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9 Ausflugsziele rund um Zürich – Grüne Oasen für Naturfreunde

Was könnten wir denn heute unternehmen? Eine Frage, mit der auch ich ab und an konfrontiert bin. Insbesondere dann, wenn wir ein Wochenende zu Hause in Zürich verbringen und dabei das Bedürfnis verspüren, eine Runde draussen im Grünen zu drehen. Gesucht ist somit ein Ausflugsziel rund um Zürich, das nicht zu weit entfernt liegt, das einem die Gelegenheit bietet, den Kopf frei zu kriegen und das Portemonnaie freundlich ist – schliesslich soll mich nicht jeder Sonntagsausflug Unsummen kosten.

In der Zwischenzeit haben wir einige Ausflugsziele im Umfeld von Zürich auskundschaftet und für euch unsere Favoriten zusammengestellt. Nachfolgend findet ihr neun abwechslungsreiche und kreuz und quer im Kanton Zürich verteilte Orte im Grünen, die sich gut in einem halben Tag erkunden lassen.

1. Den Husemersee umrunden

Der idyllische Husemersee liegt im Dreieck zwischen Andelfingen, Marthalen und Ossingen im Zürcher Weinland. Korrekterweise müssten wir hier eigentlich von «Seen» sprechen, denn das Naturschutzgebiet besteht aus insgesamt vier Naturseen unterschiedlichen Alters. Einige Senken haben sich nach dem Rückzug der Gletscher am Ende der letzten Eiszeit gebildet und sich im Laufe der Zeit mit Wasser gefüllt. Andere Senken sind durch den Torfabbau während der beiden Weltkriege entstanden. Heute finden sich im westlichen Teil des Husemersees Grillstellen sowie schön platzierte Holzstege, die ins Wasser hinein reichen – perfekt, um die wärmenden Strahlen der Wintersonne zu geniessen! Hartgesottene können hier auch jahrein, jahraus ins Wasser springen. Setzen sich im Winter Minustemperaturen über einen längeren Zeitraum durch, gefriert der Husemersee und wird zum Eislaufen freigegeben.

Husemersee Ausflugsziel
Husemersee Baden

So oder so, ein schönes Ausflugsziel, um einige Stunden draussen in der Natur zu verbringen. Die kurze Rundwanderung vom Bahnhof Ossingen rund um den See dauert gut 1.5 Stunden (ohne Pause am See).

2. Eine Vogelsafari im Neeracherried unternehmen

Dieser Tipp enthält Werbung für meinen Partner Swarovski Optik.

Eingeklemmt zwischen zwei stark befahrenen Kantonsstrassen sowie im Bereich der Anflugschneise des Flughafens Zürich befindet sich eines der grössten Flachmoore der Schweiz. Aufgrund seiner Einstufung als Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung machen sich Naturschutzorganisationen seit Jahren dafür stark, dass das Gebiet von der Kantonsstrassen nicht mehr – wie heute – durchschnitten, sondern umfahren wird. Bis es so weit ist, sind die menschengemachten Infrastrukturen und Lärmquellen bei einem Ausflug ins Neeracherried zwar allgegengewärtig. Trotzdem lohnt sich der Besuch des BirdLife-Naturzentrums an seinem südwestlichen Ende (unweit der Bushaltestelle Riedt bei Neerach, Riedacher).

Der Eintritt zum Naturzentrum, das aus einer interaktiv gestalteten Ausstellung sowie zwei über Holzstege erreichbare Aussichtsplattformen besteht, kostet für Erwachsene 7 CHF (Kinder bis 6 Jahre gratis, von 6 – 16 Jahre kostet der Eintritt 3 CHF). Es lohnt sich, für diesen Ausflug ein Fernglas einzupacken. Wer kein eigenes hat, der kann vor Ort – sofern verfügbar – kostenlos eines der Leihgeräte von Swarovski Optik testen.

Ausgerüstet mit meinem CL Companion, der mich bereits auf den diesjährigen Safaris in Namibia und Botswana treu begleitete, haben wir es uns auf einer der beiden Beobachtungsplattformen gemütlich gemacht und interessiert die durchmischte Vogelschar im Ried beobachtet. Den bunt gefiederten Eisvogel sichten wir zwar an diesem Tag nicht, dafür fliegt uns ein seltener Raubwürger vor die Linse (danke an dieser Stelle an Urs Kyburz vom Blog idnu – er hat mich auf Facebook darauf aufmerksam gemacht, welch hübscher Kerl wir hier eingefangen haben). Zudem haben wir einen Mäusebusshard und mehrere filigrane Silberreiher gesichtet.

Neeracherried Vogelbeobachtung
Neeracherried Raubwürger
Neeracherried Silbereiher

Das BirdLife Naturzentrum hat in den Wintermonaten (November bis Mitte März) jeweils am zweiten Sonntag des Monats geöffnet. Von Ende März bis Ende Oktober ist es jeden Mittwochnachmittag sowie Samstag- und Sonntag ganztägig zugänglich. Ausserhalb der Öffnungszeiten könnt ihr zu Fuss oder mit dem Velo den Flurwegen entlang dem Ried folgen und von dort aus die spannende Flora und Fauna beobachten.

3. Den Altberg erzwingen

Der Höhenzug zwischen Zürich und Würenlos wirkt auf den ersten Blick wenig attraktiv. Eingepfercht zwischen dem infrastrukturgeprägten Limmattal und dem Zürcher Unterland geht fast etwas unter, dass sich hier quasi auf der Rückseite von Zürich schöne Waldwege, spannende Aussichtspunkte und eine urige Waldschänke verstecken. An Hochnebeltagen lohnt sich der Ausflug auf den Altberg gleich doppelt – hier oben stehen zum einen die Chancen hoch, die Hochnebelgrenze zu durchstossen. Zum anderen gibt’s in der Waldschänke garantiert eine wärmende Suppe.

Altberg Turm

Das Wanderwegnetz entlang dem Altberg ist dicht und dementsprechend sind die Routenvarianten vielfältig. Eine kurzweilige Tour von knapp 1.5 Stunden Gehzeit startet in Dällikon und führt von dort rund 200 Höhenmeter bergwärts zum Aussichtsturm direkt neben der Waldschänke Altberg. Danach führt ein steiler Waldpfad hinunter nach Oetwil an der Limmat, wo ein Busanschluss Richtung Dietikon besteht. Da die Waldschänke Sommer wie auch Winter geöffnet hat, ist der Altberg auch ein lohnendes Ausflugsziel an einem frisch verschneiten Sonntagmorgen. Es muss wunderschön sein, hier durch den frisch verschneiten Wald zu stapfen (vor allem, weil sich am Altberg der Zauber garantiert länger hält als am deutlich mehr besuchten Uetliberg).

4. Das Morgenglück in Regensberg frönen

Einer meiner Lieblingsplätze für einen stimmungsvollen Start in den Sonntag ist das Städtchen Regensberg, das hoch über Diesdorf am östlichen Ausläufer der Lägeren thront. Von hier aus lässt sich der späte Sonnenaufgang in den Herbst- und Wintermonaten wunderbar geniessen. Danach bleibt euch die Wahl zwischen einer sportlichen Morgenwanderung von Regensberg über den Lägerngrat bis nach Baden oder dem ausgiebigen Brunchen in den historischen Gemäuern der Krone Regensberg (auf Voranmeldung bis Samstagmittag). Ich würde meinen, das sind beides ganz passable Optionen, oder?

Regensberg Sonnenaufgang
Regensberg Dorf

5. Waldbaden auf der Felsenegg

Die Felsenegg reiht sich in die Gilde der Aussichtspunkte der Albiskette. Ihr erreicht diese entweder über den Albisgrat-Höhenweg via Uetliberg oder Albispass, oder aber in 5 Minuten mittels der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg.

Ich liebe die frühmorgendliche Stimmung in den Wäldern am Albis – die tief liegenden Sonnenstrahlen überziehen den Waldboden in den Herbst- und Wintermonaten in einem zauberhaften goldenen Schimmer. Von der Felsenegg aus könnt ihr in gut 1.5 Stunden zum Aussichtspunkt Hochwacht hoch über dem Sihlwald wandern und unterwegs mit allen Sinnen in den Wald eintauchen.

Felsenegg Adliswil
Felsenegg Wanderung
Felsenwegg Albispass

6. Das Erlenbacher Tobel erkunden

Ich bin immer wieder überrascht, welche Naturoasen sich in der dicht bebauten und geschäftigen Agglomeration rund um Zürich finden. Dazu zählt auch das wild-romantische Erlenbacher Tobel. Bereits nach wenigen Gehminuten vom Bahnhof weg lässt man den Dorfkern von Erlenbach hinter sich und taucht in eine Welt aus plätscherndem Wasser, mit Moos überzogenen erratischen Blöcken und schmalen Naturpfaden ein. Weit muss man nicht wandern, bis mit dem «Hanggiessen» das erste Highlight im Tobel folgt – ein Wasserfall, der über 12 m in die Tiefe stürzt.

Wer dem Erlenbacher Tobel Weg in die Anhöhen folgt, der wird über den Küsnachterberg direkt ins nächste schöne Tobel – das Küsnachter Tobel – gelotst. Für die gesamte Rundwanderung mit einer Länge von 11 Kilometer sind gut drei Stunden einzurechnen. Alternativ könnt ihr auch ein Picknick einpacken und euch, ohne weit zu wandern, ein schönes Plätzchen am Dorfbach suchen und dort ein, zwei Stunden verweilen.  

7. Dem Limmatuferweg entlang spazieren

Wem ist bekannt, dass der Limmatuferweg von Zürich bis nach Baden als durchgehende und einheitlich signalisierte Wegverbindung ausgeschildert ist? Egal ob ihr beim Hauptbahnhof Zürich startet, oder irgendwo im Limmattal an den Uferweg stösst – ihr könnt unbeschwert den Wanderwegen folgen und quasi «planlos» dem Uferweg entlang spazieren. Spannend sind die Informationstafeln, die viel Wissenswertes rund um den Natur- und Siedlungsraum entlang der Limmat vermitteln.

Limmatuferweg
Limmatufer Zürich

Die «klassische» Runde startet in Zürich West und führt von dort über die Werdinsel sowie das Kloster Fahr bis nach Glanzenberg und danach auf der gegenüberliegenden Uferseite zurück in die Innenstadt. Einmal mehr ist auch auf dieser Route überraschend, wie schnell man sich trotz all der Infrastrukturbauten rundherum mitten in der Natur wiederfindet.

Der Spaziergang entlang dem Limmatuferweg lässt sich übrigens auch super mit einem Besuch im Landesmuseum oder im Museum der Gestaltung kombinieren.

8. Die Aussicht vom Loorenkopf geniessen

In der Liste der besuchenswerten Aussichtspunkte rund um Zürich darf der Aussichtsturm Loorenkopf nicht fehlen. Dieser steht schon seit über 50 Jahren auf dem Adlisberg und bietet eine schöne Sicht über die Zürcher Goldküste hin zu den Glarner Alpen. Von der Tramstation Zoo Zürich aus ist der Aussichtspunkt in weniger als einer Stunde zu Fuss erreichbar. Alternativ führt von Fällanden her der «Lorenchopf-Weg» – eine lohnenswerte Kurzwanderung von 9 Kilometer – via Aussichtsturm zur Seilbahn Rigiblick.

Loorenkopf Turm

9. Durch die Zürcher Sukkulenten-Sammlung streifen

Und ist da doch einmal dieser eine Sonntag, der euch mit seiner Garstigkeit die Lust auf eine Kurzwanderung zunichte macht, dann lockt euch vielleicht die Sukkulenten-Sammlung in Zürich Wollishofen aus euren vier Wänden. Die beeindruckende Sammlung an «Sukkulenten» (wasserspeichernde Pflanzen aus trockenen Gebieten) gibt es seit den 1930er Jahren und zählt zu den grössten und bedeutendsten Spezialsammlungen. Die Gewächshäuser sind in Regionen eingeteilt – Nord- und Südamerika, Afrika, Asien – und ermöglichen so einen globalen Streifzug durch die faszinierende Welt der Kakteen, Agaven, Aloen und sonstigen Dickblattgewächse.

Sukkulenten Sammlung
Sukkulenten Sammlung Zürich

Die Gewächshäuser der Sukkulenten-Sammlung sind täglich geöffnet und können kostenfrei besichtigt werden. Vor Ort gibt es auch die Möglichkeit, Baby-Kakteen für die «Vergrünerung» des eigenen Wohnzimmers zu erwerben.

Du möchtest lediglich einen kurzen Stadtspaziergang unternehmen – dann schau dir meine Tipps für abwechslungsreiche Rundgänge durch Zürich an. Noch mehr Ideen für deinen nächsten Sonntagsausflug findest du in meiner umfangreichen Sammlung mit 99 Schweizer Ausflugszielen sowie für weitere Ziele unweit von Zürich im Beitrag 5 schöne Kurzwanderung im Kanton Aargau.

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