Twannbachschlucht und Picknickplausch

Twannbachschlucht und Picknickplausch

Pünktlich zum Sommerbeginn zeigte sich die Sonne letzten Samstag in allerbesten Laune. Es war ein prächtiger Tag angesagt. Wir waren wieder einmal in heimatlichen Gefilden unterwegs und nutzten den Prachtstag, um endlich einmal die Twannbachschlucht zu besuchen. Ich hatte die Schlucht schon einmal auf einer Wanderung von Biel nach La Neuveville gestreift, aber noch nie den Klassiker von Magglingen über den Twannberg bis hinunter ins hübsche Winzerdorf Twann absolviert.

Wir starten gemütlich und spazieren von Biel bis zur Station der Magglingenbahn. Die Standseilbahn bringt uns innert wenigen Minuten ins knapp 450 Meter höher gelegene Magglingen. Bevor wir losmarschieren, bewundern wir von der Terrasse des Sportzentrums das Panorama über den Bielersee, das Mittelland und die Voralpen. Die schneebedeckten Berner Alpen verstecken sich hinter Dunstwolken. An klaren Tagen (meistens bei Föhnlage) kann man von hier aus sogar den Pilatus erspähen.

Magglingen-Aussicht

Danach folgen wir einem schmalen Naturpfad, der uns im Schatten des Waldes leicht ansteigend in Richtung Twannberg führt. Zwischendurch erhaschen wir durch das Dickicht einen Blick auf den Bielersee. Der Schatten kommt uns bei dem strahlenden Sonnenschein aber gerade recht.

twann-18 twann-14 Magglingen-Bielersee-Panorama

Am Ende des Waldpfades haben wir die Hochebene zwischen Bielersee und Chasseral – Plateau de Diesse – erreicht. Ab hier führt der Weg vorbei an idyllisch gelegenen Bauernbetrieben, mächtigen Tannen, grasenden Ziegen und blühenden Feldern weiter in Richtung Twannberg. Nach dem Überqueren der Hauptstrasse erreichen wir den Eingang zur Schlucht. Hier murmelt der Twannbach noch ganz leise.

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Nach einigen Metern wechselt sich das Bild langsam. Der Bach verzweigt sich in viele kleine Äste, die sich ihren Weg über die grossen Steinbrocken suchen und so unzählige kleinere und grössere Wasserfälle bilden. Neben dem Weg türmen sich plötzlich meterhohe Felswände und wir werden mehrfach mit Schildern darauf aufmerksam gemacht, dass hier Steine runterfallen könnten. Abschnittsweise führt der Weg durch kaum 2 m hohe unterhöhlten Felsen durch. Der Spaziergang durch die Schlucht dauert knappe 40 Minuten und wir sind gegen Ende leicht enttäuscht. Das grosse tosende Spektakel haben wir nicht angetroffen. Am Ende der Schlucht bezahlen wir je zwei Franken Eintritt (Kinder zahlen 1 CHF, Erwachsene 2 CHF) und erfahren von der Kassiererin, dass es schon lange nicht mehr geregnet habe und daher der Twannbach nur wenig Wasser führt. „Wann wäre denn der ideale Zeitpunkt, um die Schlucht zu besuchen?“, will ich von ihr wissen. „Mitte April bis mitte Mai, bei Schneeschmelze am Chasseral“, meint sie.

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Mit einem wunderschönen Blick auf Twann nehmen wir die letzten Höhenmeter hinunter an den Bielersee in Angriff. Unten angekommen, gönnen wir uns ein besonderes kulinarisches Erlebnis. Die Region Jura und Drei-Seen-Land bietet dieses Jahr zum zweiten Mal die Aktion „Picknick im Grünen“ an. Sechs Gault&Millau Küchenchefs rund um den Neuenburger-, Murten- und Bielersee kreieren auf Voranmeldung (3 Tage vorher / 65 CHF pro Person) von Mai bis Oktober einen exklusiven Picknickkorb mit regionalen Spezialitäten. Eines der Partnerrestaurants – das Hotel-Restaurant Fontana befindet sich inmitten von Twann.

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Bevor wir unseren Picknickkorb in Empfang nehmen, spazieren wir durch den malerischen Dorfkern von Twann und entlang des Uferweges, um den optimalen Picknickspot zu finden. Fast wären wir achtlos daran vorbeigelaufen! Zwischen privaten Bootshäuschen und Rebbergen führt eine schmale Treppe zu einer kleinen Wiese direkt am See. Der Geheimtipp unter den Einheimischen, wie mir später die Bedienung im Fontana verrät. Der Picknickkorb wird uns im Fontana vom Küchenchef Daniel Odermatt höchstpersönlich überreicht. Der Freund trägt den schweren Korb tapfer die paar Meter bis zum See. Zum Glück haben wir die Location vorher ausgesucht.

Am See angekommen packen wir all die Leckereien, die uns der Korb offenbart Stück für Stück aus. Wow, Picknick deluxe! Den Rest des Tages essen wir uns mit Genuss durch die Vielfalt des Picknickkorbes und lassen die Füsse im Wasser baumeln. Ein gelungener Start in den Sommer!

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Die Karte zeigt unseren Routenverlauf. Die Strecke ist rund 9.5 km lang und beinhaltet eine Steigung von 110 Höhenmetern Steigung und 550 Höhenmeter Gefälle. Wir benötigten knappe 2.5 Stunden (ohne längeren Zwischenhalt). Wenn ihr die Region besucht, dann verzichtet doch einmal aufs Mitschleppen von Esswaren und lasst ebenfalls die Tradition vom nostalgischen Picknick im Grünen wieder aufleben!

Hinweis: Das  Jura / 3-Seen-Land hat mir einen Gutschein für den Picknickkorb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Michael Juni 24, at 20:33

    Ist schon noch gemütlich. Und tolle Bilder. Wir haben gerade diesen Sonntag ungefähr die gleiche Wanderung gemacht :-)

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  • Ellen (Patotra) Juni 24, at 20:44

    Liebe Anita Das hört sich toll an und wird von mir als Familienwanderung vorgemerkt ;-) Vielen Dank für den Bericht! Lieber Gruss, Ellen (Patotra)

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    • Anita Brechbühl Juni 24, at 20:49

      Liebe Ellen das ist auf jeden Fall eine ideale Familienwanderung! Bei der Twannbachschlucht hat es auch noch eine Schweizer Familie "Brätli-Stelle" :)

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  • Jana Juni 24, at 21:45

    Ui! Was für schöne Sommerbilder und soooo ein leckere Picknick! Da wird man glatt neidisch und würde am liebsten sofort die Decke und den Essenskorb packen... :-)

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