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Siena von oben – Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Ich hetze durch die Gassen von Florenz. Unser Zug fährt in 20 Minuten und mir bleibt nur wenig Zeit, um mich an den gemächlich bummelnden Touristen vorbeizudrängen, um rechtzeitig das All‘ Antico Vinaio zu erreichen. Klar, ich könnte das Panini auch am Bahnhof kaufen. Aber Tiana hat mir versichert, dass im Antico Vinaio die besten Paninis der Stadt verkauft werden. „Zwei mit Prosciutto und allem was sonst noch dazu gehört“, bestelle ich beim verdutzten Verkäufer. Vor ihm stand wohl noch nie eine Touristin, die schwer atmend und unter Zeitdruck sein Geschäft aufgesucht hat.

Mit einer Minute Reserve erreiche ich den Zug, mit dem wir weiter in die Toskana vordringen. Tagesziel ist das wunderbare Castel Monastero, wo wir für zwei Tage das süsse Nichtstun frönen werden. Vorher wollen wir uns aber noch kurz in Siena umsehen. Wäre ja schade, eine der schönsten Kleinstädte der Toskana und seit 1995 auch Unesco Weltkulturerbe einfach links liegen zu lassen. Panini sei Dank, erreichen wir Siena frisch gestärkt.

Florenz-Panini

Mit der Rolltreppe in die Altstadt

Siena überrascht uns schon nach wenigen Minuten. Ich wusste, dass sich der Bahnhof etwas ausserhalb des historischen Kerns befindet. Was ich nicht wusste, dass vis-à-vis vom Bahnhof eine gedeckte Rolltreppe hinauf in die Altstadt führt und man oben bereits mit einem tollen Blick in die toskanische Landschaft belohnt wird. Nach einem kurzen Fussmarsch durchschreiten wir den Torbogen der Stadtmauer und lassen die italienische Hektik hinter uns. Klar, auch in Siena ist einiges los, aber im Vergleich zu Florenz geht es hier nahezu gemählich zu und her.

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Tausend Gesichter von Siena

Wir haben genau zwei Stunden Zeit, um uns Siena anzusehen. Das reicht natürlich nicht, um all die Facetten und verwinkelten Gassen der 17 Contrade (die Stadtbezirke, die beim bekannten Pferderennen – Palio die Siena – gegeneinander antreten) auf sich wirken zu lassen. Ich bin zwar inzwischen geübt, Städte im Schnelldurchlauf zu besichtigen, aber für Siena sollte man sich eigentlich schon etwas mehr Zeit lassen. Nachdem wir unser Gepäck bei der Busstation auf der Piazza Antonio Gramsci zwischengelagert haben (in der Unterführung), bummeln wir gemütlich durch die Via Montanini.

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Eis, Eis Baby

Doch das Bummeln täuscht – insgeheim marschieren wir zielstrebig zu unserem ersten Ziel. Wer zwei Stunden zur Verfügung hat, der muss Prioritäten setzen. Deshalb: her mit dem Eis! Wir hatten uns im Vorfeld bei der Siena-Expertin Mela informiert und schleckten nach knapp 15 Minuten bereits allerleckerstes Gelati aus dem Kopa Kabana.

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Schiefer Platz in Siena – Piazza del Campo

Nachdem die Gelüste gestillt sind, können wir uns den architektonischen Besonderheiten widmen. Selbst bei der Quickie-Variante darf ein Besuch des Zentralplatzes, der Piazza del Campo, nicht fehlen. Gesäumt von Restaurants und Cafés bildet die Piazza das Herz des mittelalterlichen Stadtkerns. Auf dem leicht geneigten (was ich städtebaulich höchst seltsam finde) und trapezförmigen Platz finden auch die bereits erwähnten Pferderennen statt. Kaum vorstellbar, dass hier Pferde im wilden Galopp ihre Runden drehen… dieses Gaudi will ich mir irgendwann noch anschauen.

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100 m Weitsicht – Torre del Mangia

Uns bleibt noch knapp eine Stunde und die nützen wir, um uns Siena von oben anzuschauen. Hierfür erklimmen wir die engen, steilen Treppenstufen im Torre del Mangia. Der über 80 m hohe Turm ist Teil des Palazzo Pubblico und grenzt ebenfalls an die Piazza del Campo. Der Aufstieg ist meiner Meinung nach ein lohnenswertes Abenteuer.

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Sakraler Grössenwahnsinn in Siena

Zu guter Letzt machen wir noch einen Abstecher zum Dom von Siena. Das beeindruckende Bauwerk aus weissem und schwarzem Marmor befindet sich an einer der höchsten Stellen der Stadt. Wir bestaunen die Kirche von aussen, verzichten aber auf einen Besuch im Innern, da hierfür eine ziemlich teure (leider weiss ich nicht mehr genau, wie teuer) Eintrittskarte gelöst werden müsste. Wir nützen die restliche Zeit lieber für einen halbwegs gemütlichen Spaziergang zurück zur Piazza Antonio Gramsci. Auch wenn es fürs Erste nur zwei Stunden waren – der Zwischenstopp hat sich allemal gelohnt!

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