Reiseschnappschuss – aqui podia viver gente!

Den heutigen Reiseschnappschuss widme ich einem Thema, das mich in Lissabon stark beschäftigt hat. Lissabon lebt, doch hinter den Fassaden bröckelt es. Auf den ersten Blick erscheint die Stadt lebendig, fröhlich, belebt und zwar nicht nur von Touristen sondern auch von Einheimischen. In der Altstadt jedoch wurde ich beim Anblick der Gebäude stutzig. Der zweite Blick offenbart nämlich einen tristen Zustand der Bauten. Insbesondere in der Baixa stehen Gebäude zum Verkauf, viele davon sind verwaist. Die Erdgeschosse werden zwar meistens noch als Ladenflächen genutzt, doch darüber herrscht gähnende Leere.

„Woran liegt das wohl?“ fragte ich mich und war gedanklich schon wilde Entwicklungspläne am zeichnen. Überlegt euch mal dieses ungenutzte Potenzial an zentralster Lage, das nun vor sich hinmodert, bis es schliesslich in Staub zerfällt. Wunderschöne Häuser im Zentrum mit einem immensen Leerstand und draussen in der Peripherie bauen sie billige Betonwohnblöcke…

Am letzten Tag passierten wir dann zufälligerweise dieses bunt bemalte Haus inklusive Spruch, der den aktuellen Zustand besser nicht beschreiben könnte „Aqui podia viver gente“ – Hier könnten Leute wohnen – jawohl!

Gern wüsste ich mehr über die Gründe dieses Problems – zu hohe Mietzinsen, zu wenig Investitionskapital, zu viele Schulden… ? Falls ich mal nach Portugal auswandern sollte, werde ich mir ein Haus im Zentrum kaufen, darin wunderschöne Mietwohnungen erstellen und es mit vielen fröhlichen Menschen neu beleben. Dafür sind Häuser nämlich gemacht. Versprochen.

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Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • inka August 13, at 20:52

    Genau das geiche habe ich mich dort auch die ganze Zeit gefragt! Habe hinterher wie wild gegoogelt - und bin nicht schlau geworden draus. Warum stehen an den zentralsten Plätzen die allerschönsten ehemaligen Hotels leer? Während doch offenbar die Touristen sehr wohl en masse in der Stadt sind? Ist das mit den Privatvermietungen (illegal) wirklich so schlimm, dass sich kein Hotel mehr halten kann? Unklar, ich weiß es auch nicht. Es ist jedenfalls jammerschade, denn ich glaube, die meisten Gebäude sind bereits nicht mehr zu retten.

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    • Anita Brechbühl August 13, at 21:15

      Ja ist leider so, dass der Leerstand den Gebäuden massiv schadet. Ich hoffe einfach, dass irgend jemand mit gutem Willen und Geld den Rettungsanker verwerfen wird...

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  • Elisabeth Oktober 08, at 22:23

    Liebe Anita, erstmals will ich dir sagen, dass du einen wunderschönen Blog hast :) Mir gefallen deine Bilder sehr! Ich komme aus Portugal und kann dir sagen, dass ich mich dies auch schon ein Leben lang gefragt habe. Mit Geld denke ich, hat das wenig zutun. Es gehört (leider) schon fast zur Kultur, Häuser die an nicht braucht, einfach verwahrlost zu lassen. Als Kind hat mich das immer sehr gewundert (da ich in der Schweiz aufgewachsen bin), genauso wie man seinen Müll einfach auf einem Hügel oder im Wald entsorgt. Aber mittlerweile gibt es Besserung. Dieses Jahr habe ich einige neue Renovationen gesehen, bei Häusern, Hotels und sogar Krankenhäuser die seit meiner Kindheit leer waren. Und Müllcontainer gibt es nun endlich auch, Gott sei Dank!Liebe Grüsse, Elisabeth

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    • Anita Brechbühl Oktober 09, at 07:31

      Liebe Elisabeth vielen Dank für diesen Kommentar. Spannend zu hören, dass dies irgendwie mit zur Kultur gehört und ich hoffe, dass der von dir angetönte Veränderungsprozess anhalten wird! :)

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