erforderlich; die Telefonnummer findet sich in der SBB App). Von dort sind es noch rund 1½ Stunden und 400 Höhenmeter bis zur Cufercalhütte. Dadurch eignet sich die Tour auch gut für Familien mit kleineren Kindern.

AusgangspunktPostautohaltestelle Sufers, Underem Dorf (1’420 m ü. M.)
ErreichbarkeitAusgangspunkt mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
Länge6,2 Kilometer
Höhenmeter↗ 985 m ↘ 12 m
Dauer3:00 h
ZielortCufercalhütte (2’385 m ü. M.)
Einkehrmöglichkeitkeine Einkehrmöglichkeiten am Weg

2. Wandertag: Von der Cufercalhütte zum Berggasthaus Turrahus im Safiental

In den zweiten Wandertag starten wir mit einem typischen Hüttenfrühstück. Brot, Konfi, Käse und Müesli – es fehlt an nichts. Danach schnüren wir unsere Wanderschuhe und marschieren zeitig los. Gegen den Nachmittag sind Gewitter angekündigt. Unser Ziel ist es deshalb, den zweiten Übernachtungsort vorher zu erreichen.

Dank des Wegweisers direkt vor der Hütte gibt es keinen Zweifel, wohin der Weg führt. Zunächst stehen rund 200 Höhenmeter bis zur Farcletta digl Lai Pintg bevor. Wir hoffen, in den schattigen Nordhängen am Fusse des Cufercalhorns den einen oder anderen Steinbock zu entdecken. Der Naturpark Beverin beheimatet eine Kolonie von rund 350 Steinböcken und von der Höhenlage her befinden wir uns mitten in ihrem Gebiet. Doch heute ist das Glück nicht auf unserer Seite. Dafür zeigt sich die Landschaft im sanften Morgenlicht von ihrer allerschönsten Seite.

Wanderweg Cufercalhütte
Panorama Rheinwald

Der knapp 45-minütige Aufstieg über den gut markierten Bergwanderweg auf den Pass ist ein ideales Warm-up, denn der nächste Abschnitt ist deutlich anspruchsvoller. Bis zum Lai Grand gilt es, über steiles Geröll abzusteigen und Blocksteingelände zu queren. Ich bin froh, meine Wanderstöcke eingepackt zu haben, und kämpfe mich vorsichtig den Hang hinunter.

Wanderweg Cufercalhütte Lai Grand

Nach einer kurzen Verschnaufpause am idyllischen Lai Grand steht mit der Farcletta digl Lai Grand bereits der zweite Passübergang des Tages an. Gleichzeitig befinden wir uns nun auf der Via Capricorn. Die mit der Routennummer 693 ausgeschilderte Mehrtageswanderung führt ab Wergenstein in drei Etappen durch das «Steinbockland» des Naturparks Beverin.

Lai Grand Bergsee im Naturpark Beverin
Aufstieg zum Forcletta Lai Grand

Ist die Passhöhe und damit der höchste Punkt der Tour auf 2’661 m ü. M. erreicht, beginnt der lange Abstieg in den 880 Höhenmeter tiefer gelegenen Talboden des Safientals. Teilweise zieht er sich ganz schön in die Länge. Im Abschnitt «Höllgraba» sind Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit gefragt. Zwischen steilen Felswänden und einem laut tosenden Wasserfall führt der Weg über Blocksteine talwärts. Zur Belohnung eröffnet sich schliesslich ein wunderschöner Postkartenblick auf den Talabschluss des Safientals, bevor wir uns im Berggasthaus Turrahus auf eine wohlverdiente Dusche freuen.

Chracha Safiental

Eckdaten der Wanderung Cufercalhütte – Lai Grand – Turra

Die folgende Wanderkarte zeigt den Routenverlauf von der Cufercalhütte via Farcletta digl Lai Grand ins Safiental. Die Tour ist durchgehend als weiss-rot-weiss markierter Bergwanderweg (T3) ausgeschildert. Zwischen dem Farcletta digl Lai Pintg und dem Hölloch erwartet euch abschnittsweise technisch anspruchsvolleres Gelände, wo der Weg nicht durchgehend sichtbar ist. Für diese Etappe sind daher Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Tipp: Das Turrahus befindet sich direkt neben der hintersten Postautohaltestelle im Safiental. Dadurch lässt sich die hier als 3-Tages-Wanderung vorgestellte Route flexibel gestalten: Die ersten beiden Etappen können je nach Zeitbudget auch als 2-Tages-Wanderung unternommen werden. Die dritte Etappe vom Turrahus über den Tomülpass nach Vals eignet sich zudem hervorragend als eigenständige Tageswanderung.

Ausgangspunkt
Cufercalhütte (2’385 m ü. M.)
ErreichbarkeitZielort mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
Länge12,3 Kilometer
Höhenmeter↗ 607 m ↘ 1’297 m
Dauer4:40 h
ZielortBerggasthaus Turrahus (1’695 m ü. M.)
Einkehrmöglichkeitkeine Einkehrmöglichkeiten am Weg

3. Wandertag: Von Turra über den Tomülpass nach Vals

Heute steht mit dem Tomülpass ein Klassiker unter den alpinen Saumwegen auf dem Programm. Er bildet die einzige direkte Verbindung zwischen den beiden Walsergemeinden Safien und Vals. Und obwohl man vermuten könnte, dass zwischen den beiden Gemeinden rege Handelsbeziehungen bestanden, hatte die Route seit jeher mehr touristische als wirtschaftliche Bedeutung. Heute ist sie Teil des Walserwegs Graubünden.

Die angekündigten Gewitter lassen uns einmal mehr zeitig starten, was sich gleich doppelt lohnt. Zum einen geniessen wir beim Aufstieg Richtung Tomülpass einen wunderschönen Rundumblick über das Safiental. Zum anderen profitieren wir noch von den angenehm kühlen Temperaturen und den schattigen Wegabschnitten. Und; so richtig kommt es auf den Bildern leider nicht zur Geltung: Die Hänge im hinteren Safiental waren zum Zeitpunkt unsere Tour Ende Juni regelrecht von blühenden Alpenrosen überzogen.

Der Weg über den Tomülpass ist durchgehend hervorragend ausgebaut und kaum zu verfehlen. Zu «verdanken» haben wir dies den polnischen Internierten, welche den Weg während des Zweiten Weltkriegs sorgfältig ins Gelände trassierten (mehr Hintergrundinformationen zum «Polenweg» findet ihr hier: Tomülpass). In den letzten Jahren wurde der historische Saumweg unter denkmalpflegerischer Aufsicht restauriert, auch mit Blick auf seine langfristige Nutzung. Heute ist er sowohl als Wanderweg als auch als Mountainbike-Route signalisiert.

Safiental am frühen Morgen
Wanderweg Tomülpass-Vals

Landschaftlich hat die Etappe ebenfalls einiges zu bieten. Mein persönliches Highlight ist der Abschnitt über den Riedboda mit seinen mäandrierenden Wasserläufen. Sportlich wird es dann nochmals auf den letzten gut 600 Höhenmetern hinunter nach Vals. Im steilen Zickzack führt der schmale Pfad durch den mehrheitlich schattenspendenden Riefawald talwärts, bis wir schliesslich den Dorfkern von Vals erreichen.

Ridboda Alp Tomül
Wanderweg von der Alp Tomül nach Vals
Wanderweg nach Vals

Eckdaten der Wanderung Turra – Tomülpass – Vals

Die folgende Wanderkarte zeigt den Routenverlauf von Turra über den Tomülpass nach Vals. Die Tour ist durchgehend als weiss-rot-weiss markierter Bergwanderweg (T2) ausgeschildert und weist keine ausgesetzten oder technisch anspruchsvollen Abschnitte auf. Da der Tomülpass auch als Bikeroute ausgeschildert ist, können euch unterwegs Bikes begegnen.

AusgangspunktBerggasthaus Turrahus (1’695 m ü. M.)
Erreichbarkeitmit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
(Bushaltestelle Thalkirch, Turrahus)
Länge13,4 Kilometer
Höhenmeter↗ 744 m ↘ 1’188 m
Dauer4:40 h
ZielortPostautohaltestelle Vals, Post (1’250 m ü. M.)
Einkehrmöglichkeitkeine Einkehrmöglichkeiten am Weg

Praktische Tipps zur 3-Tages-Wanderung von Sufers nach Vals

  • Da die Route auf über 2’500 m ü. M. führt, eignet sie sich in der Regel für Wanderungen von Mitte Juni bis Mitte Oktober.
  • Die Cufercalhütte hat in der Regel im Juni Wochenendbetrieb und ist ab Juli bis Mitte Oktober durchgehend geöffnet. Eine Übernachtung mit Halbpension kostet für Nicht-SAC-Mitglieder 114 CHF (Preisstand 2026). Aktuelle Preise und das Buchungstool findest du hier: Cufercalhütte
  • Denkt daran, einen Hüttenschlafsack mitzunehmen. Es gibt keine Duschen, und Strom ist nur beschränkt verfügbar (Tipp: Powerbank einpacken).
  • Das Berggasthaus Turrahus bietet sowohl Mehrbett- als auch Doppelzimmer mit Etagen-WC und -Dusche. Eine Übernachtung im Doppelzimmer kostet 95 CHF pro Person inklusive Halbpension. Weitere Informationen findest du hier: Turrahus
  • Der Ausgangspunkt Sufers ist mit dem Zug und Postauto ab Zürich HB in rund 2 Std. 20 Min. (1x Umsteigen in Chur aufs Postauto) erreichbar.
  • Für die Rückreise ab Vals geht es mit dem Postauto nach Ilanz und von dort mit der Rhätischen Bahn weiter nach Chur und Zürich (Reisezeit ca. 2 Std. 40 Min.).
Über den Autor

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Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.
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