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Goldener Herbst in der Derborence – Wandern am Lac de Derborence

Von einem Ausflug in die Derborence träumte ich schon lange. Schmackhaft gemacht hat sie mir einer unserer Uni-Professoren, der all seine Fallbeispiele mit Bildern aus der Derborence untermalte. In der der Derborence gibt es den jüngsten natürlichen Bergsee in den Schweizer Alpen. Entstanden ist dieser im 18. Jahrhundert als sich zwei immense Felsstürze von den Diablerets lösten. Der See galt lange Zeit als verflucht. Dies und die schlechte Zugänglichkeit des Tales sorgten dafür, dass sich die Natur jahrzehntelang ungehindert entfalten konnte. Heute steht das Tal unter Schutz. Der alte Wald, der sich auf den Trümmermassen befindet, gilt als einer der letzten „Urwälder“ der Schweiz. Eine absolut faszinierende Landschaft, wo die gewaltigen Kräfte der Natur von nächster Nähe bestaunt werden können.

Ich liess mir sagen, dass der Herbst die beste Jahreszeit für einen Besuch in der Derborence ist. Da die Wettervorhersage des letzten Samstags förmlich nach einem Bergausflug schrie, wollten wir die Gelegenheit beim Schopf packen. Bei der Vorbereitung des Ausfluges stellte ich jedoch mit Schrecken fest, dass der Postautobetrieb dieser Strecke (Sion-Aven-Derborence) bereits am zweiten Oktoberwochenende Saisonende hatte. Nun, wie erreicht man die Derborence ohne öffentlichen Verkehr und ohne eigenes Auto? Normalerweise ist ja in der Schweiz wirklich alles bis ins hinterste Schattenloch mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, deshalb waren diese Neuigkeiten für mich sehr überraschend.

Es blieben uns folgende Möglichkeiten:

Taxi: zu teuer
Wandern: zu weit (Marschzeit Aven bis Derborence für den Hin- und Rückweg mindestens 8 Stunden)
Mobility: fehlende Mitgliederkarte

Nach kurzer Recherche stellte sich dann heraus, dass ein Mobility-Auto auch ohne Mitgliederkarte gemietet werden kann (click and drive). Nach einem kurzen Telefonat mit der Auberge du Godet, wo ich mich mit meinem Französisch abmühte (wieso vergisst man Sprachen so schnell?!), hatten wir auch in Erfahrung gebracht, dass die Strasse noch geöffnet und der erste Schnee bereits wieder geschmolzen war. Somit war es beschlossene Sache, dass wir ab Sion mit dem Auto hochfahren würden.

Wer die Derborence besucht, für den wird die Reise zum Ziel. Denn schon die Hinfahrt ist einmalig. Die Serpentinenstrasse schlängelt sich den Felsen entlang, führt unter Felsvorsprüngen durch und überrascht hinter jeder Kurve mit neuen Ausblicken. Das Kreuzen zweier Fahrzeuge ist nur an ausgewählten Stellen möglich. Viel schneller als 30 km/h fährt da keiner hoch.

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Oben angekommen, wird unser Entscheid die Derborence in der zweiten Oktoberhälfte zu besuchen, belohnt. Die Lärchen präsentieren sich in einem leuchtenden goldgelb was ein hinreissendes Gesamtbild ergibt. Unsere Wanderung führt uns in gemütlichen 2.5 Stunden durch diese fantastische Berglandschaft. Die wilde Schönheit, die ich hier vorfinde, begeistert mich. Da der Wanderweg quer über die Trümmerfelder führt, müssen zwischendurch Bergbäche ohne Brücken durchquert und massige Steinbrocken bewältigt werden. Gutes Schuhwerk ist hier Pflicht.

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Die Karte zeigt unseren Routenverlauf. Die Strecke ist rund 7 km lang, beinhaltet eine Steigung von 410 Höhenmetern und ein Gefälle von rund 420 Höhenmetern. Wir benötigten knappe 2.5 Stunden (ohne längeren Zwischenhalt). Ausgangspunkt ist der Parkplatz vor der Derborence (bei der Postautohaltestelle).

Zu Beachten: Postautobetrieb nur Saisonal (bis Mitte Oktober). Die schmale Bergstrasse (Kreuzen nicht überall möglich) ist bis zum 1. November geöffnet. Für Auskünfte zum Strassenzustand die Auberge du Godet kontaktieren. Weitere spannende Informationen zur Geologie, der Flora und Fauna findet man hier: Derborence.ch

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