Grindelwald und ich – ein Freundschaftsversuch

Grindelwald und ich – ein Freundschaftsversuch

Als ich mich letztens durch mein digitales Bilderarchiv wühlte (zur Überprüfung, ob ich letzten Winter nur vom vielen Schnee geträumt habe), stolperte ich über einige Bilder von Grindelwald – geknipst letzten Winter, beim ca. x-ten Versuch mich mit einer der beliebtesten Wintersportdestinationen im Berner Oberland anzufreunden.

Alle Jahre wieder. Ich gebe mir schon seit Jahren echt Mühe zu verstehen, was all die Touristen so toll an Grindelwald finden. Klar, der Verkaufsschlager liegt vor der Nase: Eiger, Mönch und Jungfrau: Top of Europe! Bilderbuch-Vermarktung, sozusagen.

Nun, ich habe das unglaubliche Glück, dass mir dieser Ausblick in die Wiege gelegt wurde. Genau, Balkonblick direkt auf die drei majestätischen Berg-Geschwister . Aus der Ferne meiner Meinung nach  tausend Mal schöner anzusehen, als wenn man direkt vor dem Berg steht.

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Aber nun zurück zu meinem Versuch Grindelwald zu mögen. Von Grindelwald aus sind zwei Skigebiete direkt erreichbar. Das am Südhang gelegene Gebiet First mit Snowpark und Tempo 30 Skipiste und das Skigebiet Kleine Scheidegg-Männlichen, das direkt am Fusse von Eiger, Mönch und Jungfrau liegt. Ebenso findet hier einmal im Jahr (dieses Wochenende!) die berühmte Lauberhornabfahrt statt. Dank Klassenskilager und Winterferien kenne ich beide Seiten inzwischen richtig gut. Trotzdem sind wir noch nicht so richtig warm geworden miteinander.

Die First-Seite meide ich, seit ich vor Jahren einmal auf der Piste eine Ohrfeige von einem mir unbekannten Typen abgekommen habe (!). Ja, ich bin nachtragend ;).

Wenn man mit dem eigenen Ski nach Grindelwald fährt und gerne etwas anspruchsvollere Pisten hat, dann empfehle ich, ab Grindelwald direkt mit der Zahnradbahn auf die Kleine Scheidegg zu fahren.

Da ich letztes Jahr die Skiausrüstung immer vor Ort mietete, nahmen wir die Zahnradbahn nur bis hinunter zur Talstation Männlichen. Anfängerfehler Nummer 1. Im Skisportgeschäft verunmöglichten unzählige wirr herumstehende „Touristen“ einen effizienten Ablauf der Ski-Miete (in keinem anderen Skigebiet hat es so viele Ski-unkundige-Touristen, die es trotzdem unbedingt versuchen wollen). Nach einer gefühlten Ewigkeit (ca. eine Stunde später) hatten wir endlich alles beisammen und konnten an der Gondelbahn anstehen. Anfängerfehler Nummer 2. Bei der Gondelbahn sollte man an schönen Wochenendtagen nur frühmorgens anstehen. Die alte Gondelbahn kann die Massen nur schlecht bewältigen, was zu extrem langen Wartezeiten führt. Projekte für eine neue Gondelbahn gibt es schon länger, aber der ganze Planungsprozess hat seine Tücken. Unsere Geduld war praktisch zu Ende, als wir endlich einen Sitzplatz in der Mini-Gondel ergattern konnten. Die 30-minütige Gondelfahrt ist dafür Nostalgie pur.

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Als wir dann endlich gegen Mittag die Bergstation Männlichen erreichten, mussten wir noch auf die kleine Scheidegg hinüber traversieren. Mitunter einer der Gründe wieso ich mich mit dem Skigebiet Kleine Scheidegg – Männlichen nicht anfreunden kann. Die Distanzen sind nicht zu unterschätzen.

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Als ich am Nachmittag endlich auf dem Lauberhorn oberhalb der Kleinen Scheidegg stehe und die drei Berg-Geschwister vor mir habe, kann ich einigermassen nachvollziehen, wieso die Leute hier ins Schwärmen kommen.

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Ebenfalls toll ist ein eher neuerer Lift unterhalb der Kleinen Scheidegg namens „Eigernordwand“. Der Name ist Programm. Vom Lift aus kann man praktisch die schroffen Felsmassen der Eigernordwand streicheln und von oben geniesst man einen schönen Blick auf das gegenüberliegende Lauberhorn.

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Letzten Winter hatte es übrigens sooooooo viel Schnee, dass selbst die mir verhasste Talabfahrt mit Blick auf Grindelwald extrem spassig zu fahren war.

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Dank besten Schnee- und Wetterverhältnissen ist mir mein letzjähriger Ausflug nach Grindelwald in gar nicht so schlechter Erinnerung. Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass wir – Grindelwald und ich – uns näher gekommen sind. Wer weiss, vielleicht sieht man sich im Sommer wieder…

Anita Brechbühl

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Nina Nina Januar 17, at 14:35

    Ich kann dir also sonst auch das Wallis, genauer gesagt das Goms und Binntal, seeehr empfehlen: gewaltige Berge, wunderschöne Dörfer, Stille und je nachdem, wo man ist, auch Einsamkeit :-)http://alongsunnymoon.blogspot.ch/2014/01/wir-sind-im-winterwonderland.html

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    • Anita Brechbühl Anita Brechbühl Januar 17, at 16:47

      Liebe Nina danke für den Tipp. Das Goms muss wunderbar sein. Irgendwie kenne ich die Gegend nur bis Höhe Riederalp... muss ich mal ändern :)

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  • Roman Roman Januar 18, at 21:23

    Also mein Fazit nach 3 Besuchen in Grindelwald: ich bleibe fern. Ich hatte einfach nie das Gefühl willkommen zu sein. Weder am Berg noch im Dorf (Bars, Restaurant, Hotels).

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