Reiseüberraschung: Südkorea «fägt»!

Reiseüberraschung: Südkorea «fägt»!

Unsere Südkorea-Rundreise war vor allem Mittel zum Zweck; mit dieser Zusatzschlaufe konnten wir für die geplante Chinareise ein Double Entry Visum beantragen, das zu zwei Einreisen nach China bis sechs Monate nach dem Visa-Ausstellungsdatum berechtigt. Bei einem Beantragen des normalen Single Entry Chinavisum besteht nämlich eine Dreimonatefrist, die wir aufgrund unseres Abreisezeitpunktes der grossen Reise nicht einhalten konnten. Da mich Südkorea als Reiseziel sowieso reizte, war dies die perfekte Destination, um die Visabestimmungen zu erfüllen.

Ich bin in Shanghai ohne grosse Erwartungen und Sightseeing-Vorbereitungen ins Flugzeug gestiegen. Das war gut! So konnte mich Südkorea überraschen. Das ist dem Land gelungen. Das Essen, die Infrastruktur und die kulturellen Sehenswürdigkeiten – was für ein kunterbunter lässiger Mix.

Südkorea-Rundreise: Übersicht unserer einwöchigen Reiseroute

Ohne zweimalige Einreisepflicht nach China wären wir vermutlich von Japan aus mit der Fähre in die südkoreanische Hafenstadt Busan gereist. So aber führte uns die Reise von Kagoshima zuerst für drei Tage nach Shanghai und von dort mit einem China Southern Flug nach Seoul Incheon, dem grössten internationalen Flughafen des Landes. Der offizielle Name von Südkorea lautet «Republik Korea» und vor Ort ist «Korea» gebräuchlich. Ich verwende in diesem Artikel die bei uns geläufige Bezeichnung «Südkorea», um keine Verwirrung betreffend Nordkorea zu stiften.

Von Flughafen Incheon in die Innenstadt gibt es sowohl eine direkte Metroverbindung (Schnellzug oder All-Stops-Variante) an die Seoul Station sowie diverse Expressbusse. Da unser Hotel in der Nähe einer Expressbusstation lag, entschieden wir uns für den Bus. Das Busticket kostet 10’000 Won pro Person und die Fahrt ist somit teurer als diejenige mit der «All Stops» Metro (4100 Won). Wie in allen Grossstädten stellte ich mir die Frage, wo übernachte ich in Seoul am besten? Mein Entscheid fiel auf den zentral gelegenen Stadtteil Jongno-gu. Ich hatte dort 3 Nächte im Makers Hotel gebucht. Nach intensiven Sightseeing in Seoul führte uns in die Reise mit dem koreanischen Schnellzug KTX nach Gyeongju. Mit zahlreichen historischen Stätten der Silla-Epoche gehört Gyeongju zu den klassischen Reisezielen einer Südkorea-Rundreise. Hier haben wir zwei Nächte in der charmanten Pension Siwoowadang, an bester Lage um die Sehenswürdigkeiten zu Fuss zu erkunden, übernachtet. Im Anschluss ging es mit dem Bus weiter in die zweitgrösste Stadt Südkoreas – nach Busan. Auch hier haben wir zwei Nächte vorgesehen (TraveLight Hostel) und wollten eigentlich die schöne Klippenlandschaft erkunden. Das Regenwetter machte uns hier einen Strich durch die Rechnung und wir versuchten in erster Linie, unsere Schuhe trocken zu kriegen. Insofern waren zwei Tage für Busan zu kurz. Am siebten Reisetag ging es mit dem Schnellzug zurück nach Seoul.

Zusammengefasst haben wir folgende Route für unsere Südkorea Rundreise gewählt: Seoul (3 Nächte) – Gyeongju (2 Nächte) – Busan (2 Nächte).

Kontrastreiches Seoul – 3 Tage Sightseeing

Seoul ist zwar nicht ganz so gross wie Tokio, aber doch auch eine Metropole, die sich nicht in zwei, drei Tagen erkunden lässt. Um alles ausgiebig zu besichtigen und einen Tagesausflug zur hochinteressanten «DMZ» (demilitarisierte Zone zwischen Süd- und Nordkorea) anzuhängen, benötigt ihr mehr Zeit. Wir haben uns in Seoul daher bewusst einige wenige Highlights rausgepickt und den Fokus auf das «moderne» Seoul gelegt.

Direkt nach unserer Ankunft im Makers Hotel (mit einer toll gestalteten Lobby und zweckmässig konzipierten Zimmern) sind wir zum Bukchon Hanok Village spaziert. Das Bukchon Hanok Village ist für seine Bauten im traditionell koreanischen Stil bekannt. Es sieht zwar nichts wirklich alt aus, sondern wirkt eher «neu auf alt gemacht». Trotzdem sind die verwinkelten Gassen charmant und man findet hier auch das eine oder andere nette Café. Danach haben wir uns eines von Seoul grössten städtebaulichen Projekten der letzten Jahre angeschaut. Der in den 1940er Jahren zugebaute Cheonggyecheon Fluss wurde von 2002 – 2005 freigelegt und in eine sechs Kilometer lange lineare Parkanlage integriert. Wir kombinieren unseren Spaziergang entlang dem Cheonggyecheon Fluss mit einem Besuch des Gwangjang Market – ein Mekka für Street-Food-Liebhaber. Unseren Hunger stillen wir im Restaurant Woolaeoak in Marktnähe. Das Restaurant ist für seine kalten Buchweizen-Nudelgerichte bekannt. So bekannt, dass wir am ersten Mai (der hier auch einen Feiertag ist) über eine Stunde in der Schlange stehen. Dafür freuen wir uns umso mehr auf die Nudeln.

Makers Hotel Seoul Bukchon Hanok Village Seoul Cheonggyecheon Park Seoul

Wir haben unser Zimmer im Makers Hotel ohne Frühstück gebucht und starten den Tag mit der Suche nach einem geöffneten Café. Fündig werden wir im Terarosa Coffee gleich ums Eck zur Gyeongbokgung Palastanlage. Das Café (eine koreanische Kette) ist sehr lässig eingerichtet und der Kaffee schmeckt. Gestärkt steuern wir die Palastanlage an und sind froh, dass sich der angekündigte Regen noch zurückhält. Der Eintritt kostet 3’000 Won pro Person und die Anlage ist weitläufig. Während sich im Eingangsbereich zahlreiche Schulklassen tummeln und ordentlich was los ist, nehmen die Menschenmassen im hinteren Teil der Anlage stetig ab. Korrelierend dazu steigt meine Begeisterung. So bunte Farben und filigrane Details!

Terarosa Coffee Seoul Gyeongbokgung Palast Südkorea Gyeongbokgung Detailaufnahme Gyeongbokgung Palastanlage Seoul Südkorea

Kaum haben wir unseren Rundgang abgeschlossen, setzt der Regen ein. Zeit sich um eine Metro- und Buskarte zu kümmern. Die sogenannte Tmoney Karte wird in den 7-Eleven Shops verkauft (2’500 Won Kartengebühr). Sie ist für alle Metros und Busse in Südkorea einsetzbar. Mega praktisch! Ebenfalls phänomenal sind in Seoul die Busverbindungen. Wir nutzen hierfür den Routenplaner von Google Maps und es spuckt uns fast immer eine passende Busverbindung von unserem Standort an den gewünschten Zielort an. Einzig die Fusswege kann Google in Südkorea nicht richtig darstellen und berechnen. Mit dem Bus fahren wir von der Gyeongbokgung Palastanlage zum Samsung Museum of Art (Leeum). Das Museum ist in zwei Teile gegliedert. Ein Teil widmet sich der traditionellen koreanischen Kunst und im anderen Teil stehen moderne Kunstwerke im Fokus. Mein Fazit ist durchzogen: architektonisch ein interessantes Gebäude, aber die Ausstellung (insbesondere Teil 2 mit Exponaten moderner Kunst) hat mich nicht überzeugt. Das Leeum befindet sich gleich ums Eck zum beliebten Kneipenviertel Itaewon. Hier gibt es diverse gute Restaurantoptionen – mein Favorit ist jedoch das Restaurant Parc, wo wir ein phänomenales koreanisches Mittagessen genossen.

Leeum Samsung Museum of Modern Art Seoul Restaurant Park Itaewon Seoul

Auf dem Rückweg von Itaewon zu unserem Hotel schauen wir uns den Dongdaemun Design Plaza (DDP) an. Der Entwurf des imposanten Bauwerks stammt von Zaha Hadid in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Architekturbüro Samoo. Das Gebäude beherbergt diverse Ausstellungs- und Tagungsräumlichkeiten sowie ein Design Lab und einen Design Market. Zum Tagesabschluss widmen wir uns nochmals dem traditionellen Seoul und suchen uns einen Thekenplatz im versteckt gelegenen Bukchon Son Mandu. Hier werden sehr feine koreanische Teigtaschen (Mandu) aufgetischt.

Dongdaeum Design Plaza Seoul DDP Seoul by Zaha Hadid

An unserem dritten Tag in Seoul landen wir auf der Suche nach dem morgendlichen Kaffee im «Common Ground» und fühlen uns nach Zürich West versetzt. Mit Schiffcontainer wurde hier ein überdimensionaler Pop-up Store realisiert, wo man lokale Brands findet. Gleich daneben stehen einladend diverse Foodtrucks. Wir haben jedoch bereits ein anderes Restaurant im Kopf und machen uns pünktlich auf die Mittagsöffnungszeit auf den Weg dorthin. Da wir im Vorfeld keine Reservation getätigt haben, wollen wir zeitig aufkreuzen. Der Plan geht auf. Im Restaurant Mingles sind zwar schon alle Tische reserviert, wir erhalten aber einen Thekenplatz. Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant kombiniert in seiner Küche europäische und koreanische Einflüsse und kreiert so interessante neue Geschmäcker. Das 7-gängige Mittagsmenü kostet 75’000 Won und schmeckt hervorragend. Mir gefällt zudem sowohl das Ambiente als auch der aufmerksame Service. Eine hochgelobte Alternative in unmittelbarer Nähe ist die Jungsik Bar, die aber während unseres Aufenthalts gemäss meiner E-Mail Anfrage bereits ausgebucht ist.

Common Ground Seoul Südkorea Street Food Common Ground Seoul Seoul Restaurant Mingles

Da über den Mittag der Regen wieder eingesetzt hat, steuern wir zur Verdauungspause die in die Starfield Coex Mall integrierte Bibliothek an. Dort setzen wir uns auf eine Bank und beobachten eine Weile das Treiben. Seoul ist in puncto Architektur total verspielt, was sich auch bei unserem letzten Stopp des Tages zeigt. In der Mecenatpolis Mall unweit der Hapjeong Station findet ihr nicht nur äusserst feinen Kuchen im Caravan 2.0, sondern beim Blick nach oben auch tolle Fotomotive.

Starfield Coex Mall Library Mecenatpolis Hajong Station Seoul

Sehenswürdigkeiten-Hochburg Gyeongju

Nach drei abwechslungsreichen Tagen in Seoul, reisen wir heute in den Süden nach Gyeongju. Die Zugtickets für den koreanischen Schnellzug KTX hatte ich zwei Tage zuvor direkt am Schalter der Seoul Station bezogen. Da wir früh am Bahnhof sind, nutze ich die Wartezeit auf den Zug für eine Besichtigung der südkoreanischen Version der «High Line». Im 2017 wurde auf einer ehemaligen Hochstrasse die Fussgängerpassage «Seoullo 7017» eingeweiht. Mich hat die Gestaltung der Anlage interessiert, weil ein Mitarbeiter des federführenden dänischen Büros MVRDV mit mir zusammen eine Summer School zum Thema Urban Design in London besuchte. Mit der High Line kann Seoullo meiner Meinung nach zwar nicht ganz mithalten, aber das Resultat der Umgestaltung ist definitiv ein attraktiv gestalteter Fussgängerübergang.

Seoul Station Seoullo High Line

Wir kaufen uns im Bahnhof eine Packung frische Dumplings als Reiseproviant und suchen danach den Waggon mit unseren reservierten Sitzplätzen. Das Ticket Seoul-Singyeongju kostet 49’300 Won pro Person. Im Gegensatz zum japanischen Shinkansen haben wir hier kostenloses Wifi. Dafür ist der Sitzabstand kleiner und unsere Sitznachbarn sind wesentlich lauter. Nach gut 2.5 Stunden Fahrtzeit erreichen wir den Schnellzug-Bahnhof ausserhalb von Gyeongju und überbrücken die verbleibende Reisestrecke bis zu unserer Unterkunft im Stadtzentrum mit dem lokalen Bus. Das klappt dank Anleitung unserer Unterkunft (Pension Siwoowadang) reibungslos – diese Busverbindung hätten wir im Google Routenplaner nämlich nicht gefunden. Wir übernachten in Gyeongju in einem kleinen Bed & Breakfast, das in Gehdistanz zu den grossen Parkanlagen mit all den Sehenswürdigkeiten liegt und im traditionellen koranischen Stil gehalten ist.

Die verbleibende Zeit bis zum Dunkelwerden nutzen wir für die Besichtigung der Daereungwon Grabhügel aus der Silla-Zeit. Unweit der Parkanlage liegt das Gyori Gimbap Restaurant, das für seine Gimbaps (eine koreanische Spezialität, die von der Form her an Maki erinnert) bekannt ist. Sehr lecker – und entgegen vieler online Kommentare ist unser Timing so gut, dass wir uns in keine lange Schlange reihen müssen. Danach bestaunen wir die beleuchtete Woljeongbrücke und den Wolji Teich. Beides schöne Blue-Hour Fotosujets. Den Wolji Teich erreichen wir leider einen Tick zu spät und die Beleuchtung ist auch ein bisschen gar grell, aber dennoch im Dunkeln sehr nett (am Tag gibt die Anlage weniger her).

Daereungwon Grabhügel Park Gyori Gimbap Gyeongju Woljeongbrücke Südkorea Wolji Palast Gyeongju

Tag 2 in Gyeongju startet mit einem feinen koreanischen Frühstück in unserem Bed & Breakfast. Das Besitzerpaar kann zwar nur ein paar Brocken Englisch, kommuniziert mit uns aber via Google Translate. Heute besichtigen wir zwei UNESCO-Welterbestätten wenige Kilometer ausserhalb von Gyeongju; den buddhistischen Tempel Bulguksa sowie die Seokguram-Grotte. Die Busse Nrn. 10 und 11 bedienen die Strecke in einem regelmässigen Takt (ca. alle 10-15 Minuten) und die Fahrt bis zum Bulguksa-Tempel dauert rund 25 Minuten. Wir erwischen einen guten Zeitpunkt, um Tempel zu besichtigen. Diese präsentieren sich anfangs Mai bereits schön geschmückt für den koreanischen Feiertag «Buddha’s Birthday». Um zur Seokguram Grotte zu gelangen, steigen wir nach der Besichtigung des Bulguksa Tempels in Bus Nr. 12 um. Leider ist es an diesem Tag etwas dunstig, ansonsten gibt es von der Seokguram Grotte einen schönen Panoramablick bis hin zum Meer.

Frühstück Siwoowadang Gyeongju Bulguska Tempel Gyeongju Korea Buddhas Geburtstag

Auf dem Rückweg wollen wir eigentlich einen Stopp beim Bomun Lake machen, erwischen aber blöderweise Bus Nr. 10 anstelle von Bus Nr. 11. Bus Nr. 10 fährt auf dem Hinweg beim Bomun Lake vorbei – Bus Nr. 11 auf dem Rückweg. Anstelle einer Wanderung rund um den See kehren wir halt in Gyeongju bei Murgur Burger ein und verputzen einen leckeren Burger. Danach lockt uns die Abendsonne nochmals in die weitläufige Parkanlage rund um die antike Sternwarte Cheomseongda aus der Silla-Zeit und wir spazieren bis zur Woljeongbrücke, die wir bereits am Vortag besichtigt haben. Ein richtig schöner Tag!

Gyeongju Parkanlage Wokjeong Brücke Gyeongju Südkorea

Stippvisite im farbenfrohen Busan

Um von Gyeongju nach Busan zu gelangen, gibt es verschiedene Reiseoptionen mit Schnellzug, Bummelzug und Expressbus. Am einfachsten erscheint uns die Variante Expressbus. Die Expressbusse fahren alle vom Expressbusterminal nahe der Kreuzung Taejong-ro / Gangbyeon-ro. Netterweise bietet unser B&B Gastgeberpaar an, uns mit dem Auto zum Expressbusterminal zu chauffieren. Der Google Routenplaner zeigt hier die Busverbindungen nicht mehr gleich zuverlässig an, wie in Seoul. Wir haben jedoch Glück, dass gleich zehn Minuten nach unserer Ankunft ein Expressbus fährt (die Strecke wird ca. alle zwei Stunden bedient) und noch Tickets (4300 Won) verfügbar sind. Nach 50 Minuten Fahrtzeit erreichen wir das Central Bus Terminal von Busan, das sich am Stadtrand mit Direktanbindung zur Metrolinie 1 befindet. Unsere Unterkunft – das TraveLight Hostel – befindet sich ebenfalls in unmittelbarere Nähe zu einer Haltestelle der Metrolinie 1, was praktisch ist.

Nach dem sonnigen Vortag in Gyeongju regnet es erneut in Strömen und beim Anblick der pflotschnassen Gehsteige vergeht uns die Lust aufs draussen sein. Eigentlich hatten wir einen Ausflug an die Küste geplant. Busan bietet einige schöne Spots wie den Taejongdae Park, den Oryukdo Skywalk oder die direkt am Meer gelegene Tempelanlage Haedong Yonggungsa. Bei Regenwetter sind dies jedoch keine attraktiven Ausflugsziele. Und so verbringen wir den ersten Tag im «F1963». Die ehemalige Drahtfabrik wurde zu einem Kunst&Kulturzentrum mit Bücherladen, einem riesigen Terarosa Coffee und Kunstausstellungsräumlichkeiten umgenutzt. Nebst dem Coffeeshop befinden sich im Gebäude auch noch zwei Restaurants. Wir probieren im Restaurant Boksonndoga den traditionellen koreanischen Reiswein Makgeolli, der auf den ersten Blick von der Farbe und Konsistenz her an Milch erinnert, und bestellen dazu ein sehr leckeres Bulgogi. Das Boksonndoga hätte theoretisch auch ein Tasting Menü im Angebot, hierfür muss man aber mindestens einen Tag im Voraus reservieren.

Bulgogi im Boksonndoga F1963 Busan

Tags darauf bessert sich das Wetter langsam. Für den Regen wären wir ja eigentlich mit Schirm und Regenjacke gewappnet. Was uns fehlt sind Regenstiefel und die wären in Korea essenziell. Sobald der Regen stoppt machen wir uns mit der Metro auf den Weg zum grossen Jagalchi Fischmarkt am Hafen von Busan. Von hier aus fährt ein kleiner Quartierbus zum Gamcheon Culture Village hoch. Die am Steilhang gelegene Siedlung entstand zu Zeiten des Koreakrieges, wo Busan Ziel zahlreicher Kriegsflüchtlinge war, und entwickelte sich zu einem Slum. 2009 startete die Bewohner gemeinsam mit Künstlern und der Lokalpolitik eine Initiative zur Erneuerung und Verschönerung von Gamcheon – mit Erfolg. Die Transformation von der baufälligen armen Siedlung hin zu einem bunt bemalten Dorf am Hang, erhöhte nicht nur die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung, sondern machte Gamcheon auch zur Touristenattraktion. Wir kaufen uns eine Übersichtskarte für 2’000 Won – das Geld fliesst in die Erneuerungsmassnahmen – und erkunden Gamcheon auf dem für Touristen ausgeschilderten Pfad, der in vielen Serpentinen quer durch die Siedlung führt. Am Ende des Tages sind uns sogar noch ein paar Sonnenstrahlen vergönnt. Den Hunger stillen wir gleich ums Eck von unserem Hostel, wo sich zahlreiche Gassenküchen befinden. In den zwei Tagen haben wir einerseits das Songjeong Samdae Gukbop getestet, wo Busans berühmte Fleischsuppe mit Reis serviert wird. Andererseits haben wir im Noxen Drumtong Seomyeon Lotte koreanisches BBQ probiert. Beides sehr lecker!

Gamcheon Culture Village Busan Busan Street Food

Tags darauf fahren wir von der Busan Station mit dem Schnellzug KTX in knapp drei Stunden Fahrtzeit zurück nach Seoul (Ticketkosten 59’600 Won). So schnell vergeht eine einwöchige Rundreise durch Südkorea und wir sind begeistert! Südkorea hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen und wir werden bestimmt noch einmal hierhin reisen, denn in dieser Woche haben wir nur einen Bruchteil des Landes gesehen.

Praktische Reisetipps für deine Reise durch Südkorea

  • Seoul hat zwei internationele Flughäfen, die beide an derselben Metrolinie mit Verbindung zur Seoul Station liegen: Incheon und Gimpo. Wenn ihr aus Europa anreist, werdet ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit in Incheon landen – schaut aber genau auf eure Flugtickets, nicht dass ihr wie wir den falschen Flughafen ansteuert. Die Fahrtzeit von Incheon zur Seoul Station dauert eine Stunde.
  • Die südkoreanische Währung heisst Won. 1 CHF ist rund 1080 Won wert.
  • Sehr viele Bankomaten haben unsere Maestrokarte (trotz Freischaltung) nicht akzeptiert. Am Flughafen mussten wir daher mit Visa Geld beziehen, was von den Gebühren her ungünstig ist. Das Expressbusticket vom Flughafen in die Innenstadt lässt sich aber auch mit Karte bezahlen.
  • Für die im Beitrag beschriebenen Übernachtungen (7 Nächte im Doppelzimmer mit Bad) haben wir insgesamt 565 CHF bezahlt. In Seoul hatten wir die Übernachtung ohne Frühstück gebucht. In Gyeongju und Busan war das Frühstück inkludiert. Alle drei gebuchten und im Beitrag verlinkten Unterkünfte kann ich euch sehr empfehlen.
  • Die klassische einwöchige Südkorea-Rundreise Seoul-Gyeongju-Busan lässt sich gut mit dem Zug bereisen. Wir haben Einzeltickets gekauft. Je nach Reiseroute bietet der Korail Pass das bessere Preis-Leistungsverhältnis. Wir haben für die Strecke Seoul-Gyeongju-Busan-Seoul total 113’200 Won pro Person bezahlt (rund 106 CHF).
  • Zur Benutzung der Stadtbusse und der Metrolinien lohnt sich der Kauf der Tmoney (oder Cashbee) Karte, da dies einfach sehr praktisch im Handling ist und in allen Städten eingesetzt werden kann. Die Karte kostet 2’500 Won und kann im Anschluss flexibel an jeder Metrostation oder in 7-Eleven Shops aufgeladen werden. Wir haben die Karte sowohl in Seoul als auch in Gyeongju und Busan benutzt. Restkartenbeträge über 500 Won werden am Ende der Reise auch wieder zurückerstattet.
  • Die deutschsprachige Seite von Visit Korea bietet viele Informationen rund um die verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Nebst Öffnungszeiten sind dort auch die Anreisemöglichkeiten mit dem öffentlichen Verkehr (inklusive Busnummern) beschrieben.

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