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Edinburgh – Schottland für Anfänger

Bravehart und Amy Macdonald haben in mir ein Schottland Feuer entfacht. Der Film Bravehart mit seinen faszinierenden Landschaftsaufnahmen und Amy Mcdonald mit ihrem schottischen Akzent. Mit insgesamt 15 Regionen und vielfältigen Landschaften von den Highlands bis zu den Isle of Skye bietet Schottland Reisefutter für ein ganzes Jahr. Doch fürs Erste sollte es bei uns eine Städtereise sein. Quasi zum Reinschnuppern.

Gereist

Die Reise in die schottische Hauptstadt starteten wir gleich mit einer Premiere. Zum allerersten Mal hatte ich einen Flug mit easyJet gebucht. Normalerweise zieht die Billigairline bei mir immer den Kürzeren, weil sie mit Ausnahme von ganz wenigen Zielen (London zum Beispiel) nichts ab Zürich anfliegt. Da aber die Swiss, respektive die Edelweiss Edinburgh nur im Sommer anfliegt, stand ab Zürich kein Direktflug im Angebot. Da die Flugpreise (und der Preis für ein eingeschecktes Gepäckstück (!)) ab Genf bedeutend günstiger waren als ab Basel und für mich die Bahnfahrt GA sei Dank keinen Kosteneinfluss hatte, entschieden wir uns für den easyJet Flug Genf – Edinburgh. Die Airline kam ihrem Pünktlichkeitsversprechen beim Hin- und Rückflug nach. Wenn ich etwas bemängeln müsste, dann wären es die doch sehr schmalen Sitzabstände und der fehlende Platz fürs Handgepäck und die Jacken. Wenn ich schon für ein Gepäckstück zahle, dann finde ich es unfair, wenn ich meine dicke Winterjacke zwei Stunden auf meinen Knien deponieren muss, nur weil viele Leute die Gepäckregeln missachten und zu viel Handgepäck in die Kabine mitnehmen. Tja.

Nach zwei Stunden Flug und einer Stunde Zeitverschiebung (in der Summe eine Stunde später) landen wir auf die Minute pünktlich am Flughafen Edinburgh. Wie kommt man nun von hier am besten ins Zentrum? Die schnellste Variante ist mit dem Airlink- Bus, der bis zur Waverley Bridge in der Stadtmitte fährt. Eine einfache Fahrt kostet £4, wer gleich das Rückfahrtticket mitlöst, zahlt £7. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten. Als zweite Variante steht das Tram zur Auswahl. Dieses bedient die Strecke durch das Stadtzentrum bis zum York Place (beim Playhouse). Eine einfache Fahrt kostet hiermit £5. Achtung, die Ticketautomaten der Strassenbahn akzeptieren nur Kleingeld (keine Noten) oder Kreditkarten. In den Bussen – mit Ausnahme des Airlinks – (einfache Fahrt £1.50) kann das Ticket nur beim Fahrer gelöst werden und es wird kein Rückgeld gegeben (exakter Betrag bereithalten). Da uns dieser Kleingeld-Kram zu doof war, waren wir in der Stadt ausschliesslich zu Fuss unterwegs.

Geschlafen
Ben Cruachan Guest House | 17 McDonald Road

Edinburgh hat unzählige tolle B&B’s. Aus der Fülle an Angeboten, das passende herauszupicken ist gar nicht so einfach. Unsere Wahl fiel nach einigem hin und her auf das Ben Cruachan Guest House an der Leith Street (Richtung Hafen) und in Gehdistanz zum York Place und dem Playhouse. Leider weilte die eigentliche Gastgeberin während unseres Aufenthalts in den Ferien. An der „Stellvertretung“ gibt’s aber nichts auszusetzen. Unser Zimmer war zwar nicht besonders gross, aber geschmackvoll eingerichtet und hatte ein eigenes Badezimmer. Die wahre Stärke des Guest Houses liegt unbestritten beim Frühstück. Von Porridge (wenn gewünscht mit einem Schuss Whiskey) über Pancakes bis zum vollen schottischen Programm gibt es alles, was das Herz begehrt. Und zwar jeweils frisch zubereitet.

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Getan

Walk the Mile

Edinburgh hat zwei UNESCO Welterbestätten. Zum einen die mittelalterliche „Old Town“ mit der sogenannten Royal Mile bestehend aus den Strassen Castle Hill, High Street und Canongate. Zum anderen das städtebauliche Vorzeigebeispiel der georgianischen „New Town“, die bei der Princes Street beginnt. Einen Spaziergang entlang der Royal Mile beginnt man am besten auf dem Schlosshügel. Es lohnt sich, zwischendurch einen Blick in die abzweigenden Seitengässchen – den sogenannten „Close“ – zu werfen. Manche bieten die eine oder andere Überraschung. Ebenso gehört einen Abstecher in die St. Giles Kathedrale mit dazu. Wer die prächtige Architektur im Innern fotografieren möchte, der kann sich für 2£ eine Fotoerlaubnis kaufen.

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Einkaufsbummel

Edinburgh ist vielfältig aber nicht weitläufig. Wer auf einer der drei Brücken von der Old Town die Bahninfrastruktur überquert, der landet schwupps in der New Town. Shoppingfans kommen entlang der George Street voll auf ihre Kosten. Ich blieb nicht davon verschont und verguckte mich beim Schaufensterbummeln in eine Handtasche der Cambridge Satchel Company. Wen das Thema Städtebau interessiert, der wird in diesem Stadtteil auch auf einige Perlen stossen. Unter der Leitung des Architekten James Craig wurden hier im 18. Jahrhundert Standards gesetzt, die weit über England hinaus Beachtung fanden.

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Kunst & Kultur

Die schottische Hauptstadt bietet eine breite Palette an Museen aller Art. Darunter sind zum Beispiel einige interessante Galerien mit moderner Kunst vertreten. Aber auch für diejenigen, die sich nicht in erster Linie für Kunst interessieren, lohnt sich ein Gang ins Museum. Das National Museum of Scotland und die National Portrait Gallery entzücken beispielsweise durch eine herausragende Architektur. Zudem ist der Eintritt zu den meisten Ausstellungsräumen kostenfrei (Ausnahme bilden Sonderausstellungen).

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Geistergeschichten

Ein Edinburgh ohne Gruselgeschichten? Undenkbar. Die Stadt ist voller mystischer Geschichten und dunkeln Legenden. Zu den beliebtesten Touristenaktivitäten gehören deshalb auch die Geistertouren, die im Einbruch der Dämmerung auf der Royal Mile starten und dann in die düsteren Ecken abtauchen. Da ich zugegebenermassen ein riesen Schisser bin, habe ich darauf verzichtet, mir dafür aber einen der berühmtesten Friedhöfe bei Tageslicht angeschaut. Auf dem idyllisch gelegenen Greyfriars Kirkyard liegen einige prominente Edinburgher begraben. Darunter befindet sich auch das Grab von Bobby. Der Polizeihund soll angeblich ganze dreizehn Jahre lang am Grab seines Herrchens John Gray ausgeharrt haben.

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Vogelperspektive

Dank den zahlreichen Hügeln bietet Edinburgh fantastische Aussichtspunkte. Der Klassiker hierbei ist der Calton Hill unmittelbar am östlichen Ende der Princes Street. Die Treppenstufen sind in wenigen Minuten bewältigt. Der Blick von hier oben ist besonders in den frühen Morgenstunden oder während der Blue Hour bezaubernd.

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Edinburgh-Panorama

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Der 250 Meter hohe Hausberg Arthur’s Seat steht rund 1.5 Kilometer östlich des Stadtzentrums. Er ist Teil des Holyrood Parks. Interessant ist, dass der markante Hügel, der mich etwas an den Tafelberg in Kapstadt erinnerte, einen vulkanischen Ursprung hat. Verschiedene Spazierwege führen den Klippen entlang über den Hügel. Wer von hier oben die Aussicht geniessen möchte, der nimmt zwar einen etwas längeren Fussmarsch in Angriff als auf den Calton Hill, wird dafür aber auch mit einer phänomenalen Blick weit über Edinburgh hinaus belohnt.

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Gegessen

Für Schleckmäuler | The Fudge House

Stundenlanges Flanieren macht hungrig. Wer gerade auf der Royal Mile unterwegs ist, der findet an der Adresse 197 Canongate eine Zuckerbomben-Stärkung. Ich habe vor lauter Enthusiasmus gleich vier Fudges ausgewählt, aber gleich nach dem ersten Bissen festgestellt, dass eines ausgereicht hätte.

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Mittagsstärkung 

In der Hanover Street (New Town) befinden sich zwei tolle Lokale gleich gegenüber. Für einen späten Brunch oder einen leichten Mittagssnack ist das Urban Angel zu empfehlen. Die Gerichte sind nicht nur wahnsinnig lecker sondern auch unglaublich gesund – zumindest die Smoothies.

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Im The Dogs (Wird seit Herbst 2018 unter dem Namen „The Perch“ geführt.) dagegen wird gut bürgerliche schottische Küche auf moderne Art interpretiert. Hier darf es deftig sein. Zu empfehlen ist zum Beispiel die Portion Fish & Chips (6.95£) oder der Beef Burger mit Black Pudding (7.50£)

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Für den grossen Hunger

Keine Ahnung woher die Mär stammt, dass das Essen in Grossbritannien schlecht sein soll. Wir haben auf jeden Fall vorzüglich gespeist und ich hatte nebst den hier aufgeführten Restaurants noch einige auf der Liste, für die wir schlichtweg zu wenig Hunger hatten. Saisonale Küche wird im Field serviert. Da das Restaurant gerade mal sechs Tische hat, sollte hier reserviert werden.

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Wer dagegen Lust auf ein richtig gutes Stück Fleisch hat, der wird im Steak beglückt. Das Restaurant liegt zudem gerade vis-à-vis des Playhouses und eignet sich deshalb für ein „Pre-Theater Dinner“ (beide Tipps habe ich übrigens von @nicolehunziker erhalten, die Schottland im Frühsommer 2014 bereist hat). Für ein schnelles, günstiges Abendessen kann ich euch auch das „Just Burgers and Beers“ an der Royal Mile empfehlen. Die Burgerkreationen schmecken gut.

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Gefeiert

Ja, gefeiert haben wir auch. Und zwar drei Tage Silvester oder wie es in Schottland heisst: Hogmanay. Nebst dem Neujahrspektakel lockt Edinburgh aber auch über den Rest des Jahres mit tollen Festivals. Eine Übersicht gibt es hier: Edinburgh’s festivals

Na, spürt ihr jetzt auch ein leichtes Kribbeln und möchtet am liebsten den nächsten Flieger nach Schottland boarden?

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