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Meine top Tipps für ein lässiges Sommerweekend in Bern

Werbung: in Zusammenarbeit mit den Schweizer Jugendherbergen

In keiner Schweizer Stadt fühlen sich Sommerweekends so lässig entspannt an, wie in Bern! Ich weiss, eine steile These. «Bern hat ja nicht mal einen See», mag jetzt vielleicht der eine oder andere naserümpfend verkünden. Doch mit der herrlich erfrischenden Aare, den hübschen Altstadtgassen inklusive schattenspendender Laubengänge, einer lebhaften Pop-Up-Bar-Szene und der legendären Berner Gemütlichkeit trumpft unsere Bundesstadt mit schlagkräftigen Argumenten auf.

Im August 2012 hatte ich in einem meiner allerersten Blogbeiträge vier Berner Sommerorte vorgestellt – ein schönes Zeitzeugnis, das exemplarisch offenbart, dass ich mich in den letzten acht Jahren Bloggertätigkeit doch auch ein «Mü» weiterentwickelt habe. Deshalb ist es höchste Zeit, mal wieder durch Bern zu flanieren und neue Sommereindrücke aus unserer Bundesstadt mitzubringen.

Preiswerte Schweizer Weekendtrips

In Zusammenarbeit mit den Schweizer Jugendherbergen präsentiere ich euch dieses Jahr budgetfreundliche und saisonale Ideen für Kurzferien in der Schweiz. Zum Auftakt dieser Serie habe ich mich in der Region Davos Klosters auf die Suche nach den besten Winteraktivitäten begeben. Auf der zweiten Tour sind wir mit Stopps in zwei ganz besonderen Jugis in 3 Tagen über die aussichtsreichen Hügelzüge des Kantons Bern geradelt. Die dritte Tour führte uns vom via Brienzersee der Aare entlang bis in die Zähringerstadt Bern.

Und so gibt’s heute frische Anregungen, wie ihr ein tolles und abwechslungsreiches Weekend in und rund um Bern verbringen könnt und gleichzeitig die eine oder andere weniger bekannte Ecke der Stadt entdeckt

13:00: in die Bundesstadt böötlä

Wie reist man saisongerecht in die Bundesstadt? Mit dem Boot – logisch, oder? Das «Aareböötlä» zählt zu den Sommerhighlights der Bernerinnen und Berner. Und während man in meiner Jugendzeit die Böötler, die sich an einem durchschnittlichen Sommertag auf der Aare von Thun flussabwärts bis nach Bern treiben liessen, an einer Hand abzählen konnte, ist in den letzten Jahren ein regelrechter Gummiboot-Boom ausgebrochen. Damit verbunden sind leider auch einige unschöne Entwicklungen wie Abfallberge und Unfälle. Nichtsdestotrotz ist die rund zwei- bis dreistündige Bootsfahrt vom Schwäbis bei Thun bis ins 25 Kilometer entfernte Eichholz bei Bern ein herrliches Sommererlebnis.

Aare bei Bern
Aareböötlä Bern - Thun

Drei Tipps, um sowohl den Abfallbergen entgegen zu wirken als auch, mit dem nötigen Respekt auf der Aare unterwegs zu sein:

  • Schlauchboote müssen nicht zwingend gekauft, sondern können auch bei diversen Anbietern gemietet werden. Wir haben unser Boot im Schwäbis Thun bei «AareBootsVermietung» angemietet und im Eichholz das Boot wieder abgeben.
  • Die Binnenschifffahrtsverordnung (BSV) schreibt vor, dass für jede an Bord befindliche Person ein Rettungsmittel (idealerweise eine Rettungsweste) mitzuführen ist. Bei gemieteten Booten ist die Rettungsweste im Mietpreis inkludiert.
  • Beachte die Faustregeln zur Befahrbarkeit. Es gibt sowohl empfohlene Minimalabflussmengen als auch obere Grenzwerte, die sich nicht mehr fürs gemütliche Befahren eignen.

15:00: den kostenlosen Sommerbadegenuss auskosten

Wer mit dem Boot im Eichholz anlegt, der kann es sich direkt danach auf der weitläufigen Liegewiese gemütlich machen und zur Abkühlung noch den einen oder andere Aare-Schwumm unternehmen. Als guter Schwimmer kann man sich vom Eichholz bis ins bekannteste Freibad von Bern – ins Marzili – treiben lassen. Das besondere am Berner Sommerbadegenuss ist, dass die Nutzung der Freibäder bis auf wenige Ausnahmen gratis ist.

Das Marzili ist nicht nur deshalb eine Ikone, weil kein Eintrittspreis berappt werden muss, sondern weil es mit dem markanten Bundeshaus im Hintergrund auch einen identitätsstiftenden Ort bildet.

Marzili Bern

17:00 Uhr: in der Jugendherberge Bern einchecken

Zwischen Marzili und Bundeshaus versteckt sich nebst dem Hammam & Spa Oktogon – ein einstiger Gaskessel, der zu einer Wellnessoase für trübere Sommertage umgebaut wurde – auch die im 2017 komplett sanierte Jugendherberge Bern. Die Jugendherberge verteilt sich auf einen denkmalgeschützten Altbau und einen modernen Erweiterungsbau, der sich nur einen Steinwurf von der Aare entfernt wie selbstverständlich in die grüne Umgebung eingliedert. Das Ensemble wird von einem lauschigen Gartensitzplatz eingefasst – hier logiert man zentral und doch ruhig.

Die Rezeption befindet sich im alten Riegelbau aus den 1950er Jahren. Dieser wurde im Zuge der Renovierung neu strukturiert und präsentiert sich mit einem cool gestalteten Entrée inklusive Bar und einem lichtdurchfluteten Restaurant, das öffentlich zugänglich ist und wo jeweils von Montag bis Freitag ein 4-gängiger Mittagstisch zu einem attraktiven Preis von 18.50 CHF angeboten wird.

Unser Zimmer ist hingegen im Neubau, der aus einem Wettbewerbsverfahren resultierte, platziert. Die Aufgabe, an dieser stadträumlich bedeutenden Scharnierfunktion zwischen Marziliquartier und Bundeshaus eine würdige Ergänzung zum bestehenden, geschützten Bauwerk zu schaffen, war keine leichte. Doch Aebi & Vincent Architekten lösten dies bravourös – mit einer Formensprache, die sich am Bestandesbau orientiert, einem ausgetüftelten Regal-System und einer luftigen Erschliessung, die pro Etage die Seite wechselt und somit Raum für wechselnde Zimmerausblicke (Richtung Aare und Richtung Bundeshaus) schafft.

Das schlichte, aber funktionalen Design der Zimmer (im Erweiterungsbau verfügen alle über private Dusche/WC) begeistert aber nicht nur Architektur-Fans. Durch die wenigen, prägnant eingesetzten Materialien (Beton, Holz und Linoleum) und den bodentiefen Fenstern, die einem das Gefühl verleihen, mitten in den Baumkronen zu wohnen, macht die Berner Jugendherberge durchaus dem einen oder anderen Design Hotel Konkurrenz. Auf jeden Fall eine perfekte Basis, um den Sommer in Bern in vollen Zügen auszukosten.

Zimmer in der Jugendherberge Bern

19:00 Uhr: durch die Berner Barszene touren

Und damit starten wir auch gleich. Beim Check-in haben wir einen Gutschein für einen Welcome Drink mit auf den Weg erhalten. Diesen lösen wir jetzt ein und setzen uns auf der Terrasse unter die mächtige Platane, welche die Anlage schützend umhüllt. Kurz überlegen wir uns, eine Partie Gartenschach zu starten, doch dann treibt uns die Neugier weiter auf die gegenüberliegende Strassenseite.

Auf dem Dalmazimätteli direkt vor der Jugendherberge sorgt nämlich Berns neuste Pop-Up-Bar für ordentlich Sommerstimmung. Der temporäre «Park am Wasser» löste aber nicht bei allen Bernerinnen und Berner Freudensprünge aus. Manche Anwohnerinnen wehrten sich gegen eine weitere Inszenierung und «Eventisierung» im öffentlichen Raum. Die zweite Pop-Up-Bar im Umfeld ist dann auch tatsächlich nicht weit davon entfernt – in der Aarebar auf Höhe Gaskessel kann man den Pilger-Strom der Aareschwimmer wunderbar beobachten.

Bern Pop-Up-Bars

Unsere Bar-Tour bringt uns vom Park am Wasser über die etwas versteckt liegende Fricktreppe auf die Münsterplattform. Hier geniessen wir den Blick auf die imposanten Gartenanlagen und überqueren im Anschluss die Kirchenfeldbrücke. Schräg vis-à-vis der Münsterplattform bietet die vom Künstlerduo Lang-Baumann designte Kunsthalle-Bar einen der schönsten Panoramablicke auf die als UNESCO-Welterbe klassierte Berner Altstadt.

Bern Altstadtgasse
Münsterplattform Bern
Kunsthalle Bar Bern

21:00 Uhr: in die Fine Dining Szene eintauchen

Die Kunsthalle-Bar ist auch der perfekte Apéro-Ort, um sich im Anschluss auf der gegenüberliegenden Strassenseite dem Schlemmen hinzugeben. Hier in der lauschigen Parkanlage des Historischen Museums versteckt sich nämlich nicht nur eine der schönsten Sommerterrassen Berns, sondern auch ein veritables Fine Dining Restaurant. Wobei Spitzenkoch Markus Arnold sein Angebot – ganz Bern like – lieber als Casual Dining betitelt und den Gästen das Besteck aufdecken überlässt. Seit knapp drei Jahren führt er die Steinhalle und setzt dabei auf ein duales Konzept; ein schneller, preiswerter Mittagstisch mit hochwertigen Produkten und eine Gourmet-Küche am Abend.

Das kommt an – sowohl bei den zahlreichen Stammgästen als auch bei den Testern des Guide Michelin. Neu darf sich die Steinhalle nämlich mit einem Stern schmücken. Auch uns hat das abwechslungsreiche Abendmenü, das bis zum 12. Juli unter der Motto «Coming Home» lief, gemundet. Erwähnenswert ist der faire Preis, der je nach Anzahl Gängen zwischen 107 bis 137 CHF variiert.

09:00 Uhr: im Grünen frühstücken

Die Steinhalle liegt – wie fast alle spannenden Orte und Sehenswürdigkeiten der Berner Innenstadt – ebenfalls in Fussdistanz zur Jugendherberge. Und so können wir nach dem feinen Abendessen gemütlich zu Fuss in unsere Bleibe zurückkehren.

Am nächsten Morgen präsentiert sich Bern etwas weniger sommerlich als am Vortag – doch kein Grund, Trübsal zu blasen. Mit dem Marzili-Bähnli überwinden wir bequem die wenigen Höhenmeter von der Jugi bis zur Kleinen Schanze neben dem Bundeshaus.

Marzilibähnli

Von hier aus spazieren wir zu Fuss bis zum Botanischen Garten auf der gegenüberliegenden Seite des Altstadtkerns. In dieser grünen Oase versteckt sich nämlich das kleine, aber feine Café Fleuri. Jeweils am Samstag und Sonntag (ab 09:30 Uhr bis 13:00 Uhr) kann man hier mit Blick auf die Aare und umgeben von tropischen Pflanzen wunderbar «zmörgele».  

Aare bei Bern
Cafe Fleuri Bern

11:00 Uhr: ins Berner Museumsquartier spazieren

Vom Botanischen Garten aus gibt es einen direkten Zugang zum Aare-Uferweg. Frisch gestärkt folgen wir diesem bis zur Untertorbrücke. Der Rosengarten und Bärengraben – zwei bekannte Berner Sehenswürdigkeiten – sind hier gleich ums Eck. Uns zieht es hingegen durch die Altstadtgassen weiter bis ins Museumsquartier.

Aarespaziergang Bern

Diesen Juli und August öffnen insgesamt 16 Berner Museen jeweils am Samstag kostenlos ihre Türen. Mein Tipp: nutzt die Gelegenheit und besucht das Museum für Kommunikation, das mit vielen interaktiven Stationen überzeugt sowie das direkt daneben liegende Historische Museum, worin sich auch das Einstein Museum befindet.

13:00 Uhr: auf dem Archäologiepfad die Engehalbinsel erkunden

Während im Historischen Museum viel theoretisches Wissen rund um die Entwicklung der Stadt Bern vermittelt wird, lässt sich diese im Anschluss auch draussen in der Natur erleben. Zu diesem Zweck fahren wir mit der S-Bahn fünf Minuten in nördliche Richtung bis nach Bern Tiefenau. Hier startet der Archäologiepfad, der als 4 Kilometer langen Rundgang zu den historischen Stätten der Engehalbinsel führt. Auf diesem von drei Seiten von der Aare umschlossenen und somit gut geschützten Landstück, liessen sich die ersten bekannten Siedler Berns – die Kelten – nieder. Später folgten die Römer und realisierten Tempelanlagen, Theater und Bäder. Das alles kann man auf einem Spaziergang entlang dem Archäologiepfad auf der heute dicht bewaldeten Engehalbinsel entdecken – ein lohnendes Ziel für alle, die den Abstecher in die Stadt Bern mit einem Ausflug ins Grüne kombinieren möchten.  

Kirchgemeinde Rossfeld
Halbinsel Bern Tiefenau

15:00 Uhr: im Zehendermätteli das Wochenende ausklingen lassen

Der Abstecher auf die Engehalbinsel lohnt sich aber nicht nur wegen der Zeitreise zurück zu den Kelten und Römer, sondern auch wegen der Einkehr im Gartenrestaurant Zehendermätteli. Auf der Mittagskarte stehen frische, leichte Gerichte wie Gazpacho, Caponata oder Kartoffelsalat mit hausgeräuchertem Rohschinken oder selbstproduzierten Würsten. Selbstverständlich gibt es auch einen Glacé-Stand, dessen Eis durchaus mit der Berner Institution schlechthin – der Gelateria die Berna – mithalten kann.

Für alle Gelateria di Berna Fans an dieser Stelle doch auch noch der Tipp, dass sich eine Filiale direkt ums Eck der Berner Jugendherberge an der Marzilistrasse 32 befindet.

Wir enden unser Bern-Weekend so entspannt, wie wir es gestartet haben – mit einem Zucchetti-Carpaccio unter knorrigen Bäumen im Garten vom Zehendermätteli. Bern ist im Sommer halt schon schampar gfällig!

Zehndermätteli Bern

Praktische Tipps für dein Sommerweekend in Bern

  • In der Jugendherberge Bern starten die Übernachtungspreise für eine Nacht im Doppelzimmer mit privater Dusche/WC bei 144 CHF* inklusive Frühstück.
  • *Alle haben die Möglichkeit, eine Mitgliedschaft zu erwerben und dadurch von vergünstigten Übernachtungspreisen zu profitieren. Weitere Infos dazu unter: www.youthhostel.ch/mitgliedschaft
  • Diesen Sommer (Juli und August 2020) ist jeweils am Samstag der Eintritt in 16 Berner Museen kostenfrei. Eine Übersicht der teilnehmenden Betriebe findet ihr hier: Gratis ins Museum
  • Schlauchboote und Kanus fürs Aareböötlä kann man unter anderem beim Anbieter Aarebotsvermietung.ch online reservieren. Die Tagesmiete für ein Kanu kostet 80 CHF. Ein Schlauchboot mit Platz für 2 bis 4 Personen kostet 130 CHF.
  • Wem der Trubel im Marzili zu gross ist, dem empfehle ich einen Abstecher ins Lorrainebad. Das historische Freibad ist das kleinste und familiärste unter den städtischen Freibädern.
  • Jede Menge aktuelle Bern-Tipps und Infos zu trendigen Lokalen gibt’s auf dem Blog der Bärner Meitschi.
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