Klosters erleben – auf den Spuren der Royals

Klosters erleben – auf den Spuren der Royals

Der Blick aus unserem Fenster im Hotel Piz Buin zeigt einen durchzogenen Himmel. Auf der einen Seite tanzen schon früh am Morgen farbige Fallschirmspringer mit den Wolken um die Wette. Auf der anderen Seite ist der Himmel noch strahlend blau. Nichts wie los und ab auf die Pisten! Das Piz Buin befindet sich nur 200 m von der Talstation der Gotschnabahn entfernt, die die Wintersportler ins Skigebiet Parsenn bringt. Parsenn, das Davos und Klosters verbindet, gilt es eine der Wiege des Skisports in der Schweiz und ist bis heute aufgrund der Schneesicherheit ein beliebtes Ausflugsziel. Auf der legendären Parsenn-Abfahrt, die auf dem Weissfluhjoch beginnt, war auch Prinz Charles in früheren Jahren anzutreffen. Die englischen Royals waren nämlich begeisterte Klosters-Wintergäste.

KLosters-PizBuin-Aussicht Klosters-Gotschna

Neben der Talstation der Gotschnabahn springt mir ein Schild mit der Aufschrift „Mountain-Lounge – a place to remember“ in die Augen. Es sieht so gemütlich aus, dass wir uns noch vor dem Pistenspass in der Lounge einen Winterkaffee und eine Schoggi Classic genehmigen (je 6.50 CHF). Hier hat Prinz Charles garantiert noch keinen Kaffee getrunken, die Lounge hat nämlich gerade frisch geöffnet. Ich bin aber überzeugt, dass diese unglaublich gemütliche Lounge der neue hippe Café-Treffpunkt von Klosters wird.

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Nach diesem Kaffee-Stopp kaufen wir uns an der Talstation die Skitickets. Eine Tageskarte kostet 68 CHF (zusätzlich kommen 5 CHF Kartengebühr dazu, die man nicht zurück erhält). Als Spartipp: Wenn ihr die Tickets online kauft, dann kosten sie bis zu 30% weniger. Die Rabatte variieren täglich.

Von der Bergstation Gotschna aus geniessen wir den Blick über Klosters und traversieren dann Richtung Parsennhütte. Man sagt, die Davoser seien Weltmeister im Pistenpräparieren. Nun, beim heurigen Schneemangel im Dezember, ist das von Vorteil. Trotz wenig Schnee sind die meisten Pisten – sogar die Talabfahrt bis nach Klosters – offen. Die Qualität dagegen ist durchzogen. Mir persönlich sind die meisten Pisten etwas zu hart. Gegen Mittag verdrängt eine dunkle Wolkenfront das Kaiserwetter. Mit den einfallenden Wolken wird die Sicht sofort viel schlechter. Somit nehmen wir nach einem kurzen Suppenstopp in der Parsennhütte (Tütensuppe für 8.80 CHF) die Talabfahrt in Angriff.

Klosters-Gotschna-Aussicht Klosters-Skigebiet-Parsenn Klosters-Parsenn-2 klosters-10 klosters-12

Wer die Talabfahrt macht, kann das legendäre Gaudy’s Graströchni nicht verfehlen. Ob Prinz Charles hier wohl auch schon auf den Tischen getanzt hat? Am früheren Nachmittag ist es aber noch ziemlich ruhig. Mit einem Kafi Luz und einer heissen Schoggi mit Zekilla (leckere, aber in Massen wohl „tödliche“ Mischung) stimmen wir uns auf den Abend ein. Als zweiten Après-Ski-Drink geniessen wir dann gemütlich im Bär’s den hausgemachten Glühwein.

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Vor dem Abendessen haben wir noch genügend Zeit für einen Spaziergang durch Klosters. Hier ist die Bergwelt noch in Ordnung. Es hat praktisch keine protzigen Neubauten, sondern viele ältere, hübsche Chalets. Entlang der Landquart besteht ein weitläufiges Langlauf- und Winterwanderwegnetz. Von Zeit zu Zeit durchbrechen die Glöckchen an den Pferdekutschen die Stille. Perfekt zum Erholen. Das Dorf selbst hat es in meinen Augen geschafft, einen ursprünglichen Charakter zu bewahren. Einen wahren Augenschmaus bieten die Schaufenster im Dorfzentrum. Hier gibt es keine billigen Souvenierläden sondern hübsche Boutiquen. Und ja, zwischendurch läuft einem auch die eine oder andere wilde Prättigauer Bergkatze über den Weg ;). Was die toten Füchse am Küchenfenster genau für eine Bedeutung haben (werden die als Weihnachtsschmaus serviert?), blieb uns jedoch ein Rätsel.

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Wer den Abend im Prinz-Charles-Style geniessen möchte, der kommt am Hotel Walserhof nicht vorbei. Hier hat die britische Königsfamilie jeweils während ihrer Skiferien residiert. Im dazugehörenden Restaurant Walserstube werden feinste lokale Köstlichkeiten aufgetischt. Wir möchten uns das nicht entgehen lassen und haben das Glück, auch ohne Reservierung noch einen Tisch zu erhalten. Wir wählen die 4-gängie Variante des Prättigauer Menu’s (pro Person 89 CHF) und starten den Abend mit einem Tröpfel – einem alkoholfreien Schaumwein aus Trauben und Äpfeln. Zum Brot werden dreierlei Butter serviert – wobei der Umgang mit der Engadiner Bergbutter einer wahren Zelebration gleicht. Hervorzuheben ist die Nachspeise – wer „Fotzelschnitte“ als feinste Gourmetkreation serviert, hat in meinen Augen definitiv 15 Gault Millau Punkte und einen Michelin Stern verdient. Prinz Charles hat hier wahrlich Geschmack bewiesen.

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Abgerundet wird der Tag mit einem nächtlichen Spaziergang durch Schneegestöber zurück ins Hotel Piz Buin.

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Hinweis: Mein Wochenende in Klosters wurde vom Hotel Piz Buin unterstützt – Vielen Dank hierfür. Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich hier stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Carolin Januar 05, at 19:23

    Hach, so schöne Bilder und natürlich toller Text. Da denke ich wehmütig an meinen eigenen Aufenthalt in Davos Klosters zurück. Februar 2012 ist leider schon wieder viel zu lange her. Bleibt also nur Augen schließen und zurück träumen :-)

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