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Sellaronda – Skigenuss in den Dolomiten

Ein Jahr ist es her, seit ich zum ersten Mal aus der Ferne einen Blick auf die magischen Dolomiten erhaschen konnte. Damals keimte in mir der Wunsch, einmal umgeben von diesem einzigartigen UNESCO Welterbe Ski zu fahren.

Vergangenes Wochenende war es so weit. Wer mit dem Zug anreist, der muss ab Zürich rund sieben Stunden einplanen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, der spart bei guten Verkehrsverhältnissen etwas Zeit, ist aber auch dem Fernverkehr über den Brenner gnadenlos ausgeliefert. Mit diesen Anreisezeiten liegt die Dolomitenregion des Südtirols etwas ausserhalb der üblichen „Komfortreisezone“ der Schweizerinnen und Schweizer. Doch dieses Klischee können wir aus dem Weg räumen. Ob auf der Piste, in den Restaurants oder bei den Seilbahnen, überall haben wir andere Schweizer Feriengäste angetroffen. Witziges Detail: in beinahe allen Restaurants in denen wir waren, lief Radio Swiss Pop im Hintergrund. „Ewigi Liebi“ gibt’s zum Frühstück – da können wir uns doch nur Willkommen fühlen.

Der Ladinischen Kultur auf der Spur

Wer von Bruneck ins Gadertal, resp. das Val Badia hineinfährt, der begibt sich in eine dreisprachige Kulturregion. Gesprochen wird hier Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Hoch über dem Dörfchen St. Martin in Thurn wurden die antiken Gemäuern des Ciastel de Tor 2001 zu einem interaktiven Museum umgenutzt, dass die Geschichte und Kultur der rund 30‘000 Dolomitenladiner aus verschiedenen Aspekten beleuchtet. Die zwei wesentlichen Bestandteile der Kultur sind das Ladinisch, das auf ein gesprochenes Volkslatein zurückgeht (gleichbedeutend mit dem uns bekannten Oberbegriff Rätoromanisch) und die Sagengeschichten, die ihren Ursprung in der einzigartigen Gebirgslandschaft der Dolomiten haben.

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Urige Gasthäuser der Region Alta Badia laden ihre Gäste auf eine Entdeckungstour durch die traditionelle Genusswelt der ladinischen Küche ein. Jeweils mittwochs findet am Sotciastel Hof ein ladinischer Kochkurs statt. Wer das Essen dem Kochen vorzieht, der ist im Maso Runch an der richtigen Adresse. In einer alten Südtiroler Stube werden dem Gast traditionelle Bauerngerichte wie Gerstensuppe, Turtres (mit Spinat oder Sauerkraut gefüllte und frittierte Teigtaschen) und Schlutzkrapfen serviert. Das Menü ist dabei nur auf ladinisch beschrieben, was die Spannung, was als Nächstes auf den Tisch kommt, den ganzen Abend hochhielt. Michelle Hunziker soll übrigens auch schon hier eingekehrt sein.

Mason-Ruch-Ladinische-Kueche

Sellaronda – Dolomiti Superski im Überlick

Insgesamt 1’200  km schneesichere Pisten in 12 Skigebieten fasst die Region Dolomiti Superski zusammen. Und dafür brauchts nur ein Skiticket, das während der Hauptsaison sagenhafte 53 Euro kostet. Unfassbar, nicht? Dolomiti Superski gehört meines Erachtens zu den Superlativen der europäischen Skigebiete.

Die beste Einstiegsroute für Neulinge, wie wir es sind, ist die Sellaronda. Auf 40 Kilometern führt die legendäre Tour über die vier Dolomitenpässe einmal rund um den Stellastock und verbindet dabei die Skigebiete Alta Badia, Gröden/Seiser Alm, Fassatal und Arabba/Marmolada. Direkten Zugang auf die Route hat man von Corvara, Arabba, Canazei und Wolkenstein. Wir starten die Tour um 08:30 Uhr an der Talstation der Piz La Ila Gondelstation in la Villa und fahren uns auf den Zubringerpisten zur Sellaronda ein. Leider hat es die Sonne in diesem Jahr etwas zu gut gemeint mit dem Südtirol und da und dort schimmern die grünen Wiesen durch. Die Pisten weisen aber durchgehend beste Schneequalität auf. Die vier ersten Personen an der Talstation sind zufälligerweise alles Schweizer. So viel zum Thema Begeisterung für die Region. Grundsätzlich wird empfohlen, dass man die Rundtour möglichst vor 9 Uhr morgens startet und rund fünf bis sechs Stunden einplant.

Die Sellaronda ist bestens beschildert. Man kann die Rundtour in beide Richtungen starten. Wir entscheiden uns für die „grüne Route“ im Gegenuhrzeigersinn rum. Ohne grosse Pausen erreichen wir nach vier Stunden Fahrt unseren Ausgangspunkt in Corvara und sind total geflasht. Definitiv ein Erlebnis der Superlative und bestens geeignet für Leute wie mich, die gerne eine „Aufgabe“ beim Skifahren haben. Hier ist man einerseits damit beschäftigt, die Route zu verfolgen und wird mit stetig wechselnden Panoramablicken auf die Dolomiten beglückt. Überraschenderweise müssen wir selbst gegen den Mittag an keinem Lift mehr als zwei, drei Minuten anstehen, da sich die Leute in der Weitläufigkeit der Skigebiete bestens verteilen. Die meisten Pisten sind einfach befahrbar und können auch von mittelmässigen Skifahrern problemlos bewältigt werden. Mancherorts stehen sowohl rote als auch blaue Routenalternativen zur Auswahl.

Unser Ziel, gegen den früheren Nachmittag wieder zurück in Alta Badia zu sein, um in einer der tollen Alphütten des Skigebiets das Mittagessen zu geniessen, haben wir somit locker erreicht. Zur Belohnung bestelle ich in der Piz Arlara Hütte mit Blick auf Heilig Kreuz, Sella und Sassongher die wohlverdienten Südtiroler Käsnocken. Sogenanntes Slope Food steht in Alta Badia hoch im Kurs. In einem kompakten Guide werden die besten Hütten präsentiert und über die Saison verteilt finden immer wieder Gourmet-Events wie zum Beispiel eine Gourmet und Wein Skisafari statt.

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Alta-Badia

Alta-Badia-Dolomiti-Superski

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Las Vegas inmitten von Alta Badia

Im Skigebiet von Alta Badia wird nicht nur für das leibliche Wohl der Skigäste gesorgt, sondern es besteht auch die Möglichkeit, auf über 2‘000 m ü. M. direkt neben der Pisten in gemütlichen Zimmern zu übernachten. Nachdem wir die erste Nacht unten in La Villa im Hotel Antines in 5 Minuten Gehdistanz zur Talstation der Piz la Ila Gondelbahn verbracht haben, wechseln wir für die zweite Nacht auf den Berg. In der Las Vegas Lodge gleich neben der Bergstation Piz Sorega lohnt sich der Einkehrschwung gleich doppelt. Nebst einer sonnenverwöhnten Terrasse mit prächtigstem Blick auf das Sellamassiv im Westen, den Kreuzkofel im Norden und die Marmolada im Süden gibt es hier auch zwölf gemütliche Zimmer mit ebenselben Panoramablick. Wer hier oben schläft verpasst garantiert nichts und startet den Tag mit dem ersten Sonnenstrahl, der über den östlichen Dolomitengipfeln hervorblinzelt, und endet ihm mit dem letzten Glitzern hinter dem Sellastock. Wir prosten zur gelungenen Sellastock-Umrundung den Bergen mit einem Apérol-Spritz zu und bewundern dabei das abendliche Glühen der Dolomiten – enrosadira genannt – das langsam in den nächtlichen Sternenhimmel übergeht. Ein waschechtes Original ist Ulli, der Hüttenbesitzer. Zum wenigen Schnee in diesem Jahr meint er achselzuckend „der Herrgott meint es gut mit uns. Wir Italiener mögen schon arbeiten aber nicht so viel, dass wir jeden Tag schneeschippern müssen“.

Las-Vegas-Dolomiten

Dolomiten-Sellaronda-Tipp

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Sonntenuntergang-Dolomiten

Enrosadira-Dolomiten

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Sternennacht-Dolomiten

Am nächsten Morgen werden wir zeitig vom Wecker aus den Träumen geholt. Schliesslich wollen wir den Sonnenaufgang in den Dolomiten mit eigenen Augen sehen. Doch oha, scheinbar scheint uns das sonst so zuverlässige Südtiroler Wetter nicht wohlgesinnt zu sein und wir erwischen tatsächlich einen der 65 Nicht-Sonnentage (an 300 Tages des Jahres lacht ja in diesem sonnenverwöhnten Fleck Europas die Sonne vom Himmel). Tja, man kann nicht alles haben und so haben wir einen guten Grund, nochmals nach Alta Badia zurückzukehren. Weil eins ist klar, die Region bietet einen Skigenuss der Superlative und überzeugt am Pistenrand mit Südtiroler Gaumenfreuden.

Hinweis: Ich wurde von Südtirol Marketing nach Südtirol eingeladen. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

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