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Auf dem Rheintaler Höhenweg in den Alpenhof Oberegg

«Aus welcher Region möchtet ihr in diesem Frühling noch einen Ausflugstipp lesen?», habe ich euch auf Instagram gefragt. Die Mehrheit hat sich in der Abstimmung für die Ostschweiz ausgesprochen. Gesagt – getan! Letztes Wochenende haben wir uns bei schönstem Frühlingswetter auf den Weg nach Berneck gemacht. Von dort aus sind wir über den Rheintaler Höhenweg auf den St. Anton hoch über dem Rheintal gewandert. Unser Ziel: der aussichtsreich gelegene Alpenhof Oberegg.

Vom Rheintal in die Appenzeller Hügellandschaft

Der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist das historische Weinbauern- und Handwerkerdorf Berneck, das in einem sonnenverwöhnten Seitental des Rheintals liegt. Von Zürich aus ist der hübsche Ortskern von Berneck in weniger als zwei Stunden mit Zug und Bus erreichbar. Somit lässt sich die in diesem Beitrag vorgestellte Wanderung (inkl. Option) auch prima als Tagesausflug umsetzen. Doch wir wollen bei dieser Tour den sportlichen mit dem genussvollen Part verbinden und haben damit ein schlagkräftiges Argument für einen etwas ausgedehnteren Zwischenhalt an der Grenze zwischen der Weite des Rheintals und der grünen Appenzeller Hügellandschaft. Doch dazu später mehr. Zuerst begeben wir uns von der Bushaltestelle Berneck, Rathaus zum gegenüberliegenden Wegweiser und verschaffen uns einen Überblick.

Wanderung von Berneck nach Balgach

Auf dem Rheintaler Höhenweg durch Weinberge

Der Rheintaler Höhenweg führt in sechs Etappen von Rorschach bis nach Sargans. Wie es sich für einen Höhenweg gehört, verläuft er meist in aussichtsreichen Lagen und bietet herrliche Panoramablicke. Die zweite Etappe, die von Berneck bis nach Altstätten führt, ist dabei keine Ausnahme. Wir lassen den schmucken Ortskern mit dem stattlichen Rathaus hinter uns und sehen uns beim Aufstieg auf den Rosenberg schon mit den ersten 50 Höhenmetern konfrontiert. Dafür erwartet uns oben ebendiese herrliche Aussicht über idyllische Rebenhänge in Richtung der gegenüberliegenden Österreichischen und Liechtensteinische Berge.

Kurz vor dem Flurnamen «Neugrüt» erhascht man von einer am Waldrand platzierten Sitzbank aus nochmals einen Blick auf Berneck. Hier oben befindet sich auch eine lauschige «Brätli-Stelle», die aber an diesem schönen Frühlingssamstag schon besetzt ist.

Weinberge bei Berneck
Blick auf Berneck

Der Rheintaler Höhenweg führt in den folgenden Kilometern in einem abwechslungsreichen Auf und Ab durch den Hümpelerwald nach Balgach. Dort macht der Wanderweg einen kurzen Schlenker durch ein Einfamilienhausquartier, bevor es auf schmalen, lässigen Wegen am Siedlungsrand entlang hinter dem Schloss Grünenstein vorbei weiter Richtung Rebstein geht.

Rheintaler Höhenweg bei Balgach

Knackiger Aufstieg zum Alpenhof Oberegg

Zwischenzeitlich haben wir gut die Hälfte der 13 Kilometer langen zweiten Etappe des Rheintaler Höhenwegs zurückgelegt. Statt auf Höhe Burgstelle Hardegg dem Wegweiser mit der Routennummer 86 leicht bergab nach Marbach zu folgen, steigen wir durch den «Tobelwoad» nach Mohren auf. Vorbei an saftig grünen und von blühenden Margeriten übersäten Wiesen überwinden wir auf einer Strecke von rund 800 Meter mal eben 150 Höhenmeter. Ganz schön knackig. Die mit jedem gewonnen Höhenmeter bessere Aussicht übers Rheintal ist aber definitiv eine angemessene Entschädigung!

Margeritenblüte Rheintal
Blick ins Rheintal

Nach einer kurzen Verschnaufpause in Mohren geht’s einem wenig befahrenen Teersträsschen entlang weiter bergauf. Die nun folgenden zwei Kilometer sind eher Mittel zum Zweck – wir sehen es als Höhenmetertraining. Glücklicherweise wechselt das Teersträsschen ab Höhe Nellenkapf wieder zu einem Kiesweg und die letzten 1,5 Kilometer führen über einen wunderschönen, naturbelassenen Waldweg. Als Belohnung erwartet uns auf dem St. Anton bei Oberegg ein fantastisches Alpstein-Panorama.

Säntisblick

Einkehren und verweilen

Und das ist mit einer der Gründe, wieso wir am Ziel im Alpenhof Oberegg nicht nur einkehren, sondern etwas länger verweilen möchten. Die einstige Kulturherberge wurde im Jahr 2022 nach einer zweimonatigen Umbaupause unter der Leitung eines ambitionierten Trios «aufgefrischt» und «verjüngt» wiedereröffnet.

Seitdem fungiert der Alpenhof samt der darin integrierten Bibliothek Andreas Züst, nicht nur als Rückzugsort und Refugium für Kunstschaffende, sondern hat sich auch einen Platz auf der kulinarischen Landkarte erobert. Die Co-Küchenleitung Laura Rössli & Ivanassèn Berov sind Mitglied beim Verein Slow Food Schweiz und legen grossen Wert auf hausgemachte und saisonale Produkte aus der Region. Von 11:00 bis 14:00 Uhr kann von einer kleinen Tageskarte ausgewählt werden – am Abend wird wahlweise ein Vegi oder Fleisch Fine Dining Menü serviert. Um Food Waste zu verhindern, wird um Anmeldung gebeten.

Wir haben uns durchprobiert und können uns den lobenden Stimmen anschliessen! Auch sonst hat mich der Alpenhof begeistert. Die Doppelzimmer sind zweckmässig eingerichtet – fancy Möbel würden nur von der herrlichen Aussicht ablenken. Dusche und WC befinden sich auf der Etage und teilt man sich dementsprechend mit den anderen Gästen. Aber auch diese sind hübsch hergerichtet und beinhalten alles, was man so benötigt (Föhn, Tüechli etc.).

Leider war es bei unserem Aufenthalt grad noch ein Spürchen zu frisch (bzw. zu windig), um den Apéro stilgerecht draussen auf der Terrasse zu geniessen. Drinnen gibt es aber auch gemütliche Sitzecken. Perfekt, um sich ein paar Stunden einem Buch zu widmen oder sich beim Blick Richtung Schesaplana einfach den Gedanken hinzugeben. Lobende Worte gibt’s von meiner Seite auch fürs Frühstück – alles wird frisch zubereitet direkt an den Tisch gebracht. Lieben wir!

Alpenhof Oberegg
Aussicht vom Alpenhof Oberegg
Abendstimmung im Rheintal

Ihr seht, irgendwie wäre es schade, an diesem wunderbaren Ort nur einen Mittagsrast einzulegen. Aber besser als nichts! Und wo sonst im Appenzellerland gibt es zum Nachmittagskuchen einen Espresso Tonic?

Zweibettzimmer mit Frühstück 170 CHF | DZ mit Frühstück 190 CHF | Abendmenü (Do bis Sa) 109 CHF | Mehr Infos: Alpenhof Oberegg

Eckdaten der Wanderung Berneck – St. Anton

Nachfolgender Wanderkarte könnt ihr den Routenverlauf unserer Wanderung von Berneck auf den St. Anton bei Oberegg (Appenzell Innerrhoden) entnehmen. Es handelt sich durchgehend um einen gelb markierten Wanderweg (T1/T2). Die ersten sieben Kilometern folgt die Wanderung der Beschilderung der zweiten Etappe des Rheintaler Höhenwegs (Nr. 86). Nach der Burgstelle Hardegg beginnt der abschnittsweise steile Aufstieg auf den St. Anton. Zwischen Mohren und Nellenkapf verläuft der Wanderweg auf der Länge von zwei Kilometer auf einem geteerten Nebensträsschen.

AusgangspunktBushaltestelle Berneck, Rathaus (426 m ü. M.)
ErreichbarkeitMit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
Länge12,2 Kilometer
Höhenmeter↗ 941 m ↘ 260 m
Dauer4:00 h
ZielortBushaltestelle Oberegg AI, St. Anton Kapelle (1’109 m ü. M.)
EinkehrmöglichkeitRestaurant Sonnegg Balgach, Restaurant St. Anton und Alpenhof Oberegg

Option: Kaien-St.-Anton-Weg

Am darauffolgenden Morgen wandern wir über den Kaien-St.-Anton-Weg, der direkt beim Alpenhof startet, bis Rehetobel weiter. Für uns ein gemütliches Auslaufen, nachdem wir die Höhenmeter vom Vortag doch etwas in den Beinen spüren und das Wetter auch nicht mehr gleich freundlich ist.

Dieser hindernisfreie Wanderweg ist auch eine tolle Option für alle, die für den Ausflug auf den St. Anton nicht den Aufstieg vom Rheintal auf sich nehmen, sich aber trotzdem bewegen möchten. Alternativ besteht die Möglichkeit, mit dem Bus auf den St. Anton zu fahren.

Und wer gerne mit dem Velo unterwegs ist, der sollte sich mal die Appenzeller Aussichtsroute zu Gemüte führen – die führt nämlich ebenfalls direkt am Alpenhof vorbei.

Bodenseeblick
Appenzeller Landschaft

Eckdaten der Wanderung auf dem Kaien-St.-Anton-Weg

Nachfolgender Wanderkarte könnt ihr den Routenverlauf unserer Wanderung vom St. Anton über den Kaien-St.-Anton-Weg nach Kaien (Rehetobel) entnehmen. Es handelt sich um einen gelb markierten, hindernisfreien Wanderweg (T1). Der Weg kann auch durchgehend mit Kinderwagen begangen. Zu beachten ist, dass SchweizMobil die Route für Rollstuhlfahrende konditionell und technisch als «schwer» einstuft. Dies aufgrund des Gefälles (abschnittsweise deutlich über 6 %) und der Wegbeschaffenheit (teils Kiesweg mit gröberen Furchen).

AusgangspunktBushaltestelle Oberegg AI, St. Anton Kapelle (1’109 m ü. M.)
ErreichbarkeitMit dem öffentlichen Verkehr erreichbar
Länge3,7 Kilometer
Höhenmeter↗ 58 m ↘ 200 m
Dauerca. 60 Minuten
ZielortBushaltestelle Rehetobel, Kaien (966 m ü. M.)
EinkehrmöglichkeitAlpenhof Oberegg (oder für alle, die noch etwas weiterlaufen möchten: Gupf Rehetobel)

Weitere Ausflüge in der Region

Wir haben in den letzten Jahren weitere Ausflüge und Wanderungen im Dreieck Bodensee – Appenzellerland – Rheintal unternommen. Nachfolgend ein paar alternative Tipps, die sich ebenfalls lohnen:

Über den Autor

Artikel

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.
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