Werbung: Beitrag in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Tourismusverband
Unser letzter Abstecher in den Kanton Freiburg liegt bereits zwei Jahre zurück. Im Frühsommer 2024 haben wir die vielfältigen Wander- und Bikewege rund um den Schwarzsee erkundet. Diesmal standen Genuss, Kultur und eine Prise Abenteuer im Mittelpunkt. Unser Ausflug begann mit einem kulinarischen Rundgang durch die Freiburger Altstadt, führte weiter ins mittelalterliche Städtchen Rue und endete im Baum-Biwak am Ufer der Glâne.
Wir lernten auf dieser Entdeckungstour eine Seite des Kantons Freiburg kennen, die wir bislang noch nicht auf dem Radar hatten. Entsprechend ist auch die Chance gross, dass unter den nachfolgenden Ausflugstipps die eine oder andere Neuentdeckung für euch dabei ist. Manche der Ausflugsideen eignen sich perfekt für einen spontanen Tagesausflug ännet den Röstigraben, andere laden dazu ein, etwas länger zu bleiben und bewusst einen Gang herunterzuschalten.
Taste my Fribourg: kulinarische Entdeckungstour durch Freiburg
Wer an den Kanton Freiburg denkt, dem kommt schnell das Fondue Moitié-Moitié in den Sinn. Das Käsefondue, das zu gleichen Teilen aus würzigem Le Gruyère AOP und cremigem Vacherin Fribourgeois AOP besteht, gilt als der Klassiker schlechthin unter den Käsefondues. Beide dafür verwendeten Käsesorten gehören zum kulinarischen Erbe des Kantons Freiburg und verfügen über eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Insgesamt gibt es im Kanton Freiburg sechs solche Produkte. Damit zählt Freiburg zu den Kantonen mit den meisten geschützten Ursprungs- und Herkunftsbezeichnungen der Schweiz.
Den perfekten Bogen zwischen diesem kulinarischen Erbe und der Geschichte der Zähringerstadt Freiburg schlägt die Food-Tour «Taste my Fribourg». Auf dem kulinarischen Rundgang mit insgesamt vier Stopps lassen sich während etwas mehr als eines halben Tages quasi nebenbei die verwinkelten und überaus sehenswerten Altstadtgassen von Freiburg erkunden.
Der Startpunkt des kulinarischen Stadtrundgangs befindet sich bei der Touristeninformation im Foyer des markanten Théâtre Équilibre am Place Jean-Tinguely. Hier erhalten wir alle Informationen, die wir für den Rundgang benötigen, sowie die Fribourg City Card. Diese gewährt unterwegs kostenlosen Eintritt in Museen und beinhaltet weitere Aktivitäten wie Stadtgolf. Der erste kulinarische Stopp liegt nur einen Katzensprung entfernt im Café des Grand-Places auf der Schützenmatte. Mit dem leise plätschernden Tinguely-Brunnen im Hintergrund geniessen wir auf der Sonnenterrasse einen Cappuccino und eine Cuchaule AOP. Das Hefegebäck, das an ein Brioche erinnert, erhält seine typisch gelbe Farbe durch eine Prise Safran und zählt ebenfalls zu den Freiburger Spezialitäten.


Auf dem Weg zum zweiten Stopp in der Unterstadt lassen wir uns einen kurzen Abstecher auf den 74 Meter hohen Glockenturm der Kathedrale St. Nikolaus nicht entgehen. Mit dem City Pass erhalten wir beim Info-Point in der Seitengasse Rue des Épouses das Eintrittsticket und machen uns anschliessend an den Aufstieg über 368 Treppenstufen zur Aussichtsplattform. Auch wenn man dabei schön ins Schnaufen kommt, lohnt sich die Mühe definitiv. Die Rundsicht reicht über die Dächer der Ober- und Unterstadt hinweg vom Jura bis zu den Voralpen. Aus luftiger Höhe erspähen wir auch das Restaurant Sauvage in der Unterstadt, wo als Nächstes ein feines Apéroplättli auf uns wartet, begleitet von einem lokalen Bier oder einem hausgemachten Eistee.






Von der Unterstadt gelangt man entweder über zahlreiche Treppenstufen zurück in die Oberstadt oder man nutzt die «Funiculaire», die seit 1899 die beiden Stadtteile miteinander verbindet und heute zum nationalen Kulturgut der Schweiz zählt. Die restliche Zeit bis zum Mittagessen nutzen wir für einen Rundgang durch den Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle. Das Museum im ehemaligen Tramdepot mitten im Stadtzentrum ist dem berühmtesten Künstlerpaar Freiburgs gewidmet. Im Innern lassen sich mehrere der ratternden und knatternden Kunstwerke von Jean Tinguely bestaunen.
Keine fünf Gehminuten vom Espace entfernt wartet bereits der nächste Programmpunkt der Food-Tour. Das Restaurant Schweizerhalle liegt quasi zu Füssen der Kathedrale an der lebhaften Grand-Rue, wo jeweils am Samstag auch der gut besuchte Wochenmarkt stattfindet. Hier geniessen wir als dritten kulinarischen Stopp das Tagesgericht, gefolgt von einem Dessert.





Nach so vielen Köstlichkeiten sind wir definitiv nicht mehr hungrig. Das haben sich wohl auch die Köpfe hinter dem kulinarischen Rundgang gedacht und den letzten Stopp entsprechend gestaltet. Die Tour endet in der Boutique des zweifachen Chocolatier-Weltmeisters Jorge Cardoso, wo drei köstliche Pralinen den genussvollen Abschluss bilden. Und weil man diese nicht zwingend sofort vernaschen muss, eignet sich der süsse Ausklang auch bestens als kleines Mitbringsel für daheim.


Gut zu wissen: Das «Taste my Fribourg» Angebot kostet 79 CHF pro Person und kann nur mit vorgängiger Reservation gebucht werden. Im Preis inbegriffen ist zudem die Fribourg City Card im Wert von 20 CHF. Damit nutzt ihr den öffentlichen Verkehr kostenlos und profitiert von freiem Eintritt in Museen sowie weiteren Angeboten wie dem Stadtgolf. Weitere Informationen findet ihr hier: Taste my Fribourg
Zur Loretokapelle: der schönste Aussichtspunkt über Freiburg
Der Abstecher zur Loretokapelle lässt sich problemlos in den «Taste my Fribourg»-Stadtrundgang integrieren, ist aber auch unabhängig davon ein lohnender Kurzausflug in die Zähringerstadt. Die Mitte des 17. Jahrhunderts im Barockstil vom Freiburger Künstler Jean-François Reyff erbaute Kapelle thront hoch über der Saaneschlucht und bietet einen wunderschönen Blick auf die von der Kathedrale dominierte Altstadtkulisse.
Am Bahnhof folgt man am besten dem Wegweiser Richtung Gorges du Gottéron und wird so durch die schönsten Gassen von der Ober- in die Unterstadt geleitet. Anschliessend überquert man die Saane auf der Pont du Milieu und folgt dem schmalen Chemin Saint-Jost, der auf verwinkelten Pfaden hinauf zum Kapuzinerinnenkloster führt. Dort beginnt auch der baumgesäumte Weg zur Loretokapelle.




Gut zu wissen: Vom Bahnhof bis zur Loretokapelle sind es durch die Altstadt rund 3 Kilometer und 120 Höhenmeter bergauf. Alternativ kann man mit dem Bus in die Unterstadt fahren oder von Anfang Mai bis Ende September den Minizug ab der Haltestelle Équilibre nutzen.
Das mittelalterliche Rue: ein Rundgang durch die kleinste Stadt Europas
Wer mit dem Zug von Bern Richtung Genfersee unterwegs ist, dem ist vielleicht schon einmal das kleine Städtchen Rue durchs Zugfenster aufgefallen. Mit seinem markanten Schloss schmiegt es sich einem Adlerhorst gleich an einen Felsvorsprung im Glanebezirk und fällt bereits aus der Ferne ins Auge. Und wer sich wie ich schon mehrmals gefragt hat, was es mit diesem Ort auf sich hat, sollte dies unbedingt zum Anlass nehmen, Rue einen Besuch abzustatten.
Ob Rue tatsächlich die kleinste Stadt Europas ist, bleibt umstritten. Es gibt mehrere kleine Städte in Europa, die diesen Titel für sich beanspruchen. Klein ist Rue aber definitiv. Das Schloss wurde erstmals im Jahr 1152 urkundlich erwähnt. Die Stadtgründung erfolgte unter der Herrschaft der Savoyer zwischen 1264 und 1271. Mehr über die Geschichte des Ortes erfährt man auf drei ausgeschilderten Rundwegen, die innerhalb und ausserhalb der Stadtmauern verlaufen. Wir haben die Rundgänge «Intramuros» (1 Kilometer) und «Extramuros» (2 Kilometer) miteinander kombiniert. Dank der erhöhten Lage des Städtchens eröffnet sich dabei eine tolle Aussicht auf die umliegende Landschaft. Zu unserer Überraschung gab es entlang des Weges zudem verschiedene Kunstwerke zu entdecken.






Ebenfalls eine Entdeckung ist das Restaurant Hôtel de Ville mitten in Rue. Küchenchef Sébastien Suard kreiert hier aus saisonalen Produkten richtig feine Menüs. Meiner Meinung nach ein weiterer guter Grund, nicht einfach an Rue vorbeizufahren, sondern ganz bewusst einen Tagesausflug dorthin einzuplanen.


Gut zu wissen: Mehr Info, zu Rue findest du hier: Mittelalterliches Städtchen Rue. Im Restaurant Hotel de Ville werden je nach Tageszeit (Mittag oder Abend) zwei oder drei Menüs serviert. Das günstigste Menü kostet 75 CHF. Reservation empfohlen.
Chutes des Chavannettes: versteckte Idylle an der Broye
Von Rue aus erreicht man die Chutes des Chavannettes an der Broye in rund dreissig Minuten zu Fuss. Leider führt kein durchgehender Wanderweg von Rue zu den Wasserfällen. Wer die Strecke zu Fuss zurücklegt, muss deshalb ein Stück der wenig befahrenen Hauptstrasse entlanggehen. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Abstecher insbesondere an heissen Sommertagen. Nach dem Rundgang durch Rue kann man hier die Füsse ins kühle Wasser der Broye tauchen und für eine Weile die Ruhe am Fluss geniessen.


Gut zu wissen: die Zufahrt mit dem Auto ist verboten. Wer mit dem Auto unterwegs ist, der kann dieses auf dem Place de la Foire in Rue parkieren.
Bivouac dans les Arbres: eine Nacht im Baum-Biwak
Ein ganz besonderes Abenteuer erwartet euch nordöstlich von Romont in Villarimboud. Hier, gefühlt mitten im Nirgendwo, hat die Familie Perritaz am Ufer der Glâne ein kleines Paradies erschaffen. Das weitläufige Gelände rund um eine alte Mühle wurde von Frédéric Perritaz mit viel Leidenschaft aufgeforstet und sorgfältig instand gesetzt.
Heute gibt es auf dem Areal verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten. Neben Stellplätzen für Camper, die beispielsweise über die Plattform Nomady gebucht werden können, stehen auch zwei fest installierte Wohnwagen zur Verfügung. Das eigentliche Highlight sind jedoch die Biwaks in den Bäumen. Ich war gespannt, was uns hier erwartet, und kann gleich vorwegnehmen: Es ist ein wirklich tolles Erlebnis, das sich sowohl für einen Kurztrip mit Kindern als auch für eine kleine Auszeit zu zweit eignet. Die Biwaks sind mit genügend Abstand zueinander platziert, so dass man sich wirklich mitten in der Natur wähnt.
Zu jedem Platz gehören eine Brätlistelle und eine Sitzgelegenheit. Holz erhält man vor Ort, und bei der Mühle stehen WCs und Duschen zur Verfügung. Die Anlage ist zudem sehr gepflegt und Gastgeber Baptiste Perritaz und sein Team stehen bei Fragen jederzeit zur Verfügung.




Gut zu wissen: Die Anlage ist jeweils von Ende April bis Anfang Oktober in Betrieb. Wer seinen Schlafsack selber mitbringt zahlt für die Übernachtung im Biwak mit 2 Schlafplätzen 140 CHF. Dabei ist das Frühstück inkludiert. Wer über keinen Schlafsack verfügt, kann das Biwak auch ausgestattet mit Bettwäsche mieten (Kosten 168 CHF). Mehr Informationen findet ihr hier: Biwak in den Bäumen
«Le Pied Total»: barfuss durch den Wundergarten
Von Mitte Mai bis Mitte September bietet Frédéric Perritaz zweimal täglich geführte Barfussspaziergänge durch seinen «Wundergarten» an. Dieser befindet sich direkt gegenüber der Baum-Biwaks auf der anderen Seite der Glâne. Das Angebot kann sowohl von Übernachtungsgästen als auch von externen Besuchern gebucht werden.
Die zwei Stunden, in denen wir Frédéric Perritaz durch seinen Garten folgen und seinen Ausführungen lauschen, sind nicht nur sehr lehrreich, sondern in mehrfacher Hinsicht auch ein Erlebnis für alle Sinne. Wir riechen an verschiedenen Kräutern, laufen über unterschiedlichstes Terrain, durchqueren die kühle Glâne und gelangen in den «kleinen Kongo», wo ich stellenweise fast knietief im Matsch stehe. Definitiv ein tolles Erlebnis für Gross und Klein.



Gut zu wissen: Der Rundgang dauert zwei Stunden und startet jeweils um 10:00 Uhr oder 17:00 Uhr. Erwachsene bezahlen 19 CHF, Kinder 15 CHF. Für Gruppen ab 10 Personen sind auch individuelle Rundgänge buchbar. Mehr Informationen findet ihr hier: Le Pied Total
Vitromusée Romont: auf den Spuren der Glaskunst
Sowohl der Ausflug nach Rue als auch die Übernachtung im Baum-Biwak in Villarimboud führen euch durch Romont. Im Hauptort des Glanebezirks gibt es ebenfalls einiges zu entdecken. Wir haben die Gelegenheit genutzt und dem Vitromusée im Schloss einen Besuch abgestattet. Das Schweizerische Museum für Glasmalerei präsentiert in eindrucksvollen Räumlichkeiten Wissenswertes rund um Glaskunst, Glasmalerei und Hinterglasmalerei.
Wer mag, kann im Anschluss auch dem rund einen Kilometer langen «Vitroparcours» durch die Altstadt von Romont folgen. An acht Informationsstelen erfährt man weitere spannende Fakten zur Glaskunst und ihrer regionalen Bedeutung.


Gut zu wissen: Das Vitromusée hat von Dienstag bis Sonntag jeweils ab 11:00 Uhr geöffnet (Montag geschlossen). Erwachsene zahlen 15 CHF Eintritt. Kinder bis 16 Jahren sind in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos. Weitere Informationen findet ihr hier: Vitromusée Romont


