Meine Tipps für ein Weekend in Lille und Roubaix

Meine Tipps für ein Weekend in Lille und Roubaix

Mein Frankreich-Städtetrip führte mich vom faszinierenden Le Havre via Amiens nach Lille. Da die Hauptstadt der Region Nord-Pas-de-Calais aufgrund der anstehenden Fussball-EM ab nächster Woche im Fokus steht, möchte ich euch heute meine Tipps aus Lille weitergeben. Der Freund hat gerade letzte Woche noch ein Ticket für das Spiel Schweiz-Frankreich am 19. Juni im Stade Pierre Mauroy ergattert und kann meine Vorrecherche gut gebrauchen. Da ich mit Fussball nichts am Hut habe, hoffe ich natürlich, euch mit diesen Tipps vor oder nach den «wichtigen» 90 Minuten in die schönen Ecken von Lille zu locken. Wer sich nur das Fussballstadion anguckt, der verpasst was.

Lille ist ein bunter Mix aus flämischer Tradition und französischer Lebensart. Einen schönen ersten Überblick bietet der Grand Place unweit der beiden Bahnhöfe Lille Flandres und Lille-Europe. Ein wahrer Hingucker ist die Alte Börse, eines der schönsten Gebäude der Stadt.

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Vieux Lille – durch Gassen flanieren

Die Altstadt von Lille beginnt unmittelbar beim Grand Place und zieht sich gegen Norden bis zur Rue du Magasin/Rue St. Sébastien hin. Die gepflästerten Gassen mit ihren hübschen pastellfarbenen Häuserfassaden aus dem 17. Jahrhundert sind wie gemacht, zum stundenlangen Flanieren. Ich liess mich planlos von Gasse zu Gasse treiben, entdeckte hübsche Innenhöfe und fotografierte gefühlte alle 5 Meter die farbigen Türen. Besonders gefallen hat mir die Gasse Vieux Murs Péterinck direkt hinter der Kathedrale Notre-Dame La Treille, die mit ihrer postmodernen Westfassade auffällt. Wer farbige Kirchenfenster mag, sollte unbedingt einen Blick in die Kathedrale werfen. Ebenso hübsch und beschaulich ist die Gegend rund um das Geburtshaus von Charles de Gaulle an der Rue Princesse.

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Les Poussins – die Stadtoase

Die Zitadelle von Lille gilt als «Königin der Zitadellen» und war das erste grosse Bauwerk, das von Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban verwirklicht wurde. Das historische Denkmal untersteht heute dem Verteidigungsministerium und wird noch militärisch genutzt. Die Besichtigung der Anlagen ist im Rahmen von geführten Touren an den Wochenenden möglich. Ein Abstecher dorthin lohnt sich auch an den übrigen Wochentagen. Die Zitadelle ist vom weitläufigen Parc des Poussins umgeben. Der perfekte Ort, um sich an einem lauschigen Plätzchen eine Ruhepause zu gönnen.

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Lille Centre – Kaffepause

Südlich vom Grand Place befindet sich das Zentrum von Lille. Sehenswert sind der Palais des Beaux-Arts, das Rathaus mit seinem 105 m hohen Belfried (UNESCO Welterbe) und die Porte de Paris gleich daneben. Der kulinarische Teil ist bei meiner Stippvisite in Lille zu kurz gekommen. Eine Kaffee-Empfehlung habe dennoch ausfindig gemacht. Im Coffee Makers (151 Rue de Paris) gibt es nicht nur guten Kaffee, sondern auch feine Mittagsgerichte und hausgemachte Sandwiches.

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Marche de Wazemmes – Sonntagsgelüste

Feine Gerichte aus aller Welt gibt es auf dem Marché de Wazemmes. Am Sonntagvormittag findet hier jeweils einer der grössten Märkte Frankreichs statt. Von Früchte, Gemüse, Street Food, Blumen über Kleider und Stoffen bis hin zu Elektronikwaren wird alles feilgeboten. Die Mittagspause plant man am besten gleich auf dem Markt ein und schlemmt sich von Stand zu Stand. Gleich vis-à-vis von der Markthalle liegt die Konditorei Aux Merveilleux (336 Rue Léon Gambetta). Hier werden die gleichnamigen, berühmten Meringue-Süssigkeiten verkauft. Zwei Strassenblöcke weiter entfernt befindet sich das Maison Folie Wazemmes. Das Kulturzentrum wurde im Rahmen der Aktivitäten zur europäischen Kulturhauptstadt 2004 umgesetzt und bietet ein breites Angebot an kulturellen Veranstaltungen.

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La Piscine – Alternativprogramm für Regentage

Bei meinem Besuch in Lille hatte ich kein Wetterglück. Am ersten Tag regnete es ununterbrochen. Glücklicherweise standen an jenem Nachmittag die Indoor-Sehenswürdigkeiten auf meinem Programm. Ich fuhr mit der Metro (rote Linie) rund eine halbe Stunde bis in die Innenstadt von Roubaix, die zum Metropolitanraum Lille gehört. Der Übergang zwischen den beiden Städten erfolgt fliessend.

Eine der Hauptattraktionen von Roubaix ist das Musée d’Art et d’Industrie, das oft einfach «La Piscine» genannt wird. Der Name kommt daher, weil sich das Museum in einem umgebauten Schwimmbad im Art Deco Stil der 1920er befindet. Die Architektur wurde weitgehend behalten und schafft eine besondere Atmosphäre. Gerade an einem Regentag eine tolle, trockene Alternative zum sonstigen Sightseeing-Programm.

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Villa Cavrois – ein Architektur Manifest

Ein weiterer architektonischer Hingucker ist die Villa Cavrois in Roubaix. Die moderne Interpretation eines bürgerlichen Herrenhauses wurde 1932 vom französischen Architekt Robert-Mallet-Stevens für den Industriellen Paul Cavrois gebaut. Robert-Mallet-Stevens liess sich dabei von verschiedenen modernen Strömungen seiner Zeit (Bauhaus, Amsterdamer Schule, Corbusier) inspirieren und setzte auf Pragmatik und Bequemlichkeit. Anstelle von schnörkeligen Verzierungen wurden grossflächige Fenster und klar Linien eingesetzt. Das Gebäude gilt als wichtiges Bauwerk für die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts und wurde 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Die Villa kann täglich (ausser Dienstag) besichtigt werden. Der Eintritt kostet 7.50 Euro.

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Lille aux Oiseaux – zum Beine hochlagern

Das schlechte Wetter kam mir nicht nur ungelegen. So hatte ich einen guten Grund, die Füsse in meinem wunderbaren Zimmer im Bed & Breakfast Lille aux Oiseaux hochzulagern. Die Unterkunft liegt im Westen der Stadt im Quartier Cormontaigne und ist in rund 10 Minuten mit der Metro ab Lille Flandre erreichbar. Gleich daneben befindet sich die älteste Kirche von Lille «La chapelle Notre-Dame-de-Réconciliation». Mein Zimmer «La Tourterelles» bestand aus einem Wohn- und Schlafraum und einem riesigen Badezimmer inklusive Whirlpool. Ein Traum!

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Unterwegs war ich mit dem City Pass Lille Metropole für 48 Stunden (35 Euro). Dieser bietet freien Eintritt in 28 Museen, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten sowie die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Zwei Metrolinien und zwei Tramlinien verbinden die Stadtteile miteinander.

Hinweis: Mit diesem Beitrag nehme ich am French City Award 2016 teil. Die Reise wurde von Frankreich Tourismus sowie Lille und Roubaix Tourismus unterstützt. Alle Eindrücke sind meine eigenen.

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