Mögt ihr euch an den Bericht und die Bilder zu Lissabon im Retro-Look erinnern? Dort habe ich euch erzählt, dass der Freund und ich nicht immer einer Meinung sind, wie ein gutes Bild aussieht. Nun, über Geschmack lässt sich bekanntlich ja die eine oder andere Diskussion führen. Fakt ist, unsere Bilder haben meisten sehr satte Farben (normale Beleuchtung).

Ich mag jedoch Bilder, die leicht überbelichtet sind und ein „sanfteres“ Gesamtbild ergeben. Auf unserem Stadtrundgang in Verona haben wir diesen Stil einmal ausprobiert und die Kamera so eingestellt, dass der Hintergrund leicht überbelichtet wird. Für die folgenden Bilder haben wir zudem mit ein, zwei Ausnahmen das Canon EF 50mm f/1.8 II Objektiv verwendet. Ich bin gespannt zu hören, wie euch die Bilder gefallen :).

Eleganz mit tausendjähriger Geschichte

Kaum haben wir den imposanten Torbogen zur Pizza Bra durchschritten befinden wir uns in einer komplett anderen Welt. Um uns herum herrscht geschäftiges Treiben. Verona ist an diesem Ostersamstag proppenvoll. Jeder Italiener hat noch mindestens zwei Hunde mit dabei. Nichts da mit „die Stadt für Verliebte abseits der Massen“ – wir befinden uns gerade voll in den Massen. Die Piazza wird von Cafés gesäumt, wo schon am Vormittag Spritz in rohen Massen getrunken wird. Es geht heiter zu und her. Nicht zu übersehen ist das wunderschöne Amphitheater. Wobei es sich definitiv nicht lohnt, die 6 Euro für den Eintritt ins Amphitheater zu zahlen. Die Aussicht wird innen durch verschiedene Zäune stark eingeschränkt.

Torbogen zur Pizza Bra

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Amphitheater

Aperol Spritz

Angeheitert verlassen wir nach dem ersten Spritz des Tages die Piazza Bra in Richtung Domkirche. Wir wählen hierfür die Via Guiseppe Mazzini – die Einkaufsstrasse der Altstadt – und drängen uns an zahlreichen geführten Touristengruppen vorbei. Wer zumindest ein kleines bisschen Romantik bewahren möchte, der ist gut beraten, die weniger frequentierte Seitengasse zu wählen. Bei der Piazza Erbe (übrigens ein idealer Ort für einen Espresso-Stopp – z.B für 2 Euro im Casa Mazzanti Caffe‘ – leider ohne Bomboloni) machen wir einen kurzen Abstecher zur Casa Capuleti, besser bekannt als „Haus der Julia“.

Nebst römischen, mittelalterlichen, venetianischen und österreichisch-ungarischen Architektur-Perlen hat insbesondere William Shakespeare Verona mit der tragischen Liebesgeschichte Romeo und Julia zu Weltbekanntheit verholfen. Es soll übrigens Glück bringen, der bronzenen Dame an die Brust zu fassen – fast amüsanter ist, all die Leute zu beobachten, die sich in exakt dieser Grabscher-Pose fotografieren lassen.

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Espresso Macchiato

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Nach der Piazza Erbe lassen die Menschenmassen langsam nach. Jetzt endlich können wir die kleinen Gässchen mit den hübschen Gebäudefassaden und Pflastersteinen in trauter Zweisamkeit geniessen. Bei der Osteria Sottoriva (Via Sottoriva 9/A) gönnen wir uns einen leichten Lunch mit einer Tagessuppe und regionalem Salami.

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Salumi

Wir überqueren die Pontre Pietra und nehmen die Treppenstufen zum Schloss Castel S. Pietro in Angriff. Die Schlossterrasse bietet einen schönen (und kostenfreien) Blick über die Altstadt von Verona. Einen weiteren Blick über die Stadt gibt es vom markanten Torre dei Lamberti – hierfür muss man aber ein Ticket kaufen. Zur Belohnung für das Treppensteigen gönnen wir uns im Anschluss zwei Gelati in der Gelateria Ponte Pietra (Via Ponte Pietra, 13).

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Gelati

Zurück Richtung Stadtzentrum schlendern wir entlang der Adige (oder Etsch auf Deutsch). Beim Castelvecchio überqueren wir die imposante alte Brücke und kehren anschliessend zur Piazza Bra zurück. Zu guter Letzt folgt ein kulinarischer Höheflug der Extraklasse. Ohne Reservation erhalten wir einen Platz im Locanda 4 Cuochi, wo regionale Küche modern interpretiert wird. Das Dessert mit dem vielversprechenden Namen „Esperanza“ (8 Euro) ist der wahrgewordene Schokoladen-Nuss-Traum!

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So viele Eindrücke an einem Nachmittag. Unsere Sinne sind total benebelt – von zu viel Gelati, zu viel Spritz und zu viel Liebe… Verona, du bist anstrengend!

Tipps rund um Verona

Hinkommen

Verona ist prima mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Ab Milano dauert die Fahrt mit der Frecciabianca nur 1.5 Stunden – das Ticket kostet für diese Strecke rund 21 Euro. Verona selbst ist so klein, dass man die Altstadt in einem Nachmittag problemlos zu Fuss gesehen hat. Die Kosten für Sightseeingbusse kann man sich getrost sparen.

Schlafen

Wir haben im Hotel Verona (3 Sterne) auf halbem Weg zwischen Bahnhof Porta Nuova und Altstadt übernachtet. Beides ist bequem zu Fuss erreichbar. Das Hotel liegt an der Corso Porta Nuova und hat hübsche, neu gemachte Zimmer. Zum Übernachten ideal, das Frühstücksbuffet dagegen ist nicht überwältigend. Wir haben an Ostern für eine Nacht 129 Euro bezahlt (gebucht über booking.com)

Sehen

Weitere Tipps für einen gelungenen Kurztrip in die Stadt der Liebe gibt es zum Beispiel in kompakter Form aus der Reihe der beliebten New York Times Serie 36hours in Verona.

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