Ich trau mich! Klettersteig Abenteuer Gorge Alpine

Ich trau mich! Klettersteig Abenteuer Gorge Alpine

Werbung: dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der BLS

4 Jahre sind seit unserem letzten Abstecher nach Saas-Fee vergangen. Damals haben wir unseren ersten Viertausender in Angriff genommen – und es trotz Wetterkapriolen bis auf den Gipfel des Allalinhorns geschafft. Höchste Zeit also, um wieder einmal einen Tagesausflug nach Saas-Fee zu unternehmen und dort eine weitere Challenge zu meistern: der abenteuerliche Klettersteig durch die Gorge Alpine!

Znünistopp mit Gletscherblick

Umgeben von 18 Viertausender Berge, ist die Region Saas-Fee ein Paradies für hochalpine Touren und anspruchsvolle Wanderungen. Es sind aber nicht zwingend abenteuerliche Kraxeleien gefordert, um in die herrliche Bergwelt einzutauchen. Nach unserer Anfahrt am frühen Morgen via Visp mit dem Postauto ins autofreie Bergdorf, marschieren wir schnurstracks zur Spielbodenbahn. Die modernen, grossräumigen Gondelkabinen sind seit der Wintersaison 2016/2017 im Einsatz und transportieren uns im Nu zur Bergstation Spielboden. Hier stehen die Chancen gut, putzige Murmeltiere zu sichten.

Wir wollen an diesem Morgen aber noch höher hinaus und steigen in die Spielboden-Längfluh Seilbahn um. 400 Höhenmeter weiter oben empfängt uns ein phänomenales Panorama über den Feengletscher Richtung Allalinhorn. «Heute wäre ein guter Tag, um den Viertausender in Angriff zu nehmen», denke ich und bedaure, mein Fernglas zu Hause liegen gelassen zu haben. So bleibt es beim Rätseln, wie viele Seilschaften sich durch die schnee- und eisbedeckten Flanken des Allalinhorns zum Gipfel vorkämpfen.

Saas Fee Gletscherlandschaft
Saas Fee Feegletscher
Saas Fee Allalinhorn

Der Abstecher zur Längfluh lohnt sich nicht nur der Aussicht wegen, sondern auch aufgrund der lässigen Sonnenterrasse bei der Berghütte Längfluh. Wir bestellen ein Stück Aprikosen- und Zwetschgenkuchen und wären richtig entspannt, wenn da nicht der anstehende Abstecher in die Gorge Alpine für leichtes Bauchgrummeln sorgen würde.

Saas Fee Panorama

Panoramawanderung Hannigalp

Nach dem Abstecher auf die Längfluh bleibt uns noch genügend Zeit, das Panorama rund um Saas-Fee von einer anderen Perspektive aus zu bewundern. Wir spazieren von der Spielbodenbahn zurück ins Zentrum und nehmen dort die Hannigbahn bergwärts. Mit einer 5.5 Kilometer langen Trotti-Strecken, einem grossen Spielplatz und einfachen Wanderrouten ist die Hannigalp beliebt bei Familien und Genusswanderern.

Wir folgen dem Wegweiser talwärts Richtung Saas-Fee. Für die Wegstrecke von rund 3,5 Kilometern zurück in den Dorfkern von Saas-Fee ist rund eine Stunde Wanderzeit einzurechnen – plant aber mindestens eine Stunde mehr ein. Der Weg führt nämlich direkt beim sympathischen Restaurant Alpenblick vorbei, das mit seiner Sonnenterrasse hoch über Saas-Fee die perfekte Location für eine Mittagspause bietet.

Saas Fee Hannigalp
Hannigalp Wandern
Saas Fee Hannigalp Aussicht
Saas Fee Wandern
Saas Fee Alpenblick Beiz
Hannigalp Saas Fee talwärts

Mutprobe in der Gorge Alpine

Gut gestärkt trudeln wir kurz vor 14:00 Uhr beim Postplatz Saas-Fee ein. Dort erwartet uns schon Bergführer Lutz von Active Dreams mit Helm und Klettersteig-Set. Die Begleitung eines Bergführers ist auf dem 4-Kilometer langen Klettersteig durch die Feeschlucht zwischen Saas-Fee und Saas-Grund obligatorisch – Nebst Hängebrücken, Leitern und Stahlseilen wartet die Schlucht nämlich auch mit einigen rasanten Tyrolienne auf, die ohne Kenntnisse über die korrekten Handgriffe zur Sicherung lebensgefährlich werden können. So oder so, als Klettersteig-Neuling bin ich froh, dass uns Lutz heute durch die Tücken der Schlucht lotsen wird. Und insgeheim frage ich mich in diesem Moment: «Wie bin ich bloss auf die Idee gekommen, mich in die Gorge Alpine zu begeben… » Aber immerhin hielt ich diesbezüglich schon 2014 fest, dass man sich seinen Ängsten stellen sollte. Und genau das mache ich heute.

Die Gorge Alpine ist in zwei Teile gegliedert. Der obere Abschnitt gleicht von den Elementen einem klassischen Klettersteig. Der untere Abschnitt beginnt bei der Brücke Zelli und beinhaltet mehrere Tyroliennes sowie einen Abseil-Part.

Ich habe mich im Vorfeld natürlich durch zig Seiten geklickt und versucht herauszufinden, wie schwierig der Klettersteig durch die Feeschlucht denn effektiv ist. Von «einfach» bis «für ambitionierte Kletterer» findet sich online die gesamte Bandbreite und liess mich ratlos zurück. «Werde ich diese Herausforderung meistern?». Zum Glück bin ich mir bewusst, wo bei mir auf Klettersteigen das Problem liegt: im Kopf. Und mit dem Mantra «es ist alles eine Kopfsache», folge ich Lutz durch den Turm des Restaurants La Gorge in die Schlucht. Die ersten paar Meter beginnen harmlos. Doch bald hangle ich mich über schmale Balken den schroffen Felsflanken entlang und höre nichts weiter als das unter mir tosende Eiswasser. Ich arbeite mich tapfer Schritt für Schritt vorwärts und bin schampar stolz, als wir nach knapp einer Stunde den ersten Part erfolgreich (und ohne Drama meinerseits) gemeistert haben. Fazit: Sofern ihr schwindelfrei seid, beinhaltet der oberere Part keine besonders tricky Stellen und ist auch für AnfängerInnen machbar.

Gorge Alpine Klettersteig
Gorge Alpine Saas-Fee
Gorge Alpine Klettersteig Saas-Fee
Saas Fee Schlucht

Der zweite Part bereitet mir weniger Sorgen, da ich witzigerweise mit Tyroliennes bedeutend weniger Mühe bekunde, als mit wackligen schmalen Holzbalken. Einzig beim Tarzansprung muss ich mir einen Ruck geben – doch auch der klappt dank Teamwork auf Anhieb.

Gorge Alpine
Saas Fee Gorge Alpine Tyrolienne
Klettersteig Saas Fee
Hängebrücke Saas Fee

Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir das Ende der Feeschlucht in Saas-Grund. In meinen Oberarmen und Oberschenkel kündigt sich zwar bereits ein fieser Muskelkater an. Abgesehen davon bin ich mega stolz auf mich! Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe zum ersten Mal einen längeren Klettersteig durchgezogen. Und wisst ihr was: Es hat echt Spass gemacht!

Das Ende der Gorge Alpine liegt in der Nähe von Saas Grund. Von hier aus könnt ihr entweder auf dem Wanderweg zurück nach Saas-Fee marschieren (ca. 45 Minuten) oder aber mit dem Postauto talwärts Richtung Visp fahren.

Praktische Tipps für einen Ausflug nach Saas-Fee und in die Gorge Alpine

  • Saas-Fee erreicht ihr mit dem Postauto in 50 Minuten ab Visp.
  • Saas-Fee ist autofrei. Das zentrale, grosse Parking befindet sich am Ortseingang.
  • Wer in Saas-Fee übernachtet, kann die Bergbahnen mit dem Bürgerpass kostenlos nutzen. Bei einem Tagesausflug bezahlt man jede Bergbahn einzeln. Die Fahrt Saas-Fee Längfluh retour kostet für Erwachsene 52 CHF, Die Bergfahrt Saas-Fee Hannig kostet 25 CHF. Mit GA/Halbtax reduziert sich der Preis um die Hälfte. Weitere Infos zu den Ticketpreisen und Fahrplänen der Bergbahnen findet ihr auf der Website von Saas-Fee.
  • Die Gorge Alpine lässt sich in zwei Teile aufteilen. Der Zeitbedarf für die Durchschreitung der gesamten Schlucht beträgt rund drei Stunden.
  • Wir haben die Tour durch die Gorge Alpine mit einem Bergführer von Active Dreams unternommen. Der Preis für die begleitet Durchquerung beträgt zwischen 80 und 110 CHF pro Person inklusive Klettersteig-Set und Helm.
  • Der untere Teil des Klettersteigs ist ganzjährig geöffnet und kann mit Bergführer auch im Winter begangen werden.
  • Der Abstecher nach Saas-Fee lässt sich je nach Jahreszeit und Wetter auch gut mit einem Stopp im Brigerbad kombinieren – die nach der Gorge Alpine angespannten Muskeln freut’s garantiert.

BLS Tipp Saas-Fee

Wer mit dem Auto nach Saas-Fee reist, dem sei der Autoverlad zwischen Kandersteg und Goppenstein empfohlen. Das Ticket könnt ihr im Vorfeld online kaufen. Die Kosten fürs Verladen betragen beim Onlinekauf unter der Woche 25 CHF und am Wochenende 28 CHF Alle weiteren Infos findet ihr hier: BLS Autoverlad

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

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