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Muottas Muragl – das Engadin auf dem Silbertablett

Was ihr auf den nachfolgenden Bildern nur in Form von Schneegestöber zu sehen bekommt, ist der gnadenlos pfeifende Wind, der uns kaum einen Schritt vor den anderen setzen liess. Dabei wirkte alles auf den ersten Blick so friedlich. Ein strahlend blauer Montagmorgen im Oberengadin. Als könnte er keinem Wässerchen was trüben. Daher waren wir doch etwas überrascht, dass wir bei der Talstation Punt Muragl auf keine Warteschlange vor dem Tickethäuschen stiessen. Wahrscheinlich war ich die Einzige, die nur das Sonnensymbol nicht aber die Windstärken der Wettervorhersage studiert hatte.

Die historische Standseilbahn bei Punt Muragl bedient die Strecke bis hinauf zum Hotel und Restaurant Muottas Muragl auf 2456 m ü. M. im Halbstundentakt. Es gibt mehrere Gründe, wieso sich der Muottas Muragl aus der Masse an Ausflugszielen im Engadin abhebt. Zum einen gehört der Ausflugsberg mit zu den ersten touristisch erschlossenen Aussichtspunkten des Oberengadins. Logischerweise hat man sich schon damals die Perlen rausgesucht und so rattert die Standseilbahn bereits seit über 100 Jahre die steile Strecke hinauf und hinab. Zweitens befinden sich oben keine Skilifte. Der Berg gehört den Fussgängern und Naturliebhabern. Wer hier hoch kommt findet Ruhe. Das wussten schon zahlreiche berühmte Maler und Schriftsteller zu schätzen. Segantini’s ehemalige Hütte befindet sich zum Beispiel unweit des Gipfels. Drittens wird hier auch nach 100 Jahren noch Pionierarbeit geleistet. Im Rahmen einer Komplett-Renovierung 2009/10 wurde das Hotel zum ersten Plusenergie-Hotel des Alpenraums umgebaut.

Oben angekommen blieb uns wahrhaftig zuerst einmal die Luft weg. Nicht in erster Linie wegen dem unbestreitbar beeindruckenden Panorama über das Seenplateau des Oberengadins, sondern wegen der heftigen Windböen. „Hmmm, das werden wohl anstrengende sieben Kilometer auf dem Philosophenweg“, war mein erster Gedanke. Nach einem kurzen Rundgang durch den Schnee – die Hälfte der Strecke liefen wir rückwärts, damit uns der Wind nicht ständig ins Gesicht blies – brachen wir die Übung ab. Da konnte der Schnee noch so verlockend unter dem stahlblauen Himmel glitzern. Stattdessen begaben wir uns hinter die Glasscheiben des Restaurants in Sicherheit und bestellten eine Heisse Schoggi und eine Bündner Nusstorte. Statt uns mit philosophischen Gedanken auseinanderzusetzen, frönten wir nun das süsse Glück. Auch gut.

Mehr Infos und Tipps rund um den schönsten Aussichtsberg im Oberengadin:

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