Der perfekte Wintertag in der GenussRegion Kleinwalsertal

Der perfekte Wintertag in der GenussRegion Kleinwalsertal

Schön abgelegen, zumindest für den Rest Österreichs – ist doch das Kleinwalsertal nur über einen Umweg durch Deutschland erreichbar. Das idyllische Hochgebirgstal mit seinen drei Ortschaften Riezlern, Hirschegg und Mittelberg ist ab Oberstdorf über eine Sackgasse erschlossen. Diese endet vor einer imposanten Bergkulisse, die den Weg zum Rest Vorarlbergs versperrt. Doch die Enklave bietet alles, was Wintersportlerherzen höherschlagen lässt. 128 Pistenkilometer, 45 Kilometer Langlaufloipen, über 50 Kilometer gespurte Winterwanderwege, Rodelbahnen und obendrauf viele geniale Panoramablicke. Grund genug, dass wir uns in Zürich in den Zug setzen, gemütlich nach Oberstdorf tuckern und dort in den Bus mit Endstation «Winterwunderland» steigen.

Hochgenuss – Schneeschuhtour auf dem Gottsacker

Selbstverständlich heisst die Haltestelle nicht «Winterwunderland», sondern «Ifen Talstation» – aber an diesem Tag hätte sie diesem Namen alle Ehre gemacht. Wir haben uns nämlich den absoluten Traumtag für unseren Kleinwalsertal-Ausflug ausgesucht. Die Tannen frisch überzuckert und die Sonne in einem kecken Spiel mit den Allgäuer Nebelschwaden (so nennen die Kleinwalser die Wolken aus Richtung Norden). Das Kleinwalsertal ist tipptopp mit dem Bus erschlossen und hat zum Ziel, möglichst viele Gäste zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr zu motivieren. Das Angebot wird rege genutzt und der Bus ist bis auf den letzten Platz besetzt. Wir wollen heute hoch hinaus! Auf uns warten das jungfräuliche Gottesackerplateau und die spektakulären Felsen des Ifen. An der Talstation treffen wir Birgit, unsere Schneeschuhführerin. Die Bergschule bietet wöchentlich verschiedene geführte Schneeschuhtouren an – diejenige auf dem Gottesacker gehört zu den beliebten Klassikern.

Bevor es in die Höhe geht, stattet uns Birgit mit Lawinensuchgerät und Schaufel aus. Schneeschuhe haben wir unsere eigenen mitgenommen, weil es praktischer ist, wenn man weiss, wie der Verschluss funktioniert. Nachdem alles Material verteilt und sichergestellt ist, dass wir alle Verpflegung eingepackt haben (bei 3 – 4 Stunden Gehzeit keine schlechte Idee), überwinden wir die ersten Höhenmeter gemütlich mit der alten Ifenbahn. Im Gegensatz zur blitzschnellen Olympiabahn daneben (auf die Wintersaison 2016/2017 neu in Betrieb genommen), kommen wir kaum vorwärts. Dafür bleibt mehr Zeit, um das tolle Panorama richtiggehend aufzusaugen. Mir juckt es in den Beinen und ich kann es kaum erwarten, die ersten Tritte im Neuschnee zu machen – was für ein Prachtstag.

Ausgangspunkt der Schneeschuhtour ist die Bergstation Hahnenköpfle auf 2’000 m ü. M.. Die ersten paar Meter geht es steil bergauf zum Gipfelkreuz. Einen letzten Blick aufs Skigebiet und danach lassen wir den Rummel hinter uns und tauchen in die sagenhafte Welt des Gottesackerplateaus ein. Eine phänomenal schöne Tour! Und da bei vier Stunden durch den Neuschnee stapfen ordentlich Kalorien verbrannt werden, gönnen wir uns zurück in der Auenhütte eine deftig lokale Stärkung.

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Gaumengenuss – am Chuchi-Disch der Walserstuba

Das Kleinwalsertal punktet nicht nur mit einer gut ausgebauten Wintersportinfrastruktur, sondern gehört auch zu den GenussRegionen Österreichs. Dafür braucht es je eine Portion Regionalität, Authentizität, Saisonalität und Herkunftssicherheit. Kurz: Gute Produkte aus dem Tal mit viel Liebe zubereitet. Einer, der das besonders gut beherrscht, ist Jeremias Riezler. Österreichs Genusswirt des Jahres 2015/2016 schwingt den Kochlöffel in der Walserstuba. Mit Erfolg! Sein Restaurant ist bei unserem Besuch bis auf den letzten Platz besetzt. Rund die Hälfte sind Hotelgäste mit Halbpension, die andere Hälfte kommt extra fürs Genussmenü. Und ich habe beim Anblick ins Restaurant schon die Befürchtung, dass für uns kein Tisch übrigbleibt. Doch wir haben die Ehre, Jeremias und seinem Team am «Chuche-Disch» über die Schultern zu spienzeln und dabei vom Chef höchstpersönlich eine Auswahl seiner Spezialitäten serviert zu bekommen. Allein für dieses kulinarische Erlebnis lohnt sich die Reise ins Kleinwalsertal!

Jeremias und Bettina Riezler leben die alpine, regionale Spitzenküche durch und durch. Mein Highlight: «A Brüüa» – Kraftbrühe vom Walser Rind in einem (echten) Kuhhorn serviert. Sehr fein ist auch der «Chrustabraata» vom österreichischen Bio-Schwein. Und wer Walser Bergwald kosten möchte, der bestellt zum Dessert Halbgefrorenes von der Walser Fichte, Lärche und Latschenkiefer. Begeistert hat uns die hausgemachte Sorbet-Auswahl – Jeremias Leidenschaft. Estragon Zwetschge, Salbei Heidelbeere, Bergheu Johannisbeere oder Majoran Preiselbeere? Ihr seht, die Qual der Wahl. Einzig für Basilikum habe er noch keine passende Frucht gefunden, meint Jeremias lachend. Daumen hoch für so viel Kreativität und Leidenschaft!

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Genussvoller Hüttenausflug

Nebst den Genusswirten gibt es im Kleinwalsertal sechs verschiedene GenussHütten. Eine davon, die Bärghunthütte, hat auch im Winter geöffnet und ist über einen rund einstündigen Winterwanderweg ab Baad erschlossen. Nebst den GenussHütten gibt es weitere einfach erreichbare, schön gelegene Bergbeizli. Eines davon ist das Bergstüble oberhalb Riezlern. Der knapp 45-minütige Aufstieg wird mit einem Platz auf der Sonnenterrasse mit Blick übers Kleinwalsertal belohnt.

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 Praktische Tipps fürs Kleinwalsertal

  • Anreise ab Zürich über Lindau / Immenstadt / Oberstdorf mit dem öffentlichen Verkehr in rund 4 Stunden
  • Es gibt im Tal ein breites Hotelangebot. Wir haben im zentral gelegenen Hallers Posthotel in Riezlern übernachtet
  • Die geführten Schneeschuhtouren kosten 56 Euro (exklusiv Bergbahnbillet) und werden von der Bergschule Kleinwalsertal veranstaltet
  • Der Tagesskipass für die Region Kleinwalsertal-Oberstdorf kostet während der Hauptsaison 46 Euro
  • Das alpine Überraschungsmenü am «Chuche-Disch» der Walserstube gibt es für 99 Euro (inkl. individuelle Wünsche und Getränke)
  • Und wer zu Hause die feinen Gerichte nachkochen möchte, findet im Hofladen Xond die passenden Zutaten aus dem Tal

Hinweis: Diese Reise wurde von Kleinwalsertal Tourismus und Österreich Tourismus unterstützt. Alle Eindrücke und Meinungen sind wie immer die unseren.

Anita Brechbühl

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

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