9 Tipps für deinen Weekendtrip nach Dijon

9 Tipps für deinen Weekendtrip nach Dijon

Ich bin ein bekennender Fan von Kurztrips in europäische Städte und picke mir hierfür gerne Destinationen heraus, die ab der Schweiz mit dem Zug erreichbar sind. In den letzten Jahren haben wir so unter anderem schon Lyon, Mailand, Bologna, Turin und Bergamo erkundet – dieses Jahr haben wir uns für Dijon entschieden. Die Stadt im Herzen des Burgunds liegt keine 1,5 Stunden TGV-Fahrt von Basel entfernt und ist mit ihrem historischen Kern und den zahlreichen hervorragenden Restaurants ein lohnendes Ziel für einen Weekendtrips.

#1 relaxt in den Tag starten

Dijon ist eine vergleichsweise kompakte Stadt und die Sehenswürdigkeiten sind nah beisammen. Ein Zeitbudget von zwei Tagen ist ausreichend, um die Highlights von Dijon ohne Hektik zu erkunden. Ausschlafen liegt da ebenso drin, wie ein gemütlicher Frühstücks- oder Kaffeestopp vor dem eigentlichen Stadtrundgang. Unsere Lieblingsentdeckung in puncto gutem Kaffee ist das an der Rue Musette gelegene JSB Coffee. Gerne hätten wir auch das an verschiedenen Stellen gelobte Morning Glory Café an der Rue des Godrans ausprobiert. Das hatte aber leider während unseres Aufenthalts geschlossen.

JSB Coffee Dijon

#2 die Markthalle besichtigen

Zu den Hauptattraktionen von Dijon gehört die historische Markthalle «Les Halles», die wir uns direkt nach dem stärkenden Morgenkaffee angucken. Es lohnt sich, hier vormittags vorbeizuschauen, weil am Nachmittag deutlich weniger los ist. Jetzt aber – kurz nach zehn Uhr an einem Samstagmorgen – sind die Auslagen prall gefüllt mit frischem Gemüse, regionalem Käse und Fleischspezialitäten. Zum Glück habe ich vorher ein Stück Apfelkuchen zum Kaffee bestellt, sonst würde mir nun der Magen laut knurren.

Markthalle Dijon Sightseeingtipp Dijon Mark

#3 der Eule folgen

Wer durch Dijon spaziert, wird früher oder später auf den Pflastersteinen eine Eule entdecken. Der «Parcours de la Chouette» (Rundgang der Eule) führt in 22 Stationen quer durch die Altstadt, die 2015 gemeinsam mit dem angrenzenden Weinbaugebiet den Unesco Weltkuturerbe-Status erhielt. Die Informationen dazu erhält ihr auf dem Tourismusbüro (Kostenpunkt 3.50 Euro). Aber auch ohne weiterführende Erläuterungen, lotst uns die Eule zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Altstadt.

Eulenrundgang Dijon

Wir spazieren von der Markthalle zur markanten Notre-Dame an deren Rückseite – an der Rue de la Chouette – sich eine steinerne Eule befindet. Angeblich soll es Glück bringen, wenn man die Eule mit der linken Hand berührt.

Bevor wir den schön gestalteten Place de la Libération vor dem imposanten Rathaus besichtigen, machen wir einen Abstecher zur Rue Verrerie. Mit ihren zahlreichen Fachwerk-Fassaden zählt die Rue Verrerie für mich zu den schönsten Gassen von Dijon. Zudem haben sich hier diverse Concept Stores, Galerien und Design-Geschäfte angesiedelt.

Rue de la Chuette Dijon Rue Verrerie Dijon Dijon Architektur Dijon Palast

Bemerkenswert dünkt mich, dass ein grosser Teil der Altstadt autofrei gehalten ist. Das Flanieren und erkunden der zahlreichen hübschen Gassen bereitet so gleich doppelt Spass.

Dijon Gassen Dijon Hinterhof Dijon Burgund

#4 regionale Spezialitäten kosten

Etwas, dass mir beim Begriff «Dijon» sofort in den Sinn kommt, ist der scharfe Dijon-Senf, der in meiner Küche nicht fehlen darf. Wenn ich schon mal in der Senfstadt bin, möchte ich meinen Senfvorrat mit einem lokalen Produkt aufstocken. Hierfür lohnt sich ein Abstecher in die Moutarderie Edmond Fallot an de Rue de la Chouette.

Edmond Fallot Dijon Senf

Zu den weiteren Spezialitäten der Region zählen das Gewürzbrot «Pain d’épices», Cassis und natürlich die edlen Burgunderweine. Das Gewürzbrot findet ihr unter anderem im Feinkostgeschäft von Mulot & Petitjean. Den Wein lässt sich in diversen Weinbars, Weingeschäften und Restaurants degustieren.

In den meisten besseren Restaurants lohnt es sich, im Vorfeld zu reservieren. Leider haben die wenigsten Betriebe ein einfaches Online-Reservationssystem und nehmen Reservationen nur telefonisch entgegen. Wir haben für den Samstagmittag daher im Vorfeld keine Reservation getätigt und mit Glück den letzten freien Tisch im Dz’envies erhalten. Das mit einem Bib Gourmand ausgezeichneten Restaurant serviert modern interpretierte burgundische Küche mit passenden Weinen. Ich habe hier ein feines Pilz-Risotto und danach ein Gewürzbrot-Panna cotta gegessen.

Bib Gourmand Dijon Dez Envies

Valable Alternativen zum Dz’envies sind die Weinstube Dr. Wine (5 Rue Musette – online Reservation möglich), das Maison des Cariatides (28 Rue Chaudronnerie) sowie für Vegetarier das Treize Lucioles (13 Place Émile Zola).

#5 in die Geschichte des Burgunds eintauchen

Das im ehemaligen Herzogspalast gelegene Musée des Beaux-Arts bietet einen spannenden Einblick in die burgundische Kunst des Spätmittelalters. Aufgrund von aktuell laufenden Renovationen war bei unserem Besuch nur ein Auszug der eigentlichen Sammlung zugänglich. Da der Eintritt aber kostenlos ist, lohnt sich der Abstecher ins Museum in jedem Fall.

Musee des Beaux Arts Dijon

Vor oder nach der Museumsbesichtigung kann ich euch einen Kaffeestopp in der schön hellen Brasserie des Beaux-Arts direkt daneben empfehlen.

Brasserie Musee des Beaux Arts

Ein Museum, das sich allen Facetten des Burgunds widmet, ist das Musée de la Vie Bourguignonne. Der Eintritt ist hier ebenfalls kostenfrei. Der didaktische Aufbau des Museums hat meiner Meinung nach Verbesserungspotenzial. Dafür ist die Location schön. Das Museum befindet sich im Kreuzgang des Klosters Monastère des Bernardines.

Burgundmuseum Dijon

Ein Museum, das nichts mit der Geschichte von Dijon am Hut hat, ich aber unbedingt besichtigen wollte, war das Zentrum für zeitgenössische Kunst «Consortium». Leider hatte es während unseres Aufenthalts geschlossen. Die neue Ausstellung startet am 23. November – solltet ihr euch für zeitgenössische Kunst interessieren, dann sollte das Consortium auf eurer Dijon-Sightseeing-Liste auf keinen Fall fehlen.

#6 Dijon von oben bewundern

Den schönsten Blick über Dijon bietet der Tour Philippe le Bon. Wichtig zu wissen: Der Turm ist nur zu bestimmten Zeiten mit einer geführten Tour zugänglich. Da die jeweiligen Zeitslots schnell ausgebucht sind, lohnt es sich im Vorfeld das Ticket online zu reservieren. Die Kosten dafür betragen gerademal 3 Euro. Wir hatten insofern Glück, als dass zwar beim Tourismusbüro (wo ihr die Tickets alternativ zur online-Reservation erhält) stand, dass alle Termine fürs Wochenende ausgebucht sind, wir aber online noch zwei Plätze ergatterten. Wieso genau das Tourismusbüro proaktiv alle Plätze als ausgebucht vermerkt, bleibt uns ein Rätsel. Hingegen wissen wir nun, dass sich diese Tour (Zeitbedarf rund 45 Minuten) in jedem Fall lohnt! Jammerschade, wenn uns dieser Panoramablick über Dijon vorenthalten geblieben wäre.

Aussicht vom Tour Philippe le Bont Aussicht Tour Philippe le Bon Dijon Notre Dame Dijon Postkarte Place de la Liberation

#7 Blue Hour am Place de la Libération

Kurz vor dem Eindunkeln unternehmen wir einen weiteren Bummel durch die Altstadt mit Ziel Place de la Libération. Das Herzstück von Dijon entfaltet seine volle Schönheit während der Blue Hour. Bestellt euch doch ein Apéro und beobachtet das Treiben von einem der Restaurants am Rande des halbkreisförmigen Platzes.

Dijon place de la Libération

#8 hemmungslos schlemmen

Der Spaziergang zum Place de la Libération inklusive Apéro ist die perfekte Einstimmung auf einen genussreichen Abend. In Dijon sind aktuell drei Restaurants mit einem Michelin-Stern und ein Restaurant mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Zwei davon haben wir während unserem Aufenthalt ausprobiert.

Im Restaurant Stéphane Derbord (1 Michelin Stern) haben wir uns durchs Menu Harmonie (105 Euro) mit passenden Weinen aus dem Burgund probiert. Ich war ab der Anzahl Gänge überrascht, wie üppig teilweise die Portionen ausfallen. Mit Ausnahme des Desserts haben uns alle Gänge überzeugt, wobei das Highlight der wohlsortierte Käsewagen war. Am Mittag wird hier übrigens ein dreigängiges Überraschungsmenu für 30 Euro serviert.

Restaurant Stephan Derbord Dijon

Die 105 Euro fürs Signature Menu von Stéphane Derbord sind im Vergleich zu den 150 Euro fürs Signature Menu vom 2-Sterne-Koch William Frachot fast ein Schnäppchen. In beiden Restaurants besteht aber auch die Möglichkeit, à-la-Carte zu bestellen.

Optisch und geschmacklich konnte mich das Menu von William Frachot mehr begeistern. Spannend fand ich, dass sich die Verwendung des Dijon Senfs wie ein roter Faden durchs Menu zieht. Weniger überzeugt hat uns die Bedienung. Teilweise wurden Gerichte dem falschen Tisch zugewiesen oder kommentarlos abgestellt – auf diesem Niveau definitiv verbesserungswürdig.

Restaurant William Frachot Michelin

#9 zentral logieren

Übernachtet haben wir im Chapeau Rouge, das gleichzeitig das Sternerestaurant von William Frachot beherbergt. Das 4-Sterne Boutique Hotel bietet 28 Zimmer an bester Lage zwischen Bahnhof und Altstadt. Wir haben von hier aus alles zu Fuss erkundet. Die Zimmer sind nicht riesig, aber als Basis für eine Städtereise meiner Ansicht nach völlig ausreichend. Wir haben pro Nacht für ein Superior Zimmer 150 Euro bezahlt. Das Frühstück haben wir nicht dazu gebucht. Was wir uns ebenfalls nicht angeguckt haben, ist der SPA-Bereich des Hotels mit Sauna und Dampfbad – dieser wäre für Hotelgäste auf Voranmeldung kostenfrei nutzbar.

Chapeau Rouge Dijon

Extratipp für deine Reise nach Dijon

Die schnellste Verbindung von Zürich und Basel nach Dijon bietet der TGV. Die TGV Tickets sind in der Regel ab vier Monate vor dem geplanten Reisedatum buchbar – und es lohnt sich, diese so früh als möglich zu kaufen. Ich habe mir bezüglich des Tickets im Vorfeld keine grossen Gedanken gemacht und dann relativ spontan – zwei Tage vor der Abreise – die Fahrkarten organisiert. Kostenpunkt: 150 CHF pro Person für Basel-Dijon retour. Wenn ihr frühzeitig bucht, dann erwischt ihr mit Glück Tickets, die weniger als 100 CHF kosten. Am besten konsultiert ihr hierfür die TGV Lyria Seite.

Übrigens, eine Städtereise nach Dijon lässt sich gut mit einem Abstecher in die nah gelegene Wein- und Kunststadt Beaune kombinieren.

Kommentare

  • Reisefanatikerin November 13, at 11:41

    Hallo Anita, vielen Dank für diesen tollen Bericht. Das ist für mich die perfekte Idee für einen Kurztrip in der Nähe. Habe die letzten Wochen schon überlegt wo ich von Südbaden/Basel schnell hinkomme und noch nicht war: es ist Dijon! In den nächsten Wochen werde ich dort sein! Viele Grüsse!

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  • Karin November 17, at 10:04

    WOW - so schöne Fotos und alles so wundervoll beschrieben! Ich muss nach Dijon. Merci für diesen fantastischen Tipp!

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    • Anita Brechbühl November 18, at 09:20

      Liebe Karin herzlichen Dank für dein Feedback - freut mich, wenn unser Dijon Reisetipp gut ankommt :)

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  • Wolfgang Dezember 09, at 11:31

    Liebe Anita Letztes Wochenende sind meine Freundin und ich auf Deine Anregung hin nach Dijon gefahren. Erst gab es nur Regen, dann die Demonstrationen, aber zwischendurch auch einen Tag mit Sonnenschein pur und tolle Impressionen. Die Zahl an Chocolatier-Geschäften hat uns regelrecht umgehauen. Da wird man als Zürcher recht neidisch. ;o) Sehr schön ist auf der kleine "Salon de Thé & Café" direkt an dem kleinen Brunnen im Stadtzentrum, an dem die Wege zum Place de Liberté und zur Markthalle abzweigen. Dort hat es immer zwei Kaffee-Sorten frisch gebrüht im Angebot, die eine Versuchung wert sind. Ausserdem ist die Stimmung dort besonders schön. Vielen Dank für Deine Anregungen und eine schöne Weihnachtszeit! Liebe Grüsse Wolfgang

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    • Anita Brechbühl Dezember 09, at 11:46

      Lieber Wolfgang - herzlichen Dank für dein Feedback und deine Ergänzungen! Der Salon de Thé & Café hört sich sehr sympathisch an :)

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