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Hallig-Hopping – unterwegs in der Nordsee

Der frische Nordseewind zerzaust meine Haare, vereinzelte Regentropfen verirren sich zu uns und die Möwen kreischen um die Wette. Wir befinden uns an Bord der Hilligenlei, die uns von Hallig Hooge nach Hallig Langeneß bringt. Nach zwei Tagen entspanntem Hallig-Leben auf Hooge, wagten wir uns aufs Wattenmeer hinaus. Insgesamt gibt es zehn Halligen, sieben davon sind bewohnt. Mittels Hallig-Hopping möchten wir erleben, wie sich ein Leben mitten im Watt so anfühlt. Zuerst einmal müssen wir Hooge und seine hübschen Warften (die mit allerlei Details überraschen) hinter uns lassen. Der Abschied fällt nicht leicht.

Halligen_Königspesel

Halligen_Schuhe

Halligen_Wattenmeer

Halligen_Wattenmeer_2

Für die Überfahrt von Hooge auf Langeneß nützen wir das klassische Nordsee Transportmittel – die Fähre. Distanzmässig wäre die erste Etappe eigentlich einen Klacks. Die Warften von Langeneß sind von Hooge aus gut sichtbar. Da wir für die Überfahrt aber ausgerechnet den Wassertiefstand ausgewählt haben, tauchen vor uns inmitten des Wattenmeers Sandbänke auf. Der Direktweg nach Langeneß ist somit für die Fähre unpassierbar und wir müssen einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Zum Glück sozusagen, denn unser Ausweichmanöver bringt uns direkt bei einer knuddeligen Seehundgruppe vorbei, die sich genüsslich auf den Sandbänken sonnen (wobei von „sonnen“ kann an diesem trüben Trag nicht wirklich die Rede sein). Definitiv eines meiner Nordsee Highlights.

Wattenmeer_Vögel

Wattenmeer_Seehunde_3

Wattenmeer_Seehunde_2

Wattenmeer_Seehunde

Wenige Minuten später erreichen wir Langeneß, wo wir auf die MS Eilun umsteigen. Mit dem Ausflugsschiff können verschiedene Entdeckungsfahrten auf dem Nordfriesischen Wattenmeer unternommen werden. Kapitän Tadsen und sein Matrose haben dabei alles bestens im Griff – nebst der Schiffssteuerung, sind sie auch als Kaffee-und-Kuchen-Damen und Fremdenführer im Einsatz.

Das Wetter ist eigentlich wenig einladend für eine lustige Bootsfahrt auf dem Wattenmeer, aber man soll ja das Beste aus jeder Situation herausholen. So suchen wir uns ein trockenes Plätzchen unter Deck und bestellen einen Pharisäer. Rum hält warm. Uns gegenüber sitzt ein älteres Ehepaar, das alle Jahre wieder an die Nordsee fährt und immer noch fasziniert ist, ab der einzigartigen Landschaft. „Diese Jahreszeit sei ideal, um Zugvögel zu beobachten“, informiert mich der Herr. Auch für sie ist es die erste Fahrt auf die kleineren Halligen.

Durch die Fenster beobachten wir wie Langeneß an uns vorbeizieht. Aufgrund der hartnäckigen Regenwolken ist das Panorama leider eingeschränkt.

Als ersten legen wir auf Gröde an. Die kleinste Gemeinde von Deutschland. Auf Gröde gibt es die Knuttswarft mit Wohngebäuden, die Kirchwarft mit einer hübschen Kirche, knappe 20 Einwohner, einige Kühe und Schafe und verblühter Halligflieder. Perfekte Idylle inmitten des Wattenmeers. Das Einzige das fehlt, ist der Sonnenschein.

Hallig_Gröde

Hallig_Gröde_Kirchwarft

Hallig_Gröde_Ausblick

Zurück auf dem Schiff wärmen wir uns unter Deck wieder etwas auf. Wir nehmen Kurs auf Oland. Oland ist mit einem Lorendamm sowohl mit dem Festland als auch mit Langeneß verbunden. Das gibt den Einwohnern insofern die Unabhängigkeit, als dass sie nicht so sehr von den Gezeiten und dem Fährbetrieb abhängig sind. Auf Oland soll es die schönste Warft geben. Wir sind gespannt.

Trotz Regen und Wind sind wir ganz entzückt, ab den Loren. Früher wurden die Schienenfahrzeuge mit Wind und Segel vorangetrieben. Diese Zeiten sind leider vorbei.

Die Warft hinter dem Loren-Bahnhof enttäuscht uns nicht. Kompakt stehen die Hallighäuser mit ihren wunderschönen Reetdächern rund um den Fething, wo früher Regenwasser gesammelt wurde. Lange Zeit war Regenwasser die einzige Süsswasserquelle auf den Halligen. Auch heute prasseln die Regentropfen fröhlich in den Vething hinein. Dem aufmerksamen Auge werden viele schöne Details geboten, die wunderschön zeigen, wie sehr Meer und Mensch hier im Einklang leben. Zumindest so lange, bis der blanke Hans (so nennt man hier den tobenden Wind bei Sturmfluten) mal wieder zeigt, wer die Oberhand hat.

Hallig_Oland_Lore

Hallig_Oland_Lorendamm

Hallig_Oland_Warft

Halligen_Reetdächer

Hallig_Oland_Detail

Hallig_Oland_Detail_2

Hallig_Oland_Detail_3

Hallig_Oland_Detail_4

Hallig_Oland_Detail_5

Trotz düsterem Wetter ist der Charme von Oland deutlich spürbar. Bei Sonnenschein, ist es hier wohl traumhaft schön. Nach einer Stunde Verweilzeit auf Oland, nimmt Kapitän Tadsen wieder Kurs auf Langeneß auf. Viel zu schnell ist die kurzweilige Ausflugsfahrt vorbei. Auf uns wartet jetzt noch Langeneß. Mehr dazu folgt im dritten Hallig-Bericht.

Hinweis: Die Reise auf die Halligen wurde von Nordsee Tourismus und den Halligen unterstützt – Vielen Dank hierfür. Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich hier stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

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