Le Grand Bellevue – Gstaad mit Augenzwinkern

Le Grand Bellevue – Gstaad mit Augenzwinkern

„Oh nein, ich habe nur die Wanderschuhe mit dabei!“. Kaum aus dem Postauto am Bahnhof Gstaad ausgestiegen, durchzuckt mich dieser Gedankenblitz. Verschwitzt von der wunderbaren Wanderung hoch über dem Lauenensee, kann ich es kaum erwarten, im Le Grand Bellevue Energie aufzutanken. Aber eben, Houston wir haben ein Problem! In der morgendlichen Hektik hatte ich mal kurz daran gedacht, dass ich noch Schuhe für nach der Wanderung einpacken sollte, doch selbstverständlich 5 Sekunden später schon wieder vergessen und prompt das Haus mit einem Paar äusserst „eleganten“ Wanderschuhen verlassen. Nun stehen wir inmitten der Bahnhofstrasse von Gstaad und müssen zuerst das Schuhproblem lösen. An einem ruhigen Sonntagnachmittag gestaltet sich dieses Unterfangen selbst in der edlen Einkaufsmeile von Gstaad zu einer herausfordernden Aufgabe. Namhafte Modegeschäfte reihen sich zwar Tür an Tür, aber alle haben geschlossen. Ich freunde mich schon mit dem Gedanken an, mit den Badeschlappen durch das Hotel zu spazieren, als wir an einem geöffneten Napapijri-Shop vorbeilaufen. Die Ironie dabei: eine Woche nach unserem Norwegen-Abenteuer lande ich in Gstaad in einem norwegischen Geschäft und kaufe mir ein paar Schuhe. Tja, die Verkäuferin hat sich auch ein wenig ab meiner Zielstrebigkeit gewundert, aber 10 Minuten später verlasse ich das Geschäft mit einem Paar total chicen Ballerinas. Ab so viel Drama innert 30 Minuten kann der Freund nur die Augen verdrehen.

Von der Bahnhofstrasse bis zum Le Grand Bellevue sind es nur wenige Minuten zu Fuss. Das traditionsreiche Hotel liegt in einem idyllischen Park an bester Lage. Das ehemalige Grandhotel wird seit Dezember 2012 von Daniel Koetser als Mitbesitzer geführt. Mit Erfolg hat er dem Haus mithilfe seiner Frau, Innenarchitektin und Designerin Davia Koetser, neues Leben eingehaucht. So erfolgreich, dass das 5-Sterne-Superior Hotel in diesem Jahr vom renommierten Condé Nast Traveller auf die Hot List 2014 gesetzt wurde.

Die Vorfahrt, wo sich aufgrund eines Oldtimertreffens eine antike Autoperle an die andere reiht, erinnert an das altehrwürdige Grandhotel. Im Innern werden wir freundlich vom Portier begrüsst und nehmen in den gemütlichen Sesseln platz. Bunte Tapeten, leuchtende Blumenbouquets, ein Cheminée und zahlreiche Sofas vermitteln das Gefühl, man sei direkt bei Freunden im Wohnzimmer gelandet. Die Atmosphäre strahlt eine wunderbar ungezwungene Gemütlichkeit aus. Ich hätte mir wegen der Schuhe keinen Kopf machen müssen. Hier sind auch Gäste im Wanderoutfit willkommen. Das Check-in wird komplett elektronisch abgewickelt. Auf Wunsch wird es auch im Zimmer gemacht.

Le-Grand-Bellevue-1 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Oldtimer Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Lounge Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Blumen Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Bücherecke

Wir werden mit einer geräumigen Turmsuite überrascht, wo bereits der kaltgestellte Champagner auf uns wartet. Die Suite überzeugt mit dezenten Farben und der Verwendung von natürlichen Materialien. Gekonnt wurden mit der Verwendung verschiedener Muster feine Akzente gesetzt. Einzig die Wände erscheinen etwas gar kahl, aber da die Zimmer erst vergangene Wintersaison renoviert wurden, möchte man sich hier etwas Zeit lassen. Ich bin überzeugt, dass im Lauf der Zeit ein fein durchdachtes Kunstkonzept umgesetzt wird.

Wir geniessen eine erfrischende Dusche und stossen mit Champagner auf einen schönen Abend an.

Le-Grand-Bellevue-2 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Turmsuite-2 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Turmsuite-1 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Turmsuite-Design Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Spa-1 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Turmsuite-3

Für das Nachtessen spazieren wir am riesigen Leonhard vorbei, das lebensgrosse Tweed-Dromedar bildet die Eingangspforte zum gleichnamigen Restaurant Leonhard’s. Leonhard ist auch ein gutes Beispiel, wie sich neckischer Schalk durch das Innendesign zieht. Sowohl in der Lobby, Lounge und der Bar gibt es unzählige witzige Details zu entdecken. Prunkstück ist natürlich das Chesterfield-Sofa, das die ganze Längsseite der Bar in Beschlag nimmt. Die Lampen werden von Ananas geziert, die man auch als Zimmerschlüsselanhänger wiederfindet.

Wir bestellen zur Vorspeise einen Asiatischen Salat und einen Tomatensalat (je rund 22 CHF). Zum Hauptgang entscheide ich mich für Risotto mit frischem Sommergemüse (30 CHF) und der Freund wählt ein Stück Simmentaler Kalbsbraten mit wilden Spargeln (44 CHF). Die Präsentation und Qualität der Gerichte können meine leichte Enttäuschung ab der Menukarte wieder wettmachen. Bei einem Restaurant, das mit einem Michelin-Stern und 14 Gault & Millau Punkten ausgezeichnet ist, hätte ich mir etwas mehr Kreativität gewünscht. Auf das kulinarische Schlussbouquet, ein warmes Schokoladenküchlein, müssen wir etwas länger warten (auf die 20 Minuten Wartezeit wird auf der Menukarte extra hingewiesen). Ich kann euch garantieren, es ist jede einzelne Minute wert!

Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Kronleuchter Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Lobby Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Bar-2 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Leonhard Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Leonhard-1 Grand-Bellevue-Gstaad-Abendessen Grand-Bellevue-Gstaad-Dessert

Am nächsten Morgen erwachen wir mit leichtem Muskelkater von der Wanderung. Der Blick aus dem Fenster weckt aber gleich wieder die Wanderlust. Wir haben vom Zimmer aus einen freien Blick auf die sonnenbeleuchteten Gipfel des Saanenlandes. Wir starten den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück im Leonhard’s. Das Frühstückskonzept im Le Grad Bellevue unterscheidet sich von anderen Hotels. Das Buffet beinhaltet eine grosse Auswahl an frischen Brötchen, Früchten, Käse aus der Region, Müesli und Säften. Alle anderen Leckereien wie Pancakes, French Toast, Spiegelei oder auch Fleisch können frisch ab Karte bestellt werden.

Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Ausblick Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Frühstück-3 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Frühstück-2 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Frühstück-1

Auf mich wartet nach dem Frühstück noch ein besonders entspannendes Erlebnis. Ich darf im Le Grand Spa für zwei Stunden relaxen und die Batterien für neue Abenteuer aufladen. Während dem Bamford Body Signature Treatment werden meine verkrampften Muskeln sanft gelockert und die körperlichen Energieströme angeregt. Könnte ein Montagmorgen perfekter starten? Wird schwer, das zu toppen! Für einen ausgedehnten Spa-Morgen bleibt leider zu wenig Zeit, da am Nachmittag bereits wieder die Arbeit ruft. Wir werden aber bestimmt wieder einmal beim Le Grand Bellevue vorbeischauen, wenn wir in Gstaad sind.

Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Spa-2 Le-Grand-Bellevue-Gstaad-Relax

Hinweis: Mein Aufenthalt in Gstaad wurde vom Le Grand Bellevue unterstützt. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar Kommentiere diesen Beitrag

Antworten