Unterwegs in der Wachau

Wer die Wachau besucht, der sollte nicht nur Geniessen und Schlemmen. Eine Unesco Kulturlandschaft sollte schliesslich in all ihren Facetten auskundschaftet werden. Diesen Grundsatz nahmen wir uns zu Herzen und waren in den drei Tagen mit den unterschiedlichsten Transportmittel unterwegs. Sei es eine historische Bahnfahrt, gemütliches Schippern auf der Donau oder sportlich aktiv durch die Rebberge wandern und radeln – das Angebot ist vielfältig und es gibt die unterschiedlichsten Wege, die Wachau zu entdecken.

Klassiker: die Donauschifffahrt

Auf der Donau geht es geschäftig zu und her. Frachtschiffe, Kreuzfahrtschiffe und Linienschiffe tuckern muntern rauf und runter. Wie beliebt die Schifffahrten sind, konnten wir an eigenem Leib erfahren als wir uns am Sonntag Morgen bei strahlendem Sonnenschein durch die Menschenmassen bei der Schiffanlegestelle in Krems kämpften. Auf dem Schiff selbst verteilten sich die Massen dann ziemlich gut und die Hektik legte sich, nachdem alle ein Plätzchen mit Aussicht gefunden habe. Unsere Tour führte uns von Krems, vorbei an Dürnstein mit seiner bekannten Ruine und der markant blauen Stiftskirche bis nach Spitz. Entspanntes Reisen, frische Fahrtbrise (an einem Hitzetag fabelhaft) und tolle Blicke auf die vorbeiziehenden Dörfer und Rebberge garantiert.

Wie / Wo:
Brandner Schiffahrt
Linienfahrt mit Halt in Krems, Dürnstein, Weissenkirchen, Spitz, Emmersdorf, Melk
Einfache Fahrt 23 Euro

Donau_Krems Duernstein Donau_Flussfahrt

Nobel: Heuriger auf Schienen

Wer auch unterwegs nicht auf den Genuss verzichten möchte, der ist mit den Wachau Themenfahrten (in den Sommermonaten) bestens bedient. Seit gut 100 Jahren verkehrt die Wachaubahn inmitten der schönen Rebenlandschaft. Die Bahnfahrt durch die Wachau kann inklusive regionaler Verpflegung (= Heurigen) und Weinverkostung in einem wunderschönen Speisewagen genossen werden (Orientexpress-Feeling). Obwohl der Zug an verschiedenen Bahnhöfen stoppt, hat man leider zu wenig Zeit, um die Ortschaften auszukundschaften. Das kulinarische und historische Bahnerlebnis steht hier im Vordergrund.

Wie / Wo:
Themenzüge der Wachau
Zweimal wöchentlich (Donnerstag Nachmittag und Samstag Abend) ab Bahnhof Krems
59 Euro / Erwachsene inkl. Verpflegung

Bahnhof_Weissenkirch Zugfahrt_Wachau Spezialitaeten_Niederoesterreich Wachau_Sonnenuntergang

Sportlich: Mit dem Rad der Donau entlang

Einer der bekanntesten und best ausgebautesten Radwege Europas führt mitten durch die schöne Landschaft der Wachau – der Donauradweg. Die gesamte Strecke führt übrigens von Donauschingen in Deutschland bis nach Budapest. Man kann somit die Reise weit über die Wachau hinaus mit dem Rad fortsetzten. Wir haben unsere Fahrräder am Bahnhof Spitz in Empfang genommen und sind dann gemütlich durch die Landschaft bis nach Krems geradelt. Der Donauradweg wird entweder auf gut ausgebauten Radwegen neben der Strasse und auf schönen Dorfstrassen geführt. Die Strecke ist mehrheitlich flach und kann ohne grosse Anstrengungen gefahren werden (man sieht’s an meiner Fussbekleidung, dass es auch für „Schönwetterfahrer“ geeignet ist ;)). Mit hat besonders gefallen, dass man stets die Möglichkeit hat, an einer schönen Stelle spontan einen Stopp einzulegen. Wer so in der Wachau unterwegs ist, wird garantiert alle Highlights bei der Durchfahrt entdecken.

Wie / Wo:
Fahrradverleih u.a. bei nextbike am Bahnhof Spitz
1 Euro für die Registrierung / 1 Euro pro genutzte Stunde / 8 Euro pro 24 Stunden

Velotour_Wachau Dorf_in_der_Wachau Wachau

Informativ: Mit dem Wachau Hiata durch die Rebberge

Wachau Hiata sind meist Wachauer, welche die Region wir ihre Westentasche kennen. Der Name Hiata kommt aus früheren Zeiten, wo Weingartenhüter – oder eben Weinhiata – das kostbare Gut der Region beschützten. Mit unserem Hiata erkundeten wir zu Fuss den Tausendeimerberg in Spitz (Tausendeimer deswegen, weil die Lese an diesem Berg früher ungefähr tausend Eimer ergab – logisch, oder!). Der schweisstreibende Aufstieg war dank den informativen Inputs des Hiata kurzweilig und am Schluss wurden wir mit einem phänomenalen Blick über Spitz und die Donau belohnt. Ideal geeignet für Leute, die gerne mehr über die Region, den Weinanbau, Traditionen und die lokale Kultur lernen möchte. Ich weiss jetzt beispielsweise, dass Rosen in Rebbergen gepflanzt werden, um Pflanzenkrankheiten besser und schneller zu diagnostizieren.

Wie / Wo:
Bei den lokalen Tourismusbüros anfragen
Für Gruppen ab 6 Personen 12 Euro/Person inkl. Weinverkostung.

Spitz_Tausendeimerberg Spitz_ Wachau_Rebberge Rebberge_mit_Rosen

Unkonventionell: Segway-Tour

Bisher habe ich Leute auf Segways immer belächelt. Nie wäre ich selbst auf die Idee gekommen, mich mit so einem Gefährt fortzubewegen. Nun ja, in der Wachau konnte ich mich nicht drücken. In Spitz können nämlich tatsächlich ganze Rebbergtouren mit dem Segway absolviert werden. Wer jetzt denkt, dass sei easy, hat sich getäuscht. Auf Kieswegen geht es steil die Hänge hinauf und anschliessend wieder hinunter, was Balance und auch ein kleines bisschen Mut erfordert. Als geübte Skifahrerin, hatte ich das komische Gefährt zum Glück schnell im Griff (Segwayfahren ist wie Skifahren. Ehrlich.). Der Segway und ich sind dennoch leider keine Freunde geworden. Die grosse Begeisterung blieb aus. Es gibt jedoch sicher genügend Leute, die an diesem Angebot gefallen finden. Ich erkunde die Landschaft lieber mit meinen eignen zwei Füssen. Jedem das Seine.

Wie / Wo:
Strandcafé  Spitz – der Busch
Eine Stunde ab 35 Euro

Rotes_Tor_Spitz Rebberge-Spitz Blick_auf_Spitz

Was fehlt?

Leider keine Zeit blieb für eine Etappe auf dem Welterbesteig Wachau. Auf rund 180 Kilometer führt der als Höhenweg konzipierte Wanderweg durch die 13 Gemeinden der Unesco Landschaft und bietet ein spektakuläres Landschaftserlebnis. Ich hoffe, eines Tages in die Wachau zurückzukehren, um zumindest einzelne Etappen zu absolvieren. Im Gegensatz zum Segway wäre das hier nämlich total mein Ding :D.

Wachau_Unesco_Wanderweg

Hinweis: Auf diese Reise wurde ich von der Destination Donau Niederösterreich und den Geniesserzimmern Niederösterreichs eingeladen – Vielen Dank hierfür. Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich hier stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

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