Diese aussichtsreiche Bergwanderung führt von der Bannalp über die Bannalper Schonegg und das Rot Grätli zur Rugghubelhütte hoch über Engelberg. Unterwegs erwarten dich abwechslungsreiche Bergwege, eindrückliche Ausblicke auf die Zentralschweizer Bergwelt und überraschend karge Landschaften. Und spätestens bei der Einkehr in der Rugghubelhütte zeigt sich, dass auf dieser Tour auch der Genuss nicht zu kurz kommt.
Wanderstart auf der Bannalp
Die Hochebene der Bannalp liegt in einem Seitental des Engelbergertals und ist von Oberrickenbach aus mit zwei kleinen Seilbahnen erreichbar. Sie ist ein beliebtes Wanderziel: Einerseits lockt der idyllische Bannalpsee, andererseits führt mit dem Walenpfad einer der schönsten Höhenwege der Schweiz von der Bannalp zur Brunnihütte.
Da die Luftseilbahn Fell–Chrüzhütte gerade einmal 15 Personen Platz bietet und ihren Betrieb erst um 08:30 Uhr aufnimmt, sind wir im Vorfeld etwas unsicher, ob die Bannalp an einem schönen Samstagmorgen Ende August wirklich der ideale Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist. Doch unsere Bedenken erweisen sich als unbegründet. Im Postauto von Wolfenschiessen nach Oberrickenbach sind wir zwar nicht allein, schaffen es aber tatsächlich direkt ins erste Gondeli. Dieses bringt uns hinauf zur Chrüzhütte, wo unsere Wanderung beginnt. Zweifel, wo es für uns langgeht, können an dieser Stelle keine aufkommen: Auf dem Wegweiser ist unser Zwischenziel, die Rugghubelhütte, nämlich klar und deutlich ausgeschildert.



Aufstieg von der Bannalp zur Bannalper Schonegg
Zuerst steht uns ein rund 1,5-stündiger Anstieg über die weitläufigen Alpweiden der Bannalp bis zur rund 500 Höhenmeter höher gelegenen Bannalper Schonegg bevor. Wir folgen dabei einem alten Saumpfad, der die Nidwaldner Gemeinde Oberrickenbach mit der Urner Gemeinde Isenthal verbindet. Schon bald öffnen sich schöne Blicke über die Hochebene und den Bannalpsee.
Einzig der Wanderpfad zwischen Räckholteren und Büelenboden ist etwas mühsam. Er ist stark ausgewaschen und vom Starkregen des Vortages aufgeweicht, was dazu führt, dass ich gefühlt drei Tritte vorwärts und zwei rückwärts mache. Ohne Stöcke ist das ganz schön kräftezehrend. Weiter oben wird der Weg steiniger und damit zum Glück auch wieder griffiger.




Über steiniges Urner Terrain zum Rot Grätli
Oben auf der Bannalper Schonegg gibt’s zuerst einmal eine kurze Verschnaufpause, die wir auch dazu nutzen, das umliegende Bergpanorama zu bewundern. Danach folgt der spannendste und abwechslungsreichste Abschnitt dieser Wanderung. Wir folgen einem schmalen Pfad, der uns zuerst um den «Wilden Böllen» herumführt, und erreichen danach eine immer karger werdende Hochebene, auf der sich der Weg um grössere und kleinere Steinblöcke herumschlängelt.





Nach rund einer halben Stunde sehen wir dann auch den Talabschluss zwischen dem Hasenstock und dem Engelberger Rotstock. Hier wirkt das Terrain schon fast hochalpin. Den Markierungen nach zu urteilen, scheint dieser Abschnitt früher einmal weiss-blau-weiss markiert gewesen zu sein. Heute ist er als weiss-rot-weisser Bergwanderweg ausgeschildert und weist keine technisch besonders schwierigen Stellen oder abschüssige Partien auf. Da und dort muss man sich aber den Weg zwischen den Markierungen, die mit Ausnahme einer Stelle meist gut sichtbar sind, selber etwas «zurechtlegen». Und an einer Stelle ist bei einem kurzen Aufstieg auch der Einsatz der Hände gefragt.




Aussichtsreicher Abstieg vom Rot Grätli zur Rugghubelhütte
Oben beim Rot Grätli erwartet uns ein beeindruckender Blick auf den Griessengletscher und den Titlis, der sich hinter der kargen Moränenlandschaft schneebedeckt zeigt. Der Wegweiser weist uns die Richtung zur Rugghubelhütte. Bis zur wohlverdienten Hütteneinkehr sind es nur noch knapp 45 Minuten. Und das Panorama, das uns auf diesem Abschnitt auf Schritt und Tritt begleitet, können wir später auch von der Sonnenterrasse der Rugghubelhütte in vollen Zügen geniessen.




Für eine SAC-Hütte überrascht die Rugghubelhütte mit einer ziemlich umfangreichen Menükarte und Bedienung am Tisch. Wir bestellen ein Stück Alpkäse von der Gerschnialp und eine Engelberger Trockenwurst. Zum süssen Abschluss gönne ich mir noch ein Stück Schwarzwäldertorte.


Von der Rugghubelhütte nach Ristis
Anschliessend müssen wir uns noch entscheiden, ob wir bis zur Brunnihütte wandern und von dort mit der Sesselbahn hinunter nach Ristis fahren oder ob wir direkt nach Ristis wandern, wo sich die Bergstation der Luftseilbahn Brunni–Engelberg befindet. Die beiden Varianten sind nahezu gleich lang. Da die Luftseilbahn im GA inbegriffen ist, entscheiden wir uns für Letzteres.

Rund 1,5 Stunden dauert der Abstieg von der Rugghubelhütte nach Ristis. Die Strecke ist auch bei Familien und Genusswandernden als einfacher und nicht allzu anstrengender Hüttenzustieg beliebt und deutlich stärker frequentiert als der zuvor absolvierte Abschnitt übers Rot Grätli.



Insgesamt eine richtig lässige Streckenwanderung mit der perfekten Mischung aus sportlichen und alpinen Passagen, grossartigen Aussichten und genussvollen Momenten. Und zum Schluss gibt’s mit dem gemütlichen Abstieg nach Ristis noch ein entspanntes Auslaufen.
Eckdaten der Wanderung Bannalp – Rot Grätli – Rugghubelhütte – Ristis
Die folgende Wanderkarte zeigt den Verlauf der Wanderung von der Bannalp (Chrüzhütte) übers Rot Grätli zur Rugghubelhütte und weiter nach Ristis bei Engelberg. Mit Ausnahme der letzten rund 25 ab Rigidalstafel bis nach Ristis (gelb markiert) verläuft die Route auf weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwegen. Auf dem Abschnitt über die Schöntaler Moränen ab dem Wegpunkt 2353 bis aufs Rot Grätli ist bei der Orientierung und Wegfindung etwas erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Am besten behält man stets die nächste weiss-rot-weisse Markierung im Blick. Ansonsten hält die Strecke keine besonderen technischen Schwierigkeiten bereit.
| Ausgangspunkt | Bergstation Luftseilbahn Fell – Chrüzhütte (1’720 m ü. M.) |
| Erreichbarkeit | mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar |
| Länge | 14,3 Kilometer |
| Höhenmeter | ↗ 1’023 m ↘ 1’143 m |
| Dauer | 5:30 h |
| Zielort | Bergstation Luftseilbahn Engelberg – Ristis (1’600 m ü. M.) |
| Einkehrmöglichkeit | Rugghubehlhütte und Älplerbeizli Rigidal |
Praktische Tipps für die Wanderung zur Rugghubelhütte via Rot Grätli
- Anreise: Ausgangspunkt der Wanderung ist die Bergstation Chrüzhütte auf der Bannalp. Mit dem öffentlichen Verkehr geht es via Wolfenschiessen und Oberrickenbach zur Talstation der Luftseilbahn Fell–Chrüzhütte.
- Luftseilbahn auf die Bannalp: Die Luftseilbahn Fell–Chrüzhütte, das «blaue Bähnli», bietet Platz für 15 Personen und benötigt rund 10 Minuten für die Fahrt. In der Sommersaison 2026 fährt sie ab 08:30 Uhr im Halbstundentakt, mit einer Mittagspause zwischen 12:00 und 13:00 Uhr. Eine einfache Fahrt kostet für Erwachsene 13 CHF. Da Fahrplan und Preise saisonal ändern können, empfiehlt sich vor der Tour ein Blick auf die Website der Luftseilbahnen Bannalp.
- Luftseilbahn Ristis–Engelberg: Ab Ristis bringt euch die Luftseilbahn zurück ins Tal nach Engelberg. Die Bahn fährt in der Sommersaison bis Ende Oktober regelmässig, je nach Saison bis 17:00 beziehungsweise 18:00 Uhr. Praktisch für alle mit GA: Die Fahrt zwischen Ristis und Engelberg ist im GA inbegriffen. Auch mit Halbtax gibt es eine Ermässigung. Weitere Infos zu den Preisen und zum Fahrplan findet ihr hier: Anreise Brunni
- Alternative via Brunnihütte: Ab der Rugghubelhütte könnt ihr alternativ via Brunnihütte nach Ristis wandern und euch einen Teil des Abstiegs mit dem Sessellift Ristis–Brunnihütte ersparen. Beachtet dabei, dass der Sessellift nicht vollständig im GA inbegriffen ist.
- Einkehr: Die Rugghubelhütte eignet sich perfekt für eine längere Pause. Die SAC-Hütte ist im Sommer in der Regel von Juni bis Ende Oktober bewartet. Alternativ lässt sich hier eine Übernachtung einplanen und die Wanderung am nächsten Tag via Brunnihütte und Walenpfad zurück zur Bannalp fortsetzen.
- Beste Wanderzeit: Für die Wanderung eignen sich die schneefreien Sommer- und Frühherbstmonate. Insbesondere im Frühsommer können auf dem höher gelegenen Abschnitt zwischen Bannalper Schonegg und Rot Grätli noch Schneefelder liegen.


