Herbstgenuss: zum Törggelen ins Meranerland

Herbstgenuss: zum Törggelen ins Meranerland

Zum Törggelen ins Südtirol – diese Idee geistert mir seit meinem letzten Besuch im Meranerland vor gut zwei Jahren im Kopf herum. Letztes Jahr hatte ich es zeitlich nicht hingekriegt. Südtirol liegt halt leider nicht grad ums Eck und die Anfahrt zieht sich – je nach Verkehrsmittel, das einem zur Verfügung steht – in die Länge. Aber, dass sich die Reise lohnt, ist unbestritten. Dieses Jahr schaufelte ich mir extra Ende Oktober ein Zeitfenster frei, um der Südtiroler Tradition des «Törggelen» auf die Spur zu gehen. Der Brauch ist auf die Verkostung des noch frischen Weins direkt nach dem Pressen zurückzuführen. Zum frischen «Suser» gab’s Kraut, Knödel, eine Schlachtplatte (wie bei uns die «Metzgete») und zum Dessert Krapfen sowie geröstete Kastanien. Tönt herrlich verlockend, oder?

Bullitour – Meranerland «in a nutshell»

Als Auftakt für unsere genussvolle Tour durchs Meranerland hat sich unser Gastgeber Johannes Gufler vom Hotel Ansitz Plantitscherhof was Besonderes einfallen lassen. Der leidenschaftliche Oldtimerfan kutschiert seine Hotelgäste zwischendurch gerne persönlich in den schnittigen Boliden durch die Landschaft zu den schönsten Rastplätzen der Region. Das wöchentliche Oldtimer-Programm beinhaltet jeweils mittwochs eine geführte Weintour mit dem hellblauen VW T2 und freitags eine Panoramatour rund um Meran. Ein schöner – entschleunigender – Einstieg ins Wochenende und selbstverständlich muss man auch hier nicht auf dem Trockenen sitzen. Ein Gläschen Vernatsch gehört zum herrlichen Ausblick über die goldig leuchtenden Rebenhängen und Apfelplantagen einfach dazu.

Bullitour Ansitz Plantitscherhof Panorama Bullitour Meranerland Bullitour Weinverkostung

Ansitz Plantitscherhof – Refugium im Meraner Villenviertel

Nach einer gut dreistündigen Ausfahrt kehren wir ins Hotel zurück und haben endlich die Gelegenheit, die Anlage genauer zu begutachten. Als ich am früheren Morgen meine leichte Verspätung telefonisch angekündigt hatte, irritierte mich die Bemerkung: «Und falls Sie uns nicht finden, rufen Sie einfach noch mal an». Wenige Minuten später, als das GPS vermeldete «Ihr Ziel ist auf der rechten Seite» und ich auf dem engen Quartiersträsschen auf die Schnelle nichts ausmachen konnte, das nach «Hotel» aussah, verstand ich es. Der Ansitz Plantitscherhof widerspiegelt eine gewachsene Struktur mitten im Meraner Villenviertel Obermais und besteht aus einer historischen Gebäudesubstanz und modernen Anbauten. Ab dem 5. November 2017 steht eine neue Umbauetappe an, wo der historische Gebäudeteil inklusive der Landhauszimmer (wir waren in so einem) und den Restauranträumlichkeiten einen Facelift erhalten werden. Für den Sprung in den verlockend mitten in der lauschigen Gartenanlage eingebettete Pool ist es mir zu frisch. Stattdessen wärmen wir uns im Dampfbad auf und geniessen den Rest des Nachmittags das süsse Nichtstun beim Indoorpool. Der Wellnessbereich ist nicht «riesig», aber mit Liebe zum Detail und vor allem – was ich oft vermisse – mit grosszügigen und schön gestalteten Ruheräumen ausgestattet.

Ansitz Plantitscherhof Garten Äpfer Ansitz Plantitscherhof Ansitz Plantitscherhof Meran Ansitz Plantitscherhof Zimmer Ansitz Plantitscherhof Detailaufnahme Kissen Spabereich Ansitz Plantitscherhof Ruheraum Ansitz Plantitscherhof

Ein Kränzchen winde ich dem Barkeeper. Der Freund bestellt einen Gin Fizz mit Rosmarin, ich einen Apérol Sour: beides fantastisch! Damit machen wir es uns vor dem lodernden Kaminfeuer gemütlich. Pluspunkte gibt es für die dazu servierten grünen Oliven (ja damit ködert man mich leicht). Später probieren wir uns durch das à la carte Menü des Hotelrestaurants. Darin finden sich einige kreative Südtiroler Gerichte – inklusive der dazu passenden Weine im Offenausschank.

Ansitz Plantitscherhof Drinks Historic Hotel Ansitz Plantitscherhof Südtiroler Küche Ansitz Plantitscherhof

Jausestation Hoferhof – Törggelen mit Aussicht

Am nächsten Morgen halten wir uns beim Frühstücksbuffet bewusst zurück. Schliesslich steht der heutige Tag im Fokus des Törggelen. Doch das müssen wir uns zuerst verdienen, und zwar mit einem Aufstieg von Marling zur Jausestation Hoferhof oberhalb von Tscherms. Während der Einstieg gemütlich entlang dem Marlinger Waalweg erfolgt, geht es kurz darauf ungnädig steil den Berg hinauf. Doch der schweisstreibende Aufstieg lohnt sich! Unterwegs werden wir mit grossartigen Ausblicken auf den Meraner Talkessel und das imposante Schloss Lebenberg belohnt und oben beim Hoferhof fühlt man sich, wie im Paradies. Die Aussicht von der Hofterrasse ist schlicht beneidenswert. Seit 1990 bewirtet hier Sepp Schwienbacher Gäste mit feiner regionaler Kost und begeistert seine Gäste mit währschaften Törggelen Menüs (zwei Knödel, bedeutet vier Knödel). Hofeigener Suser hat er zwar keinen mehr (die Weinernte war in diesem Jahr sehr früh), dafür aber frisch im Ofen geröstete Kastanien vom eigenen Kastanienbaum. Die dazu servierte Butter wirkt übrigens anti-blähend, wie uns Sepp auf meine Nachfrage hin erklärt. Einzig bei den Sonnenstunden hat der Hoferhof gegenüber der anderen Talseite ein Nachsehen. Wir warten, bis sich die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Vigiljoch verabschieden, und machen uns dann auf den Rückweg nach Meran.

Frühstück Ansitz Plantitscherhof Marlinger Waalweg Marlinger Waalweg Wanderung Südtirol Meranerland Schloss Lebenberg Marling Marling Meranerland Herbst Jausestation Hoferhof Törggelen

Klein & Fein – ein Bummel durch Meran

Unten im Tal hält sich die Sonne länger. Der richtige Zeitpunkt für einen Bummel durch den Stadtkern von Meran. Die meisten Touristen zieht es jeweils in die Laubengänge der Via Portici. Ich dagegen mag die charmanten Gässchen um die Passeirer Gasse und Via Haller ganz gerne. Ebenfalls zu jeder Jahreszeit lohnenswert ist der Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff mit einer genialen Aussichtsplattform, die der Südtiroler Architekt Matteo Thun designt hat.

MEran Gassen Meran Fassaden Meran Gärten Trauttmansdorffer

Herzklopfen am Naturnser Sonnenberg

Am nächsten Tag zieht es uns nochmals nach draussen. Da ich auf früheren Besuchen einige Klassiker wie das Knottnkino oder die Gompm Alm schon besucht habe, holen wir uns die Inspiration auf der App «Echte Qualität am Berg». Für alle, die wie wir gerne eine Wanderung und gutes Essen miteinander verbinden, die perfekte Fundgrube für gelungene Tagesausflüge. Unsere Wahl fällt auf den Hofschank Pirchhof am Naturnser Sonnenberg. Der Hof liegt direkt an einem der spannendsten Abschnitte des Meraner Höhenwegs. Eigentlich wollten wir von der Seilbahnstation Unterstell in Naturns bis zum Pirchhof wandern. Da die Bahn den Betrieb aufgrund starker Winde aber eingestellt hat, müssen wir unseren Plan überdenken und fahren stattdessen direkt zum Pirchhof hinauf. Dort starten wir eine kleine Rundtour bis zum «Tal der tausend Stufen», das jetzt im Herbst mit der Hängebrücke ein tolles Fotosujet abgibt. Da man auf dieser Strecke locker in der Schnelle (und dank den abenteuerlich angelegten Stufen) gut 250 Höhenmeter zurücklegt, können wir zurück im Pirchhof ohne schlechtes Gewissen ein feines Pirchbrettl mit hofeigenen Produkten bestellen. Und vielleicht versteht ihr jetzt, wieso ich immer wieder gerne nach Südtirol reise: Die haben es echt drauf, das Beste aus den regionalen Produkten herauszuholen.

Meraner Höhenweg Hängebrücke Pirchhof Naturnser Sonnenberg Pirchhof Buschenschank Törggelen Pirchhof Brettl

Hinweis: Die Reise wurde von der Marketinggesellschaft Meran und dem Ansitz Plantitscherhof unterstützt  – alle Eindrücke und Meinungen sind wie immer die unseren.

Kommentare

  • Oliver Oliver November 02, at 22:25

    Pures Fernweh! Wunderbarer Artikel … und diese Fotos! <3Gruss Oliver

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