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Mecklenburg-Vorpommern: 9 besondere Ausflugsziele und Naturerlebnisse

Werbung: Beitrag in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V.

Kommt euch das bekannt vor: Je öfter man eine Region bereist, desto mehr Ideen tauchen auf, was man beim nächsten Mal noch alles entdecken und erleben könnte. Genau so erging es mir bei meinen bisherigen Abstechern nach Mecklenburg-Vorpommern. 2021 waren wir eine Woche unterwegs und erkundeten Rostock, Stralsund und Greifswald. Im letzten Jahr führte mich meine Reise nach Schwerin, auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sowie auf die Inseln Usedom und Rügen.

Während einer Mondscheinwanderung vom Ostseebad Binz auf Rügen zum Jagdschloss Granitz hörte ich damals zum ersten Mal von Putbus. Nachdem ich ein paar Bilder der klassizistischen Residenzstadt gesehen hatte, die Fürst Wilhelm Malte I. im 19. Jahrhundert anlegen liess, wusste ich: Das muss ich mir auch noch anschauen! Ein guter Grund, dieses Jahr zum dritten Mal nach Mecklenburg-Vorpommern zu reisen und weitere Ausflugsziele und Naturerlebnisse auszukundschaften.

Von meiner diesjährigen Tour habe ich Tipps für aktive Naturerlebnisse und besondere Übernachtungsorte mitgebracht. Zwischen Warnemünde, Rügen und dem Peenetal geht es zu Fuss, mit dem Velo, unter Segeln oder im Kanu durch die vielfältigen Küsten- und Flusslandschaften Mecklenburg-Vorpommerns.

1. In Warnemündes 70er-Jahre-Wahrzeichen einchecken

Zum Auftakt steht gleich ein richtig ikonischer Übernachtungsort auf dem Programm: das Hotel Neptun in Warnemünde. Der 1971 eröffnete, 64 Meter hohe Bau prägt die Silhouette des Ostseebades und überrascht mit seiner durchdachten Architektur. Sämtliche 338 Zimmer verfügen über einen eigenen Balkon mit Meerblick.

Bereits 2021 legten wir hier einen Zwischenstopp ein und suchten in der Broiler-Bar im Erdgeschoss Zuflucht vor dem rauen Ostseewetter. Diesmal zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite: Ein prächtiger Sonnenaufgang mit weitem Blick über den breiten Sandstrand, die Dächer von Warnemünde und die Hafeneinfahrt sorgt für einen perfekten Start in den Tag.

Hotel Neptun Warnemünde
Aussicht vom Hotel Neptung

Das Hotel liegt direkt an der Strandpromenade. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zu zwei der bekanntesten Wahrzeichen Warnemündes: dem Teepott mit seinem markanten Schalendach und dem historischen Leuchtturm.

Uferpromenade Warnemünde

Tipp: Ein weiterer guter Grund für eine Übernachtung im Hotel Neptun ist der grosszügige Spa-Bereich mit dem ersten Original-Thalasso-Zentrum Deutschlands. Das Besondere daran: Bereits beim Bau des Hotels Anfang der 1970er-Jahre wurde ein ausgeklügeltes Leitungssystem installiert, das frisches Ostseewasser direkt ins Haus bringt. Dieses wird bis heute für das Meerwasserschwimmbad und verschiedene Thalasso-Anwendungen genutzt. Wer sich nach einem aktiven Tag an der Ostsee etwas Erholung gönnen möchte, sollte sich eine solche Behandlung nicht entgehen lassen – ich durfte mich selbst davon überzeugen!

2. Durch die Rostocker Heide nach Markgrafenheide radeln

Während wir bei unserem letzten Besuch in Warnemünde westwärts zum «Geisterwald» Nienhagen geradelt sind, geht es diesmal in die entgegengesetzte Richtung. Mit einem Leihvelo des Hotels Neptun fahre ich zum Fähranleger von Warnemünde und setze mit der Fähre über die Warnow nach Hohe Düne über. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten und auch die Mitnahme des Velos ist völlig unkompliziert.

Warnow Fähre

Auf der anderen Seite der Warnow folge ich dem von der Hauptstrasse abgesetzten Veloweg in Richtung Markgrafenheide. Hier beginnt die Rostocker Heide, die sich entlang der Ostseeküste bis in die Gegend von Graal-Müritz erstreckt. Mit rund 6000 Hektar zählt sie zu den grössten zusammenhängenden Küstenwaldgebieten Deutschlands. Bemerkenswert ist auch ihre Geschichte: Bereits 1252 erwarb die Hansestadt Rostock das Waldgebiet von Fürst Heinrich Borwin III. und ist bis heute Eigentümerin grosser Teile davon.

Unterwegs lohnt sich ein Abstecher zum Aussichtspunkt am Radelsee. Von hier aus öffnet sich der Blick über die angrenzenden Feuchtgebiete, in denen sich mit etwas Glück auch Kraniche beobachten lassen. Anschliessend zieht es mich weiter an den Ostseestrand von Markgrafenheide. Während beim StrandResort noch einige Strandkörbe im Sand stehen, wird es Richtung Osten zunehmend ruhiger. Hier erstreckt sich ein breiter, scheinbar endloser Sandstrand, gesäumt von Dünen und Küstenwald.

Rostocker Heide
Ostseestrand Markgrafenheide
Standabschnitt Markgrafenheide

Zurück in Warnemünde nutze ich die Abenddämmerung für einen ausgedehnten Bummel durch die Alexandrinenstrasse, die parallel zur belebten Flaniermeile «Am Strom» verläuft. Hier reiht sich ein liebevoll saniertes, leicht windschiefes Giebelhaus ans nächste und erinnert an die Zeit, als Warnemünde noch ein kleines Fischer- und Hafendorf war. Etwas versteckt zweigt der üppig bepflanzte «Katergang» ab, die wohl schmalste Gasse Warnemündes.

Tipp: Am ruhigen südlichen Ende des «Alten Stroms» liegt das Restaurant «Zum Stromer». In der traditionsreichen Gaststube, deren Geschichte bis ins Jahr 1842 zurückreicht, wird eine saisonale Küche mit regionalen Zutaten serviert. Besonders empfehlenswert sind die Fischgerichte. Eine Tischreservation lohnt sich.

3. Street-Art im Rostocker Szeneviertel KTV entdecken

Bevor ich am nächsten Tag nach Rügen weiterfahre, lege ich noch einen kurzen Zwischenstopp in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, kurz KTV, ein. Das ehemalige Wohn- und Arbeiterviertel aus der Gründerzeit hat sich zu einem lebendigen Rostocker Kultur- und Szenequartier mit kleinen Läden, Cafés, Kneipen und viel Street-Art entwickelt.

Zu den Street-Art-Künstlern, die hier ihre Spuren hinterlassen haben, gehört Sebastian Volgmann alias «Schrill». Seine Figuren mit den markanten spitzen Nasen erkennt man schnell wieder. Eine seiner Fassadengestaltungen ist beispielsweise an der Ottostrasse 17 zu sehen.

S. Vogelmann Street Art in Rostock
Street Art in der KTV Rostock

Ein guter Ausgangspunkt für einen Streifzug durch die KTV ist der Doberaner Platz. Als Orientierung dient der Stadtspaziergang von Rostock Tourismus, der durch das Viertel bis zum Stadthafen führt.

Tipp: Die KTV ist auch eine gute Adresse für eine ausgedehnte Kaffee- oder Brunchpause. Besonders originell ist das «Original Waldenberger» an der Waldemarstrasse mit seiner ausgefallenen Einrichtung, hausgemachten Törtchen und vegetarischen Frühstückskreationen. Im Café Central Rostock an der Leonhardstrasse habe ich ein ausgesprochen feines Sandwich gegessen. Für Specialty Coffee lohnt sich zudem ein Abstecher zur «Kaffee Bar am Dobi» am Doberaner Platz.

4. Durch die Rosenstadt Putbus und ihren Schlosspark bummeln

Wie eingangs erwähnt, steht Putbus schon seit meiner letzten Rügen-Reise auf meiner Wunschliste. Nun ergibt sich endlich die Gelegenheit für einen Besuch: Meine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte befindet sich in Lauterbach, knapp fünf Fahrminuten vom Stadtzentrum entfernt.

Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus liess die Residenzstadt Anfang des 19. Jahrhunderts anlegen. Die weissen klassizistischen Fassaden und die Rosen vor den Häusern brachten ihr die Beinamen «weisse Stadt» und «Rosenstadt» ein. Besonders eindrücklich zeigt sich die planmässige Stadtanlage am Circus, wo sich die hellen Gebäude rund um einen kreisförmigen, begrünten Platz mit einem Obelisken anordnen.

Putbus Circus

Auch der weitläufige Schlosspark lohnt einen ausgedehnten Spaziergang. Zwischen alten Bäumen, grosszügigen Wiesen und dem Schwanenteich führen die Wege vorbei an historischen Bauten wie der Orangerie, dem Marstall und der Schlosskirche. Das eigentliche Schloss sucht man heute allerdings vergeblich: In den 1960er-Jahren wurde es auf Beschluss der DDR-Behörden gesprengt und abgetragen.

Wer auch die Kunstgalerie in der Orangerie und die kleinen Läden mit regionalen Produkten und Kunsthandwerk entlang der Alleestrasse besuchen möchte, sollte den Rundgang möglichst nicht erst am späten Nachmittag beginnen.

Tipp: Für eine kleine Stärkung zwischendurch bietet sich das «Milchmädchen» direkt bei der Orangerie an. Das Café mit angeschlossenem Hofladen setzt auf Produkte von Rügen, darunter verschiedene Milchprodukte und Sanddorn-Desserts. Auch das «Onda Handwerk & Esskultur» an der Alleestrasse hätte ich gerne besucht. Das Konzept verbindet regionale Küche mit ausgewähltem Handwerk, allerdings war es an meinem Besuchstag geschlossen.

5. Auf Rügen in einem schwimmenden Ferienhaus übernachten

Von Putbus sind es nur wenige Fahrminuten nach Lauterbach. Der direkt am Greifswalder Bodden gelegene Ortsteil gilt als eine der Wiegen des Badetourismus auf Rügen. Bereits 1816 liess die Putbusser Fürstenfamilie beim benachbarten Neuendorf eine erste Seebadeanstalt einrichten. Zwei Jahre später entstand mit dem Friedrich-Wilhelms-Bad in der Goor ein repräsentatives Badehaus, das heute als Hotel genutzt wird. Auch der Maler Caspar David Friedrich ging bei seinen Reisen von Greifswald nach Rügen hier an Land. Daran erinnert eine Bronzeskulptur des Bildhauers Thomas Jastram am Uferweg Richtung Goor.

Meine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte liegt unweit der Bronzeskulptur, ebenfalls direkt am Wasser. Oder genauer gesagt: auf dem Wasser. In der Wasserferienwelt im-Jaich logiere ich in einem kleinen schwimmenden Ferienhaus zwischen Segelschiffen. Die Anlage entstand auf Initiative der Familie Jaich, die Anfang der 1990er-Jahre die durch Fischereiabfälle und Abwässer belastete Hafenbucht sanieren liess und zu einem Yachthafen mit schwimmenden Ferienhäusern entwickelte. Heute wird das Familienunternehmen in zweiter Generation geführt.

Als Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Südost-Rügen setzt sich die Wasserferienwelt im-Jaich für einen naturverträglichen Tourismus ein. Begrünte Dächer und Wildstaudenpflanzungen schaffen beispielsweise Lebensraum für Vögel und Insekten. Auf dem Gelände brüten unter anderem über 200 Schwalbenpaare. Mit etwas Glück lassen sich im Hafenbecken auch Kegelrobben beobachten.

«Mein» schwimmendes Ferienhaus verfügt über einen Wohn- und Essbereich mit voll ausgestatteter Küche, ein separates Schlafzimmer und ein kleines Bad. Das Highlight sind die grossen Fenster und die Terrasse direkt über dem Wasser, von wo aus ich auf die umliegenden Segelschiffe blicke. Neben den schwimmenden Ferienhäusern bietet die Anlage auch Pfahlhaussuiten und Ferienwohnungen an Land sowie Stellplätze für Camper und Wohnmobile.

Wasserferienwelt im Jaich Rügen
Ferienwohnung Wasserferienwelt im Jaich

Tipp: Zur Wasserferienwelt im-Jaich gehört auch das Restaurant Kormoran, auf dessen Speisekarte sich neben typisch norddeutschen Gerichten auch richtig leckere vegane und vegetarische Pierogi finden. Weitere Verpflegungsmöglichkeiten gibt es nur fünf Gehminuten entfernt am Hafen Lauterbach. Empfehlenswert sind beispielsweise das Hafenrestaurant «Zum kleinen Leuchtturm» und für einen schnellen Snack auf die Hand das Räucherschiff Berta.

6. Durch die Buchenwälder Jasmunds zum Königsstuhl wandern

Am nächsten Morgen ist zeitiges Aufstehen angesagt. Heute möchte ich auf dem Hochuferweg durch den Nationalpark Jasmund wandern und die berühmte Kreideküste Rügens erkunden. Los geht es in Sassnitz, rund 30 Fahrminuten von Lauterbach entfernt. Ich parkiere im Parkhaus am Stadthafen und folge zunächst der Uferpromenade Richtung Sassnitz Strand. Von dort geht es hinauf zum Wendeplatz am Ende der Weddingstrasse, wo der ausgeschilderte Hochuferweg beginnt. Was diese Wanderung so besonders macht, ist das unmittelbare Nebeneinander von altem Buchenwald und Meer. Die Bäume wachsen bis an die Steilküste, wo die weissen Kreidefelsen zur Ostsee abfallen. Rund 500 Hektar der Buchenwälder gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Insel Rügen Ostsee

An diesem Morgen habe ich Wetterglück: Die letzten Regenwolken ziehen langsam ab und zwischen den Bäumen lichtet sich allmählich der Himmel. Weil ich früh unterwegs bin, begegne ich auf den ersten Kilometern kaum anderen Wanderern und geniesse die Ruhe unter dem dichten Blätterdach der mächtigen Buchen. Immer wieder gibt der Wald den Blick auf die Ostsee frei, bevor der Weg erneut zwischen den Bäumen verschwindet, kleine Schluchten durchquert und über zahlreiche Treppen auf und ab führt.

Am Kieler Bach bietet sich ein Abstecher hinunter ans Wasser an. Vom schmalen Strand aus lassen sich die steilen Kreidewände aus nächster Nähe betrachten. Danach geht es über denselben Zugang zurück auf den Hochuferweg.

Kieler Strand
Wanderung durch den Buchenwald zum Königsstuhl Rügen

Kurz vor dem Ziel eröffnet die Viktoriasicht einen eindrücklichen Blick auf den Königsstuhl, der mit 118 Metern der höchste Kreidefelsen Rügens ist. Direkt beim Königsstuhl befindet sich das Nationalpark-Zentrum mit dem 2023 eröffneten Skywalk. Der 185 Meter lange, ellipsenförmige Rundweg schwebt 122 Meter über der Ostsee und ragt über die Steilküste hinaus. Die freitragende Konstruktion ist auf dem stabileren Hochplateau verankert und kommt ohne direkte Abstützung auf dem empfindlichen Kreidefelsen aus.

Vor Ort lohnt sich auch ein Besuch der informativ und interaktiv gestalteten Erlebnisausstellung im Nationalpark-Zentrum. Sie vermittelt auf drei Etagen Wissenswertes über die Entstehung der Kreidelandschaft und die Lebensräume im Nationalpark Jasmund. Auch im Aussenbereich gibt es mit zwölf interaktiven Entdeckerstationen viel zu erkunden.

Gut zu wissen: Den Streckenverlauf der Wanderung entlang des Hochuferwegs findet ihr auf Komoot. Wer wie ich beim Parkhaus am Stadthafen startet, legt rund zwei zusätzliche Kilometer und damit insgesamt etwa zehn Kilometer zurück. Für die Wanderung solltet ihr mindestens drei Stunden einplanen, je nach Ausgangspunkt, Strandabstechern sowie Foto- und Verpflegungspausen entsprechend mehr. Wichtig: Bleibt unbedingt auf den markierten Wegen und respektiert Absperrungen. An der Steilküste besteht durch Kreideabbrüche und Hangrutschungen erhebliche Gefahr. Strandabstiege dürfen nur genutzt werden, wenn sie offiziell freigegeben sind. Für die Rückfahrt nach Sassnitz könnt ihr die Buslinie 23 nutzen. Plant auch für den Skywalk und die Erlebnisausstellung genügend Zeit ein. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Anreise findet ihr auf der Website des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl.

7. Rund um die «Geisterinsel» Ostervilm segeln

Zurück in der Wasserferienwelt im-Jaich steht am späten Nachmittag ein Perspektivenwechsel auf dem Programm. Gemeinsam mit Till Jaich, Sohn des Gründerpaars und heute selbst Teil der Geschäftsleitung des Familienunternehmens, unternehme ich einen Segeltörn auf dem Greifswalder Bodden.

Unser Ziel ist die ehemalige Entmagnetisierungsstation Ostervilm, eine 1954 auf rund 600 Holzpfählen errichtete Plattform mitten im Greifswalder Bodden. Die Anlage liegt knapp drei Kilometer östlich der Insel Vilm und diente der DDR-Volksmarine zur Entmagnetisierung ihrer Schiffe. Nach der Wiedervereinigung verlor sie ihre Funktion und verfiel zunehmend. Heute nutzen vor allem Seevögel die verlassene Station als Rastplatz. Wie mir Till Jaich während des Segeltörns erzählt, wurde das Bauwerk erst kürzlich versteigert. Ob und wie es künftig genutzt wird, bleibt abzuwarten.

Vom Segelschiff aus lässt sich die ungewöhnliche Konstruktion aus nächster Nähe betrachten. Doch auch der Törn selbst macht richtig Spass. Ich darf beim Segeln tatkräftig mithelfen und das Lob nach meiner ersten gelungenen Wende lässt mich kurz überlegen, ob ich hier vielleicht gerade ein neues Hobby entdeckt habe.

Rügen Segeln im Jaich Wasserferienwelt

Tipp: Die Segelschule der Wasserferienwelt im-Jaich bietet neben Segelkursen auch begleitete Törns auf dem Greifswalder Bodden an. Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig. Mit einem erfahrenen Skipper an Bord könnt ihr selbst beim Segeln mithelfen oder einfach die Fahrt geniessen.

8. Vom Gutshaus Stolpe aus die Flusslandschaft der Peene erkunden

Nach zwei Nächten auf Rügen führt mich die Reise weiter nach Stolpe an der Peene. Die letzten beiden Tage verbringe ich im Naturpark Flusslandschaft Peenetal, einer für mich bislang unbekannten Region Mecklenburg-Vorpommerns. Namensgeberin ist die Peene, die sich vom Kummerower See über rund 83 Kilometer bis zum Peenestrom östlich von Anklam erstreckt. Der weitgehend naturbelassene Fluss schlängelt sich durch ausgedehnte Niedermoore, Feuchtwiesen, Schilfzonen und Bruchwälder.

Meine Unterkunft ist das Gutshaus Stolpe im gleichnamigen Dorf, das wunderbar verschlafen und ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt. Eine von alten Bäumen gesäumte Allee führt direkt auf das historische Gutshaus zu. Im Inneren sorgen individuell eingerichtete Zimmer und gemütliche Salons mit historischen Möbeln und vielen liebevollen Details für eine ausgesprochen wohnliche Atmosphäre.

Gutshaus Stolpe

Besonders angetan bin ich von der weitläufigen Gartenanlage mit ihrem beheizten Aussenpool. Hier könnte ich problemlos einen ganzen Nachmittag verbringen, statt bereits zum nächsten Ausflug aufzubrechen.

Doch genau das habe ich nun vor. Das Gutshaus liegt unmittelbar an der Peene und verfügt über einen eigenen Bootssteg, von dem aus man mit einem gemieteten Kanu oder Kajak aufbrechen kann. Da die Peene auf ihrem Weg zum Peenestrom gerade einmal 24 Zentimeter Höhenunterschied überwindet, weist sie kaum Eigenströmung auf. Das Paddeln ist entsprechend entschleunigend, wobei der Wind durchaus für zusätzliche Anstrengung sorgen kann. Mein Tipp: Startet möglichst gegen den Wind, damit ihr auf dem Rückweg idealerweise Rückenwind habt.

Peene

Am Abend zieht es mich nochmals ans Peeneufer, wo aufkommende Nebelschwaden für eine fast mystische Stimmung sorgen. Direkt am Ufer liegt der historische Stolper Fährkrug, der auf eine über 350-jährige Geschichte zurückblickt und als ältestes Wirtshaus Vorpommerns gilt. Heute gehört er zum Gutshaus Stolpe und ist eines der beiden Restaurants des Hotels. Während im Gourmetrestaurant «Kurt» Fine Dining auf dem Programm steht, kommt im Fährkrug währschafte, richtig leckere Wirtshausküche auf den Tisch.

Abendstimmung an der Peene
Stolper Fährkrug

Tipp: Einen guten Einblick in die Besonderheiten der Peenelandschaft bietet das Naturparkzentrum am Peeneblick in Stolpe, nur fünf Gehminuten vom Gutshaus entfernt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der humorvoll gestaltete Kurzfilm, der die Entstehung der Flusslandschaft und ihre vielfältigen Lebensräume auf unterhaltsame Weise erklärt. Vor Ort erhaltet ihr zudem Tipps für Naturbeobachtungen und Ausflüge in der Umgebung. Die aktuellen Öffnungszeiten findet ihr auf der Website des Naturparks Flusslandschaft Peenetal.

9. Im Wasserschloss Quilow in die Baugeschichte eintauchen

Ein weiterer Ausflug führt mich zum Wasserschloss Quilow auf der gegenüberliegenden Seite der Peene. Wie das Gutshaus Stolpe wird auch das Renaissance-Herrenhaus Quilow auf der Plattform Baltic Manors vorgestellt, die besondere Guts- und Herrenhäuser rund um die südliche Ostsee vereint und eine Europäische Kultur-Route der Gutshäuser etabliert. Mit einem Leihvelo des Gutshauses Stolpe setze ich zunächst auf der kleinen Fähre nach Stolpmühl über. Von dort geht es auf Nebenstrassen weiter ins rund drei Kilometer entfernte Quilow. Das Kopfsteinpflaster sorgt unterwegs stellenweise für eine ziemlich holprige Fahrt. Die Strecke eignet sich alternativ auch gut für eine kleine Wanderung.

Stolpe an der Peene

Das 1575 erbaute Wasserschloss zählt zu den wenigen erhaltenen Renaissance-Herrenhäusern Vorpommerns. Dass es heute wieder öffentlich zugänglich ist, war lange nicht selbstverständlich. Jahrzehntelanger Leerstand, schwierige Baugrundverhältnisse und gravierende statische Probleme hatten dem Gebäude stark zugesetzt. 2007 übernahm die Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommern das Anwesen und liess es aufwendig restaurieren. 2020 konnte das Wasserschloss wiedereröffnet werden.

Im Erdgeschoss des Wasserschlosses lädt ein kleines Café mit richtig gutem Kaffee und hervorragendem Kuchen zu einer Pause ein. In den Räumen darüber erzählt eine Ausstellung anhand historischer Fundstücke, Dokumente und persönlicher Geschichten von über 450 Jahren Gutswirtschaft und dem Leben der Menschen, die hier wohnten und arbeiteten.

Interessant ist auch das Restaurierungskonzept der «gläsernen Denkmalpflege». Angesichts der enormen baulichen Herausforderungen und der begrenzten finanziellen Mittel entschied man sich dafür, nicht sämtliche Spuren der Vergangenheit zu überdecken. Stattdessen blieben historische Oberflächen, frühere Eingriffe und verschiedene Bauphasen sichtbar. So lässt sich die wechselvolle Geschichte des Hauses auch an den Räumen selbst ablesen.

Wasserschloss Quilow Ausstellung

Gut zu wissen: Die Ausstellung kann kostenlos besichtigt werden, eine Spende ist willkommen. Für Gruppen werden nach Voranmeldung auch Führungen angeboten. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Veranstaltungen findet ihr auf der Website des Wasserschlosses Quilow.

Praktische Tipps für deine Reise durch Mecklenburg-Vorpommern

Wie komme ich nach Mecklenburg-Vorpommern und wie bin ich vor Ort unterwegs?

Von der Schweiz aus bietet sich die Anreise mit dem Zug via Hamburg nach Rostock an. Zwischen Zürich und Hamburg verkehren mittlerweile auch die neuen Nightjet-Züge mit den praktischen Mini Cabins für Alleinreisende. Für die Weiterreise nach Rügen und Stolpe an der Peene habe ich in Rostock bei Enterprise ein Mietauto übernommen. Die Station liegt verkehrsgünstig am Warnowufer und auch der Service hat mich positiv überrascht. Während das Auto für die längeren Etappen im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern praktisch ist, könnt ihr es für viele der vorgestellten Ausflüge stehen lassen und die Umgebung zu Fuss, mit dem Velo oder vom Wasser aus erkunden.

Wie viele Tage sollte ich für diese Reiseroute durch Mecklenburg-Vorpommern einplanen?

Für die vorgestellte Route von Warnemünde über Rügen bis nach Stolpe an der Peene würde ich sechs bis sieben Tage einplanen. Mit jeweils zwei Übernachtungen an den drei Standorten bleibt genügend Zeit für Wanderungen, Velotouren und weitere Ausflüge. Wer zusätzlich Stralsund, Greifswald oder weitere Ostseebäder erkunden möchte, sollte die Reise um ein paar Tage verlängern.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern?

Ich war im September unterwegs und kann diese Jahreszeit für aktive Naturerlebnisse besonders empfehlen. An den Stränden und auf den Wanderwegen ist deutlich weniger los als während der Sommerferien. Einige der vorgestellten Unterkünfte sind aber auch ausserhalb der klassischen Reisesaison interessant. Die Wasserferienwelt im-Jaich ist beispielsweise ganzjährig geöffnet und dürfte gerade im Winter ihren besonderen Reiz haben.

Über den Autor

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Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.
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