Achtung Elch! Unsere Cabot Trail Highlights

Achtung Elch! Unsere Cabot Trail Highlights

Macht man sich auf die Suche nach den schönsten Roadtrip-Strecken dieser Welt, dann ploppt früher oder später der Cabot Trail auf. Die rund 300 Kilometer lange Strasse führt durch die spektakuläre Küstenlandschaft des nördlichsten Zipfels von Nova Scotia: Cape Breton. Klar, dass wir diese schöne Küstenstrasse auf unserer 10-tägigen Reise durch Nova Scotia auf keinen Fall verpassen wollten. Und so machten wir uns gleich am Tag nach unserer Ankunft (Jetlag sei Dank lag zur frühen Morgenstunde sogar noch ein Halifax-Stadtrundgang drin) auf den Weg Richtung Cape Breton Insel.

Cape Breton Roadtrip: Port Hood bis Chéticamp

Die ersten 250 Kilometer bis kurz vor Port Hawkesbury folgen wir dem unspektakulären Trans-Canada Highway. Es gäbe natürlich zig Routenoptionen auf Nebenstrassen. Dabei darf man einfach nicht vergessen, dass Nova Scotia trotz allem überraschend gross und die Distanzen von A nach B nicht zu unterschätzen sind. Bei Aulds Cove führt eine Brücke über die Meerenge, die Cape Breton vom Festland trennt. So langsam knurrt der Magen und wir machen einen Abstecher hinein ins verschlafene Port Hawkesbury und kehren dort im Miller’s Seafood & Chophouse ein. Da mich nichts mehr ärgert, als für schlechtes Essen Geld zu bezahlen, hatte der Freund im Vorfeld entlang unserer Route eine Reihe valabler Restaurantoptionen recherchiert. Hilfreich waren dabei die Tipps der Taste of Nova Scotia Webseite. Das Miller’s war da auch mit drauf und ist als kurzer Einkehrstopp absolut empfehlenswert. Mit einer feinen Chowder Soup frisch gestärkt, folgen wir dem Celtic Trail der Küste entlang bis nach Port Hood.

Auf Anraten unserer Gastgeber im B&B the Fiddle and the Sea (schöne Unterkunft mit fantastischem Frühstück) nutzen wir die Zeit nach unserer Ankunft für eine Fahrt entlang der idyllischen Little Mabou Road zwischen Port Hood und Mabou (könnte man auch gut mit dem Velo machen) inklusive Abstecher zu den Glenora Falls und der Glenora Distillery. Bei Ersterem hatten wir kein Glück. Wir fanden zwar die entsprechende Abzweigung zu den Glenora Falls, folgten einem Kiesweg, bewunderten knorrige Baumstämme in Flussnähe, aber fanden weit und breit nichts, dass die Bezeichnung «Wasserfall» verdient hätte. Tja. Bei Zweiterem – der Glenora Distillery – nahmen wir an einer der stündlich durchgeführten Werktouren (7.oo Canadian Dollars / Person) teil.  Der Besuch der Destillerie lohnt sich nicht nur für Single Malt Fans, sondern auch für alle, die sich für die Geschichte der schottischen Einwanderer auf Cape Breton interessieren. Fürs Abendessen kehren wir nach Port Hood zurück und lassen uns im Clove Hitch Bar&Bistro verwöhnen – Mein Tipp: Bestellt euch quer durch die Vorspeiseoptionen und teilt euch diese untereinander auf.

Mabou River Trail Port Hood Mabout Cape Breton Glenora Falls Glenora Inn Cape Breton Glenora Distillery

Cape Breton Roadtrip: Cabot Trail Highlights

Mit insgesamt drei Übernachtungen auf Cape Breton hatten wir mehr Zeit eingerechnet, als es der «Durchschnittstourist» tut, aber nicht genug, um all die tollen Trails im Cape Breton Highlands National Park abzuwandern. Um trotzdem möglichst viel zu sehen und erleben, starteten wir nach einem fantastischen Frühstück im Fiddle and the Sea zeitig unsere Tagesetappe dem Cabot Trail entlang von Port Hood nach Ingonish Beach (rund 200 Kilometer mit 3 Stunden reiner Fahrzeit). Beim Chéticamp Visitor Centre am Eingang zum Cape Breton Highlands National Park schnüren wir zum ersten Mal die Wanderschuhe. Wir folgen dem Acadian Trail steil bergwärts zum Aussichtspunkt mit Blick über den Küstenstreifen von Chéticamp. Ein lohnenswerter einstündiger Fussmarsch – auch wenn die Herbstfärbung zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit fortgeschritten war, wie wir uns das insgeheim gewünscht hatten. Dank dem 150-jährigen Kanada Jubiläum können wir unsere Fahrt danach ohne den Kauf eines Parkeintrittstickets fortsetzen (der Tagespreis pro Erwachsener beträgt ansonsten 7.80 Canadian Dollars).

Bald darauf schnüren wir zum zweiten Mal an diesem Tag die Wanderschuhe und zwar am Skyline Trail. Der gut 6 Kilometer lange Trail (8 Kilometer als Loop) gehört verdientermassen zu den angepriesenen Highlights entlang dem Cabot Trail. Hier stehen die Chancen hoch, Elche zu sichten. Uns zeigen sie uns nicht, aber wir erfreuen uns an den knallgelben Farnen und dem fantastischen Blick auf den Cabot Trail, der sich kurvenreich der Küste entlang bergwärts schlängelt. Eine weitere Option mit hoher Wahrscheinlichkeit Elche zu sichten sei der Benji’s Lake Trail, meinte unser Gastgeber im Fiddle and the Sea – leider reicht die Zeit nicht, um diesen Trail auch noch abzuwandern. Respektive wäre dann keine Zeit mehr für ein anständiges Mittagessen vorhanden gewesen… Und da bei mir das Essen einen hohen Stellenwert geniesst, entscheiden wir uns gegen die Wanderung und für eine Mittagsrast im Rusty Anchor Restaurant in Pleasant Bay. Danach bleibt genügend Zeit, um einem weiteren Tipp unseres Gastgebers zu folgen. Auf seine Empfehlung hin machen wir einen Zusatzschlenker Richtung White Point und Neils Harbour – definitiv Nachahmenswert. Für mich einer der schönsten Streckenabschnitte an diesem Tag.

Acadian Trail Cheticamp Cabot Trail Cape Breton Herbstfarben Nova Scotia Skyline Trail Cape Breton Skyline trail Cabot Trail White Point Nova Scotia Neils Harbour Cape Breton

Cape Breton Roadtrip: Strände und Wälder erkunden

Für die zweite Übernachtung auf Cape Breton hatten wir uns für die Keltic Lodge & Spa entschieden – eine der wenigen Unterkünfte, die sich direkt im Cape Breton Highlands National Park befinden. Meiner Meinung nach täte der Anlage eine «Auffrischung» gut. Für ein nächstes Mal würde ich mir wahrscheinlich eher eine Unterkunft direkt in Ingonish suchen. Für die Keltic Lodge spricht, dass man direkt von dort aus dem Middle Head Hiking Trail bis zur Spitze der Halbinsel folgen könnte. Wir entscheiden uns stattdessen am folgenden Morgen für einen Ausflug zum Warren Lake, um den ein 5 Kilometer langer Wanderweg führt. Gute Entscheidung: Wir sind früh dran und treffen unterwegs doch tatsächlich auf einen stattlichen Elch, der gemächlich von dannen trottete. Ich wollte ja unbedingt Elche sehen und mir wurde im Vorfeld prophezeit, dass ich auf dem Cabot Trail an Randzeiten genau deswegen vorsichtig fahren soll. Dann tatsächlich frontal auf einen zuzufahren war so: «Boah – der ist ja riesig!»

Nach der gut einstündigen Umrundung des Warren Lakes (inklusive barfuss Flussquerung mangels Brücke) machen wir einen Abstecher zum sehenswerten Black Brook Cove Beach. Von hier aus folgen wir dem Cabot Trail in südliche Richtung bis wir in Saint Anns wieder den Trans-Canada Highway kreuzen. Aufgefallen ist uns auf diesem Abschnitt, dass die Ortstafeln jeweils auf English und Gälisch beschriftet sind.

Middle Head Keltic Lodge Ingonish Ingonish Beach Elch Warren Lake Warren Lake Trail Warren Lake Cape Breton Cape Breton Nova Scotia Cape Breton Küste Wasserfall Green Cove Green Cove Cape Breton Strände Nova Scotia

Cape Breton Roadtrip: zum ältesten Leuchtturm Kanadas

Die letzte Etappe rund um Cape Breton führt uns von Saint Ann via Sydney nach Louisbourg, das für seine in Teilen rekonstruierte Festungsstadt aus dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Wiederum hatten wir uns auf halben Weg zwischen Ingonish und Louisbourg ein Lokal rausgesucht: The Governors Pub & Eatery in Sydney. Danach sind wir hin- und hergerissen, ob wir auf direktem Weg nach Louisbourg fahren oder dem Marconi Trail der Küste entlang folgen sollen. Wir entscheiden und diesmal für den direkten Weg, checken in Louisbourg in unserer «Ferienwohnung» (Point of View Suites) ein und machen danach im schönsten Abendlicht einen Ausflug nach Little Lorraine. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir auf dem Rückweg den Louisbourg Leuchtturm, der auf den Grundrissen des ältesten Leuchtturm Kanadas steht. Lustigerweise ist dieser hier weit weniger bekannt und frequentiert als Peggy’s Cove. Für uns ein wunderbarer Abschluss dieser kurzweiligen drei Tage auf Cape Breton.

Cape Breton Natur Little Lorraine Cape Breton Cape Breton Light Cabot Trail Roadtrip Louisbourg Lighthouse

Praktische Links und Tipps rund um den Cabot Trail

  • Der Höhepunkt der Herbstfärbung ist jeweils rund um 10. Oktober, dann findet auch das Celtic Colours Festival statt
  • Cape Breton verzeichnet viele amerikanische Touristen – wir haben unterwegs nur wenige Schweizer angetroffen
  • Wer charmante Unterkünfte sucht, der wird bei den Bed&Breakfasts fündig – mit meist phänomenalem Frühstück
  • Eine Übersicht aller Hiking Trails (an die 25) im Cape Breton Highlands National Park findet ihr hier: Hiking Cape Breton
  • Distanzen nicht unterschätzen und mindestens 2 Tage für Cape Breton einplanen
  • Empfehlenswert ist ein Abstecher auf die französischsprachige Isle Madame inklusive Einkehr in der Kaffeerösterei La Goelette a Peppe in Arichat
  • Wir waren mit einem 4×4 (Jeep Renegade) unterwegs – ein «normales» Auto ist aber für die meisten Strecken absolut ausreichend

Kommentare

  • Ela Ela Oktober 23, at 08:50

    Wunderschön! Das sieht nach einem wunderschönen Ausflug aus. Liebe Grüße, Ela

    Antworten
  • roger roger November 01, at 12:15

    Wow. Tolle Bericht über eine fantastische Gegend wie's scheint.

    Antworten

Antworten