Diese Wanderung startet nur einen Katzensprung vom Rheinfall entfernt in der kleinen Gemeinde Dachsen und führt auf 15 abwechslungsreichen Kilometern durch das Zürcher Weinland. Der «Zürcher Weinland Weg» vereint dabei vieles, wofür die Region bekannt ist: malerische Riegelhäuser, weite Ausblicke, schmale Waldpfade und breite Flurwege, die sich durch Rebberge, Laubwälder und die offene Kulturlandschaft ziehen. Kurz vor dem Ziel in Ossingen laden rund um den Husemersee zahlreiche idyllische Rastplätze dazu ein, noch etwas länger in der Natur zu verweilen.
Wenn ihr mich fragt, ist das genau die richtige Wanderung für Tage, an denen man zwar raus in die Natur möchte, die Wanderung selbst aber lieber entspannt als schweisstreibend ausfallen soll.
Von Dachsen durchs Zürcher Weinland
Bei einer Streckenwanderung, die von Bahnhof zu Bahnhof führt, bietet sich die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr geradezu an. Von Zürich aus führt die schnellste Verbindung via Bülach und Schaffhausen nach Dachsen. Bereits die Zugfahrt ist dabei Teil des Erlebnisses: Beim Überqueren der ikonischen Steinbogenbrücke in Eglisau eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf den Hochrhein, der sich hier zwischen bewaldeten Steilhängen hindurchschlängelt. Eine Landschaft, die meiner Meinung nach völlig zu Recht im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt ist.
Und den Blick auf den Rheinfall gibt es bei dieser Anreisevariante sogar gleich zweimal – und erst noch aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Nach so viel landschaftlichem Spektakel noch vor der eigentlichen Wanderung lassen wir es in Dachsen zunächst gemütlich angehen. Dem Wegweiser folgend marschieren wir den Bahngleisen entlang Richtung Süden los. Am Dorfausgang ist dann kurz etwas Aufmerksamkeit gefragt, damit man nicht die falsche Abzweigung erwischt. Am besten haltet ihr euch links und folgt der Uhwieserstrasse leicht bergauf, bis der Wanderweg rechterhand auf einen Naturweg abzweigt und unter der Autobahn hindurchführt.



Rebberge, Wälder und weite Ausblicke
Hinter Dachsen gewinnt der Weg dem Anderbach entlang langsam an Höhe. Vom Wanderweg aus sieht man auf der einen Seite das von Rebhängen umgebene Dorf Uhwiesen am Fusse des Cholfirsts, auf der anderen öffnet sich der Blick über die vielfältige Kulturlandschaft des Zürcher Weinlands. Auf Höhe «Wieswendi» kommen wir erstmals in den Genuss eines wunderschönen Fernblicks, der weit über die sanften Hügelzüge des Weinlands bis zu den Alpen reicht. Besonders reizvoll ist dieser Abschnitt zwischen April und Anfang Mai, wenn entlang des Wegs die Obstbäume in voller Blüte stehen.




Zwischen Reben und Hochstammbäumen führt der Wanderweg weiter Richtung Waldrand, dem wir bis zum Gasthaus Guggere oberhalb von Benken folgen. Für eine Einkehr sind wir zwar etwas zu früh unterwegs, die Aussicht von der Gartenwirtschaft ist aber definitiv erwähnenswert.



Schlenker durch schmucke Dorfkerne
Mit schönen Fernblicken begeistert auch die folgende Passage oberhalb von Benken, wo sich der Weg mitten durch die Rebberge zieht.

Die Wegführung entlang der Ausläufer des Cholfirsts bis nach Wildensbuch und weiter Richtung Rudolfingen ist danach zwar etwas weniger abwechslungsreich, da breite Kieswege überwiegen. Dafür punkten die kleinen Dörfer unterwegs mit schmucken Riegelhäusern und einzelnen sehenswerten Gebäuden. Besonders ins Auge sticht das ehemalige Zivilgemeindehaus in Rudolfingen – ein auffälliger Fachwerkbau mit kleinem Dachtürmchen.
In Wildensbuch bietet sich zudem die Möglichkeit für einen kurzen Abstecher zum schon von weitem sichtbaren Aussichtsturm auf der Anhöhe der Hochwacht.



Ein idyllischer Badeplatz zum Abschluss
Am Dorfrand von Rudolfingen entdecken wir bei unserer Tour Ende April tatsächlich noch einige wunderschön blühende Obstbäume. Was für eine Augenweide! Danach heisst es, nochmals ein paar Kilometer durch die offene Weinländer Landschaft zurückzulegen. Zwischen Rudolfingen und dem Husemersee folgt der Zürcher Weinland Weg mehrheitlich breiten Kieswegen durch die intensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft. Zwischen den Feldern taucht mit dem Oerlingerried plötzlich ein ganz anderer Landschaftscharakter auf: Feuchtwiesen, Schilfflächen und geschützte Naturbereiche lockern die intensiv genutzte Kulturlandschaft auf. In den kommenden Jahren sollen hier weitere Flächen renaturiert werden.




Kurz vor dem Ziel wird es nochmals richtig schön: Der Weg zieht sich schnurstracks durchs Falmenriet Richtung Husemersee. Die Spazierwege durch das Naturschutzgebiet habe ich in diesem Blogbeitrag bereits einmal vorgestellt. Damals war ich im Herbst hier unterwegs, diesmal zeigt sich: Auch im Frühling präsentiert sich die Landschaft mit ihren blühenden Bäumen und artenreichen Wiesen von ihrer besonders malerischen Seite.


Ein schöner Abschluss dieser Tour – und der perfekte Ort für eine ausgedehnte Picknickpause vor der Rückreise oder, wenn die Temperaturen noch ein paar Grad höher liegen, für einen erfrischenden Sprung ins kühle Nass.
Eckdaten der Wanderung von Dachsen nach Ossingen
Die folgende Wanderkarte zeigt den Verlauf der Wanderung auf dem Zürcher Weinland Weg von Dachsen nach Ossingen. Die Route ist durchgehend als gelb markierter Wanderweg (T1) ausgeschildert. Im ersten Drittel dominieren Wald- und Wiesenwege. Zwischen Wildensbuch und Rudolfingen folgt nach der «Höhi» ein längerer Abschnitt auf Hartbelag. Anschliessend führen mehrheitlich gekieste Flurwege durch die offene Weinländer Landschaft bis zum Husemersee.
Technisch ist die Wanderung einfach und weist keine besonderen Schwierigkeiten auf.
| Ausgangspunkt | Bahnhof Dachsen (395 m ü. M.) |
| Erreichbarkeit | mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar |
| Länge | 15,3 Kilometer |
| Höhenmeter | ↗ 291 m ↘ 257 m |
| Dauer | 3:50 h |
| Zielort | Bahnhof Ossingen (428 m ü. M.) |
| Einkehrmöglichkeit | -Gasthaus Guggere Benken (Montag Ruhetag) |
Praktische Tipps für deine Wanderung auf dem Zürcher Weinland Weg
- An- und Rückreise: Sowohl Dachsen als auch Ossingen verfügen über einen Bahnhof und sind gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.
- Beste Jahreszeit: die Wanderung kann (mit wenigen Ausnahmen bei starkem Schneefall) ganzjährig begangen werden. Besonders reizvoll präsentiert sie sich im Frühling (April und Mai) und im Spätherbst (Oktober und November).
- Verpflegung: Unterwegs gibt es nur wenige Einkehrmöglichkeiten direkt an der Route. Am besten packt ihr genügend Getränke und etwas Proviant für eine ausgedehnte Pause unterwegs ein. Rund um den Husemersee finden sich mehrere schöne Rastplätze (auch mit Feuerstellen).
- Baden am Husemersee: Wer die Wanderung an einem warmen Tag unternimmt, sollte Badehose oder Bikini nicht vergessen. Der Husemersee eignet sich perfekt für eine kleine Abkühlung zum Tourenabschluss. Bitte beachtet dabei die geltenden Regeln (Baden ist nur in einem Teil des Sees zugelassen und Luftmatratzen, Gummiboote, SUPs, grosse Ringe etc. sind verboten).



Vielen Dank für den Artikel zum Zürcher Weinlandweg.
Ich bin keine tolle Handuserin und würde die Möglichkeit begrüssen, die Wanderung in komprimierter Form ausdrucken zu können, also zum Beispiel ohne Fotos…
Ist das möglich?
Liebe Pia vielen Dank für das Interesse am Beitrag und die Nachfrage. Du kannst sonst bei der Wanderkarte unten Links «Karte vergrössern» anwählen und dann die Wanderkarte ausdrucken. Ich hoffe, dieser Tipp hilft dir weiter.