Genussvolle Momente im Hotel Nest- und Bietschhorn

Genussvolle Momente im Hotel Nest- und Bietschhorn

Das Wanderwegzeichen auf dem Kulturweg von Blatten nach Kippel lotst den Genusswanderer charmant ans richtige Ziel. Die Sonnenterrasse des Hotels Nest- und Bietschhorn im kleinen Lötschentaler Weiler Ried schaut nämlich bereits aus der Distanz anmächelig aus. Seit Ende der 1860er Jahre wird hier Gastfreundschaft gelebt. Das aus Stein gebaute Haus war das erste Hotel, das im Lötschental die stetig wachsende Anzahl an Bergsteigern und naturbegeisterten Touristen aufnahm und hat diesen einfachen, authentischen Charme bis heute bewahrt. Zum Glück, wie wir finden.

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Heimelig gebettet

Bei mir ist das Lötschental mit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels etwas in Vergessenheit geraten. Viel zu schnell ist man – schwups – in Visp. Dabei dauert die Fahrt über die alte Lötschberg-Bergstrecke bis nach Goppenstein nur knappe 10 Minuten länger als zu früheren Zeiten, wo der Intercity hier gestoppt hat. Höchste Zeit also mal wieder in den „Kanton Leetschen“, wie das Lötschental augenzwinkernd genannt wird, zurückzukehren. Hier oben erwarten uns eine beeindruckende Landschaft, idyllische Dörfer, gelebten Traditionen und warmherzigen Menschen. Und kaum fahren wir mit dem Postauto durch das erste Dorf denke ich mir insgeheim wieso nur, war ich so lange nicht mehr hier.

Das Postauto hält direkt vor dem Hotel Nest- und Bietschhorn. Wir erhalten unseren Zimmerschlüssel an dem ein mini „Tschäggättä“ – eine typische Fasnachtsfigur aus dem Lötschental – baumelt. Ob schon einmal jemand den Zimmerschlüssel als Souvenir mitgehen liess, will ich von Gastgeberin Esther Bellwald wissen. „Der eine oder andere Schlüssel ist schon mit den Gästen versehentlich in die Ferne gereist, aber bis jetzt haben alle wieder den Weg zurück ins Lötschental gefunden“, meint Esther und fügt an „per Post wurde uns sogar einmal ein Schlüssel aus Schweden zurückgeschickt„. Ich geb’s ja zu, so einen Schlüsselanhänger hätte ich auch gerne.

Auf den Stockwerken erinnern historische Gegenstände und Bilder an die vergangenen Bergsteigerzeiten hier im Lötschental und für Regentage liegen haufenweise spannende Magazine herum. Bei schlechtem Wetter können sich die Gäste in der Sauna entspannen oder im Wohnzimmerbereich einen gemütlichen Tag verbringen. Doch an diesem Wochenende ist mit Ausnahme eines abendlichen Gewitters schönstes Sommerwetter vorausgesagt, da lockt dann doch eher die Terrasse zum „sünnele“.

Wir sind in einem grosszügigen Zimmer mit Bietschhornblick untergebracht. Das Zimmer ist einfach ausgestattet, aber es fehlt an Nichts. Als kleines Extra wird den Gästen im Zimmer ein Wanderrucksack zur Verfügung gestellt, der während des Aufenthalts genutzt werden darf und je nach Bedarf mit dem passenden Lunchpaket gefüllt wird.

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zu Fuss das Lötschental entdecken

Der nächste Morgen startet mit dem Blick aus dem Fenster. Noch umhüllen Nebelschwaden die Bergflanken, doch das schöne Wetter wird nicht lange auf sich warten lassen. Bevor wir die Wanderschuhe schnüren, stärken wir uns am Frühstücksbuffet des Hotels Nest- und Bietschhorn. Nebst dem regionalen Käse begeistern mich das hausgemachte Müesli und die frischen Früchte. Die perfekte Basis für einen erlebnisreichen Tag in der Bergwelt.

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Der Weiler Ried liegt zwischen Wiler und Blatten. Dank der Postautohaltestelle direkt vor dem Hotel erreicht man die verschiedenen Ausgangspunkte für Wanderungen im Nu. Am ersten Tag begeben wir uns auf einen Klassiker. Der Lötschentaler Höhenweg von der Faldumalp bis zur Fafleralp gehört zu den beliebtesten Wanderungen der Region und bietet einen tollen Ausblick auf die Bietschhornkette. Je nach Lust und Laune kann die Wanderung an verschiedenen Stellen gestartet werden. Wir „steigen“ erst auf der Lauchernalp zu, die man ab Wiler mit der Seilbahn erreicht. Der schönste Fleck zwischen Lauchernalp und Fafleralp ist der malerisch gelegene Schwarzsee. Ebenfalls auf dem gleichen Abschnitt verläuft der Lötschentaler Sagenweg. Mit zehn verschiedenen Sagen erhalten die interessierten Passanten Einblicke in die Mythen und Märchen der Region. Vor allem für Kinder ein zusätzlicher Motivationsfaktor. Von Blatten zurück in Richtung Ried wandern wir entlang des Kulturweges, der auf der anderen Talseite entlang der Lonza bis nach Goppenstein führt.

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Cuisine Fraîcheur

Zurück im Hotel geniessen wir die Nachmittagssonne auf der Hotelterrasse. Nebst gemütlichen Loungesesseln überzeugen die hausgemachten erfrischenden Drinks. Ich schätze es ja immer, wenn ein hausgemachter Eistee serviert wird. Aber auch der „Blüemli“-Sirup vom Sirupier de Berne schmeckt richtig gut.

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Feinschmecker werden im Hotel schnell um die Finger gewickelt. Die Speisekarte überzeugt mit einem saisonalen, regionalen Angebot, das mit einem Hauch französischer Tradition aufgepeppt wird. Am ersten Abend lasse ich mir den warmen Ziegenkäse auf der Zunge zergehen und geniesse als Hauptgang ein Stück Bio Lamm direkt vom Nachbar. Am zweiten Abend werden wir kulinarisch so richtig verwöhnt. Laurent Huber zaubert für uns seine Kreation der „Cuisine fraîcheur“. Hierfür wurde das Hotel vom neu aufgelegten GaultMillau Guide mit 13 Punkten ausgezeichnet. Das saisonale Fraîcheur Menu startet mit einem Cesaer Salat mit Wachtelei aus Ferden, Roggenbrot Chips, hausgeräucherte Entenbrust und Hobelkäse aus Blatten. Darauf folgt eine „Sonnen Lasagne“ mit Riesencrevetten und Rucola. Als Hauptgang wird uns ein Kalbsfilet Mignon mit Artischocken und Risotto serviert und der Name des krönenden Dessert-Abschlusses habe ich vor lauter gutem Essen doch glatt vergessen. Ach ja, und Käse gab’s dazwischen natürlich auch noch. Dazu werden auserlesene Walliser Tropfen kredenzt. Eine feine Sache. Die Küche begeistert auf ganzer Linie! Falls ihr mal einen genussreichen Abend in gemütlichem Ambiente verbringen möchtet, seid ihr hier am richtigen Fleck.

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Tipps und Aktivitäten rund ums Hotel Nest- und Bietschhorn

  • Mit der Lötschental App wird man perfekt durchs Tal geführt. Interessante kulturelle Einblicke geben die „Hörenswürdigkeiten„. Mittels Audiotouren können die Gäste individuell die vier Dörfer Ferden, Kippel, Wiler und Blatten erkunden.
  • Eine schöne Bergtour führt von der Fafleralp zur Anenhütte – magische Momente garantiert.

Hinweis: Ich wurde vom Hotel Nest- und Bietschhorn zu diesem Aufenthalt eingeladen – Vielen Dank hierfür. Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich hier stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Liebe Anita, so darf ich doch nennen. Was soll ich als Uesserschwiizere Leetschi zu deinem Kommentar sagen? Mein Vater ist schon früh in die Grüezi-Schweiz ausgewandert, da er als ältester einer 9-köpfigen Geschwisterschar einer Wiler Familie sich sein Brot auswärts verdienen musste. Doch seine und auch meine Heimat hat er uns Kindern schon früh bekannt gemacht. Schon als 3 jähriger Pfüdi erinnere ich mich an die Ferien bei der Grossmutter, Ferien gab es für uns eigentlich nur im Lötschental. Bis ca. 25 jährig war ich sicher zur Sommer- und Winterzeit in Wiler oder auf Weritzen in den Ferien, half beim Heuen, beim Geisshüten und und und, immer unter der Obhut von Onkel Emil und Tante Hedwig. Dann kamen die Lehrjahre, Auslandaufenthalt von ton total 15 Jahren. Nach Rückkehr zeigte ich unserer Familie die Schweiz, am Schluss landeten wir im Lötschental, meiner Heimat. Und, ich fühlte mich auch wieder in der Heimat. Von da weg, etwa 1978, war und bin ich immer Gast im Nets- und Bietschhorn, nur bei Vollbesetzung in anderen Hotels, dies trotz zahlreicher Verwandschaft im Tal. In all diesen Jahren habe ich sicher alle möglichen Wanderwege zu Fuss abgelaufen, mich auf der Loipe im Winter ausgetobt. Und immer wieder kehre ich zurück, da ich mich auch in der Kulturszene (Museum usw.) bewege und aktiv dabei bin. Also, dein Kommentar und die Beschreibungen, die Bilder, ausgezeichnet! Ich hoffe und wünsche, dass noch viele Weltenbummler, die viele Länder kennen, sich mal auf die engere Heimat und vor allem auf das Lötschental konzentrieren, denn dieses Tal ist wunderschön und für mich ein echter Kraftort. Danke Anita und alles Gute. Tony Bellwald

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    • Anita Brechbühl November 24, at 08:37

      Danke dir Tony für diesen Kommentar :) Das Lötschental ist hal schon einfach ein traumhafter Fleck :)

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