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Apulien Roadtrip – Sehenswürdigkeiten, Tipps und Route unserer Rundreise

Die Region Apulien hat sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zu einer der beliebtesten Feriendestinationen Süditaliens gemausert. Kein Wunder – locken hier im Stiefelabsatz rund 800 Kilometer Küste mit traumhaften Stränden, pittoreske Dörfer und zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten. Zudem lässt es sich in den zahlreichen, inmitten weitläufiger Olivenhaine gelegenen, liebevoll renovierten Trulli und Masserie herrlich entspannen.

Wir haben uns im Frühling eine Woche Zeit genommen, um die schönsten Orte Apuliens auszukundschaften und zeigen euch in diesem Beitrag die Highlights unseres Apulien-Roadtrips.

Apulien Roadtrip – Routenübersicht unserer Rundreise

Unsere Rundreise durch Apulien war Teil einer insgesamt 14-tägigen Italien-Reise mit Startpunkt in Mailand. Wir haben am Flughafen Milano-Malpensa, der von der Schweiz aus gut mit dem Zug erreichbar ist, ein Auto gemietet und sind mit dem via Val d’Orcia (Toskana) und der Bucht von Neapel bis nach Apulien gefahren. Am Flughafen Bari haben wir unseren Mietwagen retourniert. Zurück nach Zürich ging es dann mit dem Zug.

Bari, die Hauptstadt der Region Apulien, ist dann auch eine der besten Ausgangspunkte für eine Rundreise durch den Stiefelabsatz. Mit dem Zug dauert die Anreise von Zürich via Mailand (wo man 1x Umsteigen muss) knappe 12 Stunden. Für alle, die bei ihrer Apulien-Rundreise auch einen Abstecher in den Gargano Nationalpark einbauen möchten, lohnt es sich, eine Station früher in Foggia auszusteigen.

In Foggia gibt es in Bahnhofnähe diverse Mietwagenanbieter. In Bari lohnt es sich zu prüfen, ob das Mietwagenangebot in Bahnhofnähe (im Stadtzentrum) oder am Flughafen (ab Bari Centrale ca. 20 Minuten Zugfahrt) besser den eigenen Bedürfnissen (Fahrzeugflotte, Preis) entspricht.

Aufgrund der schieren Vielfalt an Sehenswürdigkeiten empfiehlt es sich, genügend Zeit für eine Apulien Reise einzuplanen. Wir hatten insgesamt 6 Nächte/7 Tage für Apulien plus 2 Nächte für die Stadt Matera im benachbarten Basilikata eingeplant. Bei diesem Zeitbudget ist man «gezwungen» einen regionalen Schwerpunkt zu setzen. Wir setzten unseren Fokus auf die drei südlichsten Provinzen Bari, Brindisi und Lecce.

Apulien lässt sich auch komplett mit dem öffentlichen Verkehr bereisen. Die touristisch bekannten Orte wie Lecce, Ostuni oder Alberobello sind mit Zug und Bus erreichbar. Teilweise liegen aber die Bahnhöfe relativ weit vom historischen Stadtkern entfernt (in Ostuni z.B. fast drei Kilometer). Strände und Sehenswürdigkeiten, die sich abseits der Städte befinden (z.B das Castel del Monte), sind zudem nur umständlich oder teils gar nicht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Gleiches gilt für manche Unterkünfte (wie z.B in unserem Fall die Masseria Dagilupi bei Ostuni). Somit hängt die Wahl des Transportmittels unmittelbar mit der individuellen Planung einer Apulien-Reise zusammen.

Die Route unserer Apulien Rundreise sowie alle Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten und sonstigen von uns besuchten Attraktionen und Restaurants sind auf nachfolgender Karte verortet. Die einzelnen Etappen teilten sich wie folgt auf:

  • Zwei Tage in und um Monopoli (Region Bari)
  • Zwei Tage im Salento
  • Zwei Tage im Valle d’Itria
  • Weiterfahrt Richtung Matera, wo wir weitere zwei Nächte verbracht haben

Tag 1: Castel del Monte, Trani und Monopoli

Unser erster Tag in Apulien startet – wie einleitend geschrieben – nicht klassischerweise in Bari, sondern am Golf von Neapel, wo wir insgesamt drei Tage von Vico Equense die herrliche Sicht auf den Vesuv genossen haben. Von hier trennen uns gute 360 Kilometer vom ersten Etappenziel unserer Apulien-Reise – Monopoli. Wir wählen die Route via A16/E842, die uns einmal quer durch Italien vom Mittelmeer an die Adriaküste bringt.

Diese Routenwahl ermöglicht es uns, die Hinfahrt mit zwei Sightseeing-Stopps zu kombinieren. Und zwar wollen wir uns zum einem das Castel del Monte als eine von zwei UNESCO-Welterbestätten in Apulien anschauen. Zum anderen möchte ich einen kurzen Bummel durch das Küstenstädtchen Trani unternehmen.

Das eindrücklich auf einem Hügel thronende Castel del Monte ist seit 1996 als UNESCO Weltererbe klassiert. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert im Auftrag vom damaligen Kaiser des deutsch-römischen Reiches Friedrich II. errichtet. Wobei gemutmasst wird, dass der Innenausbau nie fertiggestellt wurde.

Als wir gegen Mittag das Castel del Monte erreichen, ist der offizielle Parkplatz (Parcheggio CAT Castel del Monte di Giovanni Basile) bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass es Ostermontag ist und dementsprechend viele Italiener/-innen einen Ausflug hierhin unternehmen. Mal abgesehen von solchen Peak-Tagen sollte sich hier eigentlich problemlos einen Parkplatz finden lassen. Wir nutzen stattdessen einen von Privatleuten betriebenen Parkplatz auf der Rückseite des Castel und laufen von dort ein Stück durch den Wald zur Burg hoch (der Pfad ist auf Google Maps ersichtlich).

Wir belassen es bei einer kurzen Stippvisite und fahren nach einer Umrundung des massiven achteckigen Bauwerks weiter. Wer das Innere der Burg besichtigen möchte, der muss sich vorgängig online anmelden (Eintrittspreis 7 Euro, Stand 2022). Weiterführende Informationen gibt’s auf der Website vom Castel del Monte.

Castel del Monte

Sehr positiv überrascht bin ich von unserem zweiten Zwischenstopp an diesem Tag: die geschichtsträchtige Küstenstadt Trani mit ihrer eindrücklichen Kathedrale San Nicola und dem trutzigen Castello Svevo (ebenfalls ein Bauwerk aus der Epoche Friedrichs II.). Trani macht auf mich einen entspannten und definitiv nicht überlaufenen Eindruck. Wir bedauern, dass die fortgeschrittene Zeit uns zur Weiterfahrt drängt. Es hätte sich meiner Meinung nach gelohnt, etwas mehr Zeit für Trani einzuplanen. Insbesondere auch deshalb, weil uns im Nachgang von verschiedenen Seiten ein Besuch im mit einem Michelinstern ausgezeichneten Ristorante Quintessenzaristorante empfohlen wurde.

Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir die beschauliche Hafenstadt Monopoli – unsere Basis für die nächsten Tage. Wir nächtigen hier im Hotel Don Ferrante (Parnerlink) in einem Zimmer direkt oberhalb der Stadtmauer.  

Monopoli Sonnenuntergang

Tag 2: Ein Ausflug nach Polignano a Mare

Am nächsten Morgen können wir vom Bett aus zuschauen, wie sich die Sonne «aus der Adria» erhebt und den Himmel orange leuchten lässt. Definitiv eines der Highlights unserer Apulien Reise.

Sonnenaufang Monopoli Don Ferrante

Nachdem wir im Vortag doch eine ordentliche Strecke mit dem Auto zurückgelegt haben, wollen wir es heute gemütlich angehen lassen und steuern das benachbarte Poligano a Mare an. Das auf einem Felsplateau über dem Meer errichtete Städtchen zählt zu Apuliens beliebtesten Urlaubsorten. Zu Recht – Polignano a Mare präsentiert sich mit seinen weiss getünchten Häusern hoch über dem türkis glitzernden Wasser der Adria aus fast jedem Winkel fotogen.

In der Hochsaison herrscht hier dementsprechend reger Betrieb. Jetzt im April ist davon aber noch wenig zu spüren. Die Restaurants und Läden befinden sich im «Vorsaison-Groove». Einige Betriebe bleiben ganz geschlossen oder haben reduzierte Öffnungszeiten. Nehmt euch rund zwei Stunden Zeit, um ausgehend vom historischen Stadttor Archo Marchesale gemütlich durch die engen Gässchen zum Punto Panoramico Largo Ardito zu spazieren. Unterwegs werdet ihr an verschiedenen Viewpoints vorbeikommen, von wo aus ihr die Stadtkulisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewundern könnt.

Polignano a Mare

Polignano a Mare hält uns zudem noch ein Highlight kulinarische Art bereit; das Ristorante Jamantè! Das 2020 eröffnete Lokal befindet sich 15 Gehminuten ausserhalb des Altstadtkerns und begeistert uns mit einer Küche auf Sterneniveau. Für 80 Euro gibt’s ein Tasting Menu – alternativ kann man auch à la Carte bestellen. Mit Ausnahme vom Mittwoch hat das Jamantè täglich am Mittag von 12:30 bis 15:30 Uhr und am Abend von 19:00 Uhr bis 23:30 Uhr geöffnet. Bei uns hätte es auch ohne Reservation noch freie Tische gehabt – aber wer auf Nummer sich gehen will, der reserviert telefonisch einen Tisch.

Ristorante Jamante Polignano

Und noch ein Tipp: zwischen Polignano a Mare und Monopoli gibt es verschiedene schöne Badebuchten. Gut gefallen hat uns zum Beispiel die Cala Incina.

Zurück in Monopli geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf der Dachterrasse des Don Ferrante. Diese ist auch für externe Gäste zugänglich und eine hervorragende Apéro-Location. Der Entscheid, Monopoli als einen von drei Übernachtungsorten auszuwählen, war meiner Meinung nach goldrichtig! So kommt man in den Genuss in den Morgen- und Abendstunden ohne Hast und Menschenmassen durch die hübschen, verwinkelten Gassen zu flanieren.

Monopoli Gassen

Tag 3: Fahrt in den Salento

Rund um Monopli gibt es natürlich noch weitere spannende Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Ich hatte mir unter anderem noch das rund 15 Kilometer südlich von Monopoli liegende Museo Archeologico di Egnazia (eine Ausgrabungsstätte der antiken Stadt «Gnathia») und das Fischerdorf Savelletri als potenzielle Zwischenstopps markiert. Schlussendlich entschieden wir uns am dritten Tag unserer Apulien Reise den Fokus auf Lecce zu legen. Lecce ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Halbinsel Salento, die sich rund 100 Kilometer bis zum Stiefelabsatz (bzw. dem südöstlichsten Punkt Italiens) zieht.

Lecce wird aufgrund seiner prächtigen Barockgebäude gerne auch als das «Florenz des Südens» bezeichnet. Wer alle Sehenswürdigkeiten von Lecce besichtigen möchte, der sollte sich mindestens einen vollen Tag Zeit nehmen. Mit einem Zeitbudget von rund drei Stunden bekommt man aber ebenfalls bereits einen guten Überblick über die historischen Bauten im Centro Storico.

Wir haben unser Auto auf dem in Gehdistanz zum Zentrum liegenden Parkplatz «Parcheggio Ex-Foro Boario» parkiert und von dort aus einen knapp zweistündigen Rundgang durch den Altstadtkern unternommen. Markiert euch auf Google Maps am besten folgende Bauwerke als Fixpunkte: das Römische Theater, die Kathedrale, das Römische Amphitheater und die Basilika Santa Croce mit ihrer eindrücklichen Prunkfassade.

Teatro Romano Lecce
Basilica di Santa Croce in Lecce

Kurz vor dem Mittag fahren wir weiter Richtung Gallipolli. Die an der Westküste des Salento liegende Hafenstadt punktet mit einem direkt vor der Altstadt liegenden Sandstrand (sowie weiteren schönen Strandabschnitten in Stadtnähe) und einem lebhaften Stadtkern mit zahlreichen Restaurants. Wir sind auf gut Glück in die in einer Seitengasse etwas versteckt liegende Osteria Sant’Angelo eingekehrt und waren rundum zufrieden.

Gallipolli Salento

Unsere zweite Unterkunft in Apulien befindet sich nur 20 Fahrminuten von Gallipolli entfernt im Hinterland. Da wir die Gunst des schönen Wetters noch vor dem für die nächsten Tage angekündigten Regen nutzen möchten, bauen wir auf dem Weg dorthin eine kleine Zusatzschlaufe ein. Und zwar folgen wir der Küstenstrasse SP 108 in nördliche Richtung nach Santa Caterina. An dieser Strecke gibt es verschiedene schöne Buchten und «Lidos» (Sandstrände). Ein besonders schöner, wilder Küstenabschnitt erwartet euch auf Höhe Torre Uluzzo. Von hier aus führen auch ausgeschilderte Wanderpfade der Küste entlang. Wer einen längeren Aufenthalt an der Küste plant, der parkiert sein Auto am besten auf dem «Parcheggio del curvone».

Aussicht Torre Uluzzo

Tag 4: (nicht ganz freiwilliger) Pausentag in Matino

Eigentlich hatten wir unsere Unterkunft in Matino – den Palais Gentile (Partnerlink) – aufgrund seiner Zentralität gewählt. Von Matino aus lassen sich die wunderschönen Küsten des Salentos nämlich bestens erkunden. Die Besitzer des Palais Gentile geben uns nach dem Einchecken auch direkt ein paar Sightseeing- und Restaurants-Tipps. Und wir schmieden darauf während des Abendessens im Ristorante Foscolo direkt neben unserer Unterkunft fleissig Pläne für unseren vierten Roadtrip-Tag.

Doch leider macht mir eine akute Magen-Darm-Komplikation einen dicken Strich durch die Rechnung. Und so verbringe ich Tag 4 grossmehrheitlich in unserem – zum Glück mega gemütlichen und grosszügigen – Zimmer im Palais Gentile.

Palais Gentile Matino Salento
Palais Gentile Rooftop

Tag 5: der Küste entlang nach Otranto

Weil der Vortag ins Wasser fiel (nicht nur sprichwörtlich, sondern auch effektiv – ich hab mir fürs Krank sein nämlich den Regentag «ausgesucht») kombinieren wir die Weiterfahrt ins Valle d’Itria, wo sich unsere dritte Unterkunft befindet, mit einem Roadtrip entlang der «schönsten Küstenstrasse Apuliens». Diese führt vom Faro Capo Santa Maria di Leuca am südöstlichsten Punkt Italiens in kurvenreichen 55 Kilometer der SP 358 entlang bis nach Otranto. Als reine Fahrzeit sind für diese Strecke gut 1.5 Stunden einzurechnen. Ihr passiert dabei aber natürlich zahlreiche sehenswerte Ortschaften und schöne Küstenabschnitte, die zu einem Stopp einladen. Bei uns war das Wetter, wie die nachfolgenden Bilder zeigen, nicht gerade bombig – insofern haben wir nur an einzelnen ausgewählten Stellen (darunter der Faro di Punta Palascìa) gestoppt.

Faro Capo Santa Maria di Leuca
Santa Maria di Leuca
Fari di Punta Palascia Apulien

Wer genügend Zeit mitbringt, der kann nach einem Zwischenstopp in Otranto der SP 366 weiter der Küste entlang in nördliche Richtung folgen. Hier gibt es nämlich einige der spektakulärsten Badebuchten zu entdecken. Darunter der von Kalksteinfelsen umgebene Naturpool der Grotta della Poesia. In der Hochsaison würde ich diesen Spot aber vermutlich eher meiden, da er ziemlich beliebt und schnell überfüllt ist.

Für uns geht es nach einem Rundgang durch Otranto ebenfalls in nördliche Richtung weiter. Wir wechseln nun aber auf die Schnellstrasse und steuern Ostuni an. Mit der Hafenstadt Otranto, die als östlichste Stadt Italiens, als Mitglied der Vereinigung «Borghi più belli d’italia» und mit ihrer Stadtgeschichte, die bis in die Bronzezeit zurückreicht, eigentlich viel zu bieten hat, werde ich leider nicht richtig warm. Der Grund hierfür ist aber vermutlich weniger die Stadt an sich, sondern das trübe, nasse Wetter bei unserem Besuch.

Otranto Puglia

Während unserer Weiterfahrt nach Ostuni zieht die Regenfront weiter und überlässt das Firmament wiederum dem «Blau», das Apulien so gut steht. Bevor wir uns die bereits von weitem sichtbare, auf einem Hügel thronende Altstadt anschauen, checken wir in der Masseria Dagilupi (Partnerlink) ein. Unsere dritte und letzte Unterkunft dieses Apulien Roadtrips befindet sich in Sichtdistanz von Ostuni inmitten hundertjähriger, knorriger Olivenbäume. Hier hat das aggressive Bakterium namens «Xylella fastidiosa», aufgrund dessen weite Teile der Olivenhaine im Salento verwüstet worden sind, noch nicht gewütet. Es bleibt zu hoffen, dass diese prächtigen Bäume auch zukünftig davon verschont bleiben.

Blick auf Ostuni

Vor dem Abendessen unternehmen wir einen Bummel durch die Altstadt von Ostuni. Diese wäre wunderschön, gäbe es nicht unzählige Kitschläden. Es ist immer wieder erschreckend, wie sich die Tatsache, dass Orte zu den sogenannten «top Sehenswürdigkeiten» einer Region erkoren werden, zu solchen Entwicklungen führt. In Apulien ist dies insbesondere in Ostuni und Alberobello augenfällig. Nichtsdestotrotz findet sich zwischen all dem Touri-Ramsch das eine oder andere empfehlenswerte Lokal. Und wer in der Masseria Dagilupi übernachtet, kann auf die vom Inhaberpaar erprobten und in einem übersichtlichen Insta-Guide zusammengefassten Tipps zurückgreifen. Wir sind auch deren Empfehlungen gefolgt und haben an diesem Abend im Ristorante Dish diniert. Das Highlight hier: der Blick auf die Altstadt von Ostuni.

Landschaft Ostuni Apulien
Ostuni Sonnenutergang

Tag 6: die schönsten Orte des Valle d’Itria

Nach einem fantastischen Frühstück in der Masseria Dagilupi sind wir bereit für einen vollgepackten Sightseeing-Tag im Valle d’Itria. Die zwischen den südlichen Ausläufern der Kalkhochebene Murge und Brindisi liegende Gegend ist auch als «Tal der Trulli» bekannt und zählt zu den «Pflichtstopps» bei einem Apulien-Roadtrip. Kein Wunder – sind die weiss getünchten, kegelförmigen «Trulli» (Rundhäuser) doch zum Symbol Apuliens geworden. Mit dem Wissen, dass kein Ort so voll sein wird, wie das als UNESCO Weltkulturerbe klassierte Dorf «Alberobello» steuern wir dieses als allererstes an.

Wir sind gegen 10:00 Uhr vor Ort und finden noch problemlos einen Parkplatz auf Höhe «Parcheggio Via Cristoforo Colombo». Es handelt sich hierbei um einen kostenpflichtigen Parkplatz, was für mich aber selbstverständlich ist, da man ansonsten keine weitere Eintrittsgebühr odgl. bezahlen muss. Vom Parkplatz sind es ca. zehn Minuten zu Fuss bis ins historische Zentrum von Alberobello. Der Bereich mit den «Trullis» erstreckt sich beidseits der Hauptstrasse. Besonders pittoresk sind die beiden südlich liegenden Gassen zwischen der Via Monte Cucco und der Via Monte Pertica. Hier tümmeln sich aber auch die meisten Touristen.

Etwas weniger frequentiert sind die Gassen rund um die Via Giuseppe Verdi im nordöstlichen Teil von Alberobello. Von dieser Seite aus gibt’s auch die schönsten Panoramablicke über die Dächerlandschaft der Trulli. Den besten Blick gibt’s vom «Villa Comunale Belvedere Parco» sowie von der Aussichtsterrasse neben der Chiesa Santa Lucia aus.

Alberobello Apulien

Natürlich gibt es in Alberobello zahlreiche Einkehroptionen. Wir ziehen fürs Mittagessen aber das weniger überlaufene Locorotondo vor. Hier erwischen wir in einer der pittoresken Altstadtgassen einen der letzten freien Tische der Osteria il Rosone. Auch das eine der Restaurant-Empfehlungen, die sich im Insta-Guide der Masseria Dagilupi finden.

Locorotondo und auch das benachbarte Cisternino haben mir beide schampar gut gefallen. Für beide Orte gilt: Den Altstadtkern ansteuern (Parkplätze finden sich jeweils in Gehdistanz) und sich danach einfach zu Fuss durch die Gassen treiben lassen.

Gegen 15:00 Uhr sind wir zurück in der Masseria. Wir haben diesen Tag bewusst nicht zu vollgepackt. Schliesslich will ja auch noch unsere herrliche Sonnenterrasse inmitten dieser wunderbar entspannenden Kulisse aus Olivenbäumen für ein paar Stunden genossen werden.

Oliven Apulien
Masseria Dagilupi

Ursprünglich hatten wir geplant, fürs Abendessen nochmals nach Ostuni zu fahren. Da mich die Atmosphäre am Vortag jedoch nicht so gepackt hat, entscheiden wir uns spontan für einen Abstecher ins benachbarte Carovigno. Die Hauptsehenswürdigkeit dürfte hier das Castello Dentice di Frasso di Carovigno sein. Dieses schauen wir uns kurz von aussen und geniessen danach einen wunderbaren Abend in der Weinbar «Sommarco». Die kleine Bar befindet sich im Zentrum der kleinen Altstadt von Carovigno und ist ein heisser Tipp für alle, die gerne Naturweine degustieren und dazu passende, sorgfältig zusammengestellte Häppchen verköstigen. Nebst dem Jamantè mein zweites kulinarisches Highlight in Apulien.

Tag 7: Ein Abstecher in die Alta Murgia

Heute geht es für uns weiter nach Matera in der benachbarten Region Basilikata. Die Fahrt dorthin lässt sich super mit der Besichtigung einiger Ortschaften unweit des Nationalparks Alta Murgia, darunter Altamura und Gravina di Puglia kombinieren.

Doch als allererstes steuern wir Martina Franca an. Martina Franca befindet sich ebenfalls im Valle d’Itria quasi im Dreieck mit Locorotondo und Cisternino. Mich fasziniert wie diese drei Orte geografisch so nah beieinander liegen und dennoch jede ihre Alleinstellungsmerkmale aufweist. Wir starten unseren Rundgang durch Martina Franca beim Palazzo Ducale ein imposantes Bauwerk im repräsentativen Barockstil. Wer wie wir nun der Via Vittorio Emanuele in Richtung Basilica di San Martino folgt, der kommt aus dem Staunen kaum raus. Eine eindrückliche Fassade reiht sich hier an die Nächste.

Als Nächstes stoppen wir in Altamura. Den Gourmets unter euch sei an dieser Stelle noch ein Blick auf die Website des Ristorante Angelo Sabatelli in Putignano ans Herz gelegt. Dieses gilt als eines der besten Sternerestaurants Apuliens. Leider hat es aber nur am Abend geöffnet und bietet keine Lunchmenus an. Ansonsten hätten wir hier vermutlich noch ein weiterer Zwischenstopp auf dem Weg nach Altamura eingebaut.

Namensgeber von Altamura ist die hohe Stadtmauer «alta Mura», die zu Zeiten von Friedrich II. erstellt wurde. Mich imponierten in Altamura zwei Dinge: Erstens begegneten wir hier praktisch keinen anderen Touristen. Und zweitens die Kathedrale Santa Maria Assunta mit ihrem kunstvoll gestalteten Portal. Eine weitere Besonderheit von Altamura sind die verzweigten Altstadtgassen, die oftmals in einer Sackgasse bzw. in Hinterhöfen (sogenannten «claustri») enden.

Mit den Städten Altamura und unserem nächsten Stopp – Gravina di Puglia – hatte ich mich im Vorfeld kaum auseinandergesetzt. Dementsprechend hatte ich keinerlei Erwartungen und vermutlich bin ich daher von diesen beiden Orten besonders angetan. Auch Gravina di Puglia punktet (wie eigentlich alle Ortschaften in Apulien) mit einem schmucken Altstadtkern. Zudem können hier wie im benachbarten Matera Felsenkirchen und «Höhlenwohnungen» besichtigt werden. Die Hauptattraktion von Gravina di Puglia ist aber die 37 Meter lange «Ponte Acquedotto». Diese ist übrigens auch in einer Szene des James Bond Film «No time to die» zu sehen (sucht sie also nicht Matera).

Viadukt Gravina di Puglia
Gravina di Puglia

Das Fazit zu unserem Apulien Roadtrip: Eine Woche reicht nicht, um alle Sehenswürdigkeiten Apuliens abzuklappern. Im Stiefelabsatz Italiens finden sich so viele schöne Orte, dass man sich definitiv die auf die eigenen Interessen abgestimmten Highlights herauspicken muss. Wir fanden die Zeitspanne aber ideal, um einen guten Überblick über die landschaftlich so facettenreiche Gegend zu gewinnen und diejenigen Orte, die sich auf unserer persönlichen Bucket List befanden, zu erkunden. Gleichzeitig entdecken wir «on the road» aber auch noch den einen oder anderen «Geheimtipp». Insofern waren die gewählte Reiseroute, die Dauer des Roadtrips und auch der Zeitpunkt (Vorsaison) für unsere Bedürfnisse genau richtig gewählt.

Praktische Tipps für deinen Roadtrip durch Apulien

Wo liegt Apulien?

Apulien ist eine Region in Süditalien. Sie liegt im Südosten und bildet den sogenannten «Stiefelabsatz». Die Städte Foggia, Bari, Brindisi und Lecce befinden sich in Apulien.

Wo ist Apulien am schönsten?

Apulien ist unglaublich facettenreich. Ob Badeferien, Städtereise oder eine Mischung aus Erholung und Kultur – Apulien vermag alle Interessen abzudecken. Besonders schön ist es an der Adriaküste auf Höhe Polignano a Mare und Monopoli. Ein weiteres Highlight bildet das Valle d’Itria mit Ostuni und Alberobello. Und wer schöne Sandstrände mag, der wird auf der Halbinsel Salento ganz im Süden Apuliens fündig.

Wie komme ich mit dem Zug nach Apulien?

Apulien ist ans italienische Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Von Zürich oder Bern aus erreichst du die Regionshauptstadt Bari mit dem Zug mit einmal Umsteigen in Mailand. Eine weitere Möglichkeit ist es, ab Mailand den Nachtzug nach Lecce zu nehmen. Damit erreichst du Apulien über Nacht quasi «im Schlaf».

Kann ich mein Auto in Apulien ohne Probleme parkieren?

In fast allen Städten gibt es in der Gehdistanz zum Altstadtkern grössere, in der Regel kostenpflichtige Parkplätze. Diese sind auf Google Maps bezeichnet und in der Regel auch ausgeschildert. Wir haben gute Erfahrungen gemacht, unseren Mietwagen auf solchen Parkplätzen abzustellen und haben kostenlose Strassenparkplätze bewusst gemieden. Sofern man nicht während der Hauptsaison/Sommermonaten durch Apulien reist, gibt es eigentlich immer genügend Parkplätze. Bei touristisch beliebten Orten wie Polignano a Mare, Alberobello oder Ostuni lohnt es sich, früh vor Ort zu sein.

Wie heissen die typischen Häuser in Apulien?

Die für Apulien typischen Rundhäuser heissen «Trullo» bzw. «Trulli» in der Mehrzahl. Wer die Trulli besichtigen möchte, der sollte bei seiner Apulien-Reise einen Zwischenstopp im Valle d’Itria einplanen.

Welches sind die schönsten Strände in Apulien?

Die Strände Apuliens sind sehr vielseitig. An der adriatischen Küste finden sich nebst vielen felsigen Buchten auch vereinzelte Sandstrände. Einige der schönsten Sandstrände finden sich an der Westküste von Salento am Ionischen Meer. Diese finden sich sowohl nördlich von Gallipolli als auch südlich in Richtung Santa Maria di Leuca.

Über den Autor

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Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.
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