Fernab von Hektik – The Alpina Hotel Tschiertschen

Fernab von Hektik – The Alpina Hotel Tschiertschen

Jedes Jahr äuge ich ab dem ersten Dezember regelmässig auf den Wetterbericht. Und – zumindest in den letzten drei Jahren – war es vergebene Mühe. Der Schnee lässt auf sich warten und eine weisse Vorweihnachtszeit existiert nur noch auf kitschigen Weihnachtskarten und in nostalgisch angehauchten Werbefilmen. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so setzte ich auch in diesem Jahr auf die Jokerkarte namens «vorweihnachtliches Bergwochenende». Selbstverständlich hatten wir Neuschnee in rauen Mengen bei Frau Holle vorbestellt. Hat alles nichts genützt. Wie bereits im letzten Jahr packten wir anstelle der Schneeschuhe die Wanderschuhe in den Koffer und machten uns auf den Weg ins Bündnerland. Zugegebenermassen wäre ja die weisse Pracht nur Zugabe gewesen. Denn – wie es Werner Walser, der Gemeindepräsident von Tschiertschen, schön auf den Punkt bringt – wer braucht schon Schnee, wenn Frühlingsrollen serviert werden? Aber dazu später.

Gastgebertradition im Schanfigg

Keine dreissig Minuten von Chur entfernt und doch fernab jeder Alltagshektik empfängt uns das Romantik Hotel The Alpina Mountain Resort & Spa voller Herzlichkeit. 1897 gebaut, feiert das Hotel im nächsten Jahr sein 120-jähriges Jubiläum und blickt auf eine bewegte Hotelgeschichte zurück. 2014/2015 wurde das historische Hotelgebäude aufwendig restauriert und mit einem Neubauteil mit Spa, Konferenzräumlichkeiten, Weinkeller und Lobbybereich ergänzt. Tschiertschen und das The Alpina geniessen noch Geheimtippstatus. Ideal für alle, die eine schöne Basis für ein entspanntes Wochenende zu zweit suchen. Mit insgesamt 27 Zimmer und Suiten und einem unglaublich charmanten und witzigen Personal versprüht das Alpina familiäres Flair, was uns gefällt. Unser Doppelzimmer punktet mit einer tollen Aussicht auf das markante Weisshorn. Die Zimmergrösse ist etwas knapp bemessen und zwischen Lavabo und Bett wünschte ich mir 50 cm mehr Manövrierfläche – wer es gerne kuschelig mag, wird damit keine Probleme haben.

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Ein Dorf im Dornröschenschlaf

Mit feinem hausgemachten Müesli und Tschiertschener Bergkäse gestärkt, sind wir bereit für eine Wanderung. Tschiertschen ist ein unglaublich schmuckes Walserdorf (und stellt euch das jetzt ganz kurz frisch eingeschneit vor – «wow» – oder?!) und liegt am Jakobsweg Graubünden, der von Müstair bis nach Amsteg führt. Die Wandermöglichkeiten sind vielfältig. Dem Urdenbach entlang via Urdensee zur Hörnlihütte, übers Urdenfürggli nach Parpan oder via Joch nach Churwalden. Wir wählen an diesem herbstlich anmutenden Dezembertag eine kürzere Runde hinauf zum Berghaus Furgglis und dann via Weiler Clüs zurück nach Tschiertschen. Dort spazieren wir hinauf zum Aussichtspunkt gegenüber der Kirche und lassen den herrlichen Blick auf Dorf und Tal auf uns wirken.

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Das Glück liegt an diesem Tag auf unserer Seite. Denn durch die schmalen Gassen zwischen den Walserhäusern zieht der süssliche Duft von Glühwein. Heute ist Weihnachtsmarkt in Tschiertschen. Um die liebevoll geschmückten Stände scharen sich die Einheimischen. Ich kann den glustigen Auslagen nicht widerstehen und teste mich durchs Weihnachtsgebäck. Nach dem Marsch wollen die Energiespeicher schliesslich gefüllt werden.

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Überraschendes auf dem Teller

Zurück im Hotel werden meine verspannten Muskeln während 80 Minuten intensiv durchgeknetet. Der Shan Spa im The Alpina setzt den Fokus auf Heilkräuter aus der Bergwelt gepaart mit asiatischen Massagetechniken. Danach lassen wir uns im Whirlpool mit Blick auf die Weisshornspitze ordentlich durchsprudeln. Finnische Sauna, Biosauna, Infrarotsauna, Dampfbad und Kneippbecken runden das kleine, aber feine Angebot des Spabereiches ab. Minuspunkte gibt es für den Ruheraum – der wirkt auf mich karg und kalt. Da wären die Liegen draussen einladender, aber bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ist das nicht wirklich eine Option.

The-Alpina-Spa-Sprudelbad Whirlpool The Alpina Tschiertschen

Von A bis Z Spitze ist dagegen das kulinarische Angebot. Unbedingt vor dem Abendessen ein Apéro in der gemütlichen Kaminbar einplanen. Die Barkarte beinhaltet echt coole Drinks und die Jungs hinter der Bartheke sind auch nicht um gute Tipps verlegen. Kulinarisch fährt das The Alpina zweigeleisig. Haubenkoch Antonino Messina setzt auf eine regionale, saisonale «Nose to Tail» Küche und seit September 2016 ergänzt Tony Leung die Menüauswahl mit asiatischen Gerichten. Frühlingsrollen sind zwar auf der aktuellen Karte nicht zu finden. Dafür aber unter anderem eine feine Ramen Suppe, pikantes asiatisches Rindstartar, Schweinebauch «Tung Po Style» und Rindfleisch nach Szechuan Art.

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Während wir uns an einem Abend durch die asiatischen Gerichte probieren. Konzentrieren wir uns am anderen Abend auf die lokalen Köstlichkeiten. Ganz toll ist das Zweierlei vom Tschiertschener Rind und der Alpina Burger. Zugegebenermassen steht mir der Neid ins Gesicht geschrieben, als der Freund den toll präsentierten Burger aufgetischt bekommt. Mein Kürbis-Orangen Risotto kann da nicht mithalten.

The Alpina Burger

Was das kulinarische Erlebnis perfektioniert, ist die unglaublich lockere, humorvolle Art des Servicepersonals. Das The Alpina arbeitet eng mit der Hotelfachschule in Passugg zusammen. So sprechen zwar nicht alle Mitarbeiter perfekt Deutsch, aber das spielt keine Rolle. Da wird entweder charmant auf Englisch nachgefragt oder jemand zu Hilfe geholt. Noch selten haben wir uns in einem Restaurant so wohl gefühlt.

Das Romantik Hotel The Alpina Mountain Resort & Spa bietet den perfekten Ausgangspunkt für alle, die ein gemütliches Bergwochenende an der frischen Luft verbringen möchten und sich gerne kulinarisch verwöhnen lassen. Nebst unzähligen Wanderwegkilometer bietet das The Alpina seinen Gästen kostenlos E-Bikes für Ausflüge in der Region an und (wenn der Schnee dann endlich kommt) direkten Zugang zu den 32 Pistenkilometer des Skigebiets Tschiertschen. Übernachtung inkl. Frühstück und Spa-Benutzung gibt es in der Wintersaison ab 210 CHF für 2 Personen im Doppelzimmer. Für die aktuellen Pauschalangebote checkt ihr am besten die Website.

Hinweis: Das Hotel The Alpina Mountain Resort & Spa hat uns zu diesem Aufenthalt eingeladen. Vielen Dank hierfür. Wie immer sind alle Eindrücke die unseren.

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