Hängebrücke Leiternweide: kurzweilige Wanderung im Simmental

Hängebrücke Leiternweide: kurzweilige Wanderung im Simmental

-Dieser Beitrag enthält Werbung für die Schweizer Berghilfe-

Wer von euch hat schon einmal von der Hängebrücke Leiternweide gehört? Selbst meine wanderkundige Mama musste dieses Ausflugsziel zuerst einmal googeln. Und genau das ist der Grund, wieso ich die Jubiläumsaktion der Schweizer Berghilfe so genial finde!

Die Stiftung, die 1943 mit dem Ziel die Existenzgrundlage sowie Lebensbedingungen im Schweizer Berggebiet zu verbessern, und damit der Abwanderung entgegenzuwirken gegründet wurde, feiert heuer ihr 75-jähriges Jubiläum. Dies nimmt die Schweizer Berghilfe als Anlass, um im Rahmen der Berghilfe Trophy mit 44 ausgewählten Projekten exemplarisch zu zeigen, was mit der Unterstützung der Berghilfe entstanden ist. Und das Beste: Es gibt nicht nur Spannendes zu besichtigen, sondern auch was zu gewinnen. Wer bis zum 31. Dezember 2018 mindestens drei der 44 Projekte besucht, die jeweiligen Codes findet und diese auf der Website der Berghilfe eingibt, nimmt automatisch an einer Verlosung von tollen Preisen teil.

Als mich die Schweizer Berghilfe letzten Herbst im Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit im Rahmen der Berghilfe Trophy kontaktierte, war ich nach einem kurzen Klick auf die Projektkarte Feuer und Flamme. Die 44 quer durch die Schweiz verteilte Projekte sind eine tolle Inspirationsquelle für spannende Ausflüge in die Bergwelt. Ich hab mich dann auch echt schwer getan, eine Auswahl von drei Projekten zu treffen, die ich euch im Verlauf dieses Sommers hier auf dem Blog vorstellen werde.

Als Erstes habe ich gemeinsam mit Freund und Mama die Hängebrücke Leiternweide im Simmental angesteuert. Der Besuch dieses Projekts lässt sich nämlich perfekt mit einer kurzweiligen Wanderung von Oberwil nach Weissenburg kombinieren.

Aufstieg zum Schnurreloch

Durchs Zugfenster lacht uns ein strahlend blauer Himmel entgegen. Das prächtige Sommerwetter hat zahlreiche Wanderbegeisterte früh aus dem Bett gelockt und dementsprechend ist der 07:39 Zug ab Bern Richtung Simmental gut gefüllt. Die meisten unserer Zugreisegspändli verlassen uns in Erlenbach im Simmental mit Ziel Stockhorn. Wir harren noch weitere zwei Stationen aus, bis wir nach gut einer Stunde Fahrtzeit Oberwil erreichen. Ausser uns steigt niemand aus – ein gutes Zeichen! Die Wanderung zur Leiternweide scheint sich noch nicht weit herumgesprochen zu haben. Nach einem kurzen Marsch der Dorfstrasse entlang erreichen wir den markierten Abzweiger, der uns das Tobel hinauf in die Anhöhen bringt. Der Weg verläuft parallel zu einem sprudelnden Bach unter Schatten spendenden Bäumen – zum Glück! Die Sonne scheint nämlich bereits um 9:00 Uhr mit aller Kraft. Oberhalb vom ersten Waldstück erwartet uns ein schöner Panoramablick über die idyllische Landschaft des Simmentals. Doch wo ist der Weg? Im hohen Gras sind die Spuren des schmalen Pfades nur vage zu erkennen. Ein weiteres Zeichen, dass auf diesem Wegabschnitt das Phänomen des Rudelwanderns weitestgehend unbekannt ist.

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Nach einer kurzen Zusatzschlaufe (verursacht durch mich, da ich die Abzweigung im hohen Gras übersah) lockt uns das Schild «Höhlenpfad» auf Abwege. Der Wanderweg zur Leiternweide verläuft teils parallel zum Höhlenpfad, der von Oberwil zu den prähistorischen Höhlen Zwärgliloch, Schnurenloch und Mamilchloch führt. In diesen Höhlen fand man Knochen des heute ausgestorbenen Höhlenbärs sowie die ältesten von Menschenhand angefertigten Steinwerkzeuge des Kantons Bern. Während das Zwärgliloch einfach zugänglich ist und über eine Brätlistelle verfügt, erfordert die Erforschung des Mamilchloch und Schnurenloch Abenteuergeist und gutes Schuhwerk. Der Abstecher zu den Höhlen verlängert die Wanderung um gut 45 bis 60 Minuten (ohne Pause).

In luftiger Höhe über den Morgetenbach

Nach dem kurzen aber heftigen Aufstieg zum Schnurenloch können wir Aufschnaufen. Die Höhenmeter sind für heute bewältigt. Es folgt ein kurzer Abstieg durch den Wald, bis wir einem Kiesweg erreichen, der uns der Hangflanke entlang zum tief in eine Schlucht eingegrabene Morgetenbach führt. Das ursprüngliche Ziel der Initianten der Hängebrücke Leiternweide war die bessere Erschliessung der Weide ännet der Schlucht, die einst nur über an die Felswände gebundene Leitern erreichbar war.

2013 wurde die 111 m lange Hängebrücke eingeweiht, die nun in luftiger Höhe über die imposante Schlucht auf direktem Weg zur Weide führt. Gleichzeitig wurde auch der Weg hinunter zum Buuschebach mit Treppen sicher ausgebaut. Die Begehung ist für Wanderer kostenfrei – es besteht aber die Möglichkeit, ein freiwilliger Brückenzoll zu entrichten. Gleichzeitig lohnt sich auch der Blick in die Holzkiste bei der Informationstafel. Hier drin lagert nämlich köstlicher Alpkäse vom Morgetenpass (Münz mitnehmen lohnt sich!). So lang wie die Brücke, so tief ist die Schlucht. 111 m unter uns rauscht der Morgetenbach talwärts. Gegen die starken Schatten der Mittagssonne hat unsere Kamera jedoch keine Chance – wer den Blick in die Schlucht einfangen möchte, der muss sich einen bedeckten Tag aussuchen.

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Willkommene Abkühlung am Buuschebach

Nach der Überquerung des Buuschebachs folgen wir den steilen Treppenstufen in die Schlucht hinunter. Eine willkommene Abkühlung! Der fröhlich sprudelnde Buuschenbach mit seinen kleinen kiesigen Buchten scheint an diesem heissen Sommertag wie ein kleines Paradies. Es erstaunt mich nicht, dass im 18. Jahrhundert eine internationale Gästeschar zum Kuren hierhin strömte. Vom einst über die Landesgrenzen bekannte Weissenburgbad zeugen heute jedoch nur noch Steinruinen. Die Fakten rund um die Thermalquelle und den einstigen Bäderbetrieb können Informationstafeln entnommen werden. In den Sommermonaten gibt es zudem diverse öffentliche Führungen (Infos und Termine).

Abstieg zum Buschbach Badwald in Weissenburg Ehemaliges Weissenburgbad Simmental Wanderweg nach Weissenburg Bahnhof Weissenburg

Auch wenn die Wanderung von Oberwil nach Weissenburg via Hängebrücke Leiternweide nur mit zwei Stunden reiner Gehzeit aufwartet, gibt es unterwegs viel Spannendes zu besichtigen und entdecken. Für mich daher ein gelungener Tagesausflug für Gross und Klein (Bitte beachten: der Weg ist nicht Kinderwagentauglich).

Praktische Infos zur Hängebrücke Leiternweide Wanderung

Der Routenverlauf der Wanderung zur Hängebrücke Leiternweide kann nachfolgender Karte entnommen werden. Die Distanz von Oberwil nach Weissenburg beträgt rund 6 Kilometer. Dabei ist bis zu den prähistorischen Höhlen eine Steigung von 300 Höhenmeter zu überwinden. Der Abstieg nach Weissenburg beträgt 350 Höhenmeter. Die reine Laufzeit beträgt zwei Stunden. Da es unterwegs aber einiges zu besichtigen gibt, empfehle ich, genügend Zeit für Zwischenstopps einzuplanen. Oberwil als auch Weissenburg liegen an der Bahnlinie Spiez-Zweisimmen und werden im Stundentakt mit einem Regionalzug von/nach Bern bedient. Achtung – in Weissenburg stoppt der Zug nur «auf Verlangen». Mehr Infos zur Wanderung Oberwil-Weissenburg via Hängebrücke Leiternweide findet ihr bei Schweiz Mobil.

Infos zur Berghilfe Trophy
In diesem Jahr präsentiert die Schweizer Berghilfe 44 quer in der Schweiz verteilte Projekte, die dank der Berghilfe realisiert werden konnten. Wer drei Projekte besucht, den jeweiligen Code findet und ihn auf der Website der Schweizer Berghilfe eingibt, kann mit etwas Glück tolle Preise gewinnen. Alle Infos zur Trophy sowie den 44 Projekten findet ihr auf der Website der Schweizer Berghilfe.

Hinweis: Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Schweizer Berghilfe besuche ich diesen Sommer drei verschiedene von der Berghilfe unterstützte Projekte und stelle euch diese hier auf dem Blog vor.

Kommentare

  • Carolin Juli 01, at 10:15

    Herzlichen Dank fûr den traumhaften Wandertipp...Ich habe noch eine blöde Frage: was heisst, der Zug stoppt nur auf Verlangen? Meldet man seine Mitfahrt bei der Bahn an? Streckt man den Anhalter-Daumen aus? Vielen Dank und Wandergrüsse Carolin

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    • Anita Brechbühl Juli 01, at 10:32

      Hoi Carolin am Bahnhof hat es einen Automaten mit Halteknopf, den man drücken muss, damit der Zug hält. Und wenn du im Zug bist und in Weissenburg aussteigen möchtest, dann musst du wie im Bus den Halteknopf drücken.

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  • Katrin Juli 03, at 11:45

    Ich bin so glücklich, dass ich deinen Blog gefunden habe! Die Artikel sind einfach super geschrieben und machen wirklich Spass zu lesen. Von den tollen Bildern fange ich gar nicht erst an. Danke für den tollen Tipp. Das werde ich mit Freund und Neffe ausprobieren :) Liebe Grüsse Katrin

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