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Naturgenuss über dem Lauenensee

Von Lauenen gemütlich zum Lauenensee wandern, oder doch eine anspruchsvollere Route in der Gegend ausprobieren? Eins war klar, während unseres Kurzbesuchs in Gstaad wollten wir unbedingt einmal den so schön besungen Lauenensee mit eigenen Augen sehen. Auf Twitter zwitscherte mit der Herr Wanderhotelier (Thomas Frei vom Bernerhof) einen tollen Routenvorschlag in die Timeline: vom Lauenensee zur Geltenhütte hoch über dem Geltenschuss und dann via Chüetungel wieder zurück zum See.

Wir wollten die Wanderung gleich nach unserer Ankunft in Gstaad in Angriff nehmen, da das Wetter für den darauf folgenden Tag nicht mehr so vielversprechend aussah. So erreichten wir Gstaad kurz nach neun Uhr morgens in voller Wandermontur. Den Lauenensee erreicht man ab dem Bahnhof Gstaad mit einer stündlich verkehrenden Postautoverbindung. Auf uns wartete aber diesmal ein exklusiveres Gefährt. Auf dem Bahnhofplatz scharten sich die Touristen ehrfürchtig um einen chicen 1963er-Bentley, der nur darauf wartete, uns zum Lauenensee zu chauffieren. Ihr könnt euch die leicht irritierten Blicke der Leute vorstellen, als wir mit unseren Wanderschuhen auf dem Rücksitz des Bentley platz nahmen. Nun, unser Gastgeber, das Le Grand Bellevue, hat es sich nicht nehmen lassen, uns ein einzigartiges Fahrerlebnis zum See zu organisieren. Unser Chauffeur kurvt den Bentley, der übrigens einst niemand Geringerem als Roger Moore gehört haben soll, lässig den engen Kurven entlang zum Parkplatz beim See. Was für ein Auftakt ins Wochenende!

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Bentley-Roger-Moore-Grand-Bellevue

Wasserreicher Aufstieg

Ab dem Parkplatz folgt die Knochenarbeit. Es warten 700 Höhenmeter darauf Schritt für Schritt bewältigt zu werden. Das erste Wegstück folgt dem Geltenbach entlang durch den Wald. Danach folgt der erste steile und abwechslungsreiche Abschnitt. Das Wasser tost neben dem Wanderweg lautstark zu Tal. Unser Pulsschlag beruhigt sich auf der wunderschönen Ebene des Feisseberges. Hier oben versperrt nichts mehr die Sicht auf den grossen Wasserfall, der Geltenschuss. Ebenso beeindruckend ist die bunte Pflanzenvielfalt. Der Bergfrühling präsentiert sich in voller Pracht.

Nach dem kurzen flachen Stück, folgt ein weiterer steiler Anstieg hinauf zur Geltenhütte. Schritt für Schritt kämpfen wir uns nach oben. Höhepunkt ist die Passage, die auf schliefrigen Steinen abenteuerlich hinter dem Geltenschuss verläuft. Ganz trocken bleiben wir beim Durchqueren nicht. Über dem Geltenschuss geniessen wir das phänomenale Panorama weit über das Lauenental und erfreuen uns ab den ersten blühenden Alpenrosen. Bei diesem Anblick schlägt das Wanderherz höher! Auf der Terrasse der idyllischen Geltenhütte im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen geniessen wir zur Belohnung einen erfrischenden Rhabarberkuchen.

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Aussichtsreicher Rückweg

Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns auf den Rückweg Richtung Tal. Für die Rundwanderung von der Hütte ins Rottal (Geltenhütte-Furggetäli-Rotttal-Geltenhütte ca. 1.5 h) bleibt zu wenig Zeit. Nach einer kurzen Verwirrung, weil bei der Hütte nur der Weg via Feisseberg ausgeschildert ist, begeben wir uns nach Nachfrage beim Hüttenwart (der uns mit der Aussage „eine Passage von 500 m ist abschüssig und verlangt Trittsicherheit“ verunsichert) auf den Pfad, der rechts der Hütte ansteigt. Nachdem auch die letzten Höhenmeter bewältigt sind, führt der Weg mit direktem Blick auf den Lauenensee den steilen Bergflanken entlang bis zum Geltentrittli. Wir passieren die abschüssigen Stellen problemlos, da alles gut mit zusätzlichen Seilen abgesichert ist. Beim Chüetungel wählen wir zum Schluss den steilen Abstieg direkt zum Lauenensee runter. 400 Höhenmete auf knapp 1.4 Kilometer gehen ganz schön in die Knie, dafür bleibt uns vor der Rückfahrt mit dem Postauto noch etwas Zeit, dem Lauenensee entlang zu spazieren.

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„Dert hindä bim Louenesee“

Der See enttäuscht uns dann auch nicht mit lauschigen Plätzen, zirpenden Grillen und einer einzigartigen Pflanzenvielfalt. Wobei, der knurrende Magen wird arg strapaziert, den entlang des Uferweges sind die Grillplätze an diesem wunderschönen Tag gut besucht und duften dementsprechend köstlich.

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Die Karte zeigt unseren Routenverlauf. Die Strecke ist rund 8 km lang und beinhaltet eine Steigung von 700 Höhenmetern (hinauf und hinab). Wir benötigten knappe 4 Stunden inklusive Kuchenstopp bei der Geltenhütte.

Hinweis: Mein Aufenthalt in Gstaad wurde vom Le Grand Bellevue unterstützt. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

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