Wandertipp im Glarnerland: Sardona-Welterbe-Weg

Wandertipp im Glarnerland: Sardona-Welterbe-Weg

Eine mir oft gestellte Frage ist: Wie hast du es geschafft, einen bekannten Blog aufzubauen. Meine Antwort darauf ist jeweils «Konstanz, Persönlichkeit und Qualität». Mit der Konstanz bin ich aktuell am Kämpfen. Aufgrund des fantastisch spannenden – aber auch zeitaufwendigen – Buchprojekts bleibt die Zeit, um Inhalte für den Blog zu recherchieren und aufzubereiten, zwischenzeitlich auf der Strecke. Mein mir selbst gestecktes Ziel ist, weiterhin minimal einen Beitrag pro Woche für den Blog aufzubereiten. Es gibt ja schliesslich genug zu erzählen. Zum Beispiel von den traumhaften fünf Tagen Ligurien, die wir grad hinter uns haben. Oder vom kommenden Wochenende in Champéry, wo wir uns durch die Wetterkapriolen der Kaltfront kämpfen müssen. Doch zuerst habe ich noch einen Wandertipp im Glarnerland in der Pipeline.

Den vorerst letzten schönen heissen Sommertag nutze ich, um zusammen mit meinem Vater eine bereits länger anvisierte Wanderung von Habergschwänd bei Filzbach nach Bärenboden bei Ennenda in Angriff zu nehmen. Die Wanderung folgt im ersten Abschnitt dem Sardona-Welterbe-Weg, der in insgesamt sechs Etappen und 84 Kilometer durchs Kerngebiet des Geoparks Sardona führt. Der Geopark mit der Glarner Hauptüberschiebung gehört seit 2008 zu den UNESCO Weltnaturerbe und ist ein prächtiges Wandergebiet.

Wir starten gemächlich und überwinden die ersten Höhemeter mit dem Sesselbähnli von Filzbach nach Habergschwänd. Zu Fuss würde der Aufstieg rund 1.5 Stunden dauern. Oben stärken wir uns mit Kaffee, Kuchen und einer heissen Ovi, schnüren die Schuhe fest und zotteln los. Das erste Highlight folgt nach dreissig Minuten Wanderzeit. Wir erreichen den idyllisch gelegenen Talalpsee, in dem sich die umliegenden Gipfel spiegeln. Was für eine schöne Landschaft!

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Wir folgen dem Weg stetig bergauf und beobachten, wie sich die Sonne langsam zwischen den schroffen Felsen hervorkämpft. Kurz nach dem Spaneggsee stehen auch wir im prallen Sonnenlicht.

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Beim Mürtschenfurggel verlassen wir den Sardona-Welterbe-Weg, der auf seiner ersten Etappe bis zu den Murgseen führt. Wir biegen gegen Südwesten ab und wandern durch das wilde Ober Chüetal Richtung Rotärd bergwärts. Die rotbraunen Steinformationen, die dem Ort wohl seinen Namen gegeben haben, sehen wir bald. Dafür suchen wir zwischenzeitlich den Wanderweg. Dieser ist nämlich nicht immer gleich gut sichtbar und beinahe hätten wir die falsche «Spur» Richtung Fronalppass/Mollis erwischt. Zur Stärkung schnausen wir Heidelbeeren, die uns am Wegrand zu einem Stopp verleiten. Im Ober Chüetal und bei der Alp Begligen sind die Stauden noch voller saftig süsser Beeren.

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Nach rund drei Stunden erreichen wir bei Rotärd den höchsten Punkt der Wanderung und gönnen uns ein kurzes Päuschen mit herrlichem Blick übers Linthtal. Danach geht es steil abwärts weiter, vorbei an der Alp Begligen Richtung Äugsten und Bärenboden. Der letzte Abschnitt der Wanderung verläuft auf dem Holzflueh-Rundweg. Bevor wir wieder talwärts gondeln, kehren wir in der Äugstenhütte zu Kuchen und Suure Moscht ein.

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Praktische Infos und Tipps zur Wanderung Filzbach – Rotärd – Bärenboden

Der Routenverlauf kann nachfolgender Karte entnommen werden. Unsere Wanderung verläuft zu einem Grossteil auf der ersten Etappe des Sardona-Welterbe-Weg von Filzbach zu den Murgseen sowie auf dem UNESCO Geo-Phänomene-Weg. Wir sind dann aber beim Mürtschenfurggel Richtung Bärenboden/Ennenda abgebogen. Die Distanz von der Bergstation Habergschwänd bis zum Bärenboden, wo die Aeugstenbahn fährt, beträgt rund 12.5 Kilometer. Es ist ein Aufstieg von knapp 1’200 Höhenmetern sowie einen Abstieg von 900 Höhenmetern zu bewältigen. Die Wanderzeit beträgt rund 5.5 Stunden. Wer genügend „Pfus“ übrig hat, kann bei Rotärd einen Abstecher auf den Schilt in die Wanderung integrieren (plus eine Stunde Wanderzeit).

Den Ausgangspunkt die Kerenzerbergbahn in Filzbach erreicht man mit dem Bus ab Näfels-Mollis. Die Sesselbahn fährt von Juli bis Oktober von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr (Wochentage) durchgehend. Ab Bärenboden gondelt man mit der Aeugstenbahn nach Enneda runter. Die Bahn fährt alle halbe Stunde und unter der Woche wird explizit eine telefonische Voranmeldung gewünscht (mehr Infos dazu hier).

Weitere Infos und Routendetails zu den sechs Etappen des Sardona-Welterbe-Weg von Filzbach nach Flims findet ihr auf wanderland.ch.

Kommentare

  • Elias September 15, at 17:41

    Hallo Anita Eine schöne Tour habt ihr da gemacht. Besonders der Talalpsee hat mein Interesse geweckt. Auf meiner nächsten Tour zu meinen geliebten Murgseen werde ich vermutlich den Talalpsee auch noch mit einbauen. Liebe Grüsse Elias

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