Hotel de Londres – in Brig zuhause

Wie oft bin ich am Bahnhof Brig durchgefahren oder umgestiegen. Zig Male. Wie oft bin ich die wenigen Meter der Bahnhofstrasse entlang Richtung Briger Altstadt spaziert. Nie. Zumindest bis zum letzten Freitag.

Downtown Brig

Seit 1884 empfängt das Hotel de Londres im Zentrum von Brig Gäste aus aller Welt. Der damalige Hotelier Anton Arnold wählte den Namen einerseits als Hommage an seine Zeit in London und andererseits als Erinnerung an die Engländer, die zum Bergsteigen ins Wallis kamen. Die Postkutsche hält schon lange nicht mehr vor der Hoteltüre, dafür findet der Wochenmarkt nach wie vor auf dem Sebastiansplatz direkt vor dem Hotel de Londres statt. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde das Hotel 2013 von der Familie Roten erworben und mit viel Herzblut und Freiwilligenarbeit zahlreicher Freunde sowie dem Innenarchitekturbüro Atelier Zürich zu einem charmanten Boutiquehotel umgewandelt, das sowohl die britische Geschichte als auch die Walliser Wurzel widerspiegelt. Ein Hotel ganz nach meinem Geschmack.

Der gewagte, aber gelungene Stilmix zwischen Walliser Tradition und englischem Design zieht sich vom Eingangsbereich über die Wohnstube bis zu den Zimmern durch. Neonleuchten und ein Murmeli mit Krone. Malereien von Otto Pfänder neben der Skyline von London. Rautenmuster und heimelige Holzböden. Ein Ort für Heimweh-Walliser und solche, die das Wallis entdecken wollen. Auch wir machen uns direkt nach der Ankunft auf eine kurze Entdeckungstour durch die Briger Altstadt. Keine fünf Minuten entfernt befindet sich der Stockalperpalast, einer der bedeutendsten Barockbauten der Schweiz. Die Sonne lässt Brig an diesem Abend in allen Farben leuchten und wir fühlen uns ein bisschen so, als wären wir ännet dem Simplon im Süden gelandet.

Willkommen im Hotel de Londres Zimmer im Hotel de Londres in Brig Brig-Altstadt Brig-Stockalperschloss-1 Brig-Stockalperschloss-2 Brig-Stockalperschloss-3 Brig-Stockalperschloss-4 Brig-Wallis-Herbst

Anstossen mit Freunden im Hotel de Londres

Das Hotel de Londres versteht sich als Ort von Freunden für Freunde und wird im Stil eines Bed & Breakfast geführt. Herzstück ist die grosszügige «Wohnstuba» mit Honesty-Bar, Terrasse, Bücherecke und einem grossen Kochbereich. In diesem Ambiente fühlen wir uns sofort wohl. Die Küche kann für Kochanlässe gemietet werden und kommt an den kulinarischen Hotel-Events zum Einsatz. In regelmässigen Abständen sollen die Hotelgäste und die lokal ansässigen Feinschmecker mit erlesenen Walliser Weinen und saisonalen Spezialitäten verwöhnt werden.

Nach unserem Rundgang durch Brig kommen wir gerade pünktlich zum Start der Weindegustation zurück ins Hotel de Londres. Ausgeschenkt werden Weine von Vins de Chevaliers aus Salgesch und der Weinkellerei C. Varonier und Söhne aus Varen. Wir probieren uns durch Fendant, Johannisberger, Petit Arvine und küren den Chardonnay Gold Barrique von Varonier zum Lieblingsweisswein des Abends. Beim Rotwein dagegen überzeugt mich der Sherpa Rouge von Chevaliers, eine rote Assemblage von Pinot Noir und Humagne Rouge. Der Wein ist den Sherpas gewidmet und ein Teil des Erlöses geht in eine Stiftung, die die professionelle Ausbildung von Sherpas zu anerkannten Bergführern unterstützt.

Der knurrende Magen wird ebenfalls besänftigt. Es gibt eine feine Kürbissuppe und Cholera mit Salat. Unkompliziert und gut. Zum Dessert werden hausgemachte Linzertorte und Marronikuchen aufgetischt. Ein herrlich entspannter Abend, der ganz im Zeichen der Geselligkeit und dem gemeinsamen Genuss lokaler Produkte steht.

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Aletscharena, Domodossola oder Goms?

Am nächsten Morgen werden wir mit einem grossen Frühstücksbuffet mit knusprigen, frischen Brötchen, selbst gemachten Müesliflocken sowie Fleisch und Käse aus der Region begrüsst. Auf Wunsch werden frische Pancakes und Eispeisen zubereitet. Wer im Hotel de Londres übernachtet hat in puncto Aktivitäten die Qual der Wahl. Brig ist ein idealer Ausgangspunkt, um das Oberwallis mit all seinen vielfältigen Tälern zu erkunden. Je nach Lust, Laune und Wetter steuert man entweder die Aletsch Arena, das Simplongebiet, das Lötschental oder die Gegend rund um Visperterminen an. Und macht das Wetter mal gar nicht mit, befindet sich mit dem Brigerbad die perfekte Schlechtwetteralternative in Fussdistanz.

Wir haben uns für diesen herrlichen Herbsttag eine herausfordernde Wanderung rausgesucht. Die Suonen Niwärch und Gorperi, die die trockene Südrampe mit kostbaren Wasser aus dem Baltschiedertal versorgen, gehören zu den spektakulärsten Suonen des Oberwallis. Die Wanderung beginnt mit einem Aufstieg vom Bahnhof Ausserberg an der Lötschbergstrecke nach Niwärch. Vorbei an sonnengebräunten Walliser Speicher und neugierigen Ziegen schaffen wir die Höhenmeter schneller als gedacht. Danach verläuft der Weg mehrheitlich flach entlang der Suonen. Tückisch sind auf dieser Strecke nicht die Distanz oder die Steigung, sondern die ausgesetzten Stellen. Mancherorts verläuft die Suone und der Wanderweg direkt an steil abfallenden Felswänden vorbei. Den Blick starr nach vorne gerichtet, setzen wir vorsichtig Wanderschuh vor Wanderschuh. Die Mutigen werden mit grandioses Aussichten belohnt. Das Baltschiedertal gehört zu den selten gewordenen «wilden» Täler der Schweiz.

Fruehstueck-Hotel-de-Londres Ausserberg-Wallis Panorama-Ausserberg Wallisserziege Niwaerch-Ausserberg Herbst-Wallis Ausblick-Baltschiedertal Niwaerch-Suonenwanderung Baltschiedertal-Natur Gorperi-Suonen-Eggerberg Gorperi-Suone-Baltschiedertal-1 Gorperi-Suone-Baltschiedertal-2 Wallis-Natur Eggerberg-Wallis

Die Niwärch- Gorperi Suonenwanderung im Überblick

Der Routenverlauf kann nachfolgender Karte entnommen werden. Die Wanderung vom Bahnhof Ausserberg bis Eggerberg ist rund 12 Kilometer lang, beinhaltet eine Steigung von 410 Höhenmetern und ein Gefälle von 510 Höhenmetern. Die reine Laufzeit beträgt rund 3.5 Stunden (ist aber auch in drei Stunden machbar – extra für euch getestet). Für die Wanderung ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Vorteil. Die ganz abschüssigen Stellen auf der Gorperi Suone kann man mit Tunnels umgehen. Als Alternative zur Niwärch-Suone gibt es einen 1.6 Kilometer langen Stollen, der direkt nach Ze Steinu führt. Den Ausgangspunkt erreicht man ab Brig mit dem Lötschberger. In Eggerberg hält der Lötschberger ebenfalls – es ist jedoch „Halt auf Verlangen“.

Weitere Tipps rund um das Hotel de Londres

    • Doppelzimmer inkl. Frühstück 179 CHF / Nacht
    • Der Aufenthalt in Brig lässt sich mit einem Abstecher über den Simplonpass nach Domodossola verbinden
    • Weinliebhabern empfehle ich einen Abstecher in die Heida-Hochburg Visperteminen

Hinweis: Das Hotel de Londres hat uns zum Wein-Event eingeladen. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

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