Boston in 24 Stunden

8.00 – Kultfrühstück

Ein Tag in Boston beginnt mit Anstehen im hübschen Stadtteil Beacon Hill. Wer in DEM Kultlokal der Nachbarschaft essen möchte, der muss Geduld mitbringen. Beim Anblick der Anzahl anstehender Leute, waren wir kurz davor das Paramount (44 Charles Street) links liegen zu lassen, um den nächst besten Starbucks anzusteuern. Das wäre eine fataler Fehler gewesen. Im Paramount muss man übrigens nicht anstehen, um einen Tisch zu ergattern, sondern um erst einmal das Essen zu fassen (und erst dann geht es um die Tischverteilung). Dank perfektem Arbeitsablauf begegnen die Mitarbeitenden dem Ansturm an hungrigen Leuten mit stoischer Gelassenheit.

Endlich an der Reihe entschied ich mich für Texas Style French Toast (6 Dollar) und ein absolut bombastisch leckeres Hot Oatmeal (6 Dollar). Schade ist, dass die Gemütlichkeit auf der Strecke bleibt, da die wartenden Gäste ständig auf deinen Teller starren – aber definitiv ausprobierenswert.

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10.00 – Immer der roten Linie nach

Boston und der Freedom Trail werden häufig in einem Atemzug genannt. Die rund 4km lange Besichtigungs-Route bietet eine ideale Gelegenheit, die Stadt zu Fuss zu entdecken und gleichzeitig etwas über die amerikanische Geschichte zu lernen. Starten tut der Trail beim ältesten Stadtpark der USA, führt anschliessend vorbei am Massachusetts State House und dem beliebten Quincy Market quer durch North End mit dem Spitznahmen Little Italy hinüber nach East Boston, wo die USS Constitution, das älteste noch schwimmende Kriegsschiff der Welt, besichtigt werden kann. Der Trail endet beim Bunker Hill Monument, welches an eine Schlacht während des Unabhängigkeitskrieges erinnert. Das Monument kann übrigens kostenfrei besichtigt werden, wobei eine Grundkondition aufgrund fehlenden Aufzuges vorhanden sein sollte (ich kam ziemlich ausser Puste oben an). Die Sicht ist aufgrund der kleinen dreckigen Fenster nicht wahnsinnig berauschend.

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12.00 – Wasserfront

Die Architekten Diller Scofidio + Renfro designten 2006 das neue Gebäude für das Institute of Contemporary Art in Boston. Das Museum befindet sich im Seaport District und öffnet sich mit einer beeindruckenden Glasfassade hin zum Gewässer. Mir persönlich hat vor allem die vielfältige Ausstellung zum Thema Graffiti-Kunst gefallen. Gleich gegenüber vom Museum befindet sich das new Louis Boston (60 Northern Avenue). Im zweiten Stockwert bietet das Restaurant Sam’s eine vielfältige Speisekarte und einen unbezahlbaren Blick über den Hafen von Boston. Da bei unserem Besuch Sonntag war, wurde uns die Brunch-Speisekarte vorgesetzt. Kein Problem – auch die beinhaltet Burgers und so gab es für mich einen Mushroom-tofu Burger mit Vermont Cheddar und Fries für 16 Dollar.

ICA_Boston Boston_Sams

14.00 – Bildungslücke

Wer über die Longfellow Bridge den Charles River von Boston nach Cambridge überquert, der macht auch IQ-technisch einen Quantensprung. In Cambridge befinden sich nämlich zwei der renommiertesten Hochschulen der Welt – Harvard und das Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Ich würde ja das MIT Harvard vorziehen, dennoch konnten wir es nicht lassen, an einer von Studierenden durchgeführten Tour über den Harvard-Campus teilzunehmen. Die Studierenden geben unterwegs spannende und persönliche Einblicke in „ihr“ Harvard. Zwischendurch musste ich schmunzeln – insbesondere bei Aussagen wie „Harvard Studenten sind zukünftige Leader der Welt“.

Der MIT Campus ist ebenfalls einen Besuch wert. Er lockt zwar mit weniger geschichtsträchtigen Legenden dafür mit architektonischen Perlen wie z.B. das Ray and Maria Stata Center, welches von Frank Gehry designt wurde.

Harvard MIT_Cambridge

16.00 – Verschnaufpause

Auch wenn ich tendenziell den Pausenzeiten bei der Planung von Städtereisen zu wenig Beachtung schenke, ein guter Kaffee sollte allemal drinliegen. Den besten Kaffee gibt’s im Thinking Cup (165 Tremont Street). Gleich gegenüber befindet sich der Boston Common und der Boston Public Garden. Beide Parks locken ebenfalls mit lauschigen Parkbänken zu einer kurzen Verschnaufpause. Berühmt ist Frau Mallard und ihre acht Küken – die Entenstatuen entspringen einer bekannten Kindergeschichte.

Boston_Thinking_Cup boston24-1 Boston_Public_Garden

18:00 – Kaufrausch

Zum intensiven shoppen lädt der Stadtteil Back Bay ein. Besonders gefallen hat mir die Shopping-Vielfalt entlang der Newbury Street. Da findet sich für jedes Budget und jeden Geschmack was. Shoppen macht ja bekanntlich auch Hunger und hier sollte man sich auf keinen Fall das Parish Cafe (361 Boylston Street) entgehen lassen. Die „Sandwiches“ sind eine wahre Geschmacksexplosion (Kosten je nach Sandwich 12 – 15 Dollar). Der Freund fühlte sich dennoch ein bisschen beleidigt, weil er nach 3  Wochen USA und täglicher Bierration zum ersten Mal den Ausweis zeigen musste ;).

Boston_Shopping Boston_Parish_Cafe

20:00 – Grosses Finale

Und ja zum Schluss wird’s sportlich. Boston Red Sox, Boston Bruins, Boston Celtics, New England Patriots – egal ob Baseball, Hockey, Basketball oder Football – Boston spielt überall auf Topniveau mit.

Der Freund war für’s Abendprogramm zuständig und kaufte die Tickets für ein Basketballspiel der Celtics im TD Garden. Wie viele Dollars ihm die beiden Tickets wert waren, konnte ich ihm leider nicht entlocken. Wir konnten uns auf jeden Fall glücklich schätzen, überhaupt noch welche an der Vorabendkasse (direkt im TD Garden) ergattert zu haben. So kam es, dass ich stilgerecht mit super leckerem Hot Dog und Fan-Trinkbecher den Cheerleadern und Basketballspielern zusah und mich nicht einmal langweilte. Wobei die Amerikaner ein echt lustiges Verhalten an den Tag legen. Vor dem Spiel und während den Spielpausen herrscht voll die Stimmung (die Leute hoffen alle darauf, von den Kameras erfasst und auf dem grossen Bildschirm in der Mitte beim ausgelassenen „Fanen“ präsentiert zu werden), sobald das Spiel angepfiffen wird, verebbt die Begeisterung und es ist schon fast still.

Meiner Meinung nach ein perfektes Abendprogramm nach einen intensiven Sightseeing-Tag.

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Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

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