Ertappt – Finger weg, du Bilderklauer!

Ertappt – Finger weg, du Bilderklauer!

Diese Geschichte brennt mir schon länger unter den Nägeln. Die Anzahl an Webseiten, die mit geklauten Bildern oder einem laschen Umgang mit dem Urheberrecht Produkte bewerben und die damit verbundene Ungerechtigkeit gegenüber den Urhebern macht nachdenklich. Man nimmt sich, was gefällt und hübscht damit die eigene Webseite, seinen Online-Shop oder sein Magazin auf. Schampar praktisch diese Google Bildersuche. Was die Bilderklauer vergessen, hinter jedem Foto steckt ein Fotograf. Vielleicht war’s ein Schnappschuss, vielleicht hat er viel Zeit und Energie in das Bild gesteckt. Eigentlich egal. Der Bilderklauer findet das Bild «gut genug» für seinen Auftritt und so wär’s doch nur anständig dem Urheber seine Wertschätzung in Form einer korrekten Namensnennung, Verlinkung und je nach Nutzungsabsichten mit der Bezahlung einer Lizenzgebühr auszusprechen.

Ich weiss nicht mehr, wie wir die ersten Fälle mit von uns geklauten Bildern entdeckt haben. Purer Zufall. Noch gut in Erinnerung ist mir dagegen der erste grössere Fall, der das Bild vom Berggasthaus Aescher betrifft. Ich habe dieses Bild auf meinem 500px Profil gepostet. Von dort hat es jemand ohne Urheberangaben auf reddit geladen und von dort ging’s «viral» bis es schlussendlich auf 9gag – mit dem 9gag Wasserzeichen versehen – landete. Das Bild wieder in den Griff zu bekommen war ein hoffnungsloses Unterfangen. Zu viele zwielichtige Portale, zu viele Sackgassen.

9gag

Wie merke ich, dass mir Bilder geklaut werden?

Rein aus Interesse testeten wir den Dienst vom systematischen Bildüberwachungstool Plaghunter*. Die kostenlose Version beinhaltet die Überwachung von bis zu fünf Bildern und alleine hier wurden uns diverse Fälle angezeigt. Basierend auf dieser Tatsache entschieden wir uns, testweise das kostenpflichtige Paket «Enterprise» (Überwachung von 10’000 Bilder) auszuprobieren. Das Ausmass des Bilderklaus macht sprachlos. Beinahe täglich entdecken wir neue Fälle. Unsere Bilder wurden ohne Namensnennung in Reisekatalogen abgedruckt, in Zeitungen publiziert und zur Bewerbung von Reiseangeboten eingesetzt. Man hat damit Tischsets gedruckt, Todesanzeigen bebildert und die Fotos als Corporate Content auf Social Media Kanälen genutzt. Und das alles, obwohl bei uns auf dem Blog im Impressum steht:

Die Urheber- und alle anderen Rechte an Inhalten, Bildern, Fotos oder anderen Dateien auf der Website gehören ausschliesslich Anita Brechbühl und Nicolas Glauser oder den speziell genannten Rechtsinhabern. Für die kommerzielle Verwendung ist die schriftliche Zustimmung der Urheberrechtsträger im Voraus einzuholen.

globaltravel

litauischerreiseanbieter

finischerreiseanbieter

norwegen

Wie gehe ich bei Urheberrechtsverletzungen vor?

Wäre ich in Deutschland, wäre das Vorgehen wahrscheinlich unkomplizierter. Ich hätte meinen Anwalt des Vertrauens, der für mich die Lizenzgebühren inklusive Strafe einfordern würde. Bei uns in der Schweiz ist das Einfordern der Lizenzgebühr nicht ganz so unumstritten. Einerseits muss das Bild einen gewissen Grad an Individualität aufweisen, damit es überhaupt den urheberrechtlichen Schutz geniesst. Was das in der Praxis bedeutet, darüber ist sich die Rechtsprechung uneinig.

Andererseits kann ich nicht einfach allfällige Anwaltsgebühren und/oder Strafgebühren an den Verursacher überwälzen, sondern muss zuerst beweisen, dass mir einen Schaden entstanden ist und die Gegenseite vorsätzlich gehandelt hat. Somit wird das nachträgliche einfordern der Lizenzgebühr via Anwaltsschreiben in besten Fall zu einem Nullsummenspiel. Deshalb bin ich bisher jeweils so vorgegangen, dass ich die Schweizer Fälle direkt mit einer Rechnung mit der Bitte zur nachträglichen Bezahlung der Lizenzgebühr basierend auf den Ansätzen der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Bild-Agenturen und -Archive (SAB) angeschrieben habe. Die Antworten sind zum Haare raufen! Ein Auszug:

Nein, ich habe die Foto nicht aus Ihrer Homepage entnommen… habe Ihre Homepage noch nie gesehen…

Ja klar logisch. Das Bild gibt’s nur bei mir und nun bei Ihnen. Seltsam, seltsam…

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Bilder sind morgen früh für immer aus unserer Webseite entfernt. Es handelt sich um ein Missverständnis, dass Ihre Bilder ohne Ihre Einwilligung online gingen. Wir werden Alternativen suchen, die günstiger sind und bitten Sie höflichst unser Vorgehen zu entschuldigen.

Günstigere Alternativen?! Keine Frage, die gibt es, aber das hätten Sie sich vielleicht früher überlegen müssen.

Wir werden Ihrer Rechnung nicht nachkommen und bezahlen, da wir das Bild sofort wieder gelöscht haben und Ihnen sicherlich kein Schaden entstanden ist.

Ich liebe solche Argumentationslinien.

Die Angelegenheit ist uns natürlich gar nicht recht und wir haben noch nie ein Bildrecht verletzt. Aber bereits vorne weg: hier muss ein Irrtum vorliegen, denn wir wissen von nichts! Das von Ihnen beschriebene Bild stammt ganz sicher nicht von uns, denn es befindet sich nicht in unserer Datenbank.

Oh Magic, das Bild hat sich wahrscheinlich selbst reingeschlichen. Und dieses „noch nie“ soll mich jetzt milde stimmen oder was?

Im Falle Ihres Fotos ist es so, dass der Facebook- & Google+-Post von einem (in der Branche unerfahrenen) neuen Praktikant ausgeführt wurde.

Leider ist dem mit der Bildsuche beauftragten Lehrling entgangen, dass er ihr Bild nicht nutzen kann – er dachte, es handle sich bei Ihrer Seite um ein öffentliches touristisches Angebot.

Lehrling, Praktikant, neuer Mitarbeiter. Ja und? Das ist doch keine Entschuldigung.

ich habe Ihr Bild gewählt weil es a) bei google zuoberst kam und b) das Schönste war.

Toll! Und jetzt kommt das geklaute Bild bei Ihnen auf der Webseite bei Google zuoberst. Ich fühl mich geehrt.

ich habe die Webseite für das Restaurant […] erstellt und bin auf der Suche nach einem Bild (Vermicelles) auf Ihres gestossen.Da das Bild keinen Copyright – Hinweis enthielt, habe ich mir erlaubt das Bild zu verwenden.

Kopf Tisch. Du erstellst für Kunden Webseiten und klaust dir dafür das Bildmaterial zusammen. Und diese „da hat’s kein Copyright drauf “ Entschuldigung ist einfach nur erbärmlich!

Ich habe ihr Bild im Google-Bild System entdeckt ohne ihren Namen irgendwo darauf gesehen zu haben. Ich bitte nochmals um Entschuldigung und würde mich freuen Sie auf ein Tee einladen zu dürfen.

Tolle Sache dieses Google-Bild System! Und ähm nein. Ich möchte nicht zum Tee eingeladen werden. Merci fürs Verständnis.

Und jetzt?

Es ist unschwer zu erkennen, dass das Einfordern einer Lizenzgebühr (wohlverstanden nur bei Seiten, die die Bilder kommerziell verwenden) eine zermürbende Angelegenheit ist. Einige wenige sind einsichtig und zahlen die Lizenzgebühr. Bei den ausländischen Fällen nutzen wir den Dienst von ImageRights. Dort können Fälle an Anwälte übergeben werden, die nur im Falle eines Erfolges einen prozentualen Anteil als Honorar abziehen. Auf diesem Weg konnten wir schon nachträgliche Lizenzgebühren im vierstelligen Bereich einfordern. In der Schweiz habe ich bisher einmal den Weg via Anwaltsbrief eingeschlagen. Es ging konkret um drei Bilder, die für die Bewerbung eines online Reiseangebots genutzt wurden. Die Person zeigte sich uneinsichtig und ignorierte meine Zahlungsaufforderung. Kaum flatterte der Anwaltsbrief ins Haus, wurde der geforderte Betrag anstandslos überwiesen. Aber wie gesagt, zieht man die Aufwendungen für den Anwalt ab, lohnt sich das erst ab höheren Lizenzsummen.

Du machst es den Leuten aber auch einfach!

«Mach einen deutlichen Copyright-Hinweis auf deine Bilder!» «Lade sie nicht in einer so hohen Auflösung auf den Blog!» Danke für diese nett gemeinten Ratschläge. Sie sind meiner Meinung nach aber nicht zielführend. Die Bilder auf dem Blog sind für die Anzeige auf Bildschirmen mit HD-Auflösung optimiert. Sie sind 1920 px x 1280 px gross. Mit einer Auflösung von 300 dpi kann das Bild 16.3 cm x 10.8 cm gross abgedruckt werden. Ich fände es schade, die Bilder mit weniger Pixel hochzuladen, weil die Bilder unser Markenzeichen und für uns genauso wichtig sind, wie der Text.

Genauso schade ist es, die Fotos mit einem quer durchgehenden sichtbaren Wasserzeichen zu „verschandeln“. Wir kennzeichneten unsere Fotos eine Zeit lang mit einem sichtbaren Wasserzeichen am Bildrand, liessen es dann aber weg, weil wir Fälle entdeckten, wo es weggeschnitten wurde. Ein aktueller Fall zeigt exemplarisch, dass das Wasserzeichen-Argument nicht zieht.

Über eine online Publikation der Schweizer Illustrierten entdeckten wir eines unserer Matterhorn-Bilder in einer Bildserie. Dank eines Tweets erhielt ich die Kontaktdaten der online Redaktion. Diese meldete mir, dass das Bild 1:1 aus der Print-Ausgabe übernommen und keine Einschränkungen für die online Nutzung gemeldet wurden. Da ich über die Nutzung in der Printausgabe ebenso wenig informiert war, bat ich um eine Rückmeldung der Bildreaktion. Diese meldete sich bei mir mit den Worten «die Bildstrecke haben wir vom Alpinen Museum erhalten». Wie bitte?

500’000 Leute haben dein Bild gesehen, nur du weisst von nichts.

Jetzt ist es so, dass mein Matterhorn Bild im Rahmen der «The Matterhorn Family» Pop Up Ausstellung des Alpinen Museums von Anfangs Juni bis Ende Oktober auf dem Gornergrat ausgestellt war. Das Beste: Die 22 Doppelgänger-Exemplare wurden bis Ausstellungsende auf über 350’000 Fotoblätter für die Besucher zum Mitnehmen abgedruckt. In den Medienberichten wird als Urheber zwar «travelita.ch» genannt. Wir wurden aber nie für diesen Nutzungszweck angefragt und auf den Bildern ist zumindest auf der Vorderseite kein Urheberhinweis angebracht. Das Wasserzeichen wurde einfach mal frech weggeschnitten, ohne uns auch nur annährend über die Nutzung zu informieren. Was mich an diesem Fall am meisten ärgert, dass nun da draussen Tausende Leute ein Abziehbild mit meinem Matterhorn besitzen und ich nicht mal ein Belegexemplar in die Hände bekommen habe. Gopfridstutz wie kann das passieren? Die Google-Bildersuche ist kein Selbstbedienungsladen!

Zermatt_RIffelsee

Mit diesem Wasserzeichen wurde das Bild bei mir auf dem Blog publiziert (hier)

Matterhorn

und so wurde es für die Ausstellung genutzt (schnipp, schnapp, Wasserzeichen ab)
Bild unten: Kristian Voldheim 

Aktueller Stand:

Das Alpine Museum hat sich in der Zwischenzeit bei mir gemeldet und sich für diesen Vorfall entschuldigt. Bei der Bildauswahl wurde mit externen Personen zusammengearbeitet, die es verpasst haben, mich als Urheber über den Verwendungszweck zu informieren.

Wie weiter?

Wir werden weiterhin die Bilder überwachen und die Schweizer Fälle in einem ersten Schritt direkt anschreiben. Meine Hoffnung ist, dass diese Leute in Zukunft zumindest den Urheber kurz anschreiben und die Bedingungen für die Nutzung abklären. Der Anteil der Leute, die ohne Anwaltsschreiben bereit sind, die Bilder nachträglich richtig zu lizenzieren, bewegt sich in einem Bereich, wo Plaghunter kostendeckend ist und von Zeit zu Zeit ein neues Objektiv drin liegt.

Schöner fände ich, wenn jeder, der unsere Bilder für kommerzielle Zwecke nutzen möchte, zuerst bei uns anklopft und auf dem sauberen Weg die Nutzungsrechte erwirbt. Und wer die Bilder ungefragt für redaktionelle Zwecke verwendet, der sollte zumindest die Grösse zeigen, nicht nur den Namen zu nennen, sondern auch auf unsere Seite zu verlinken. Das gilt auch für Blogger, die ihre Berichte teilweise mit nicht selbstgemachten Fotos bebildern oder diese für Social Media Posts benutzen und dabei die Urhebernennung stiefmütterlich behandeln.

Hilfreiche Tools und Links zur Bildüberwachung und dem Schweizer Urheberrecht:

Einen kreativen (und kommunikativ sympathischen) Lösungsansatz, um Bilderklauer auf die Urheberrechte aufmerksam zu machen, könnt ihr bei Bastian anschauen. Probiert mal dort, Bilder zu klauen 😉 mit Dank an Bastian für dieses Beispiel.

*da wir Plaghunter schon so vielen Leuten empfohlen haben, habe ich mir an dieser Stelle einen Affiliate Link erlaubt.

Comments

  • Ingo Ingo Februar 11, at 15:46

    In der aktuellen Ausgabe (1/2016) der "c't Digitale Fotografie" ist zu der Thematik der Artikel "Kampf den Bilderdieben" erschienen. Der einen Teil der genannten Werkzeuge und Dienstleister ebenfalls vorstellt. Außerdem wird auch auf die Rechtslage in Deutschland eingegangen. Die schweizer und österreichische Rechtslage wird allerdings in dem Artikel nicht erläutert...Danke für Deinen aufschlussreichen Artikel! Ich glaube, ich werde mich auch mal mit Plaghunter beschäftigen. Auch wenn ich bisher noch auf kein geklautes Foto von mir gestoßen bin, heißt es nicht, dass ich nicht auch schon bestohlen wurde...

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  • Jakob Jakob Februar 11, at 16:00

    Irre Geschichte. Wenns nicht so traurig wäre, wärs fast schon wieder lustig (zumindest die von die zitierten Antworten sind zum Kopfschütteln). Danke für den informativen Artikel und die genaue Beschreibung deiner Vorgehensweise. Ich bin bisher noch auf kein geklautes Bild aufmerksam geworden. Ich hoffe, das bleibt so!Liebe Grüße, Jakob

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  • Mela │ individualicious Mela │ individualicious Februar 11, at 16:15

    Und jedes Mal wieder wenn ich von deinen absurden Fällen höre, denke ich mir, ich sollte auch mal meine Bilder wieder prüfen. Einfach unfassbar, mit welchen lausigen Argumenten die Firmen dann daherkommen. Aber ziemlich schräg, dass hier das Schweizer Urheberrecht so Urheberunfreundlich ist :(

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 06:31

      Tja, die Schweiz ist der Wilde Westen der Urheberrechte (zumindest im Vergleich zu den Nachbarländern) :D

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  • Monika Monika Februar 11, at 18:46

    Deine Erfahrungen sind ja erschreckend. Das Problem kenne ich auch und Plaghunter hat schon Fotos von mir auf kommerziellen Seiten entdeckt, obwohl auch auf unseren Seiten überall steht, dass sie nicht zur kommerziellen Nutzung zur Verfügung stehen. Ich habe zwar schon mehrere Rechnungen verschickt, bisher hat aber nur ein unrechtmäßiger Nutzer sofort bezahlt, wenn auch unter Protest. Einen Anwalt habe ich bisher noch nicht eingeschaltet, aber das sollte ich wahrscheinlich tun. Ich nutze bisher nur die kostenlose Version von Plaghunter. Auch da sollte ich vielleicht einmal "aufstocken".

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 06:34

      Ja gerade bei der Online-Nutzung denken sich halt viele "Bild gelöscht, Problem gelöst" oder spekulieren darauf, dass du keine weiteren Schritte unternimmst. Ist mir ja meistens auch zu mühsam.

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  • helga helga Februar 11, at 19:26

    wow, ich bin sprachlos. Danke für den Artikel. Unglaublich dreist! Über sowas hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Natürlich macht die Google-Bildersuche das Klauen einfach. Man muss ja nicht mal über die Webseite gehen, sondern kann direkt auf "Bild ansehen" klicken. Deswegen glaube ich sogar einige Kommentare, die behaupten, dass sie deine Seite gar nicht kennen. Aber jeder Medienschaffende, ja auch "Normalos" wissen, dass es ein Urheberrecht gibt. Für viele ist das Netz aber immer noch ein absolut rechtsfreier Raum. Und ich merke grad, dass ich bei meinem Pix niemals die Zeit haben würde, dem nachzugehen. Uiui.

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 06:37

      Wobei ich bei den "normalos" schon feststelle, dass sich viele nicht bewusst sind, was sie da genau tun (z.B Leute, die Ferienhäuser vermieten und zu diesem Zweck eine Webseite erstellen oder auf halbprivater Basis Wanderungen organisieren etc.).

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  • Nicole Nicole Februar 11, at 21:17

    Das ist ja echt unglaublich! Ich hätte nie gedacht, dass von so vielen Leuten bzw. sogar professionellen Unternehmen Bilder geklaut werden und sogar noch damit Produkte beworben werden! Das macht wirklich sprachlos. Vor allem wenn man sich die Entschuldigungen anhört, am besten hat mir ja die Einladung zum Tee gefallen! Gefolgt vom unwissenden Webentwickler. Ist das Dreistigkeit oder Naivität? Ich persönlich habe es noch nicht getestet, ob Bilder von mir geklaut wurden (vielleicht will ich es auch gar nicht wissen) aber ich hab grade erst gesehen, dass jemanden meinen Blog Namen genauso in der URL verwendet. ganz zu schweigen von dem Klonen von Blogs. Auch nett. V.a. wenn man Stunden für SEO investiert...

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 06:39

      Ja Leute, die sich von anderen bezahlen lassen, um eine Webseite zu erstellen und dann hinter dem Rücken des Kunden nicht richtig lizenzierte Bilder verwenden, finde ich persönlich auch so ziemlich der Gipfel! Vor allem, wenn sie sich dann noch versuchen rauszureden.

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  • Thomas Thomas Februar 11, at 21:38

    Ich prüfe auch regelmäßig, in Stichproben. Finden tut man eigentlich immer was. Wenn es aber Richtung Printmedien, Flyer usw. geht wird es schwieriger. Da brauch man schon Herrn Zufall um diese zu entdecken. Eine Ausstellung ist natürlich der Hammer, was für eine Geschichte, unglaublich.LG Thomas

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 06:41

      Da kommt uns zu Gute, dass inzwischen viele Printartikel und Flyer auch in einer pdf-Version auf Webseiten hochgeschalten werden ;)

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  • Philippe Philippe Februar 11, at 22:42

    Danke für den Beitrag. Das Thema sollte echt mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ich habe zwar aufgehört nach geklauten Bildern von mir zu suchen, tat das früher aber regelmässig und kenne die ärmlichen Ausreden vom "Praktikanten" bis zum "seien sie doch geehrt" nur zu gut. Man fragt sich, ob die Leute sich auch anderes einfach so nehmen. Bei den Medienhäusern, welche via Google, Twitter und andere Kanäle ja nicht selten einfach Bilder nehmen, fragt man sich, ob sie kein Problem damit hätten, wenn man ihre Texte mal aus versehen kopieren würde. Bei solchen "professionellen Dieben" sollte man eigentlich fast eine Art Internetpranger ins Leben rufen. In meinem Fall sind die Bilder mehrheitlich online, um eine Dienstleistung zu verkaufen. Da ist das Risiko dann sozusagen der Preis geworden, der eine gute online Präsentation kostet. Wenn's aber in erster Linie um zu publizierenden Content geht, bedeutet dies verlorener Umsatz und eine Schwächung des Bildwertes. Und es ist schlicht einfach frech und unanständig zu klauen. Sauerei!

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  • klaeui klaeui Februar 12, at 02:16

    Verheerend. Und die Person die seinem Praktikanten oder Lernenden die Schuld in die Schuhe schiebt sollte auf die Strasse gestellt werden! Immerhin müssen Arbeiten den Praktikanten und Lernenden gezeigt/beigebracht und auch kontrolliert werden...

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  • Tanja L. Tanja L. Februar 12, at 07:21

    Sehr ärgerlich, vor allem wenn die Leute so uneinsichtig sind. Ich finde keinen Button um euren Bericht zu teilen, nur liken geht, hab ich etwas übersehen?

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 16:29

      Nein ich habe keinen Facebook-Teilen-Button in meinem Plugin, dafür müsstest du den Link bei dir einfach in Facebook reinkopieren :)

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  • Gregor Gregor Februar 12, at 08:13

    Unglaublich!.!.! Also die Matterhorngeschichte hat bei mir durch das viele Kopfschütteln echt Nackenprobleme hervorgerufen. Mit welcher Dreistigkeit die Leute unterwegs sind. Es beruhigt mich wenigstens ein bisschen, dass du ab und an Erfolg im Kampf gegen die Bilderdiebe hast.Gruß Gregor

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  • karin karin Februar 12, at 08:56

    Danke für den Beitrag, den schicke ich gleich noch weiter an eine Fachklasse, mit der ich diese Woche schon über Bildrechte diskutiert habe. Es ist schon haarsträubend, wie sich zum Teil an Bildern im Web bedient wird. Wir haben bei LOREM (not Ipsum) einen ähnlichen (und eben doch irgendwie anderen) Fall, der uns zurzeit sehr ärgert:Vor kurzem haben wir per Zufall festgestellt, dass papercutshop.se ziemlich systematisch Produktbilder von uns klaut. Wasserzeichen sind auf all unseren Bildern im Shop enthalten und es passiert genau das, was du beschreibst: Sie werden einfach abgeschnitten. Grob überschlagen handelt es sich um mehrere hundert Bilder, die einfach ungefragt und ohne unsere Erlaubnis von loremnotipsum.com gezogen werden, um andernorts dasselbe Produkt zu verkaufen.Nun handelt es sich hier aller Voraussicht nach nicht wirklich um einen Urheberrechtsfall: Produktbilder sind gemeinhin sowieso nicht geschützt und die Aufbereitung / Aufwertung durch Hintergründe etc. wird sie nicht zum «Werk» erheben. Was aber bleibt: Unser Sortiment umfasst rund 100 verschiedene Titel, die meisten von ihnen von unterschiedlichen unabhängigen Verlagen. Der Professionalitäts- und Effizienzgrad der Herausgeber ist sehr unterschiedlich – der Aufwand, überhaupt schon nur inntert nützlicher zu ausreichend Bildmaterial in guter Qualität zu kommen, ist immens. Nimmt man die Aufbereitung und Bearbeitung dazu, kommt man – gerechnet auf die mutmassliche Menge an Bildern, die da unrechtmässig mitgenutzt wird – auf eine Arbeitsleistung im Umfang von mehreren Tagen, die sich die Betreiber von papercutshop.se. einfach mal eben sparen und dabei von einer Bildqualität in der Präsentation ihres Angebots profitieren, die sie zuvor (oder Titeln, die wir nicht führen) tatsächlich nicht hatten bzw. nicht herstellen wollten, vermutlich aus Ressourcengründen. Auf eine entsprechende Nachricht folgte keine der von dir genannten Begründungen – man hielt es nämlich nicht einmal für nötig, zu antworten.

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 16:28

      Ja, das gibt's leider auch. Die Leute, die sich erst nach dem dritten oder vierten Mail dazu herablassen, überhaupt eine Antwortmail zu schreiben. (oder dann eben gar nicht)

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  • Tähtini Tähtini Februar 12, at 10:43

    Sehr guter Text! Und trifft den Nagel voll auf den Kopf. Das vermehrte Unrechtsbewusstsein - gerade in Bezug auf Bilderklau - ist unfassbar. Die interessanteste Ausrede habe ich von einem jungen Mädchen mal lesen dürfen: "Wir haben in der Schule gelernt, dass man die Bilder von Google nehmen darf, wenn da kein Name drauf steht!" Da frage ich mich doch: Was bitte wird an den Schulen heutzutage für ein Schmarrn erzählt? Oder hat das Mädel vielleicht einfach nur gehört, was sie hören wollte....?

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 16:25

      yesses! Das wäre ja echt schlimm, wenn das an den Schulen so gelehrt wird, wobei ich bis jetzt eher gegenteilige Erfahrungen gemacht habe und mich Schülerinnen/Lehrlinge für eine Bildnutzung mit Quellangaben im Rahmen ihrer Arbeiten sogar extra angefragt haben.

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  • hirma hirma Februar 12, at 12:13

    Nicht nur kleine Firmen betreiben dieses Spiel. Microsoft verwendet von Bing gefundene Bilder mit dem Tag #pictureoftheday als Hintergrund für Ihre Software. Aufgefallen ist mir das auch erst, als mir ein Bekannter erzählte er hätte mein Bild als Hintergrund auf seinem PC.

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  • Martin Steiger Martin Steiger Februar 12, at 14:30

    Anita Brechbühl hat einen äusserst lesenswerten Beitrag verfasst, vielen Dank!Als Rechtsanwalt unterstütze ich immer wieder schweizerische Urheberinnen und Urheber, die gegen die nicht autorisierte Verwendung ihrer Bilder im Internet vorgehen. Erfreulicherweise gelingt es auch in der Schweiz häufig, zu Gunsten von Urheberinnen und Urhebern gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. «Reich werden» ist damit nicht möglich, aber darum geht es den Betroffenen normalerweise auch nicht …Apropos Plaghunter: Die Suchmaschine basiert auf Google Images, was die meist sehr treffsicheren Ergebnisse erklärt.Apropos Image Rights: Die Ergebnisse sind meiner Erfahrung nach leider nicht mit Google Images zu vergleichen, dafür ist die Abwicklung mit Bezug auf die USA attraktiv.

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 12, at 16:23

      Ja diese Erfahrung haben wir mit ImageRights auch gemacht - es findet deutlich weniger als Plaghunter. Aber der Dienst, die ausländischen Fälle an Anwälte zu überreichen ist praktisch. Und nein, ums reich werden geht's mir auch nicht :)

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  • Christian Christian Februar 12, at 14:45

    Das ist ja echt unglaublich! Puuuh, da bleibt einem echt die Sprache weg. Ich drück dir die Daumen, dass der Sachverhalt mit der Ausstellung Klärung findet!Wir haben auch ordentlich Traffic von Googles Bildersuche auf unserer Seite und nachdem sich einige Besucher beschwerten, drucken wir auch kein Wasserzeichen mehr auf die Bilder.Vielleicht sollten wir auch mal etwas Zeit in die Bildersuche auf Google investieren und unsere Bilder prüfen.Grüße Christian

    Reply
  • Jean Jean Februar 13, at 12:12

    Hallo Anita, ich bin total baff, dass "Bilderklau" in einem so großen Ausmaß stattfindet... das hätte ich nie gedacht! Klar passiert das vielleicht tatsächlich mal aus Versehen, aber so krass?! Hoffentlich passiert euch das nicht mehr so oft und cool, dass du so gute Tools vorstellst. LG, Jean

    Reply
  • Roland Roland Februar 15, at 20:24

    Aus Interesse: Wieviel verlangst Du denn für die Bilder, die Du verrechnest? Auf welcher Logik basiert die Berechnung des Copyrights?

    Reply
    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 15, at 20:32

      Hallo Roland ich halte mich an die SAB Richtlinie (ist im Text verlinkt). Diese definiert je nach Nutzungsart (print/online), Grösse, Auflage, mit oder ohne Namensnennung den Lizenzpreis und ist der allgemeine Standard in der Schweiz

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  • Markus Markus Februar 15, at 21:24

    Ich möchte mich der Frage von Roland abschliessen. Mich nähme es auch Wunder, in welcher Grössenordnung die Preise liegen. Oder ist das irgendwie ein Geheimnis?Nicht dass man mich falsch versteht: Bilderklau ist unfair und illegal. Vorher anfragen ist Pflicht. Mir wurden auch schon Bilder geklaut. Von meinen eigenen (zweiten) Arbeitgeber. Ich ging einen Stock nach unten und konnte die Angelegenheit regeln. Wenn ich jetzt aber sehe, dass allein die Preisliste beim SAB Schweiz kostenpflichtig ist, so ahne ich Schlimmes.Welchen Wert hat ein Bild? Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Eines ist klar: der Wert ist in den letzten Jahren gesunken. Dies wegen fotolia und co. Das gilt übrigens auch für Videos und Musik. Viele Berufs- und Interessenverbände leben auf einer Schweizerischen Hochpreiswolke. Wenn ich beispielsweise für 3 min. Werbekommentar hier fast 1000.-- Fr. hinblättern muss, in Deutschland aber etwa 250 Euro bezahle, sollten die Tarife überdacht werden. Ein professioneller Imagefilm hat vor 20 Jahren gut und gerne 50-100'000 Fr. gekostet. Heute gibts meist nicht mehr als einen Fünftel dafür.Wenn ein Bild fürs Internet 500.-- Fr. kostet, ist das einfach zu viel. Wer jedoch nicht bereit ist, 50.-- Fr. für eine Lizenz zu bezahlen, ist schon sehr geizig.Man lässt einen Goldbarren nicht am Zürcher Hauptbahnhof herumliegen und empört sich dann, wenn er gestohlen wird. Im Internet ist es leider das Gleiche. Schöne Bilder werden geklaut, das ist leider einfach eine Realität. Ein gewisser Diebstahlschutz ist wohl unumgänglich. Ausserdem sollte es niederschwellig möglich sein, an die Lizenzbedingungen zu kommen. Ein Hinweis auf eine Website, bei welcher man für 20.-- Fr. ein pdf mit Litözenzinformationdn kaufen muss, entspricht nicht meiner Vorstellubg vin niederschwellig.

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 15, at 22:17

      Ja, wenn man nicht bereit ist, die 20 CHF für die Richtlinie zu bezahlen, dann kann ich auch nicht weiterhelfen. Ich habe die 20 CHF bezahlt und halte mich an die Preisempfehlungen dieser Richtlinie. Und es steht jedem frei, die Bilder in einer günstigen Form via stockfotografie-Anbieter zu beziehen. Meine Güte. Wir sprechen hier im Normalfall von einem Betrag zwischen 180 bis 250 CHF. Und die Probleme entstehen ja nur, weil die Leute nicht zuerst fragen, sondern einfach nehmen. Und Anfragen kostet ja nichts. Wenn mich jemand im Vorfeld fragt, die Namensnennung korrekt anbringt, dann ist der Lizenzpreis auch dementsprechend tiefer.

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  • Markus Markus Februar 15, at 23:22

    Danke für die prompten Infos! 180.-- Fr. bis 250.-- Fr. halte ich auch nicht für übertrieben, je nach Anwendung halt. Für eine kleine Hobby-Website ist es wohl zu viel, aber dann soll man die Bilder auch nicht verwenden. Für professionelle Anwendungen finde ich den Preis angemessen. Und vorher fragen ist das Mindeste an Anstand, was man verlangen darf. Das sehe ich genauso.Nicht einverstanden bin ich aber mit den Kosten für die Richtlinie. Nein, äxgüsi... Ich geh auch nicht in die Migros und bezahle erst mal 5.-- Fr. Eintritt, damit mir die Preise der Waren angezeigt werden. Wenn die Preisgestaltung so aufwändig ist, ist sie ohnehin zu kompliziert.Übrigens noch eine Idee, wie der Bilderklau vielleicht etwas erschwert werden könnte trotz hoher Auflösung. Wenn die Bilder nicht direkt in den Blog eingebettet werden, sondern via etwas in der Art von Flash, so würde es wenigstens etwas mehr als einen Rechtsklick brauchen für einen Download. Ich bin da aber auch nicht sehr versiert. Vielleicht weiss jemand anders etwas dazu?

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 16, at 06:09

      Der Migros-Vergleich hinkt... Die SAB ist eine Interessensvertreter-Gruppe kein Lebensmittelladen. Man kann dort ja ausser den Richtlinien nichts kaufen. Die Richtlinie ist eine Dienstleistung. Wenn ich die SIA Normen oder VSS Normen anschauen möchte (die man in der Architektur und Planung für die Arbeit zwingend benötigt), dann muss ich auch zuerst ein Lizenzgebühr (zwischen 40 - 120 CHF pro Norm bei der VSS (!)) zahlen, bevor ich diese Normen anschauen kann. Es ist ja schliesslich auch einen Aufwand diese Liste zusammenzutragen und stetig zu aktualisieren. Ich kann mich doch nicht auf der einen Seite darüber echauffieren, dass sich Leute gratis bei mir auf dem Blog mit Bildern bedienen und dann auf der anderen Seiten die ganzen Ansätze einer kostenpflichtigen Richtlinie herausposaunen...

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  • Remo Remo Februar 16, at 01:24

    In Deutschland ist ein riesiges Geschäft für Abmahnanwälte, nach Bildern zu suchen. Und zwar in Zusammenarbeit mit den Fotografen.Anders als nach Schweizer Recht können hier gleich horrende Anwaltskosten geltend gemacht werden und drakonische andere Kosten. Was dazu führt, daß Eltern von minderjährigen Kindern, die Bilder auf Facebook hochladen in vielen Fällen tausende Euro zahlen müssen.Das ist auch nicht gut.In der Schweiz gibt es dieses Geschäftsmodell für Anwälte zum Glück nicht.Aber das fehlende Unrechtsbewußtsein und die Mentalität, einfach Bilder "zu nehmen" ist natürlich auch nicht das gelbe vom Ei.

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  • Kumo (The Hangry Stories) Kumo (The Hangry Stories) Februar 16, at 13:12

    Wow, die Ausreden der Bildiebe machen mich sprachlos! Wie kann man denn Bilder verwenden, wo die Bildrechte nicht geklärt sind? :( Danke für deinen Artikel und die Sammlung der Ausreden und Beispiele. Zeigt mir wieder einmal, wie die Google Bildersuche immer wieder als Stock-Datenbank hergenommen wird.

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  • Alex Alex Februar 16, at 21:49

    Super geschrieben, vielen Dank dafür. Ich bin selbst sehr erfahren in diesem Bereich, auch wenn nicht freiwillig. Ich bin Microstockproduzent aus Deutschland, allerdings liegt mein Schwerpunkt bei Illustrationen (3d und Vektoren). Da meine Bilder meist für Werbung bestimmt sind und funktional sein müssen, habe ich in meinem Portfolio kaum Postkartenmotive wie bei dir. (Deswegen wird mir eine Matterhorn-Geschichte wie bei dir wohl nie passieren. Was ich allerdings absolut frech finde und ich hätte mir das fürstlich entschädigen lassen). Dadurch, dass ich so ziemlich für jeden Zweck Bilder anbiete, gibt es auch extrem viel unlizenzierte Verwendungen im Web. Für mich ist es extrem ärgerlich, da ich von Produktionen meinen Lebensunterhalt finanziere.Ich weiß auch nicht mehr, wann ich das erste Mal danach gesucht habe. Ich weiß nur, dass ich die erste Zeit versucht habe dies nicht juristisch klären zu lassen. Meist habe ich eine Rechnung geschickt. Manchmal hat es funktioniert, manchmal nicht. Oft nur einen dummen Spruch als Antwort bekommen, zB. "das kann mein Enkelsohn in 5 Minuten selber erstellen" (klar eine 3d Illustration, für die ich ca. 6Stunden gebraucht habe, mit einer Software die 4000€ kostet) ... Irgendwann wurde mir das Ganze zu blöd und ich machte mich auf die Suche nach einem Anwalt. Ja das stimmt, in Deutschland ist schon eine ganze Abmahnindustrie entstanden. Und ich war überrascht, die Anwälte sind ständig auf der Suche nach solchen Produzenten wie mich. Da kann man schon Deals eingehen, dass z.B. bei Nichtzahlung einem keine Kosten entstehen. Das Problem ist, einen richtig guten Anwalt im Urheberrecht zu finden, ist gar nicht mal so einfach. Naja, nach einiger Zeit und Ausprobieren fand ich ein paar gute Kanzleien in Deutschland, dann in Österreich. Mittlerweile kenne ich eine Kanzlei in Berlin, die einige Länder in Europa in Angriff nehmen kann, auch in der Schweiz. Was ich schon für Fälle hatte, das glaubt mir kaum einer. Unter den Bilderdieben, gab es schon Polizei, Steuerberater und sogar eine Rechtsanwaltskanzlei. Die Ausreden sind fast immer dieselben: bei Google gefunden, dachte das ist gratis.Bilder suche ich über die Google-Bildersuche. Die Google-Suche ist die Beste, findet auch PDFs. So findet man manchmal eigene Bilder, die irgendwo im Druckprospekt oder Druck-Flyer verwendet und dann von irgendjemanden eingescannt ins Web hochgeladen wurden... Klar kann man auch Plaghunter und Pixray verwenden. Ich habe beides ausprobiert und für mich ist beides nichts. Plaghunter sucht auch über die Googlebildersuche, am Anfang zu ungenau, mit der Zeit trudeln dann die Ergebnisse rein. Das Problem ist, da ist zuviel Abfall dabei, also z.B. was bringen mir die Ergebnisse aus Süd-Amerika oder China, oder Osteuropa? Da kann ich eh nichts machen. Bis ich da alles wegsortiert habe, bei meinem Portfolio, dann kann ich das auch selber machen... Wenn ich persönlich suche, mache ich das Bild für Bild und die wichtigsten Treffer die ich wirklich brauche, werden auf den ersten Seiten angezeigt. So bin ich viel genauer und bei meinem Portfolio viel schneller durch. Und Pixray finde ich zu teuer. In Deutschland gibt es Mini-Job-Möglichkeit, für 450,-€ /Monat könnte ich jemanden einstellen, der für mich Bilder sucht. Angenommen der Mitarbeiter findet nur 4 Fälle im Monat, dann ist sein Gehalt schon bezahlt. Und der findet meiner Erfahrung nach viel mehr als das. Da brauche ich kein Pixray und kein Plaghunter. Mir persönlich geht es nicht darum damit reich zu werden. Aber beklaut werde ich so oder so. Keinen interessiert es, dass ich Zeit und Geld in die Produktionen investiert habe. Keinen interessiert es, dass ich Familie ernähren muss. Und damit hole ich mir von meinem Kuchen etwas zurück. Ich bin froh, dass in Europa (auch in der Schweiz ;) ) das Urheberrecht was Wert ist und ich hoffe das bleibt auch so.

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  • Martin Martin Februar 17, at 08:48

    Ich musste bei den "Entschuldigungen" teils laut lachen, so absurd sind sie. Aber in den meisten Fällen kann man nur den Kopf schütteln und das Matterhorn-Bild schlägt dem Fass den Boden aus, da würde ich sofort über einen Anwalt gehen. Mir wurden auch schon öfter Bilder geklaut, könnte mich jedes mal maßlos drüber aufregen. Natürlich kommen dann die gleichen blöden Rechtfertigungen wie bei dir, ich denke in Zukunft werde ich das ganze auch schärfer handhaben. Schau mir jetzt mal die verlinkten Tools an, danke dafür.

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  • photos photos Februar 17, at 11:42

    Bilderklau ist ein alltägliches Problem für uns Fotografen und umso ärgerlicher, wenn man mit so dämlichen Antworten konfrontiert ist. Meine Bilder finde ich regelmässig auf Reiseprospekten, Webseiten von Hotels, Safariunternehmen etc. Grösstenteils aus dem Asiatischen u. Russischen Raum. Keine Chance etwas dagegen zu unternehmen. Oder hats schon jemand versucht? Es wäre höchste Zeit, dass eindeutige gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die es einem ermöglichen den Dieben das Handwerk zu legen.Da rufen mich nette Damen von Swisscom und auch von der SBB an, und fragen, ob sie Bilder von mir für ihre Werbung benutzen dürfen. Ich freue mich, dass so namhafte Unternehmen Interesse für Bilder von mir haben. Meine Antwort, klar dürfen sie das, kostet xxx Fr. für die Nutzungsrechte. Kurze Funkstille, dann die Antwort; mein Name würde selbstverständlich draufstehen, aber bezahlen können sie nichts dafür. Dafür hätten sie kein Budget. Das sei doch eh schon sehr tolle Gratis-Werbung für mich. Bekomme ich etwa auch ein Gratis-GA ? oder ein Gratis-Abo für mein Natel? Ich schreibe dann ihren Namen drauf. Ist doch tolle Gratis-Werbung!!!! Da vergeht mir echt das Lachen.Einen ganz krassen Fall erlebte ich, als eine Frau aus Frankreich mit einem Foto von mir an einem namhaften Foto-Wettbewerb teilnahm und damit den 1. Preis gewann. Preissumme €1500.- Die Organisatoren fanden es nicht nötig, ihr den Preis abzuerkennen u. das Geld zurück zu verlangen. Sie antworten auch nicht mehr auf meine Schreiben.Danke für den tollen Bericht und die Tipps.

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  • JayZ JayZ Februar 17, at 19:56

    Willkommen im Internet. Wie sich die ganzen Hobbyfotografen/Blogger hier die Haare ausreissen .. herrlich. Und dann noch auf erlittenen Schaden pochen. Als ob das Bild auch nur einen Cent eingebracht hätte. Wenn ihr mit euren Bildern tatsächlich Geld verdienen wollt und euch Berufsfotografen nennt, dann klatscht ein fettes Wasserzeichen über das gesamte Bild, bevor ihr es irgendwo hochladet. Aber das wissen die Profis wohl bereits selber. Die restlichen empörten Freizeitblogger sollten einfach nur froh sein, dass ihr Bild so gut ankommt, ihr damit eine so grosse Reichweite habt und nicht ständig aus allem Profit schlagen wollen.

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 17, at 20:12

      wow ein Proll und dann traust du dich nicht einmal deinen richtigen Namen hier zu nennen. Solche Leute werden normalerweise gar nicht freigeschaltet aber so viel Hass auf uns kleine "Freizeitblogger" ist einfach zu amüsant.p.s. ich kenne übrigens keine "Berufsfotografen", die ihre Bilder mit einem fetten Wasserzeichen verunstalten.

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  • Torsten Maue Torsten Maue Februar 18, at 09:30

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Mir wäre es zu blöd nach meinen Fotos zu suchen. Im Gegenteil: ich freue mich eher wenn jemand meine Fotos verwendet, denn schlechte Fotos klaut niemand und somit betrachte ich das eher als Lob. Und ja, ich habe mehrere zehntausend Fotos online in der Regel stehen die aber eh unter CC-Lizenz.

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Februar 18, at 13:21

      Lieber Torsten, du musst ja auch nicht nach deinen Bildern suchen - das steht jedem frei und ich rufe hier auch nicht dazu auf, dies unbedingt zu tun. Ich verstehe aber auch nicht, wieso es für mich ein "Lob" sein sollte, wenn jemand mein Bild, für das ich irgendwo hin gereist bin und dementsprechend Ausgaben hatte, in einem Reiseprospekt abdruckt (= eine Verkaufsbroschüre mit kostenlosem Inhalt befüllt) ohne mich vorher nett zu fragen, ob ich das a) überhaupt möchte und b) meinen Namen korrekt anzubringen. Die CC-Lizenzierung hat mit meinen geschilderten Fällen nichts zu tun.

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  • Steffi Steffi Februar 18, at 10:14

    DAS IST JA UNGLAUBLICH. Liest sich wie ein Krimi ist aber leider einfach nur unglaublich dreist, frech, schade, (hier höre ich auf, bevor mir schlimmeres entweicht). Aber dank JayZ weißt du ja jetzt, dass du bitteschön einfach nur dankbar zu sein hast, dass deine Bilder so oft geklaut werden (Kopfschüttel).

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  • Jannosch Jannosch Februar 19, at 15:47

    Krass, wie da teilweise vorgegangen wird - und die Ausreden sind ja ganz mies! Hoffe, das CH Urheberrecht wird angepasst, sodass die "Bilddiebe" etwas einfacher angegangen werden können. Guter Text, vielen Dank!

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  • lakelucerne lakelucerne März 26, at 12:01

    unglaublich was die sich rausnehmen, teilweise sind es sogar richtige Business Firmen, die klauen und keinerlei Bildquellen benennen. da kannste im Grunde genommen nur vorbeifahren und mal ordentlich Bescheid geben. Es gibt ein CMS namens Koken.me , da könnte man ein copyright Schutz mit einbauen , bei einem rechts klick mit Maustaste kann das Bild nicht gedownloadet werden, allerdings weiss ich nicht wie das bei einem snapshot aussieht.

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