Victoria Falls Simbabwe: unsere Tipps für einen Besuch der Victoriafälle

Victoria Falls Simbabwe: unsere Tipps für einen Besuch der Victoriafälle

Sie zählen zu den beeindruckendsten Wasserfällen der Welt – die Victoriafälle im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia. Auf unserer dreiwöchigen Reise durch Namibia und Botswana wollten wir uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen und haben einen zweitägigen Abstecher ins simbabwische Städtchen Victoria Falls unternommen.

In diesem Beitrag schildere ich unsere Eindrücke von den Victoriafällen und gebe viele praktische Tipps rund um Besichtigung des breitesten (gemessen an der durchgehenden Fallfläche) Wasserfalls der Welt.

Auf dem Landweg von Botswana nach Simbabwe

Ein Abstecher zu den Victoriafällen steht bei vielen Safari-Reisenden im südlichen Afrika auf der Bucket List. Die meisten Touristen, die wir in Victoria Falls angetroffen haben, sind entweder über den internationalen Flughafen Victoria Falls ein- oder ausgereist und haben den Aufenthalt in «Vic Falls» somit an den Start oder ans Ende ihrer Safari gelegt.

Da uns unser letzte Stopp in Namibia in die Region Sambesi im Vierländereck Sambia – Simbabwe – Botswana – Namibia führte, war für uns die Anreise über Land naheliegender, als ein Flug. Eine Anreise über Land ist sowohl mit dem Mietwagen als auch mit Transfers möglich. Wir hatten unseren Mietwagen nur bis Katima Mulilo (Namibia) gebucht und nutzten daher für die Weiterreise zu den Victoria Falls die Transferdienste von zwei verschiedenen Unternehmen. Ab Katima Mulilo bietet «Caprivi Adventures» Transfers Richtung Kasane in Botswana an. Kasane ist sowohl Ausgangspunkt für Safaris im Chobe Nationalpark als auch Grenzstadt zu Sambia und Simbabwe mit entsprechenden Grenzübergängen. Der Transfer von Katima Mulilo über die Grenze bis nach Kasane Airport dauert rund zwei Stunden und kostet 1’470 namibische Dollars für 2-4 Personen (rund 100 CHF). Der Grenzübergang von Namibia nach Botswana bei Ngoma empfanden wir als speditiv. Als SchweizerIn benötigt man für die Einreise nach Botswana einen Reisepass, der mindestens sechs Monate über das Reisedatum hinaus gültig ist. Bei Aufenthalten bis zu 90 Tagen ist kein Visum erforderlich.

Am Flughafen Kasane wechselten wir von «Caprivi Adventures» zu «Wild Horizons». Wild Horizons ist mit einer der grössten Touranbieter rund um Victoria Falls (Seite Simbabwe) und hat nebst Transfers noch eine ganze Palette an weiteren Aktivitäten im Angebot. Wer ab Kasane Airport bis nach Victoria Falls einen Transfer mit Wild Horizons bucht, muss damit rechnen, dass die Etappe vom Flughafen bis zum Grenzübergang von einem Partnerunternehmen in Botswana durchgeführt. Das funktionierte bei uns tadellos – wir waren nur anfänglich etwas verwirrt, weil wir logischerweise nach einem Wild Horizons Auto Ausschau hielten. Wild Horizons berechnet für den rund dreistündigen Transfer von Kasane Airport bis nach Victoria Falls 67 US Dollar pro Person (bei einem Privattransfer zahlt man das Doppelte).

Einreise nach Simbabwe: Wissenswertes rund ums Visum

Für die Einreise nach Simbabwe benötigt man als SchweizerIn nebst einem gültigen Reisepass ein Visum. Die Visumformalitäten werden direkt an der Grenze erledigt, was je nach Anzahl Grenzübergänger zu längeren Wartezeiten führen kann. Wir hatten Glück und standen gerademal eine Viertelstunde in der Warteschlange. Das Single Entry Visa kostet 30 Dollar. Das Double Entry Visa kostet 45 Dollar. Ich empfehle, dass ihr euch vor der Grenze überlegt, welches der beiden Visa eure Reisewünsche abdeckt. Da sich die Victoriafälle im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia befinden, gibt es auf beiden Seiten schöne Aussichtspunkte und man kann diese auch gut miteinander kombinieren. Wir haben uns jedoch bewusst gegen einen Abstecher nach Sambia ausgesprochen, weil uns die Gelbfieberimpfung fehlt und man den Impfnachweis bei einer Reise von Sambia (Livingstone) nach Botswana (via Simbabwe) sowie nach Südafrika (nicht bei Flughafen-Transfer) benötigt. Ich vermute, zahlreiche Reisende sind sich dieser Tatsache nicht bewusst. Wir wurden bei der Rückreise nach Botswana jedoch nicht kontrolliert – insofern hätten wir es riskieren können, aber mir war das zu unsicher!

Wichtig: habt den exakten Betrag der Visa-Kosten (US Dollar) in Bar mit dabei. Bargeld (und somit Rückgeld) ist ins Simbabwe rar und die Kartenlesegeräte funktionieren gemäss Aussagen unserer Transfer-Fahrer öfters nicht.

Tipps für die Besichtigung der Victoria Falls

Ihren heutigen Namen verdanken die Victoriafälle dem schottischen Missionar und Afrikareisenden David Livingstone. Er war Mitte des 19. Jahrhunderts der erste Europäer, der die donnernden Wassermassen mit eigenen Augen sah und nannte sie zu Ehren der damaligen britischen Königin «Victoria Falls». Dabei hatten die imposanten Wasserfälle im Grenzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe bereits einen ehrenwerten Namen. Die Einheimischen nannten sie «Mosi-oa-Tunya» – «donnernden Rauch». Immerhin trägt nun der Nationalpark rund um Victoriafälle den schön klingenden Namen. Sowohl der Nationalpark als auch die Victoriafälle sind seit 1989 als UNESCO Weltnaturerbe gelistet und dementsprechend eine der touristischen Hauptattraktionen im südlichen Afrika. Wir staunten wie viele Reisegruppen hier einen Zwischenstopp einlegen – dies liegt mitunter aber auch an der bereits erwähnten guten Fluganbindung.

Rund zwei Drittel der 1.7 Kilometer langen Victoriafälle inklusive der Hauptfälle befinden sich auf der simbabwischen Seite. Der Parkeingang liegt in Fussdistanz (rund 1 Kilometer) zum Stadtzentrum von Victoria Falls – einfach der Hauptstrasse Richtung Sambia folgen. Der Parkeintritt kostet für AusländerInnen 30 US Dollar. Damit ist leider kein Mehrfach-Eintritt am gleichen Tag möglich – wer zu einem späteren Zeitpunkt nochmals hinein möchte, muss ein neues Ticket kaufen.

Am Eingang kann man sich mit Regenponchos ausstatten. Wir hatten unsere Regenjacken eingepackt und verzichteten in Anbetracht des strahlenden Sonnenscheins auf die zusätzliche Schutzschicht. Doch lässt euch nicht von der Sonne trügen – auf dem Weg zum Danger Point (dem äussersten Punkt auf der simbabwischen Seiten) schüttete es derart stark, das wir am Ende pflotschnass waren.  

Sambesi Victoria Falls
Sambesi Wasserfall
Victoria Falls Simbabwe
Victoria Falls Tour
Abstecher Victoria Falls Simbabwe
Regenwald Victoria Falls
Sehenswürdigkeiten Victoria Falls

Lokale Agenturen – so auch Wild Horizons – bieten standardmässig geführte Touren zu den Fällen an. Die Kosten hierfür betragen zusätzlich zum Parkeintritt 20 Dollar pro Person. Wir hatten eine solche Tour, würden sie aber nicht per se weiterempfehlen, weil wir den Mehrwert nicht sahen. Unser Guide führte uns zu den ausgeschilderten Aussichtspunkten und hielt sich dann im Hintergrund. Der Rundgang startet bei der David Livingstone Statue und führt von dort zu 15 verschiedenen Aussichtspunkten mit Blick auf den «Devil’s Cataract» am westlichen Ende der Fälle, die Hauptfälle sowie die Horseshoe- und Rainbow Falls. Der gesamte Rundgang ist gut ausgeschildert und nimmt mit vielen Fotostopps gut zwei Stunden in Anspruch. Wer danach noch Lust (und keine Bedenken bezüglich nicht Vorhandenseins der Gelbfieberimpfung hat – oder diese schon hat) hat, der kann die Victoria Falls Bridge überqueren und sich die Fälle noch aus der Sambia-Perspektive anschauen.

Victoria Falls Sambesi Brücke

Weitere Aktivitäten rund um die Victoriafälle

Nebst der Besichtigung der Victoriafälle kann man rund um Victoria Falls noch jede Menge weitere Aktivitäten unternehmen. Sowohl beim Transfer mit Wild Horizon als auch im Hotel erhielten wir Preislisten für buchbare Angebote, die von River Rafting über Bungee Jumping bis hin zu Game Drives im Zambezi National Park reichten. Besonders populär sind Helikopterflüge (15 Minuten rund 150 US Dollar) sowie Sundowner Cruises auf dem Sambesi. Mit zwei Übernachtungen vor Ort hätten wir eigentlich ausreichend Zeit gehabt, das eine oder andere auszuprobieren. Wir entschieden uns aber für die gemütliche Variante, spazierten durch die wuselige Kleinstadt und testeten uns durch einige Restaurants. Besonders nett fanden wir die River Brewing Company, die spannende selbstgebraute Biere im Angebot hat. Dazu gibt’s Burger, Fish&Chips oder verschiedene Salate. Weniger überzeugt hat uns hingegen das bei Touristen beliebte The Three Monkeys. Viele Ecken in Victoria Falls erreicht ihr gut zu Fuss. Ansonsten könnt ihr euch auch von eurer Unterkunft oder vom Restaurant ein Taxi rufen lassen. Die Fahrtkosten betragen innerhalb der Ortschaft zwischen 3 – 5 Dollar.

The River Brewing Company

Schöne Unterkunft in Victoria Falls

Basis für unsere Erkundungen in Victoria Falls war die Batonka Guest Lodge in Gehdistanz zum Zentrum. Eine absolut empfehlenswerte Unterkunft. Wir haben uns hier sofort wohl gefühlt und den ersten Nachmittag «chillend» in der tropischen Gartenanlage verbracht. Nach zwei Wochen Namibia hat uns hier auch das schnelle und störungsfreie wifi Freude bereitet. Alle Zimmer sind ebenerdig zum Garten oder Pool ausgerichtet. Ebenfalls empfehlenswert ist das hauseigene Restaurant, das am Mittag sechs verschiedene Gerichte zum Auswahl hat und um Abend jeweils ein 3-Gang-Menü serviert.

Batonka Guest House Victoria Falls
Batonka Guest House Pool

Lohnt sich der Abstecher zu den Victoriafällen?

Wer wie wir sowieso im Grenzgebiet Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe unterwegs ist, der sollte sich die Victoriafälle nicht entgehen lassen. Und Victoria Falls ist insofern eine gute Wahl, weil das Städtchen in Fussdistanz zu den Fällen liegt (das ist bei Livingstone auf der Sambia-Seite nicht der Fall) und man von hier aus zu Fuss die komplette Breite der Fälle überblicken kann. Ob man dafür nun zwei Übernachtungen oder nur eine einplanen möchte, hängt davon ab, von wo ihr anreist, wann ihr am Anreisetag vor Ort sein werdet und ob euch auch noch andere Aktivitäten vor Ort interessieren. Für uns war es in erster Linie ein «hereinschnuppern» in Simbabwe. Im Austausch mit der lokalen Bevölkerung habe ich gemerkt, dass wir diesem Land bei einer nächsten Reise durchaus mehr Aufmerksamkeit schenken könnten – die intakte Natur macht es nämlich zu einem tollen (und verhältnismässig unbekannten) Safari Reiseziel. 

Praktische Reisetipps für deine Reise zu den Victoriafällen

Beste Reisezeit:
Mit unserer Reisezeit Ende April / Anfangs Mai tüpften wir gerade die Übergangsphase zwischen den regenreicheren Sommermonaten (Oktober – Mai) und den kühleren, trockeneren Wintermonaten (Mai – September). Grundsätzlich können die Victoriafälle ganzjährig besucht werden. Am Ende der Regenzeit sind in der Regel die Wassermassen am Imposantesten – der Nachteil dabei: manchmal hat es soviel Sprühnebel, dass man kaum was von den Wasserfällen sieht. Die beste Sicht auf die Fälle bietet sich zwischen Juli – September.

Einreisebestimmungen:
Sowohl für Simbabwe wie auch für Sambia ist nebst einem gültigen Reisepass ein Visum erforderlich. Das Single Entry Visum für Simbabwe kostet 30 US Dollar und kann ausschliesslich direkt an der Grenze bezogen werden. Bei Sambia besteht die Möglichkeit, vorgängig ein E-Visa online zu beantragen. Wer sowohl auf die Sambia als auch die Simbabwe Seite der Victoriafälle reist, der kann ein gemeinsames Visum für 50 US Dollar beantragen (Gültigkeit 30 Tage).

Grenzübertritt nach Sambia:
Beachtet bei einem Grenzübertritt nach Sambia die Bestimmungen bezüglich Gelbfieberimpfung bei den nachfolgenden Reisedestinationen.

Währung:
Aufgrund der Hyperinflation wurde 2009 der Simbabwe-Dollar vom US-Dollar als offizielle Währung abgelöst. Bargeld ist im wirtschaftlich gebeutelten Land aber Mangelware. Es empfiehlt sich daher, genügend Dollars von zu Hause mitzubringen. Vielerorts sind auch südafrikanische Rand, Euro oder Pfund als Alternativwährung akzeptiert. Alternativ kann man fast überall mit Karte bezahlen. Aufgrund der Problematik des fehlenden Geldes, hilft es der lokalen Wirtschaft jedoch mehr, wenn man «frische» Dollars in Umlauf bringt.

Sprache:
Simbabwe hat seit einer Verfassungsänderung 16 Landessprachen als gleichberechtigte Amtssprachen. Daneben ist auch Englisch eine Amtssprache und wir konnten uns überall sehr gut mit Englisch verständigen.

Sicherheit:
Trotz dem Sturz des ehemaligen Diktator Robert Mugabe trägt Simbabwe das Erbe seiner jahrelangen Herrschaft, die zu einer Verarmung des Landes geführt hat. Die wirtschaftliche und politische unstabile Lage führt teilweise zu Protestbewegungen. Davon spürt man in Victoria Falls jedoch kaum etwas. Das Städtchen gilt es «sicher» und man kann sich hier problemlos zu Fuss bewegen. Die grösste Gefahr geht von freilaufenden Wildtieren aus, daher nachts besser ein Taxi nehmen. Wie immer, wenn man in ärmeren Ländern unterwegs ist, empfiehlt es sich, nicht mit Wertgegenständen zu «hausieren» und Kameras z.B nur dann hervorzunehmen, wenn man ein Foto macht. Dies nicht aus Angst vor einem Diebstahl, sondern aus Respekt vor der lokalen Bevölkerung, die sich solche teuren Gadgets nicht leisten kann.

Zeitbedarf:
Die Besichtigung der simbabwischen Seite der Victoriafälle nimmt rund zwei – drei Stunden in Anspruch. Wer sonst keine weiteren Aktivitäten plant, kann den Abstecher zu den Wasserfällen auch als Tagesausflug ab Kasane durchführen.

Kosten:
Mit den Transferkosten (Kasane Hin- und zurück), den Eintritten zu den Victoriafällen (30 Dollar pro Person) und der Übernachtung in der Batonka Guest Lodge hat uns der zweitägige Abstecher zu den Victoriafällen zu zweit rund 750 Dollar gekostet.

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