schäumend, sprudelnd, plätschernd: der WildeWasserWeg

schäumend, sprudelnd, plätschernd: der WildeWasserWeg

Es blubbert, schäumt, spritzt und gurgelt. Der Blick in die Tiefen der Ruetz Katarakt ist ein vielversprechender Auftakt vom WildenWasserWeg, der sich in drei Etappen vom dahin plätschernden Bergbach über zwei Ebenen zur Gletscherlandschaft des Sulzenauferners schlängelt. Ein Weg, der das kostbare Gut des Wassers erlebbar macht und gleichzeitig durch eine beeindruckende Berglandschaft im Stubaital führt.

Die gesunde Gischt vom Grawa Wasserfall

Wir starten die Wanderung bei durchzogenen Wetteraussichten beim Steinbruch Ranalt, wo eine Kunstinstallation die drei Wegetappen und ihre markanten Wegmarken anschaulich darstellt. Für uns ist die Tour nicht nur reines Vergnügen, sondern ein „Leistungstest“ für die geplante Wanderung auf die Rinnenspitze. Um unser Fitnesslevel in Augenschein zu nehmen, begibt sich Bergführer Robert heute ausnahmesweise ins bewaldete Gefilde. Nur selten ist er unter der Baumgrenze unterwegs.

Die erste Etappe vom WildenWasserWeg führt in knapp 3.5 Kilometer vom tosenden Wasser im Ruetz Katarakt dem friedlich dahinfliessenden Ruetzbach entlang über die Tschangelair Alm zum imposanten Grawa Wasserfall. Mit einer Breite von 85 Meter ist der Grawa Wasserfall der breiteste Wasserfall der Ostalpen und gleichzeitig der Höhepunkt vom WildenWasserWeg. Der Gischt konnte medizinisch einen gesundheitsfördernden Effekt nachgewiesen werden. Die Informationstafel vor dem Wasserfall verspricht zudem eine «verjüngende» Wirkung. Ich atme vorsorglich die mit Wassertropfen gesättigte Luft tief ein. Danach folgen wir dem steilen Pfad dem Wasserfall entlang bergwärts, der an zwei Punkten spektakuläre Blicke auf die stiebende Gischt bietet.

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Ein Talkessel mit Gletscherblick

Die zweite Etappe des WildenWasserWegs führt in 4 Kilometer und rund 650 Höhenmetern vom Grawa Wasserfall über die Hochebene der Sulzenegg hinauf zur Sulzenauhütte auf über 2’000 m ü. M.. Nach dem ersten steilen Aufstieg bietet die Hochebene eine willkommene Verschnaufpause und einen beeindruckenden Blick auf den Talkessel. Auf allen Seiten stürzt das Wasser über schroffe Felswände talwärts und sammelt sich im mäandrierenden Ruetzbach.

Wir stoppen kurz bei der Sulzenau Alm, um die Holzschnitzereien des Almwirtes zu bewundern. Jeder einzelne Stuhl wurde zu witzigen Charakterköpfen verarbeitet. Robert hat sich inzwischen davon überzeugt, dass wir Pfupf mitbringen, und will direkt zur Sulzenauhütte, die hoch über dem Sulzenaufall thront, weitermarschieren. Obwohl das Wetter an diesem Tag nicht auf unsere Seite ist, blitzt die Sonne in dem Moment, wo wir am Sulzenaufall vorbeikommen, zwischen den Wolken auf und lässt das beinahe 200 Meter senkrecht herabfallende Wasser wunderbar glitzern.

Stubai-Sulzenegg Sulenegg-WildeWasserWeg Sulzenaualm Holzschnitzerei-Sulzenaualm WildeWasserWeg-Signalisation Sulzenegg-Sulzenaualm Sulzenaufall

Hinauf zum Adlerhorst

Für die nächsten knapp 60 Minuten ist nochmal Schnauf gefragt. Doch die Mühe wird belohnt. Links und rechts vom Wanderweg blühen die Alpenrosen in vollster Pracht und das Panorama ist Grund genug, um von Zeit zu Zeit kurz inne zu halten und staunend die Aussicht zu geniessen. Leider ist der Sonneneinbruch nur von kurzer Dauer. Die dritte und letzte Etappe vom WildenWasserWeg führt von der Sulzenauhütte über die Blaue Lacke durch eine Moränenlandschaft zum Sulzenauferner. Hier werden die zigmillionen Wassertröpfchen gespeichert, um nach hunderten Jahren auf einem wilden Ritt vom Bergbach bis ins Meer zu gelangen. Der Gletscher verbirgt sich an diesem Tag hartnäckig hinter den Wolken. So kehren wir nach einem Abstecher zur Blauen Lacke zu einer wohlverdienten Portion Kaiserschmarrn in die Sulzenauhütte ein. Robert ist unterwegs zum Schluss gekommen, dass wir fit genug für die Seven Summits sind. Daumen hoch für das Abenteuer Rinnenspitze am darauf folgenden Tag.

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Wanderferien im Stubaital

Das Stubaital liegt südöstlich von Innsbruck und ist ab Zürich bequem mit dem Railjet in rund 4.5 Stunden mit einmal Umsteigen in Innsbruck erreichbar. Als Hotelgast erhält man die Stubai Super Card, die die einmalige freie Benützung zahlreicher Bergbahnen sowie ermässigte Eintritte in diverse Attraktionen inkludiert. Wir haben im Aktiv- und Vitalhotel Bergcristall übernachtet. Ein klassischer tiroler Viersternebetrieb mit einem schönen, neu gemachten Wellnessbereich. Sonst eher „unaufgeregt“.

Mir gefällt, wie im Stubai die Berge, das Wasser und das Panorama gekonnt in Szene gesetzt werden. Sowohl die Seven Summits als auch der WildeWasserWeg oder die Aussichtsplattform „Top of Tyrol“ sind einzigartige Anziehungspunkte, die das individuelle Bergerlebnis in den Vordergrund stellen. Keine „Überinszenierung“ sondern schlicht inspirierende Wanderrouten mit schönen Hintergrundgeschichten.

Unser Aufenthalt im Stubaital wurde vom TVB Stubai unterstützt. Alle Eindrücke/Meinungen sind wie immer meine eigenen.

Kommentare

  • Hubert Hubert August 03, at 06:23

    Wow, das sieht mal toll aus - ein guter Grund, mal wieder im Sommer (nächstes Jahr??) ins Stubaital zurück zu kehren ;) Ist ja eh schön dort!

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