Von Rorschach nach Romanshorn: unsere Bodensee Entdeckungstour

Von Rorschach nach Romanshorn: unsere Bodensee Entdeckungstour

Ich will mich an dieser Stelle nicht über das diesjährige Sommerwetter beklagen – es war mit einer einzigen Ausnahme nämlich grossartig. Nur leider machte der Sommer ausgerechnet an dem Wochenende eine Pause, wo wir die Abkühlung direkt vor der Nase hatten: am reizvollen Bodensee. Und statt ins erfrischende Nass zu springen, stapften wir halt mit Regenschirm durch die Gegend – nicht weiter schlimm. Schön war es nämlich trotzdem.

Stadtbummel durch Rorschach

Wir starten mit einem kurzweiligen Rundgang durch Rorschach ins Wochenende. Die an den Ausläufern des hügeligen Appenzellerlandes gelegene Kleinstadt gehörte im Mittelalter zu den bedeutendsten Handelszentren am südlichen Bodenseeufer. Davon zeugen die stattlichen Bürgerhäuser mit Erkern, wie man sie von St. Gallen kennt, und das prächtige Kornhaus am Rorschacher Hafen. Trotz Nieselregen liessen wir es uns nicht nehmen, entlang der schön angelegten Uferpromenade bis zur Seebadeanstalt zu flanieren. Die Rorschacher sind stolz, dass «ihr» historisches Holz-Kastenbad bis heute erhalten blieb und als Badihütte und Eventlocation nach wie vor rege benutzt wird. Ein neues Wahrzeichen liegt am anderen Ende der Uferflaniermeile: das von Gigon Guyer entworfene (leicht deplatziert wirkende) Würth Haus. An bester Lage direkt vis-à-vis einer der drei Rorschacher Bahnhöfe hat die Firma Würth ein Bürohaus mit einem öffentlichen und kostenlos zugänglichen Museum eröffnet. Genial für Regentage – bei Sonnenschein wären wir bestimmt in der Badihütte hängen geblieben.

Rorschach Altstadt Uferpromenade Rorschach Seebadeanstalt Rorschach Nebliger Bodensee Würth Haus Rorschach

Schmuckes Arbon

Von Rorschach bis nach Arbon sind es zu Fuss gut 1.5 Stunden – der Weg führt mehrheitlich direkt am Bodenseeufer entlang und passiert auch die schön gelegenen Badis in Goldach und Horn. In Arbon kann ich euch einen Abstecher in den Stadtkern ans Herzen legen. Das historische Städtchen hat einige schampar schmucke Ecken zu bieten und hat mich mit seinen Riegelhäusern begeistert. Von hier geht’s per Schiff weiter. Mit der MS St. Gallen schippern wir gemütlich bis nach Kreuzlingen und geniessen den Ausblick auf die vorbeiziehende Uferlandschaft.

Arbon Altstadt Arbon Uferpromenade Schifffahrt Bodensee

Radelnd dem Bodensee entlang

Die Topografie rund um den Bodensee und die vielen Wegalternativen abseits der stark befahrenen Durchgangsstrassen machen die Gegend zum Velo-Eldorado. Und so schwingen auch wir uns in Kreuzlingen gut gelaunt auf einen Drahtesel. Praktischerweise kann man an fast allen grösseren Bahnhöfen entlang des Bodensees bei Rent a Bike Velos mieten. Die Fahrzeugflotte umfasst vom rassigen E-Bike bis zum Tandem eine breite Auswahl und die Velorückgabe kann (gegen Aufpreis) auch an einer anderen Station erfolgen. Da wir uns eine Route von gut 50 Kilometer Länge vorgenommen hatten und eher selten mit dem Velo unterwegs sind, fiel die Wahl auf einen Flyer. Damit sind wir zackiger unterwegs, als wenn zu 100% unsere «Wädlis» gefordert wären. Unsere Tour führt uns von Kreuzlingen via Tägerwilen zuerst zum neuen Napoleonturm in Wäldi. 1829 wurde auf Initiative des erst 10-jährigen Louis Napoleon der 21 m hohe Aussichtsturm «Belvédère zu Hohenrain» gebaut. Diese Geschichte nahm eine Projektgruppe zum Anlass, um in Anlehnung an den historischen Turm (der noch im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde) einen neuen Turm zu bauen. Die Fertigstellung erfolgte diesen Frühsommer. Ein Muss für alle, die gerne einen 360°-Vogelblick über den Untersee, Konstanz, Kreuzlingen bis hin zum Alpstein geniessen. Wir bleiben auf den Spuren Napoleons und stoppen als Nächstes beim Schloss Arenenberg.

Nach dieser Runde durchs Hinterland begeben wir uns auf den Bodensee-Radweg, der in vier Etappen einmal rund um den Bodensee führt, und folgen ihm bis Romanshorn. Eine tolle Strecke, die schöne Dörfer wie Ermatingen, Gottlieben und Kesswil durchquert und zahlreiche Badeplätze passiert.

Velotour Bodensee Hohrain Wäldi Aussicht Napoleonturm Wäldi Schloss Arenenberg Schloss Arenenberg Aussicht Bodensee Radweg Altnau Ufersteg Bodensee Altnau

Sommerfeeling in Romanshorn

Und während uns auf der Velotour bedrohlich dunkle Wolken begleiten, erbarmt sich Petrus an unserem letzten Etappenstopp dieser Bodensee-Tour – in Romanshorn – und schickt endlich den Sommer zurück. Unsere abschliessende Bootsrundfahrt durch die grosse Hafenanlage von Romanshorn findet jahreszeitengerecht unter sengenden Sonnenstrahlen statt. Herrlich, oder?! Im Anschluss setzen wir uns (nach einem Blick ins stylische Innere) auf die Sonnenterrasse des schön gelegenen Restaurant Hafen, bestellen einmal Zanderknusperli und gebratene Forellenfilets und saugen das Sommerambiente richtiggehend in uns auf.

Bodensee Sommerfeeling Romanshorn Schifffahrt Restaurant Hafen Romanshorn Restaurant Hafen Romanshorn

5 geniale Bodensee Unterkunftstipps

Von Hafenrundfahrten über abwechslungsreiche Velo- und Wanderrouten, schöne Ortskerne, sehenswerte Museen bis hin zu idyllisch gelegenen Badeplätzen bietet die Bodenseeregion zwischen Rorschach und Kreuzlingen eine Fülle an Ausflugszielen, dass es sich lohnt, mehr als nur einen Tag einzuplanen. Wir haben uns deshalb für euch umgesehen und nachfolgend fünf tolle und nicht alltägliche Übernachtungstipps zusammengestellt.

Da ist zum Beispiel die WunderBar in Arbon. Direkt neben dem Saurer Museum am Bodenseeufer gelegen, hat sie uns – trotz Regenwetter – mit ihrer Sonnenterasse und dem coolen Restaurant-/Barbereich begeistert. Übernachten könnt ihr hier entweder in «normalen» Zimmern oder aber im lauschigen Garten in zwei «Traumröhren». Ein besonderes Schlaferlebnis, das sich auch als Geburtstagsüberraschung eignet.

WunderBar Arbon Traumröhren WunderBar Hotel WunderBar Frühstück

Ebenfalls ein besonderes Schlaferlebnis bietet das Unikaat in Salmsach. Auf einer idyllisch gelegenen Uferwiese in Gehdistanz zum Hafen Romanshorn hat Sabrina Hiller mit drei Gästejurten eine Oase sondergleichen geschaffen. Die Jurten sind mit viel Liebe zum Detail ausgestattet – und es gibt nichts Schöneres, als wenn man an einem lauen Sommerabend mit Seeblick im Bett liegt und dem sanften Wellenschlagen zuhört. Phänomenal! Beim Unikaat stimmt von A bis Z alles: Die schöne Lage, die liebevoll ausgestatteten Jurten und das mega leckere Frühstück, mit dem uns Gastgeberin Sabrina Hiller am nächsten Morgen überraschte.

Unikat Jurte Jurte Salmsach Unikat Bodensee Salmsach Salmsach Morgenstimmung Frühstück Unikat Salmsach

In Tägerwilen unweit von Kreuzlingen würde man aus dem Stand kein Boutique Hotel erwarten. Das Jucker’s belehrt eines Besseren und zeigt, wie man historische Substanz mit einem lässigen, modernen Konzept gekonnt kombiniert. Wir sind hier auf unserer Velotour eingekehrt und haben hervorragend gespiesen.

Juckers BOutique Hotel Tägerwilen Juckers Tägerwilen Restaurant

Eines meiner Lieblingshotels dieser Region ist das Schloss Wartegg am Rorschacherberg. An erhöhter Lage mitten in einer riesigen Parkanlage gelegen, begeistert mich dort die kreative Küche von Küchenchef Sandro Zimmermann und seinem Team. Im Sommer stammen 90% der verwendeten Kräuter, Gemüse und Beeren aus dem schlosseigenen biodynamischen Garten. Besonders schön schläft es sich im Kaminzimmer, das mit edler St. Galler Seide und Baumwolle des Textilunternehmens Christian Fischbacher ausgestattet ist.

Schloss Wartegg Rorschacherberg Schloss Wartegg Stickereizimmer

Als letzter Tipp verweise ich gerne auf einen Beitrag meiner Bloggerkollegin Ellen von Patotra. Sie hat nämlich eines der neuen Bubblehotels der Region genauer unter die Luge genommen.

Hinweis: Diese Reise wurde von Thurgau Tourismus und St.Gallen-Bodensee Tourismus unterstützt. Alle Eindrücke und Meinungen sind wie immer die unseren. 

Kommentare

  • Ellen Ellen August 28, at 10:24

    Liebe Anita Hach, Du hast meinen geliebten Bodensee trotz des Hudelwetters wunderbar in Wort und Bild in Szene gesetzt! Einige Tipps kannte ich selbst noch nicht! Danke für die Inspiration! Ganz lieben Dank auch fürs Erwähnen! Herzliche Grüsse, Ellen

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