Auf Spurensuche: Schnitzeljagd durchs Val Müstair

Auf Spurensuche: Schnitzeljagd durchs Val Müstair

Werbung – dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit GraubündenParcs

Nach zwei spannenden Tagen im Schweizerischen Nationalpark führte uns unsere herbstliche Erkundungstour durch die Bündner Parklandschaft über den Ofenpass in den regionalen Naturpark Biosfera Val Müstair. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Nationalpark und Teilflächen der Gemeinde Scuol bildet er das UNESCO Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair. Nebst dem Schutz von wertvollen Naturräumen verfolgen Biosphärenreservate einen ganzheitlichen Ansatz im Sinne der nachhaltigen Entwicklung; das Schaffen einer Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen. Wir haben euch im Frühling 2015 bereits die bekannteste Sehenswürdigkeit des Münstertals vorgestellt – dieses Mal haben wir uns zwischen Müstair und Sta. Maria auf Spurensuche begeben und allerlei Überraschendes entdeckt.

Chatscha Jaura: rätselnd durchs Val Müstair wandern

Da mir das Val Müstair nicht unbekannt ist, wollte ich neue Facetten der Tallandschaft kennenlernen. Genau für solch neugierige Gäste, wie ich einer bin, wurde die «Chatsch Jaura» konzipiert. Das kostenlose Angebot gibt es seit dieser Sommersaison. Mehr als ein doppelseitiges A4-Informationsblatt, etwas Grips und idealerweise einer Wanderausrüstung braucht es nicht. Das Informationsblatt leitet einem an den Ausgangspunkt, der sich mitten im historischen Kern von Müstair befindet. Von hier aus führt der Weg der Via Imperiala entlang zur alten «Chascharia». Die kleine Käserei im Dorfkern hat bald ausgedient. Im Rahmen eines Projekts zur Stärkung der regionalen Entwicklung wird aktuell am Dorfrand von Müstair eine neue Käserei in Kombination mit einem Fleischzentrum für Direktvermarkter und eine neue, moderne Getreidesammelstelle gebaut. Der Neubau ermöglicht den Bauern im Tal, ihr Fleisch zukünftig von A bis Z direkt im Tal zu verarbeiten (aktuell gibt es im Val Müstair keine Metzgerei) und den lokalen Absatz zu stärken. Bevor wir weitermarschieren, besorgen wir uns im Hotel Helvetia mit einem Biosfera Lunchpaket – der perfekte Wegproviant.

Müstair Dorfkern

Posten 3 fordert uns überraschend heraus. Zweimal erwischen wir eine falsche Abzweigung und rätseln, wo sich wohl dieses ominöse rote Haus befindet. Schlussendlich klappt’s dann doch noch. Wir lassen Müstair hinter uns und wandern dem wunderbar plätschernden Rom entlang talaufwärts Richtung Sta. Maria. Unterwegs erfahren wir Interessantes über bärensichere Abfallkübel und die Energie- und Stromerzeugung. Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir an erhöhter Lage oberhalb von Sielva ein Bänkli, dass sich als würdiges Rastplätzchen erweist. Mit prächtigstem Blick Richtung Ofenpass breiten wir den leckeren Inhalt unseres Lunchpakets aus. Ich bin begeistert! Vor allem, dass es sich durchwegs – bis hin zum Holunderblütensirup – um Talprodukte handelt.

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Frisch gestärkt zotteln wir weiter – es bleiben uns noch vier Rätselposten zu knacken. Mit der Zahlenkombination des letzten Postens gibt es zur Belohnung ein Gratis-Getränk im Café vom Meier-Beck. Die Gelegenheit, die gemäss Kassensturz beste Bio-Nusstorte der Schweiz zu probieren.

Münstertal Graubünden Meier-Beck Nusstorte Sta Maria

Traditionsbetriebe in Sta. Maria

Muglin Mall: wo Korn langsam gemahlen wird |

Die «Chatsch Jaura» führt auch an traditionellen Produktionsstätten vorbei. Dazu gehört das älteste funktionstüchtige Mühlewerk der Schweiz – die Muglin Mall. Seit 1676 trieben unterschlächtige Strauberräder Mühle und Stampfe der in der Dorfgasse Paclera an, bis vor einigen Jahrzehnten der Kanal zugeschüttet wurde. Dank vielen freiwilligen Helfern konnte die Mühle 2004 wieder in Betrieb genommen werden und ist heute einer der Hauptattraktionen von Sta. Maria. Von Mai bis Oktober finden jeweils am Mittwoch, Freitag und Sonntag zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr öffentliche Führungen statt. Das dort gemahlene Getreide könnt ihr ausserhalb der Öffnungszeiten im Dorfladen in Sta. Maria und Müstair kaufen.

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Tessanda: flinke Finger gefragt |

Ein weiterer Betrieb mit langer Tradition ist die Handweberei Tessanda. Wer im Laden beim Anblick all der schönen handgefertigten Produkten nicht schwach wird: Chapeau! Ich konnte auf jeden Fall nicht widerstehen und kaufte mir ein kleines Necessaire und ein mini Portemonnaie. Unsere farbenfrohen Lunchsäckli sind ebenfalls hier gefertigt worden. Beim Blick in die Webstuben komme ich aus dem Stauen nicht mehr raus. Ich wäre hier definitiv die ungeeignetste Mitarbeiterin ever – diese Fingerfertigkeit und das Fadengewirr. Ich bin schwer beeindruckt! Das effektive «Weben» ist dabei noch das Leichteste. Wesentlich komplizierter und vor allem zeitintensiv ist die Vorbereitung der verschiedenen Fäden. Erfolgserlebnisse seien aber in den wöchentlichen Webkursen trotzdem garantiert, beruhigt mich eine der Weberinnen. Ich wäre da wohl eine Herausforderung – es gibt durchaus Gründe, wieso ich mich in der Sek fürs Freifach Latein entschied – dem viel nämlich eine Stunde Handarbeit zum Opfer. Dafür bin ich eine gute Kundin und kann die Tessanda nicht ohne schöne, praktische Mitbringsel verlassen.

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Weltkulturerbestätte in Müstair

Nach diesem spannenden Rundgang durch Sta. Maria machen wir uns zu Fuss auf den Rückweg nach Müstair und wählen hierfür den Routenverlauf des Jakobsweges und der dritten Etappe des Nationalpark Panoramawegs. Wir spazieren einmal längs durch Müstair, bestaunen schöne Fassaden und aufwendig verzierte Eingänge und besuchen das Benediktinerinnen-Kloster St. Johann. Der Besuch der über 1’000 jährigen Klosteranlage und UNESCO Weltkulturerbestätte mit einzigartigen Wandmalereien aus karolingischer und romanischer Zeit ist ein Muss! Wer sich einige Tage zur Besinnung aus dem Alltag zurückziehen möchte, dem bietet das Kloster die Gelegenheit, im Gästehaus zu übernachten. Wir nächtigen diesmal nur wenige Meter vom Kloster entfernt in einer nicht minder traditionsreichen Unterkunft. Seit bald 50 Jahren empfängt die Familie Fasser in ihrem sorgfältig restaurierten historischen Münstertalerhaus Chasa Chalavaina Gäste aus aller Welt. Knarrende Holzdielen, getäfelte Arvenstuben und die russgeschwärzte «Chadafö» lassen uns in der Zeit zurückreisen. Jon Fassers charmante, zurückhaltende Art und das mit viel Liebe zubereitete zNacht – saisongerecht Spätzli mit Wild – sprechen für sich.

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Idylle in Pütschai Josom

Am nächsten Morgen machen wir vor der Heimreise einen Abstecher nach Pütschai Josom. Hier an idyllischer Lage oberhalb von Sta. Maria befindet sich einer von zwei Hofstandorten der Familie Lamprecht. Da die Limousin-Mutterkühe noch auf der Alp weilen, kommen für einmal die Ziegen in den Genuss, im Mittelpunkt zu stehen. Familie Lamprecht setzt auf ihrem Bio-Betrieb auf Direktvermarktung und Agriturismo. Im wunderschönen Bauernhof in dem für das Tal typische Baustil haben sie eine grosszügige Ferienwohnung eingerichtet und bieten in den Sommermonaten zusätzlich «Schlafen im Stroh» an. Eine Traumlage für einige Tage Auszeit umgeben von Tieren und Natur pur – und dazu noch inklusive Hotpot mit herrlichstem Panoramablick. Für Nostalgiker hat Familie Lamprecht alte landwirtschaftliche Geräte ausgestellt und das Bijou in der Ferienwohnung ist der alte Schmiedeecken, der nahezu originalgetreu erhalten ist. Dieses Mal bleibt es für uns leider bei einer Stippvisite – wir haben uns Pütschai Josom aber bereits als ideale Basis für Schneeschuhtouren durchs frisch verschneite Münstertal vorgemerkt…

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Kommentare

  • Sabine&Andy Sabine&Andy Oktober 18, at 23:22

    Die Region um den Schweizer Nationalpark gehört auch zu unseren Lieblingsregionen in der Schweiz. Der interessante Beitrag mit den schönen Fotos macht nach über drei Jahren Dauerreise auch wieder Lust auf die Heimat. Vielen Dank dafür!

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