One night in Málaga

Málaga ist zwar die zweitgrösste Stadt Andalusiens, unter den touristischen Hotspots des südlichen Spaniens ist die Hafenstadt jedoch nicht auf dem Siegertreppchen zu verzeichnen. Die meisten Besucher Andalusiens kennen nur den Flughafen und von dort den Weg zu den Ferienhochburgen an der Costa del Sol oder ins kulturreiche Hinterland, das mit Granada, Cordoba und Sevilla aufwartet. Auch unsere Andalusien-Reise startete und endete am Flughafen Málaga. Wir wollten die aufstrebende Hafenstadt jedoch nicht einfach links liegen lassen und hatten uns extra 24 Stunden reserviert, um Málaga in Augenschein zu nehmen.

Getan in Malaga

Altstadtbummel | Calle Marques de Larios

Das Centro Histórico ist kompakt und kann gut zu Fuss erkundet werden. Neben der schönen Flaniermeile Calle Larios, besticht die Altstadt mit einem bunten Architekturmix aus verschiedenen Epochen. Herrenhäuser, Kloster und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, daneben Geschäftshäuser, die ab dem 19. Jahrhundert entstanden sind. Der repräsentativste Bau des florierenden 19. Jahrhunderts ist die Markthalle Mercado Central de Atarazanas. Ein weiteres Highlight ist «La Manquita». Den Übernamen «die Einarmige» verdankt die Kathedrale von Málaga ihrem unvollständigen zweiten Turm.

Auch an schönen Plätzen mangelt es dem Zentrum nicht. Der grösste unter ihnen ist der palmengesäumte Plaza de la Constucion, wo die Calle Larios mündet. Mein Lieblingsplatz dagegen ist der lauschige Plaza de la Merced, wo sich das Geburtshaus von Pablo Picasso befindet. Die zahlreichen Bars und Tavernen in der Altstadt sind gegen den Abend meist bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine Institution – und in jedem Reiseführer zu finden – ist die traditionelle Bodega Bar El Pimpi. Wer hier sowieso vorbeispaziert kann zumindest einen Blick hineinwerfen und mit einem Tinto in den Tapas-Abend starten.

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Hoch hinaus | Castillo de Gibralfaro

Unweit des Plaza de la Merced liegen zwei weitere Attraktionen von Málaga. Zum einen die mittelalterliche Festung Alcazaba, die sich über dem römischen Theater erhebt. Zum anderen das Castillo de Gibralfaro, das 130 Meter über dem Hafen thront. Wer dem Spazierweg Richtung Burg bergwärts folgt, erreicht bald einmal einen tollen Aussichtspunkt mit Blick über die Stierkampfarena, die neu gestaltete Hafenanlage und den Stadtkern von Málaga.

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Hafenstadt | Muelle Uno

Noch nicht lange ist es her, da war die Hafenanlage mit einem Zaun vom Rest der Stadt abgetrennt. Mit einem weitsichtigen städteplanerischen Projekt wurde das ganze Gebiet komplett neu gestaltet und gegen die Stadt hin geöffnet. Die neue Uferpromenade mit Shops und Restaurants «Muelle Uno» hat in kürzester Zeit das Herz der Malagueños erobert. Uns hielten die dunkeln Wolken nicht davon ab, der wellenförmig überdachten Promenade entlang zum Centre Pompidou Málaga und von dort bis ganz nach vorne zum Playa de la Malagueta, dem Stadtstrand, zu flanieren.

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 Zeitgenössische Kunst | CAC Málaga

Mit dem Museo Picasso, dem Museo Carmen Thyssen und dem Museo y Centro de Arte Contemporáneo (CAC) bietet Málaga auf kleinem Raum vielseitige Ausstellungen für Kunst-Interessierte. Wir machten einen Rundgang durch die Ausstellung des Zentrums für zeitgenössische Kunst CAC Málaga, das am Ufer des Flusses Guadalmedina liegt, der Málaga entlang der Nord-Süd-Achse durchtrennt und dessen Flussbett ein Mekka für Street-Art Künstler ist. Der Eintritt ins CAC ist frei und die wechselnden Ausstellungen zeigen aktuelle Exponate von Künstlern wie Damien Hirst und Ai Weiwei.

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Gegessen in Malaga

Frühstücksglück | Recyclo Bike-Café, Calle Marqués Villafiel 4

Überrascht hat uns Málaga mit seinem breiten Kulinarik Angebot. Nebst den üblichen Tapas-Bars und traditionellen Restaurants, die in den gängigen Reiseführer gelistet sind, gibt es in den engen Gassen der Altstadt einige leckere Cafés und angesagte Bars zu entdecken. Am gemütlichen Recyclo Bike Cafe sind wir zufällig vorbeispaziert. Hier werden guter Kaffee und in typisch andalusischer Manier frisch gemachte Sandwiches mit Avocado und Tomaten serviert.

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Hip und gut | Restaurante Noviembre, Calle Álamos 18

Das Noviembre überzeugt mit einem stylischen Interieur, guten Salaten und leckeren Burger. Bei den Locals ein beliebter Brunch-Spot und für uns der perfekte Mittags-Stopp.

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Süsse Pause | Oleo Restaurante

Das Oelo befindet sich im gleichen Gebäude wie das CAC Málaga und ist für seine gute Sushi-Bar bekannt. Für Sushi war es um 17:00 Uhr zu spät (oder früh, je nachdem wie man die spanischen Essenszeiten interpretiert). Stattdessen genehmigte ich mir hier etwas fürs Hüftgold. Mein Gaumen hat’s gefreut und die sündigen Kalorien sind bei den abmarschierten Kilometern durchaus vertretbar.

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Tapas o’clock | Nacalu Restaurane Tapas

Okay, so ganz ohne Tapas geht es dann doch nicht. Wer gerne in einem moderneren Ambiente isst, der ist bei Nacalu gut bedient. Das Restaurant ist relativ neu und befindet sich in einer ruhigen Seitengasse in der Altstadt.

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Weitere kulinarische Tipps für Schleckmäuler und Tapas-Freaks gibt’s bei Fee: Geniessen in Málaga

Geschlafen in Malaga

Barceló Málaga | Estacion Maria Zambrano

Die Ausgangslage für unseren Kurzaufenthalt hätte nicht besser sein können. Das Barceló Málaga befindet sich im Bahnhofsgebäude María Zambrano mit direktem S-Bahn Anschluss an den Flughafen und in 20 Minuten Fussdistanz vom historischen Zentrum. Man ist so nicht mitten im Kuchen, hat dafür aber den perfekten Anschluss an den Flughafen direkt vor der Hoteltür. Wir waren bereits in Barcelona in einem Barceló-Hotel zu Gast und schätzten die gelungene Mischung aus Design und funktionalem Stadthotel. Das Barceló Málaga kann da locker mithalten. Die Zimmer sind grosszügig ausgestattet und vom ersten Stock führt eine Rutsche direkt hinunter in die Lobby, die mit gemütlichen Sitzecken und einer poppigen Cafeteria aufwartet. Wer in Málaga eine stylische und gut an den öffentlichen Verkehr angebundene Unterkunft sucht, der trifft mit dem Barceló Málaga eine gute Wahl.

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Málaga Day-Trips-Tipps

Auch wenn wir nur knappe 24 Stunden für die spannende Hafenstadt übrig hatten, bietet Málaga – gerade auch bei einer solch verkehrsgünstigen Ausgangslage – Potenzial, um den Aufenthalt zu verlängern und einige Highlights Andalusiens zu erkunden.

La Axarquía | Frigiliana

Das östlich von Málaga gelegene Gebiet Axarquía bietet traumhafte Strände und ein charmantes Hinterland mit weiss getünchten Häusern, die sich ein grüne Hügelzüge schmiegen. Der beliebteste Fotospot dieser Region dürfte der «Balkon de Europa» mit Blick auf die Bucht von Nerja sein. Ebenfalls wunderschöne Fotomotive bietet das weisse Bergdorf Frigiliana.

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Malaga’s Hinterland | Ronda

Ronda ist von Málaga aus in knapp zwei Stunden mit dem Zug erreichbar. Die Geschichte Rondas könnte mehrere dicke Bücher füllen, gehört sie doch zu den ältesten Städten Europas. Die einzigartige Lage der Kleinstadt hoch über der tief eingeschnittenen Schlucht beeindruckt Besucher. So auch Rainer Maria Rilke, der hier vor über 100 Jahren durchreiste und Ronda als «unvergleichliche Erscheinung» bezeichnete. Höhepunkt jedes Ronda-Besuchs ist der Blick aus der Distanz auf das beeindruckende Brückenbauwerk der Puente Nuevo über den Tajo.

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Unser Aufenthalt wurde vom Barcelo Malaga unterstützt. Vielen Dank hierfür! – Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • neni November 17, at 21:39

    Das Essen sieht so lecker aus. Vielleicht sollte ich der Stadt mal einen kulinarischen Besuch abstatten.

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  • Chregu November 24, at 08:31

    Ohhh Anita, sehr sehr schön. Malaga ist definitiv ein Besucht wert! :-)

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