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Kurhaus Cademario – Sonnenplatz zum Kraft tanken

Bei jeder Kurve halte ich insgeheim die Luft an. Es sind viele Kurven und sie folgen Schlag auf Schlag. Der Postautochauffeur meistert aber jede mit einer stoischen Ruhe und drückt nur bei den ganz brenzligen Stellen auf die Hupe. „Zum Glück muss ich da nicht selber hochfahren“, denke ich mir und lenke meinen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Wir sind auf dem Weg nach Cademario, das auf 850 m ü. M. hoch über dem Flughafen Agno liegt. Man sagt, das sei einer der sonnigsten Orte der Schweiz und in der Tat, die Sonne strahlt mit ihrer ganzen Kraft vom beinahe wolkenlosen Himmel. Die Fahrt vom Bahnhof Lugano bis nach Cademario dauert 40 Minuten. Wir bleiben bis zur Endstation – dem Kurhaus – sitzen. Die letzten Meter führen durch die engen Gassen eines Wohnquartiers bevor wir das Ende der Strasse erreichen. Hier wendet das Postauto und wir sind am Ziel der Reise angelangt.

Den Start unseres Spätsommerwochenendes im Tessin verbringen wir im Kurhaus Cademario, das seit 1914 Kurgäste an exquisiter Hanglage empfängt. Der markante Bau ist von weither erkennbar. So beständig die Aussenmauern, so modern die Inneneinrichtung. Nach einer Bauphase von vier Jahren hat das Kurhaus, das einen Vier-Sterne-Superior-Standard bietet, im April 2013 seine Türen in einem neuen Look wiedereröffnet. Und genau dieser Look begeistert uns ab dem ersten Moment, wo wir einen Schritt in die Lobby setzten. Frisch, bodenständig, Holz, Steine, viel Licht – eine klare Linie, die Ruhe ausstrahlt und ein Wohlfühlklima schafft. Weit und breit kein verstaubtes „Kurhaus“ Ambiente, was ich im Vorfeld etwas befürchtet hatte.

Nachdem wir die Formalitäten des Eincheckens auf dem Sofa mit einem Glas Sekt erledigt haben, nehmen wir den Zimmerschlüssel in Empfang. Kaum im Zimmer, fällt mein Blick auf die breite Fensterfront und den Balkon, der einen phänomenalen Blick über den Lago die Lugano, die sanften Hügelketten von Collina d’Oro, den San Salvatore und den Monte Brè bietet. „Wow, was für ein Panorama!“ Obwohl bei einer solchen Aussicht das Zimmer beinahe in Vergessenheit gerät, muss sich dieses auf keinen Fall verstecken. Bei der Neukonzeption wurde ein feines Händchen bei der Auswahl der Materialien bewiesen. Mir gefällt insbesondere die Stein-Holz Kombination unheimlich gut. Mit einem Gläschen Champagner fläzen wir uns auf die beiden Liegestühle und geniessen die kitzelnden Sonnenstrahlen im Gesicht. Genau so stellt man sich einen Wochenendstart in der Sonnenstube der Schweiz vor, oder?

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Vor dem Abendessen raffen wir uns dann doch noch kurz auf und begeben uns mit den flauschigen Bademänteln in den DOT.Spa, der das Zentrum des Hauses bildet. Auch hier wurden die Materialien gezielt zu einem stimmigen Ensemble zusammengesetzt und mit den grossen Fenstern holt man die Natur in den Ruheraum. Im ersten Anlauf bin ich darin gescheitert, die Schranke vom Innen- zum Aussenpool zu öffnen. Im zweiten Anlauf und mit Mithilfe eines netten Herrn habe ich dann diese Hürde überwunden und wurde mit dem Blick auf den Lago die Lugano belohnt. Müsste ich den Preis für den schönsten Outdoor-Pool verleihen, das Kurhaus Cademario würde momentan glatt die Goldmedaille absahnen. Aber auch sonst bietet der Spa alle Annehmlichkeiten von Bio-Sauna über Hamam zu Salz-Tepidarium. Zusätzlich gibt es noch ein zweites grosses Outdoor-Pool.

Kurhaus-Cademario-Spa

Kurhaus-Cademario-Spa-2

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Kurhaus-Cademario-Spa-Panorama

Im Anschluss schlemmen wir uns durch das viergängige Abendmenu (es stehen jeweils zwei zur Auswahl) und betrachten die von der Abendsonne erleuchtete Region Luganersee aus der Vogelperspektive.

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Kurhaus-Cademario-Lugano

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Am nächsten Morgen reisst uns der Wecker etwas unsanft aus dem Tiefschlaf. Zu gern hätten wir uns nochmals umgedreht und unter der kuschligen Decke weitergedöst. Doch halt! Wir können an diesem klaren Morgen doch nicht den Sonnenaufgang verpassen. So reiben wir uns den Schlaf aus den Augen, setzen uns auf den Balkon und schauen zu, wie sich die Nebelschwaden langsam zurückziehen und Lugano erwacht. Der magische Moment, wo der erste Sonnenstrahl hinter dem Monte Brè hervorblinzelt ist viel zu schnell vorbei und weicht den gleissenden Sonnenstrahlen, die alles in einem goldigen Morgenlicht erstrahlen lassen. Wir sind übrigens nicht die Einzigen, die für dieses Morgenspektakel früh aus den Federn sind. Auf zahlreichen Balkonen halten Gäste das Naturspektakel mit den Smartphones fest. Kann ein Samstag schöner starten?

Flughafen-Agno-Panorama

Lugano-Panorama

Lago-di-Lugano

Lugano-Sonnenaufgang

Kurhaus-Cademario-Sonnenaufgang

Und wenn mich die Morgenstimmung nicht schon fast vom Hocker gehauen hätte, dann hätte es spätestens der Blick auf unseren Frühstückstisch auf der Terrasse des Hotelrestaurants. Ihr wollt schöner frühstücken? Na dann, ich habe euch hier den definitiv ultimativen Frühstücks-Top-Spot! Liebes Kurhaus Cademario, wir kommen wieder! Weil dieser Blick gekrönt mit einem Latte Macchiato und einem Gipfeli ist schlichtweg bombastisch. Grazie mille!

Kurhaus-Cademario-Bar

Kurhaus-Cademario-Frühstück-Terrasse

Infos und Tipps:

  • Ab Lugano Bahnhof fährt das Postauto Nr. 422 alle zwei Stunden direkt nach Cademario Kurhaus
  • Doppelzimmer mit Seeblick ab 300 CHF (saisonal)
  • Den Spa kann man auch als Tagesgast besuchen (Preis Tageseintritt inkl. Mittag- oder Abendessen 120 CHF unter der Woche)
  • Mit der Seilbahn auf den Monte Lema fahren und den Panoramablick geniessen
  • Den Malcantone auf dem Kastanienweg durchwandern
  • Einen Tagesausflug nach Lugano unternehmen und die schöne Uferpromenade entlang flanieren

Hinweis: Ich wurde vom Kurhaus Cademario zu diesem Aufenthalt eingeladen. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

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