Kulinarischer Exkurs: Pinot Rhein Vertikale

Kulinarischer Exkurs: Pinot Rhein Vertikale

«Kulinarisch seid ihr jetzt auch aktiv?!», schrieb mir kürzlich eine PR-Agentur, nachdem ich auf meiner Facebook-Seite die News teilte, dass wir für die Swiss Historic Hotels das neue Buch «Kulinarische Zeitreisen» inhaltlich gestalten. Diese Zeilen brachten mich zum Schmunzeln. Ein klassisches Beispiel von Schubladisierung. Es gibt unter meinen inzwischen über 500 Blogbeiträgen nur wenige, wo kein einziges Food-Bild abgebildet ist. Und in meinen Städteguides bilden die kulinarischen Empfehlungen einen ebenso wichtigen Bestandteil wie die Sightseeing-Tipps. Das Kosten lokaler Gerichte gehört für mich zum Reiseerlebnis dazu. Ebenfalls eine Selbstverständlichkeit ist für mich das Ausprobieren lokaler Weine. Bordeaux in Bordeaux und Heida in Visperterminen – logisch, oder?

Anfangs Juni bot sich die Gelegenheit, in die Welt der Pinot-Weine einzutauchen. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Pinot Rhein – einem gemeinsamen Projekt von vier Weingütern – wurde in der Kunstkantine Zürich ein vertikales Tasting durchgeführt. Ich musste zuerst einmal googeln, was man darunter im Fachjargon versteht und lernte bei Wikipedia Folgendes: «bei einer Vertikale degustiert man ausschliesslich Weine eines einzigen Weingutes in der Zeitachse». Der Pinot Rhein ist eine Assemblage von dem jeweils besten Pinot Noir Barrique der fünf befreundeten Winzer, die alle im Bündner Rheintal stationiert sind.

Und so testeten wir uns nach einer Aufwärmphase mit Lampert’s Riesling, Malanser Pinot Gris, Cicero Chardonnay und Adank’s Brut durch die Jahrgänge 2006 bis 2013 vom Pinot Rhein. Für mich als «Laie» überraschend, wie unterschiedlich die einzelnen Jahrgänge schmeckten. Der 2007er war überhaupt nicht mein Fall. Dafür begeisterten mich die Jahrgänge 2008 und 2010. Die nächste Assemblage des Pinot Rheins (Jahrgang 2015) findet am 16. September in Fläsch statt.

Kunstkantine-Zuerich Lamperts-Liesch-Buendner-Herrschaft Prost Pinot Rhein Jahrgang 2011 Pinot-Rhein-Tasting Pinot Rhein Vertikaldegustation

Wir durften an diesem Abend nicht nur feine Tropfen trinken, sondern wurden von der Köchin Margaretha Jüngling mit einer köstlichen Tavolata verwöhnt. Sie hat es doch tatsächlich hingekriegt, dass mir Schweinezunge schmeckte. Aktuell kocht sie im Pop-up Lokal Ristorante Zampano (noch bis zum 25. Juni) – wo es sie danach hintreibt, können wir sicher bald irgendwo lesen.

Margaretha-Juengling-Kunstkantine Hausgemachtes-Fladenbrot-Randen-Joghurt Schweinezunge-Salat Berggetreide-Gruener-Spargel-1 Berggetreide-Gruener-Spargel-2 Rhabarber-Joghurt-Holunder-1 Rhabarber-Joghurt-Holunder-2

Wer sich für Wein interessiert, dem möchte ich an dieser Stelle noch den toll klingenden Kurzlehrgang «schöner saufen» empfehlen. Der Kurs wird in Zusammenarbeit von Sobre Mesa und den Weinjournalisten Benjamin Herzog und Dominik Vombach durchgeführt. Ein Blick auf die «Speisekarte» von Sobre Mesa lohnt sich auch für alle, die bereits Saufprofis sind. Laura Schälchli – der Kopf hinter Sobre Mesa – organisiert regelmässig spannende Kurse und Anlässe rund um die nachhaltige Essenskultur.

Hinweis: Ich wurde zu diesem Anlass eingeladen. Alle Eindrücke/Meinungen sind wie immer meine eigenen.

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