Dschungelfeeling à la Piemonte

Während unseres herbstlichen Wanderweekends im Piemont sind wir nicht nur auf alten Pfaden durch die Ossola Täler gewandert, sondern haben uns auch durch das Dickicht oberhalb des Lago Mergozzo gekämpft. Aber der Reihe nach. Die Gegend rund um das Tosa-Delta am Lago Maggiore ist unerwartet vielfältig. Da ist zum einen Verbania, das grösste Industrie- und Handelszentrum am Lago Maggiore, wo wir am Bahnhof mit dem Lärm des nahegelegenen Steinbruchs begrüsst werden. Zum anderen sind da zahlreiche lauschige Zeltplätze, idyllischen Uferstreifen und die Borromäischen Inseln mit ihren Palästen und Gärten, die zum Entspannen einladen.

Ausgangspunkt unserer Wandertour ist Suna. Das alte Städtchen gehört heute zu Verbania und ist die erste Ortschaft am Nordufer der Borromäischen Bucht. Der strahlende Sonnenschein lässt uns jeglichen Herbstblues vergessen. Statt uns direkt auf die Socken zu machen, starten wir die Wanderung mit einem Stopp in einem Strandcafé.

Verbania-lago-Maggiore-1 domo-73 Lago-Maggiore-Brioche

Mit Cappuccino und Brioche gestärkt, starten wir die Wanderung in Richtung Cavandone. Der Weg führt zuerst durch die engen Gässchen von Suna und geht anschliessend in einen alten Saumpfad über, der durch lichte Wälder bergwärts führt. Zwischendurch gibt es kurze Verschnaufpausen mit schönen Panoramablicken über den Lago Maggiore. Bei der Kirche von Cavandone lohnt sich ein Abstecher ins Dorf hinauf. Die kleine Ortschaft bietet mit ihren schnuckeligen Blumen geschmückten Steinhäusern wunderschöne Fotomotive. Mit unserem Spaziergang durch den Dorfkern haben wir auch eine Katze glücklich gemacht. Der rote Tiger ist schnurstracks auf uns zu stolziert uns liess sich dann selbstbewusst den in die Sonne gestreckten Bauch kraulen.

Verbania-Ossola Ossola-1 Lago-Maggiore-Aussicht Cavandone-2 Cavandone-1 Cavandone-3

Zurück auf dem Wanderweg, geht es zuerst über Stock und Stein durch den Wald abwärts, bis wir Bieno erreichen. Ab hier braucht es etwas Durchhaltevermögen. Der Wanderweg führt ziemlich langweilig auf einem geteerten Strässchen an Streusiedlungen vorbei. Begleitet von einem Chor an kläffenden Hunden bringen wir diesen Abschnitt hinter uns und stehen plötzlich vor einem scheinbar undurchdringbaren Dickicht.

Mit etwas Fantasie lässt der Wanderweg noch knapp erahnen. Oha, welcome to the jungle! Während der darauf folgenden Stunde kämpfen wir uns Schritt für Schritt weit oberhalb des Lago Mergozzo durch die ungezähmte Natur. An manch einer Stelle wäre eine Machete ziemlich praktisch gewesen und zwischendurch fühlte ich mich in den Urwald Costa Ricas zurückversetzt. Nebst menschenhohen Grashalmen, stellten auch Bäche und umgestürzte Bäume abenteuerliche Hürden dar. Wem also der normale Feld-Wald-Wiesen-Weg zu langweilig ist und sich auch nicht mehr ab Wurzelstöcken erfreuen kann, der findet hier definitiv eine neue Form der Herausforderung. Spätestens zu dem Zeitpunkt, wo wir vor einem reissenden Bächlein stehen und der Weg auf der anderen Seite ca. 4 Meter weiter unten weiterführt, frage ich mich, ob wir hier wohl richtig sind. Mit einem vorsichtigen Balanceakt von einem glitschigen Stein zum anderen, meistern wir auch diese Herausforderung erfolgreich.

Bieno Wandern-Piemonte Piemonte-2 Mergozzo-Wandern-1 Mergozzo-Wandern-2 Natur-Piemonte Mergozzo-Wandern-4 Mergozzo-Wandern-5

Am Lago Mergozzo genehmigt sich ein Teil unserer Wandergruppe einen erfrischenden Schwumm im See. Mir dagegen reicht ein Gelati zur Erfrischung völlig. Die letzte Etappe führt auf dem Sentiero Azzuro genannten Weg oberhalb des Sees durch den Wald zurück nach Verbania. Diese Strecke wurde früher von den Steinmetzen Mergozzos täglich benutzt und ist im Gegensatz zum Weg auf der anderen Seeseite in einem guten Zustand – will heissen, dass mir nicht ständig Grashalme die Sicht versperrt haben.

Mergozzo-1 Mergozzo-2 Sentiero-Azurro Lago-Mergozzo-Aussicht Wandern-Piemonte-Natur Lago-Mergozzo-2 Lago-Mergozzo-1

Die Karte zeigt unseren Routenverlauf. Der Ausgangspunkt der Wanderung ist Suna, das man mit dem Bus (Linea 3 Richtug Brissago) ab dem Bahnhof Verbania erreicht (ebenfalls Zielort der Wanderung). Die Laufzeit beträgt rund drei Stunden. Der Wanderung führt zuerst stetig aufwärts Richtung Cavandone und anschliessend langsam abwärts bis ans Ufer des Lago Mergozzo. Dort gibt es übrigens auch schöne Badeplätze.

Wanderkarte-Suna-Verbania

Kartengrundlage Schweiz Mobil

 

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • mesubu Februar 28, at 20:09

    Liebe Anita, hast Du für diese Region auch Hotel, bzw. Übernachtungstips? Es darf ganz einfach, aber charmant sein... Lieber Gruss, Melanie

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    • Anita Brechbühl März 02, at 17:58

      Liebe Melanie wir haben damals in Domdossola in einer Ferienwohnung übernachtet. Vielleicht findest du bei den Unterkunftstipps von Inka (http://blickgewinkelt.de/italienische-reise-roadtrip-piemonte/) ja was Passendes :)

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