SchweizWandernWerbung

Von Frinvillier über den Chasseral auf den Vue des Alpes: Jura-Höhenweg Etappen 7 und 8

Werbung: dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Jura & Drei-Seen-Land Tourismus

Von den Tiefen der Taubenlochschlucht auf den majestätischen Chasseral; diese Zweitageswanderungen auf den Etappen 7 und 8 des Jura-Höhenwegs führt uns nicht nur auf eine der bekanntesten Erhebungen des Schweizer Juras, sondern begeistert uns auch mit ihrer landschaftlichen Vielfalt. Für alle Jurafans (und alle, die es noch werden wollen) definitiv eine Tour zum Nachmachen.  

Wandern auf dem Jura Höhenweg

Der Jura-Höhenweg startet in Dielsdorf im Kanton Zürich und führt als «Route 5» ausgeschildert in einem aussichtsreichen Auf und Ab über die Jurakette bis nach Nyon am Genfersee. 320, in 16 Etappen aufgeteilte Wanderwegkilometer, die mit einer herrlichen Fernsicht übers Mittelland bis zum Mont Blanc und einer abwechslungsreichen Routenführung begeistern. Kein Wunder, zählt der Jura-Höhenweg mit zu den beliebtesten nationalen Fernwanderwegen. Technisch schwierig wird’s auf dem Jura-Höhenweg nur selten – fordern tun einem dafür die Höhenmeter. Immer mal wieder ist eine tiefe Klus zu überwinden. Und genau in so einer startet die Etappe 7.

Etappe 7 von Frinvillier auf den Chasseral

Und ja: Hier stehen wir. Am Bahnhof Frinvillier auf knapp 550 Meter über Meer. 1’350 Höhenmeter stehen uns heute bis zum Tagesziel «Chasseral» bevor. Damit kann diese Etappe locker mit hochalpinen Touren mithalten. Doch der Einstieg wird uns leicht gemacht. Wir überqueren die Schüss, die sich hier auf ihrem Weg nach Biel tief ins Juragestein eingegraben hat, und steigen danach im Zick-zack durch den Wald auf. Ein Pfad ganz nach meinem Geschmack. Einfach zu gehen mit einer kontinuierlichen Ansteigung und angenehm schattig. Bald einmal Öffnen sich uns Tiefblicke hinunter in die Klus. Eindruck hinterlassen auch die knorrigen, vom Wind gezeichneten Laubbäume, die unseren Weg säumen.

Jurawandern

Nach etwas mehr als einer Stunde hat man bereits 500 Höhenmeter (und damit über einen Drittel) auf dem Zähler. Nun wird der Weg breiter und abschnittsweiser flacher. Auch die Umgebung verändert sich. Wir wandern nun über typische Juraweiden und geniessen die Aussicht über die bewaldeten Hügelzüge. Auch gut sichtbar: Der benachbarte Mont Sujet, den wir vor zwei Jahren erwandert haben. Nur der sonst stets von Weitem sichtbare, markante Sendeturm hält sich heute bedeckt. Die Vorboten der angekündigten Schlechtwetterfront haben den Chasseral bereits erreicht.

Etappe Frinvillier Chasseral
Aussicht Jura Höhenweg
Wanderung Chasseral

Wir lassen uns davon nicht beirren und steigen weiter durch den Wald auf. Im Quervergleich mit anderen Etappen des Jura-Höhenwegs, die wir bereits «erwandert» haben, ist hier der Streckenanteil von «richtigen» Naturpfaden besonders hoch. So auch auf dem letzten Drittel, das uns auf den kargen Gipfel des Chasseral bringt. Ab 1’400 Meter über Meer lassen wir die alten Baumriesen hinter uns blicken zum ersten Mal über die Tannenspitzen Richtung Mittelland. Immer wieder ein eindrücklicher Panoramablick!

Hinter dem klobigen Sendemast türmen sich bedrohlich dunkle Wolken – lange wird’s nicht mehr dauern, bis der Regen einsetzt. Wir schaffen es aber noch trockenen Fusses auf den Gipfel und nehmen uns dort die Zeit, um das 360-Grad Panorama von den Alpen bis zum Windpark auf dem Mont Soleil auf uns Wirken zu lassen.

Sendeturm Chasseral

Vom Gipfel bis zur Endstation der heutigen Tour ist es noch ein kurzer 20-minütiger Fussmarsch über eine Teerstrasse. In puncto Aussicht ist das Hotel Chasseral ein lohnendes Etappenziel und ein Garant für stimmungsvolle Ausblicke übers Drei-Seen-Land.

Panorama Chasseral
Blick vom Chasseral auf den Neuenburgersee

Eckdaten der Etappe Frinvillier – Chasseral

Nachfolgender Karte könnt ihr den Routenverlauf der Wanderung von Frinvillier auf den Chasseral entnehmen. Es handelt sich um einen gelb markierten Wanderweg der Schwierigkeitsstufe T1. Der Weg ist technisch nicht anspruchsvoll und verläuft mehrheitlich auf Waldpfaden, über Weiden und auf Kieswegen. Die Streckenlänge und die Anzahl Höhenmeter erfordern jedoch eine gewisse Grundkondition.

Die Etappe 7 endet auf Höhe Chasseral-Sendeturm. Die nächste Übernachtungsmöglichkeit (Hotel Chasseral) bzw. auch der nächste öV-Anschluss befindet sich 1.3 Kilometer entfern (rund 15 bis 20 Minuten Gehzeit). Die Postautolinie La Neuveville – Le Landeron – Plateau de Diesse – Chasseral wird in den Sommermonaten von April bis Oktober betrieben. Wer die Wanderung auf den Chasseral als Tageswanderung plant, der sollte sie daher entweder innerhalb dieses Zeitraums unternehmen, oder aber sich darauf einstellen, eine zusätzliche Stunde ins Dorf Nods abzusteigen.

AusgangspunktBahnhof Frinvillier (547 m ü. M.)
Erreichbarkeitmit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
Länge18,7 Kilometer
Höhenmeter↗ 1’375 m ↘ 385 m
Dauer6:15 h
ZielortBushaltestelle Chasseral, Hotel (1’556 m ü. M.)
VerpflegungGetränke (Selbstbedienung, bezahlbar mit Twint) auf Höhe les Colisses du Haut, Jurahaus (nur an den Wochenenden bewartet)

Etappe 8 vom Chasseral via le Pâquier auf den Vue des Alpes

Nachdem wir es uns nach der Ankunft am Etappenziel im Hotel Chasseral gemütlich gemacht hatten und zum Abendessen ein Fondue genossen (passend zum Wetter), verbrachten wir eine herrlich ruhige Nacht in unserem zwar etwas aus der Zeit geratenen, aber nicht minder gemütlichen, kleinen Doppelzimmer. Der Blick aus dem Fenster bestätigt das, worauf wir uns schon eingestellt hatten: Dicke Wolken und ein feiner Nieselregen haben den Chasseral heute Morgen fest im Griff.

Ich habe in meinen Teenie-Jahren viel Zeit im Jura verbracht und mag die Landschaft hier oben unter anderem auch wegen dieser düsteren Nebeltage so gerne. Der Jura bei Sonnenschein ist toll – aber erst bei Nebel entfaltet er seine volle Schönheit. Somit lassen wir uns hiervon nicht die Stimmung trüben, sondern marschieren ausgerüstet mit Regenkleidung, Regenhülle für den Rucksack und Schirm los.

Hotel Chasseral

Wir steigen über einen überraschend alpin anmutenden Pfad hinter den schroff abfallenden Kalkfelsen auf die Nordseite des Chasseral-Massivs ab. Wir befinden uns hier übrigens mitten im Regionalen Naturpark Chasseral, der sich im Dreieck La Chaux-de-Fonds, Neuenburg und Biel erstreckt und seit 2012 besteht.

Landschaftlich ist der nun folgende Abschnitt mit einer der Schönsten dieser Zweitageswanderung. Wir folgen zuerst einem Teersträsschen über Juraweiden zur Metairie Frienisberg. Von dort aus geht es über (ziemlich feuchte) Wiesen weiter in die bewaldete Combe Biosse. Hier erwartet uns ein bezaubernder, abwechslungsreicher Waldweg; mal breiter, mal schmaler, mal steil und steinig, mal flach und federnd. Nur der Flusslauf des Ruz Chasseran zeigt sich vom Sommer gezeichnet, ausgetrocknet.

Wegweiser Jura Höhenweg
Waldweg im Jura
Wald

Nach der Combe Biosse führt uns der Wanderweg durch das kleine Dorf Le Pâquier und den Teerstrassen folgend weiter bis zum Weiler Le Côty. Ab hier beginnt der etwas über zwei Stunden dauernde Aufstieg zum höchsten Punkt der heutigen Tour – den Mont d’Amin.

Le Pâquier Neuenburg
Wanderung Vue des Alpes

Nachdem sich der Nebel zwischenzeitlich gelichtet und der Regen nachgelassen hatte, zieht es nun wieder zu. Nicht weiter tragisch – so wird unser Blick auf die bunten Farbtupfer am Wegrand gelenkt. Nach gut fünf Wanderstunden tauchen vor uns die Umrisse des Etappenziels – das Hotels Vue des Alpes – auf. Das Hotel ist jedoch leider seit April geschlossen. Ein etwas trostloser Anblick. Wir müssen hier aber zum Glück nicht lange im Regen ausharren – wir haben unsere Wanderzeit nämlich auf den Busfahrplan abgestimmt und freuen uns schon jetzt auf eine wärmende, heisse Schokolade in der Bar/Chocolaterie «Creme Renversante» im nahen La Chaux-de-Fonds.

Nebel im Jura

Einmal mehr zwei wundervolle Wandertage auf dem Jura-Höhenweg. Inklusive Erkenntnis, dass man sich in puncto Wetter manchmal gar nicht allzu viele Gedanken machen muss.

Eckdaten der Etappe Chasseral – Le Pâquier – Vue des Alpes

Nachfolgender Karte könnt ihr den Routenverlauf der Wanderung vom Chasseral via Le Pâquier auf den Vue des Alpes entnehmen. Es handelt sich hier wiederum um einen gelb markierten Wanderweg der Schwierigkeitsstufe T1/T2. Diese Etappe ist mit knapp 19 Kilometer ebenfalls lange, aber beinhaltet deutlich weniger Höhenmeter. Somit ist sie etwas weniger streng als die erste Etappe auf den Chasseral.

Von der Passhöhe des Vue des Alpes bestehen am Nachmittag ganzjährig zwei Busverbindungen Richtung La-Chaux-de-Fonds (gemäss aktuellem Fahrplan um 13:55 Uhr und 17:05 Uhr). Alternativ kann man auch runter wandern (ca. 5.8 Kilometer, 1.5 Stunden Gehzeit).

AusgangspunktChasseral, Hotel (1’556 m ü. M.)
Erreichbarkeitnur saisonal mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
Länge18,9 Kilometer
Höhenmeter↗ 705 m ↘ 970 m
Dauer5:30 h
ZielortBushaltestelle Vue-des-Alpes (1’283 m ü. M.)
VerpflegungPicknick (direkt am Weg hat es keine Einkehroptionen)

Praktische Tipps für deine Wanderung auf dem Jura Höhenweg

  • Beachte, dass die Touren lang sind, und unterwegs nur begrenzt die Möglichkeit besteht, die Wanderung abzubrechen bzw. der Jura-Höhenweg auf diesem Abschnitt an keinen (Etappe 7) bzw. nur an wenigen öV-Haltstellen vorbeiführt.
  • Packt eine Regenjacke und einen Regenschirm ein – das Wetter kann im Jura schnell wechseln und ist immer wieder für Überraschungen bereit.
  • Die Wanderung auf den Etappen 7 und 8 des Jura-Höhenwegs empfiehlt sich je nach Witterungslage und Schnee ab ca. Ende März bis Ende November. Für Farbtupfer sorgen im Frühling die Krokusse und Osterglocken, im Sommer der Gelbe Enzian und im Herbst die bunt gefärbten Laubmischwälder.
  • Das Hotel auf dem Chasseral hat ganzjährig geöffnet, wobei es jeweils am Sonntag- und Montagabend geschlossen hat. Doppelzimmer mit integrierter Dusche/WC kosten 165 CHF pro Nacht. Günstiger sind die Doppelzimmer mit Etagen-WC (145 CHF). Für Familien stehen auch 3- und 4-Bett-Zimmer zur Auswahl. Aktuelle Preisinformationen sowie Kontaktangaben findet ihr hier: Hotel Chasseral
  • Auf dem Vue des Alpes gibt es aktuell kein Übernachtungsangebot. Falls ihr hier eine weitere Etappe anhängen möchtet, dann empfiehlt es sich, in La Chaux-de-Fonds zu übernachten.
  • Weitere Wander-Inspiration auf den Spuren des Jura-Höhenwegs findet ihr hier: Routenbeschriebe weiterer Wanderetappen
Über den Autor

Artikel

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.
Ähnliche Beiträge
HoteltippsSchweizWellnessWerbung

Traumkulisse inklusive: Einblick ins Hotel Belvedere Grindelwald (+ Ausflugstipps für die Jungfrau Region)

Werbung: Beitrag in Zusammenarbeit mit Responsible Hotels of Switzerland Bestes Herbstwetter…
HideawayHoteltippsSchweiz

Das neue Hôtel des Horlogers im Check: ein Weekend im Vallée de Joux

Der Schweizer Jura war bisher kein Mekka für Fans zeitgenössischer Hotelbauten mit internationaler…
SchweizWandern

Capanna Bovarina - Capanna Cadagno: 3-tägige Hüttentour am Lukmanier

Mitte August verbrachten wir drei herrliche Wandertage im Grenzgebiet zwischen den Bündner- und…

ALLE NEUEN ARTIKEL DIREKT IN DIE MAILBOX

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert