Wieso sich Fremdgehen manchmal lohnt

Wieso sich Fremdgehen manchmal lohnt

Ende Januar wurde in der Konsumsendung „Kassensturz“ im Schweizer Fernsehen über die Winterferien-Preise in der Schweiz und Österreich diskutiert. Stein des Anstosses war die Tatsache, dass viele Schweizer Familien ihre Winterferien nicht mehr in der Schweiz, sondern beispielsweise in Österreich verbringen, weil dort alles „viel“ günstiger ist. Im Beitrag wurde anschliessend aufgrund verschiedener Parameter ein Direktvergleich zwischen den Skigebiete Adelboden im Berner Oberland und Serfaus Fiss Ladis im Tirol gemacht.



Nun, wie fleissige Leser meines Blogs wissen, habe ich diesen Winter auch schon einige Wintersportorte besucht und darunter auch meine ersten „Ausland-Skierfahrungen“ geholt. Aus diesem Grund erlaube ich mir nun, hier ein paar eigene Gedanken zu diesem Thema zu teilen und freue mich natürlich darauf, all eure Meinungen zu dieser Thematik zu hören. Ich bin zudem gespannt, wer mir bei den folgenden Bildern die jeweiligen Skidestinationen sagen kann :-). Rein aufgrund des Panoramas sind meiner Meinung nach keine signifikanten Unterschiede zwischen der Schweiz und Österreich ausmachbar…

Champéry Flims Flumserberge AxamerLizum Adelboden

Infrastruktur
Nicht nur im Tirol gibt es Sessellifte mit Windschutzhauben und warmen Sitzen. Gerade Adelboden verfügt über eine ebenso tolle, moderne Infrastruktur. Wieso im Film dann ausgerechnet der einzige Sessellift ohne Windschutzhaube eingeblendet wird, zeigt, wie gut man Bildern ganz nach dem eigenen Sinne einsetzen kann. Unterschiede in der Infrastruktur sind aber dennoch feststellbar und zwar weniger zwischen der Schweiz und Österreich sondern eher zwischen den einzelnen Schweizer Skigebieten. Les Portes du Soleil, was ja echt ein super tolles, riesiges Skigebiet ist, hat noch viele ältere Sessellifte mit wenig Komfort, trotzdem macht Skifahren dort Spass. Nach meinem Ausflug nach Österreich bin ich der Meinung, dass es keinen Grund gibt, rein aufgrund besserer Infrastuktur nach Österreich zu fahren.

Unterkunft
Ja Schweizer Hotels sind teurer, insbesondere in der Hochsaison. Meine Skiferien verbrachte ich aus diesem Grund auch nie in einem Hotel (wirklich kein einziges Mal), sondern immer in Ferienwohnungen. Dies hat den Nachteil, dass man häufig nicht den ganzen Komfort eines Hotels geniesst (z.B die tollen Frühstücksbuffets und den Wellnessbereich), dafür bleiben mir die Skiferien als einmaliges und spezielles Familienerlebnis in Erinnerungen. Ich bin aber der Meinung, dass sich Schweizer Hotelbetriebe durchaus die innovativen und vielseitigen Österreichischen Betriebe als Vorbild nehmen können, um zukünftig konkurrenzfähiger aufzutreten. Zudem kann ich auch verstehen, dass man für die Skiferien ins Ausland fährt. Ich meine, wer hat schon wirklich das Gefühl in den Ferien zu sein, wenn man 50 Kilometer von seinem Dorf/Stadt entfernt in einer Ferienwohnung die genau gleichen Dinge tut wie zu Hause auch – nämlich Kochen und Abwaschen. Für mich ist der Begriff Ferien grundsätzlich mit „ins Ausland fahren“ verbunden, somit sind Skiferien im Ausland, psychologisch gesehen, spannender.

Essen
Ja auch hier könnte sich die Schweiz etwas an Österreich orientieren. In der Axamer Lizum hatte ich eine Käseknödelsuppe für 3.60 Euro und in Champéry zahlte ich 20 CHF für eine Käsesschnitte. Beides typische Mahlzeiten und doch ein erheblicher Preisunterschied. Meiner Meinung nach, schlägt das Mittagessen bei einem Restaurantbesuch in den Schweizer Skiferien am meisten aufs Budget.

Käsknödelsuppe Käseschnitte

Menschlichkeit
Im Film wird mehrmals erwähnt, dass die Gastfreundschaft einer der Hauptgründe ist, wieso man sich gegen die Schweiz und für Österreich entscheidet. Nun ja, mir wurden die Skier auch in Österreich nicht in die Gondel getragen und einen markanten Freundlichkeits-Unterschied konnte ich jetzt bei meinem einmaligen Besuch nicht feststellen. Dennoch wurde mir erst kürzlich wieder bewusst, wie wichtig und prägend die Kundenfreundlichkeit ist. Mein Erlebnis mit dem unfreundlichen Skivermieter (der bestimmt nur einen schlechten Tag hatte), wirkte sich negativ auf die Wahrnehmung des Skigebietes Flims/Laax aus. Die Schweizer sollten sich halt einfach bewusst sein, dass man heutzutage um Gäste „kämpfen“ muss und daher der gesamte Auftritt eines Skiortes von Bedeutung ist.

All denjenigen, die bisher nur in der Schweiz Skierfahrungen gemacht haben, empfehle ich, auf jeden Fall einmal „fremd zu gehen“, damit man nicht ständig denkt „in Österreich ist sicher alles besser“, sondern es auch aktiv erlebt. Mein persönliches Fazit ist jedoch, dass man für ein gutes Skierlebnis nicht unbedingt ins Ausland fahren muss, sondern in der Schweiz ein ebenso tolles und vielseitiges Angebot vorfindet. Mit folgenden Spartipps werden auch „Ferien“ im Hochpreisland Schweiz zum Erfolg:

  • Übernachte in einem Bed & Breakfast, meistens tolle und preiswerte Alternative zum Hotelbesuch
  • Nimm Getränke und Zwischenverpflegung im Rucksack mit. Im Gegensatz zum Ausland gibt es in Schweizer Skigebieten eine tolle Auswahl an warmen Picknickräumen.
  • Nütze die SnownRail-Angebote, um günstigere Tages- oder Zweitageskarten zu erhalten.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

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