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Oh Lyon – Sehenswürdigkeiten für ein Städtetrip

„Wie machst du das mit deinen Ferientagen“, fragen mich manchmal Freunde und Bekannte. „Feiertagsoptimierung“, lautet jeweils meine Antwort. Der erste Mai fiel in diesem Jahr auf einen Freitag. Die ideale Gelegenheit, um das verlängerte Wochenende mit einem Kurztrip ins nahe Ausland auszukosten.

Gereist mit dem TGV

Gerade bei einem Trip, bei dem man die Reise am Freitag startet und am Sonntag gegen den Abend wieder zu Hause sein muss, bietet sich der Zug als ideales Transportmittel an. Man kann fünf Minuten vor der Zugabfahrt am Bahnhof eintreffen und muss sich keine Gedanken über allfälliges einzucheckendes Gepäck machen. Schön unkompliziert. Im letzten Jahr planten wir unter anderem unseren Kurztrip in die Toskana mit dem Zug. Mit grossem Erstaunen stellte ich dabei rund zwei Monate vor der geplanten Abreise fest, dass angeblich nur noch 1. Klasse Tickets bei Trenitalia zur Verfügung stehen. „Das kann doch nicht sein“, war mein erster Gedanke. In voller Überzeugung ab meiner Unfähigkeit suchte ich das Railtour Reisebüro im Bahnhof Zürich auf. Beim Bahnreiseanbieter hatte ich bereits einmal einen Paris-Trip gebucht und deshalb dachte ich, dass die mir sicher Tickets der zweiten Klasse hervorzaubern konnten. Nichts da, auch der Herr am Schalter meinte kopfschüttelnd „das ist aber seltsam“ und bot mir dann an, dass er mir dafür die Tickets für die 1. Klasse gleich bucht. Mit Augenzwinkern meinte er dann noch „die übliche Beratungsgebühr müssen sie nicht bezahlen, sie hätten’s ja eh im Internet gebucht“. Sympathisch.

Dieses Mal fiel die Wahl auf Lyon, die Hauptstadt der Region Rhône-Alpes und drittgrösste Stadt Frankreichs befindet sich nur rund 4.5 Zugstunden von Zürich entfernt. Dabei kann man entweder mit dem TGV über Mulhouse oder mit dem Regionalzug via Genf anreisen. Wir haben für die Hinreise Ersteres und für die Rückreise die zweite Option getestet. Zug und Hotel wurde diesmal direkt von Frantour – dem Frankreichspezialisten und Partner von Railtour – organisiert. Tickets, Hotelvoucher und ein kleiner kompakter Reiseführer wurden mir vor der Abreise zugestellt. Perfekt vorbereitet, konnten wir somit ins verlängerte Wochenende starten.

Geschlafen – Unser Hotel in Lyon

Grand Hôtel Terreaux | 16 Rue Lanterne

Das Grand Hôtel Terraux liegt zentral zwischen Bellecour und dem Place des Terreaux auf der Halbinsel zwischen Rhône und Saône und ist eines der ältesten Hotels der Stadt. Für uns die ideale Ausgangslage, um die Highlights von Lyon zu Fuss zu entdecken.

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Getan – Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps

Presqu’île | Plätze

Interessanterweise scheint Lyon noch nicht auf den Reiseradar der Schweizerinnen und Schweizer gerückt zu sein. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, wie schnell man Frankreichs Gourmetzentrum erreicht und mit welcher Fülle an Sehenswürdigkeiten Lyon lockt. Wir starten unseren Rundgang auf der Presque’île. Hier zwischen Rhône und Saône befinden sich zwei bemerkenswerte Plätze. Umrahmt vom Rathaus, dem Palais Saint-Pierre und dem Museum des Beaux-Arts bildet der Place des Terreaux einen wichtigen Drehpunkt. Bei schlechtem Wetter lohnt sich einen Blick ins Museum des Beaux-Arts. Wer vom Place des Terreaux in südliche Richtung weiterspaziert kann Lyons grösster Platz – den Place Bellecour – kaum verpassen.

Ein architektonisches Highlight, das ins Sightseeing-Pflichtprogramm gehört, ist das Parking des Célestines zwischen dem lauschigen Places des Jacobins und dem Place Bellecour. Auf beeindruckende Art und Weise haben die Architekten M. Target und J.M Wilmotte in Zusammenarbeit mit dem Künstler Daniel Buren eine einmalige Inszenierung geschaffen. In der Mitte des unterirdischen Parkings wurde ein sich drehender Spiegel montiert, der das Innere des Gebäudes reflektiert.

In nördliche Richtung am Übergang ins Quartier Croix-Rousse befinden sich die „Fresque des Lyonnais“. Kreiert wurde das Werk, das insgesamt 31 bedeutende Persönlichkeiten Lyons abbildet von der Cité de la Création. Von der Künstlertruppe gibt es in der Stadt Lyon noch weitere Wandmalereien zu bestaunen. Augen offen halten!

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Vieux Lyon | Traboules

1998 wurde ein Teil der Halbinsel sowie die Altstadt – Vieux Lyon – zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Vieux Lyon, das sich vom Ufer der Saône an die grünen Hänge des Fourvière schmiegt, auf der die Kathedrale thront, lädt mit seinen Gassen und den prächtigen Renaissance-Gebäuden zum Flanieren ein. Zwischen den Häuserzeilen versteckt sich eine Berühmtheit Lyons: die Traboules. Die Gänge verbinden die zahlreichen Innenhöfe miteinander. Längst nicht alle Traboules sind öffentlich zugänglich. An der Rue de Boeuf und Rue Saint-Jean findet das aufmerksame Auge den einen oder anderen offenen Zugang. Wer einen ausführlichen Einblick in die verzweigte Traboules-Welt erhalten möchte, nimmt am besten an einer der Traboules Touren Lyon teil.

Vieux-Lyon

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Confluence | Futuristik

Was für eine architektonische Wundertüte Lyon tatsächlich ist, zeigt sich spätestens, wenn man den Gare de Lyon-Perrache in südliche Richtung durchquert und im Stadtteil Confluence landet. In den letzten Jahren wurden hier die alten Industriebauten durch ein kunterbuntes Ensemble an Neubauten ersetzt. Abgerundet wird das Ganze vom futuristisch aussehenden Musée des Confluences. Eigentlich sollte der Bau 2005 fertig gestellt sein – die Eröffnung verzögerte sich um beinahe zehn Jahre und die Realisierungskosten verfünffachten sich – trotzdem ein beeindruckendes Werk aus dem Hause Coop Himmelb(l)au.

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Etats-Unis | Tony Garnier

Lyon hat nicht nur weltberühmte Köche, sondern auch einflussreiche Städteplaner hervorgebracht. Tony Garnier hat in seiner Heimatstadt verschiedentlich gewirkt. Da ist zum einen die Konzerthalle Halle Tony Garnier, die 1905 ursprünglich als Schlachthaus geplant wurde. Ein weiteres beeindruckendes Anschauungsbeispiel ist das Quartier des Etats-Unis. 1933 als eines der modernsten Sozialbauten Lyons fertigstellt, sind die Gebäude heute teilweise in einem erschreckend schlechten Zustand. Bemerkenswert sind aber die rund 25 originellen Fresken, die wegweisende städtebauliche Überlegen von Tony Garnier zieren. Ergänzt wurden die Fresken mit modernen Werken der Künstlergruppe CitéCréation. Das Musée Tony Garnier bietet einen erklärten Parcours durch die Siedlung.

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Blaue Stunde | Lyon erleuchtet

Richtig erglühen tut Lyon eigentlich am Fêtes des Lumières, das jeweils im Dezember stattfindet. Dennoch spielt die nächtliche Beleuchtung auch an den restlichen Tagen des Jahres eine wichtige Rolle. Lyon war beispielsweise die erste Stadt mit einem Plan Lumière. Einen guten Überblick über die leuchtende Stadt gibt’s von der Plattform der Basilika. Aber auch die Oper sowie der Place des Terreaux sind während der Blue Hour sehenswert.

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Gegessen – Restaurants in Lyon

Kaffeepause | Café Mokxa

Richtig guten frisch gerösteten Kaffee gibt’s im Café Mokxa in Gehdistanz zur Oper. Eine perfekte Anlaufstelle, für eine morgendliche Stärkung. Oder den müden Beinen am Nachmittag eine kurse Pause zu gönnen.

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Brasserie-Lunch

Wer aus lauter Abenteuerlust einfach irgendein Gericht auf der Karte bestellt, sollte nicht zwischenzeitlich noch kurz googeln, was er da denn jetzt eigentlich bestellt hat. Hätte ich nicht gewusst was sich unter dem schön klingenden Namen Andouillette (eine regionel Spezialität, die aus dem Darm von Schweinen hergestellt wird) tatsächlich verbirgt, hätte ich das Gericht vielleicht mit etwas mehr Begeisterung genossen. Exotische Exkurse gehören in Frankreich dazu. Ein Ort, der immer bis auf den letzten Platz gefüllt ist, ist das Le Bouchon des Filles (20 Rue Sergent Blandan). Hier wird Hausmannskost modern interpretiert und Menüs im „Share“ Prinzip serviert. Empfehlenswert. Unter Einheimischen ist man im Bistrot de La Passerelle (36 Quai Saint-Antoine). Besonders beliebt ist der Brunch. Gewöhnungsbedürftig ist der sehr saloppe Service.

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Tatar zum Znacht

Selbstverständlich könnte man sich durch Lyons Sterneküche schlemmen und bei Bocuse & Co einkehren. Wir haben an diesem Wochenende eher die rustikale Variante gewählt und uns durch die Restaurants in Hotelnähe probiert. Gutes Tatar (und nach einem währschaften Zmittag darf’s etwas Leichtes zum Znacht sein) wird im Butcher (30 rue Lanterne) aufgetischt.

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Absacker

Ein Highlight zur späten Stunde ist die Bar L’Antiquaire (20 Rue Hippolyte Flandrin). In dieser klassischen Cocktail-Bar kommt definitiv jeder auf seine Kosten. Santé!

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Ein Hinweis zum Reisen am ersten Mai: Ich hatte damit gerechnet, dass am ersten Mai die Läden geschlossen haben. Was ich jedoch nicht wusste, dass in Lyon am ersten Mai der gesamte öffentliche Verkehr stillsteht und mit ganz wenigen Ausnahmen alle Museen geschlossen haben.

Diese Reise wurde von Frantour unterstützt – vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

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