Nebelschwaden über dem Moor, Wollgras, Farne und Gräser in erdigen Rost- und Goldtönen und dahinter der bunt verfärbte Sulzeggwald: Rund um Rothenthurm zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite. Unsere Wanderung führt uns auf dem Alpenpanorama-Weg vom Bahnhof Altmatt quer durch die geschützte Moorlandschaft Rothenthurm und anschliessend über den Raten und die Mangelhöhe nach Unterägeri. Eine abwechslungsreiche, rund vierstündige Herbstwanderung durch die voralpine Landschaft zwischen Schwyz und Zug.
Wanderstart am Bahnhof Altmatt
Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Bahnhof Altmatt zwischen Biberbrugg und Rothenthurm. Beachtet, dass die Züge hier nur auf Verlangen halten. Den Haltewunsch also unbedingt rechtzeitig anmelden! Bei unserer Tour hätten wir uns jedenfalls nicht auf andere verlassen können: Wir sind nämlich die Einzigen, die an diesem frostigen Oktobermorgen mitten in der national geschützten Moorlandschaft Rothenthurm aussteigen.
Frostige Durchquerung der Moorlandschaft Rothenthurm
Die Moorlandschaft Rothenthurm beherbergt eines der grössten zusammenhängenden Hochmoore der Schweiz. Bekannt wurde die Landschaft insbesondere durch die Rothenthurm-Initiative: Als die Schweizer Armee hier einen Waffenplatz errichten wollte, formierte sich Widerstand gegen das Vorhaben. 1987 wurde die Volksinitiative angenommen und damit der Grundstein für den Schutz der Moore und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung in der ganzen Schweiz gelegt.
Gleich zu Beginn führt uns der Wanderweg mitten durch die weitläufige Moorlandschaft. Über den herbstlich verfärbten Moorflächen hängen noch vereinzelte Nebelschwaden, während der Boden von einer dünnen Frostschicht überzogen ist. Dazwischen schlängelt sich das Flüsschen Biber durch die Ebene.




Durch den Sulzeggwald auf den Raten
Nach rund einem Kilometer erreichen wir den Bibersteg. Hier lohnt sich ein kurzer Blick zurück: Von der Brücke bietet sich eine schöne Sicht auf die Flussschlingen der Biber und die umliegenden Riedwiesen. Danach lassen wir die offene Moorlandschaft hinter uns und nehmen den Aufstieg Richtung Sulzeggwald in Angriff.


Nach einer ersten kurzen Waldpassage öffnet sich in leicht erhöhter Lage nochmals der Blick über die Moorlandschaft Rothenthurm. Von hier lassen sich die Ausdehnung des Hochmoors und die Ortschaft Rothenthurm besonders gut überblicken. Anschliessend tauchen wir in den Sulzeggwald ein, der sich von seiner farbenprächtigsten Seite zeigt. Während rostbraun verfärbte Farne den Waldboden bedecken, leuchten die Laubbäume darüber in den unterschiedlichsten Gelb- und Orangetönen um die Wette.






Der Wanderweg führt uns weiter bergwärts bis zur kleinen Kapelle St. Jost mit dem gleichnamigen Bergbeizli. Für eine Einkehr sind wir an diesem Morgen allerdings noch zu früh dran. Die Bergbeiz St. Jost ist regulär am Freitag ab 15 Uhr sowie am Samstag und Sonntag ab 10 Uhr geöffnet. Ein einladendes Plätzchen für eine Rast wäre es allemal.

Wir folgen dem Wegweiser weiter Richtung Raten, wo die Wanderroute direkt am Ausflugslokal auf der Passhöhe vorbeiführt. Leider verläuft dieser Abschnitt über eine längere geteerte Passage. Dafür entschädigt der Blick auf die Zentralschweizer Berggipfel, die an diesem Oktobermorgen bereits leicht eingezuckert sind.



Auf schönen Waldpfaden über die Mangelhöhe
Die Teerpassage zieht sich nach der Überquerung der Ratenpassstrasse noch bis Abschwändli hinauf. Dort zweigt der Wanderweg in den Wald ab und führt uns zunächst nochmals ein kurzes Stück steil bergauf. Anschliessend geht es in leichtem Auf und Ab über die Muetegg Richtung Mangelhöhe.
Für mich gehört dieser Abschnitt zu den schönsten der Wanderung. Mal schmal, mal etwas breiter, mal von Wurzeln durchzogen und dann wieder mit buntem Herbstlaub bedeckt, schlängelt sich der abwechslungsreiche Waldpfad dem bewaldeten Kamm entlang. Zwischen den Bäumen eröffnen sich immer wieder Ausblicke ins Ägerital.

Nach der Mangelhöhe verlassen wir den dichten Wald und werden mit einem freien Blick auf das Ägerital und die Zentralschweizer Alpen belohnt. Besonders markant sind die Rigi und der Pilatus, die sich hinter der Hügellandschaft erheben. Nun liegt auch der Ägerisee vor uns. Ein aussichtsreiches Plätzchen für eine Rast bietet die Wanderhütte Grümel, die von Ende April bis Ende Oktober an Wochenenden und Feiertagen bei trockenem Wetter bewirtschaftet wird.



Abstieg nach Unterägeri
Von der Wanderhütte Grümel geht es weiter talwärts, vorbei am Hof Hintertann bis nach Hinter Schneit. Hier müssen wir nochmals einen kurzen Gegenanstieg bewältigen, bevor der Weg über Hinterwinden endgültig Richtung Unterägeri abfällt. Die letzten Kilometer legen wir grösstenteils auf befestigten Wegen zurück. Schliesslich erreichen wir das Dorfzentrum von Unterägeri, wo unsere Wanderung bei der Bushaltestelle Unterägeri, Zentrum endet. Hinter uns liegen vier kurzweilige Wanderstunden mit vielen farbenfrohen Waldabschnitten.

Eckdaten der Wanderung Altmatt – Raten – Unterägeri
Die nachfolgende Wanderkarte zeigt den Verlauf der Route vom Bahnhof Altmatt durch die Moorlandschaft Rothenthurm über St. Jost, den Raten und die Mangelhöhe nach Unterägeri. Die Strecke verläuft durchgehend auf gelb markierten Wanderwegen (T1). Rund um den Raten sowie beim Abstieg nach Unterägeri sind längere Abschnitte auf Hartbelag zurückzulegen. Ansonsten dominieren Kies- und Waldwege.
Technisch ist die Wanderung einfach und weist keine besonderen Schwierigkeiten auf.
| Ausgangspunkt | Bahnhof Altmatt (920 m ü M.) – Halt auf Verlangen! |
| Erreichbarkeit | mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar |
| Länge | 14,5 Kilometer |
| Höhenmeter | ↗ 515 m ↘ 708 m |
| Dauer | 4:00 h |
| Zielort | Bushaltestelle Unterägeri, Zentrum (725 m ü. M.) |
| Einkehrmöglichkeit | Bergbeizli St. Jost und Wanderhütte Grümel |
Praktische Tipps für deine Wanderung von Altmatt ins Ägerital
- An- und Rückreise: Die Streckenwanderung lässt sich gut mit dem öffentlichen Verkehr unternehmen. Der Bahnhof Altmatt wird von der S31 zwischen Biberbrugg und Arth-Goldau bedient. Wichtig: Die Züge halten hier nur auf Verlangen. Für die Rückreise bestehen ab der Bushaltestelle Unterägeri, Zentrum regelmässige Busverbindungen Richtung Zug.
- Beste Jahreszeit: Die Wanderung eignet sich besonders für den Frühling und Herbst. Im Oktober und November sorgen die herbstlich verfärbten Moorflächen und Laubwälder für eine besonders schöne Kulisse. Bei Frost, Schnee oder vereisten Waldwegen ist allerdings Vorsicht geboten.
- Verpflegung: Direkt an der Route liegen die Bergbeiz St. Jost (Freitag 15 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr) und die Wanderhütte Grümel (Ende April bis Ende Oktober an Wochenenden und Feiertagen bei trockenem Wetter). Da beide Einkehrmöglichkeiten nicht täglich geöffnet sind, empfiehlt es sich, ausreichend Getränke und etwas Proviant mitzunehmen. In St. Jost ist nur Barzahlung möglich.
- Moorlandschaft Rothenthurm: Die geschützte Moorlandschaft lässt sich auf den markierten Wanderwegen erkunden. Bitte bleibt auf den Wegen und betretet die empfindlichen Moorflächen nicht.
- Weitere Wandertipps in der Region: Wer die Moorlandschaft Rothenthurm auf einer kürzeren Route erkunden möchte, findet hier auf dem Blog mit der Moorweg Rothenthurm eine schöne Alternative. Ebenfalls empfehlenswert ist die Wanderung durchs Lorzentobel über den Zugerberg nach Zug, die einem weiteren Abschnitt des Alpenpanorama-Wegs folgt.



Für verschiedene Wanderungen haben Prospekte
Liebe Claudia, nein Prospekte habe ich leider keine.
Hoi travelita
Du hast mir schon mache Freude bereitet. Danke vielmals dafür.
Zwei Sachen. Wenn ich bei dir was nachschaue fragt es schnell mal: newsletter abonnieren oder kein Interesse. Aber eine dritte Wahl wäre mir am liebsten: ich bin schon Abonnentin und interessiere mich dafür.
Und das andere: wenn du die Eckdaten anfangs schreiben würdest, wäre ich beim suchen schneller, weil oft passt da was nicht (Länge, Höhe, Ort..) da fange ich an zu lesen, tönt wunderbar ind dann: oh Zuviele Höhenmeter oder so
Aber ansonsten: Prädikat wunderbar.
Liebi Herbst-Grüsse
Renate
Liebe Renate freut mich, dass meine Tipps auf Anklang stossen und vielen Dank für dein konstruktives Feedback. Betreffend Newsletter: ich werden prüfen, ob wir einen dritten Button anbringen können. Du kannst das pop-up aber auch einfach weglicken, wenn du schon Abonnentin bist. Und den Wunsch betreffend Eckdaten zu beginn nehme ich gerne auf.